Symplocarpus foetidus, wie manche andere Arten auch Stinkkohl () genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Symplocarpus innerhalb der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie wächst in Sumpfgebieten in Nordamerika und gehört zu den Frühblühern.
Trivialnamen Entsprechend ihrem Geruch werden einige Trivialnamen verwendet: Stinktierkohl, aber auch Drachenkraut, Stinkende Drachenwurz oder Kugelkolben; engl.: , , , , , , in Quebec: .
Beschreibung mini|Habitus Vegetative Merkmale Symplocarpus foetidus wächst als vorsommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen bis zu 70 Zentimetern. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient eine unterirdische Knolle mit Durchmessern von bis zu 30 Zentimetern. Die endständige Sprossknospe entspringt einer Schuppe.
Erst nach der Blütezeit werden die Laubblätter ausgebildet. Die Laubblätter sind in Blattscheide, -stiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreite ist 40 bis 55 Zentimeter lang und 30 bis 40 Zentimeter breit.
Generative Merkmale Der Blütenstand hat den typischen Aufbau von Araceae und besteht aus Spatha und Kolben. Die Spatha umhüllt den Kolben und ist 10 bis 15 Zentimeter lang sowie purpurfarben gesprenkelt. Die Blüten sitzen an einem Kolben mit 5 bis 10 Zentimeter Länge. Es sind vier Staubblätter vorhanden
Die harten Samen sind erbsengroß und kugelig.
Ökologie Wenn Pflanzenteile beschädigt werden, verströmen sie einen stechenden Geruch, der dieser Pflanzenart ihren Namen gegeben hat. Die Pflanzenteile sind bei Berührung nicht giftig. Der Aasgeruch der Blüten lockt die bestäubenden Insekten an, vor allem Aasfliegen, Steinfliegen der Familie Nemouridae und Bienen. Der Geruch der Blätter dürfte auch zur Abschreckung von Pflanzenfressern dienen. Symplocarpus foetidus ist bekannt für seine Fähigkeit, Temperaturen bis zu 15–35 °C (27–63 °F) über der umgebenden Temperatur zu erzeugen. Diese Temperaturerhöhung erreicht er durch cyanid-resistente Atmung (einen besonderen, alternativen Elektronentransportweg, der bei Pflanzen und vielen Hefen vorkommt), wodurch sich die Pflanze ihren Weg durch gefrorenen Schlamm und Eis bahnt. Damit gehört er zu einer kleinen Gruppe wärmeerzeugender Pflanzen. Selbst unter winterlichen Bedingungen wird die Pflanze daher erfolgreich von frühen Insekten bestäubt. Vor allem die Aasfliegen dürften zusätzlich durch die Wärme angezogen werden.Graham Rice: The flowering of Symplocarpus. In: The Plantsman, März 2012, S. 54–57 (PDF).
Der Stinkkohl hat kontrahierende Wurzeln, die sich zusammenziehen, nachdem sie in den Boden gewachsen sind und die Pflanze tiefer in den Boden ziehen. Es ist fast unmöglich, eine ältere Pflanze auszugraben.
Die Samen fallen zu Boden und werden durch Tiere oder Überschwemmungen ausgebreitet.
Verbreitung und Gefährdung Symplocarpus foetidus ist in Nordamerika von Nova Scotia und dem südlichen Québec westlich bis Minnesota und südlich bis North Carolina und Tennessee weitverbreitet. In Tennessee gilt Symplocarpus foetidus als „gefährdet“.USDA-Datenblatt.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Dracontium foetidum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 967. Die Neukombination zu Symplocarpus foetidus wurde durch William Paul Crillon Barton in Vegetable Materia Medica of the United States, Band 1, Seite 124 veröffentlicht. Barton hatte den Namen von Richard Anthony Salisbury übernommen. Weitere Synonyme für Symplocarpus foetidus sind: Dracontium foetidum , Spathyema foetida , Pothos foetidus , Ictodes foetidus , Pothos putorii , Spathyema angusta , Spathyema lanceolata , Spathyema latifolia , Symplocarpus foetidus f. variegatus .
Das Artepitheton foetidus bedeutet „stinkend“.
Galerie
Nutzung Im 19. Jahrhundert führte das amerikanische Arzneibuch den „Eastern Skunk Cabbage“ als Droge „dracontium“ auf. Sie wurde in der Behandlung von Atemwegserkrankungen, Nervenleiden, Rheuma und Ödemen eingesetzt. In Nordamerika und Europa wird Skunk Cabbage gelegentlich in Wassergärten angepflanzt. Amerikanische Indianer nutzten Symplocarpus foetidus als Medizin, Gewürz und magisches Amulett. Während Symplocarpus foetidus roh nicht essbar ist, weil die Blätter zu Verbrennungen der Schleimhäute führen können und die Wurzel giftig ist, können getrocknete Blätter in Suppen und Eintöpfen Verwendung finden.Melanie Choukas-Bradley: Wildflower in Focus: . Maryland Native Plant Society.
Einzelnachweise Sue A. Thompson: Araceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Symplocarpus foetidus (Linnaeus) Salisbury ex W. P. C. Barton. – textgleich online wie gedrucktes Werk.
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Kategorie:Aronstabgewächse Kategorie:Araceae