mini|Der Circus Gai et Neronis (rot) ist auf einer Karte von 1888 verzeichnet. mini|Ungefähre Lage des Circus heute Der Circus Gai et Neronis (auch circus Vaticanus) war eine Spielstätte auf dem Vatikanischen Feld (ager Vaticanus) im antiken Rom.Jon Albers: Campus Martius. Die urbane Entwicklung des Marsfeldes von der Republik bis zur mittleren Kaiserzeit. Reichert, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-89500-921-1, S. 138 f.
Als Stifter des Circus gelten die Kaiser Caligula, Claudius und Nero, wobei die Anlage erst in neronischer Zeit vollendet wurde. Bereits Caligula veranstaltete auf dem Vatikanischen Feld Zirkusspiele, ließ den vatikanischen Obelisken auf einem speziell für diesen Anlass konstruierten Schiff von Alexandria nach Rom bringen und auf der Spina, der mittleren Trennmauer der Rennbahn, aufstellen.Plinius, Naturalis historia 16,201; 36,74. Die Tradition der Zirkusspiele an diesem Ort soll Claudius möglicherweise fortgeführt haben.Sueton, Claudius 21,2. Die erhaltenen Befunde, die unter Petersdom und Petersplatz nachgewiesen werden konnten, weisen auf Claudius und insbesondere Nero als Auftraggeber eines monumentalen Ausbaus der Spielstätte hin. Reste der Außenmauer und Spuren der Spina sind vorhanden.John H. Humphrey: Roman Circuses. Arenas for Chariot Racing. University of California Press, Berkeley/Batsford, London 1986, S. 547–552. Nachgewiesen wurde von der Außenmauer ein 17,80 m langer, 3,23 m hoher und 1,5 m breiter Abschnitt aus opus latericium. Die Spina, zumindest Einzelmonumente mit der Funktion einer Spina, ist ebenfalls nachgewiesen. Castagnoli folgert daraus, dass der circus Gai et Neronis Monumentalausmaße von 300 bis 560 m Länge und 85 m Breite aufgewiesen haben dürfte.Ferdinando Castagnoli: Il circo di Nerone in Vaticano. In: Atti della Pontificia Accademia Romana di Archeologia. Rendiconti. Band 32, 1959–1960, S. 97–121. Eine langfristige Nutzung des Circus wird nicht für wahrscheinlich gehalten, da bereits im 2. Jahrhundert n. Chr. verschiedene Nekropolen eingerichtet wurden, die gegen eine Fortverwendung des Circus sprechen.
Der von Plinius überlieferte Name circus Gai et NeronisPlinius, Naturalis historia 36,74., von ihm auch circus Vaticanus genannt,Plinius, Naturalis historia 16,201. geht wohl darauf zurück, dass Caligula, dessen eigentlicher Name Gaius war, an diesem Ort als erster Spiele veranstaltete und Nero der Anlage eine monumentale Form gab. Von ClaudiusSueton, Claudius 21. und NeroTacitus, Annales 15,44 (online). ist bekannt, dass sie auch persönlich an Wagenrennen teilgenommen haben.Lawrence Richardson Jr.: A new Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1992, S. 298 s.v. Pons Neronianus.
Vom Marsfeld gelangte man über die vada Tarenti zum Circus im ager Vaticanus. alternativtext=Visuelle Darstellung der Arena|mini|Circus Gai et Neronis aus dem Buchdruck „Handbuch der Architektur“ 1837–1919 von Josef Durm
Literatur Jon Albers: Campus Martius. Die urbane Entwicklung des Marsfeldes von der Republik bis zur mittleren Kaiserzeit. Reichert, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-89500-921-1, S. 138 f. Ferdinando Castagnoli: Il circo di Nerone in Vaticano. In: Atti della Pontificia Accademia Romana di Archeologia. Rendiconti. Band 32, 1959–1960, S. 97–121. John H. Humphrey: Roman Circuses. Arenas for Chariot Racing. University of California Press, Berkeley/Batsford, London 1986, ISBN 0-520-04921-7 / ISBN 0-7134-2116-9, S. 547–552. Lawrence Richardson Jr.: A new Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1992, S. 298 s. v. Pons Neronianus
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