mini|hochkant=0.95|Laura Halding-Hoppenheit beim CSD 2009 in Stuttgart
Laura-Zorita Halding-Hoppenheit (* 1942 in Reșița, RumänienWahl zum 19. Deutschen Bundestag am 24. September 2017: Sonderheft Wahlbewerber, Bundeswahlleiter, August 2017, PDF S. 106, 245) ist eine deutsche Gastronomin, LGBT- und Aids-Aktivistin sowie Kommunalpolitikerin in Stuttgart. Seit den 1970er Jahren engagiert sie sich für die Stuttgarter Schwulenszene und seit Beginn der Aidskrise für Menschen mit HIV und Aids. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und gehört seit 2014 dem Stuttgarter Gemeinderat an.
Leben Laura Halding-Hoppenheit studierte Kunstgeschichte und Archäologie in Bukarest und kam mit einem Promotionsstipendium nach Hamburg. Mitte der 1970er Jahre zog sie mit ihrem damaligen Ehemann Hiltram Halding-Hoppenheit nach Stuttgart. Aus der Ehe ging eine Tochter und der Sohn Raoul Halding-Hoppenheit (* 1968) hervor. SWR1, 30. Mai 2014 (Podcast-Aufzeichnung).
1977 wurde der Schwulenclub Kings Club in der Stuttgarter Calwer Straße eröffnet. Halding-Hoppenheit heiratete den Betreiber des Clubs und zerstritt sich mit ihm 1988. Ab 1989 übernahm sie die Leitung des Clubs.
In den folgenden Jahrzehnten betrieb Halding-Hoppenheit mehrere Lokale der Stuttgarter Schwulenszene, darunter Lauras Club & Café in der Lautenschlagerstraße und für 14 Jahre die Lederbar Boots in der Bopserstraße. Der Schauspieler Helmut Berger lebte von 1998 bis 2002 bei Halding-Hoppenheit in Stuttgart.
Vor Beginn der COVID-19-Pandemie wurde der Kings Club wegen Sanierungsbedarfs geschlossen. Halding-Hoppenheit verfolgt seither dessen Wiedereröffnung. 2023 betrieb sie neun Monate lang das Lokal Juwel im Bohnenviertel.
2023 heiratete Halding-Hoppenheit den Bildhauer und Fotografen Peter Jacobi. Sie kannte ihn aus der Bukarester Kunstszene der 1960er Jahre.
Gesellschaftspolitisches Engagement
HIV- und Aidsarbeit Laura Halding-Hoppenheit engagiert sich seit Beginn der Aidskrise für Menschen mit HIV und Aids. Mit Beginn der Aidskrise unterstützte sie Erkrankte persönlich und beschäftigte Menschen mit HIV und Aids in ihren Clubs.
Die AIDS-Hilfe Stuttgart entstand Mitte der 1980er Jahre aus einer zunächst ehrenamtlich organisierten Selbsthilfeinitiative. In der frühen Präventionsarbeit spielten auch die Lokale der schwulen Szene eine wichtige Rolle. Laura Halding-Hoppenheit gehörte zu den Stuttgarter Wirtinnen und Wirten, die diese Arbeit unterstützten. Auch über Stuttgart hinaus engagierte sie sich in der HIV-Selbsthilfe und -Prävention. Die Deutsche Aidshilfe würdigte insbesondere ihren Einsatz für Menschen mit HIV und Aids sowie ihre Unterstützung der Positiven Begegnungen, der bundesweiten Selbsthilfekonferenz zum Leben mit HIV. Bei diesen Treffen richtete Laura Halding-Hoppenheit wiederholt Lauras Café als Begegnungsort ein.
2018 übernahm sie die Schirmherrinnenschaft der in Stuttgart veranstalteten Positiven Begegnungen. Sie ist Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe. Seit Mai 2017 gehört Halding-Hoppenheit dem ehrenamtlichen Vorstand der AIDS-Hilfe Stuttgart an.
Weiteres soziales Engagement Halding-Hoppenheit engagierte sich auch für suchtmittelabhängige Frauen und Sexarbeiterinnen. Sie gehörte dem Vorstand von Lagaya, einem Stuttgarter Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen, an. Für das Prostituiertencafé La Strada finanzierte sie zeitweise aus eigenen Mitteln eine Straßensozialarbeiterin zur Unterstützung von Sexarbeiterinnen.
Kommunalpolitik Laura Halding-Hoppenheit kandidierte 2003 mit der Rosa Liste Stuttgart erstmals für den Stuttgarter Gemeinderat. 2014 wurde sie über die Liste von Die Linke erstmals in den Gemeinderat gewählt und 2019 wiedergewählt. Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte sie für Die Linke als Direktkandidatin.
Im November 2023 kündigte Halding-Hoppenheit nach einer verlorenen Kampfkandidatur um einen aussichtsreichen Listenplatz ihren Austritt aus der Partei Die Linke an. Im März 2024 verließ sie auch die bisherige Fraktionsgemeinschaft im Gemeinderat und bildete mit Andreas Winter und Marco Rastetter die Gruppierung Stuttgarter Liste.
Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 kandidierte Halding-Hoppenheit auf Listenplatz zwei der Stuttgarter Liste und wurde erneut in den Gemeinderat gewählt. Nach der Wahl schloss sie sich der Fraktion der Freien Wähler an.
Auszeichnungen 2011: Rosa-Detlef-Preis 2013: PositHIV-Preis für das Team des Kings Club. 2014: Bundesverdienstkreuz am Bande für ihr langjähriges soziales Engagement, insbesondere für homosexuelle Menschen sowie Menschen mit HIV und Aids. 2016: Unternehmerfrau des Jahres der Unternehmerfrauen im DEHOGA Baden-Württemberg.
Laura Halding-Hoppenheit ist Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe.
Filmische Porträts und Auftritte
2003: Glückliche Tage, Teil VI, als Thekla Bihaç, Glückliche Tage. 2005: Glückliche Tage, Teil VII, als Thekla Bihaç 2009: „Mrs. Devil“ in Zapping-Alien@Mozart-Balls von Vitus Zeplichal, mit Helmut Berger in der Hauptrolle. 2014: Laura – Das Juwel von Stuttgart, Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim 2025: Lauras Kings, Dokumentarfilm von Isabella Full
Literatur
Charakterköpfe, Stuttgarter Frauen. Silberburg, 2017, ISBN 978-3842520479
Siehe auch Lauramedia
Weblinks Laura Halding-Hoppenheit, Stadt Stuttgart
Einzelnachweise
Kategorie:AIDS-Aktivist Kategorie:LGBT-Aktivist (Deutschland) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Stadtrat (Stuttgart) Kategorie:Die-Linke-Mitglied Kategorie:Stadtoriginal (Deutschland) Kategorie:Gastronom Kategorie:Rumäne Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Frau