Das Großherzoglich Mecklenburgische Jäger-Bataillon Nr. 14 war ein Infanterieverband der preußischen Armee.

Stamm und Formierung mini|hochkant|Mecklenburger Jäger Das Stamm-Bataillon wurde am 1. Juni 1821 als Leichtes-Infanterie-Bataillon errichtet. Die Errichtung war eine Folge der Schaffung des Bundesheeres. Das Bataillon formierte sich größtenteils aus Abgaben der 4. Kompanie des Grenadier-Garde-Bataillons. In dieser Zeit hatte das Bataillon eine Stärke von 17 Offizieren und 325 Mann, von denen 135 Mann beurlaubt waren. 1823 wurde die 2. Kompanie aufgelöst und auf die verbliebenen beiden Kompanien verteilt. Die Kompanien hatten fortan eine Stärke von jeweils 193 Mann.

1845 wurde das Bataillon um zwei weitere Kompanien vermehrt. Die Vermehrung war auf das Manöver des 10. Bundeskorps und den daraus gewonnenen Erfahrungen im September 1843 zurückzuführen. Das Bataillon umfasste nunmehr die 1. und 4. Jägerkompanie sowie die 2. und 3. Schützenkompanie.

Aus dem Leichten Infanterie Bataillon wurde im Jahr 1850 das „Mecklenburg-Schwerinsche Leichte Bataillon“.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 73. Am 24. Oktober 1857 wurde das Bataillon jedoch aufgelöst. Die Jägerkompanien des leichten Bataillons bildeten folgend den Stamm für das neu zu formierende Jäger-Bataillon.

Das neu gebildete mecklenburgische Jäger-Bataillon gliederte sich in zwei Kompanien und hatte eine Stärke von 351 Mann.

Mit Bildung des Norddeutschen Bundes gingen 1867 grundlegende militärische Umstrukturierungen einher. In diesem Zusammenhang traten die mecklenburgischen Verbände im selben Jahr dem IX. preußischen Armeekorps bei. Das Bataillon wurde nunmehr in die preußische Armee eingegliedert und übernahm deren Nummerierung. Nachfolgend wurde das Bataillon um zwei Kompanien vermehrt und gliederte sich somit wieder aus vier Kompanien. Zusammen mit den anderen mecklenburgischen Regimentern bildete es fortan die mecklenburgische 34. Infanterie-Brigade. Den mecklenburgischen Regimentern und dem Jäger-Bataillon Nr. 14 wurde zudem der Namenszusatz „Großherzoglich Mecklenburgisch“ zugestanden. Ebenso zeigte der Beschlag der Kopfbedeckungen weiterhin das mecklenburgische Landeswappen und die Kokarde die Landesfarben.

Zum 1. Oktober 1867 erhielt das Bataillon die Bezeichnung „Großherzoglich Mecklenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 14“.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 108.

Mecklenburg-Schwerin schloss am 24. Juli 1868 mit Preußen eine weitere Militärkonvention, welche den Übertritt der mecklenburgischen Offiziere in die preußische Armee regelte.Klaus-Ulrich Keubke: Eingereiht nach Rang angetreten, Der Übertritt der mecklenburgischen Offiziere in die preußische Armee 1868. In: Mecklenburg-Magazin. Nr. 21 (1995). Landesverlags- u. Druckgesellschaft, Schwerin, S. 6. Am 11. September 1868 fand daher in Groß Rogahn eine Parade der 17. Division vor König Wilhelm I. statt, die symbolisch den Beitritt der mecklenburgischen Offiziere zur preußischen Armee besiegelte.

Im Jahr 1869 folgten weitere organisatorische Änderungen. So wurde mit Wirkung vom 4. Februar 1869 das Großherzoglich Mecklenburgische Jäger-Bataillon Nr. 14 der „Inspektion der Jäger und Schützen“ unterstellt.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 110. Damit verließ das Bataillon den Verband der 34. Infanterie-Brigade und unterstand nunmehr dem direkten Befehl des General-Kommandos.

1872 wurde eine weitere Militärkonvention mit Preußen geschlossen, die zum 1. Januar 1873 in Kraft trat. In Artikel 9 der Konvention wurde den mecklenburgischen Militäreinheiten auch weiterhin der Namenszusatz „Großherzoglich Mecklenburgisch“ zugestanden.Paul von Schmidt: Der Werdegang des Preußischen Heeres. Verlag von Karl Hermann Düms, Berlin 1903, S. 301.Kurt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 218.

1890 ergab sich die militärische Notwendigkeit der Verlegung des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 14 ins Elsass nach Colmar. Im Zuge der Verlegung trat das Bataillon dem XVI. Armee-Korps bei.

Anfang des neuen Jahrhunderts erfuhr die deutsche Infanterie eine Steigerung der Kampfkraft durch Aufstellung neuer Einheiten und vorgenommener Umstrukturierungen. Zum 1. Oktober 1902Zuteilung gemäß der A. K. O. vom 20. März 1902. wurde dem mecklenburgischen Bataillon die neu errichtete Maschinengewehr-Abteilung Nr. 9 zugeteilt, welche bis zum Herbst 1912 im Verband verblieb und dann aufgelöst wurde.Klaus-Ulrich Keubke, Ralf Mumm: Mecklenburgische Militärgeschichte 1701–1918 (= Schriftenreihe des Ateliers für Historien- und Porträtmalerei. Band 5). Schwerin 2000, S. 70.

Am 1. Oktober 1913 vollzogen sich weitere wichtige Änderungen innerhalb des Bataillonsverbandes. Diese hatten direkten Einfluss auf die Kampfkraft und die Mobilität des Bataillons. An diesem Tag wurden eine Maschinengewehrkompanie und eine Radfahrkompanie aufgestellt. Erstere umfasste vier Offiziere und 71 Mann, welche mit sechs Maschinengewehren ausgerüstet wurden. Die Radfahrkompanie hatte hingegen einen Mannschaftsbestand von drei Offizieren und 113 Mann. Es sollten die letzten größeren Veränderungen in Friedenszeiten bleiben.

Im Zuge der Mobilisierung am 2. August 1914 wurde in Heidelberg eine Ersatzabteilung aufgestellt, welche sich in zwei Kompanien gliederte. Am 15. März 1915 wurde dann die zweite Ersatz-Abteilung in Heidelberg aufgestellt. Die Ersatzabteilungen sollten den zukünftigen Rekrutenbedarf decken. Aus der 1. Ersatz-Abteilung bildete sich schließlich im September 1917 das Ersatz-Bataillon des Jäger-Bataillons Nr. 14. Die 2. Ersatz-Abteilung wurde im Folgemonat aufgelöst, ihr Bestand ging im Ersatz-Bataillon auf.

1915 wurde das Bataillon um eine Radfahrkompanie, eine Maschinengewehrkompanie und eine Minenwerferkompanie vermehrt. Die sich daraus ergebene neue Gliederung hatte bis Kriegsende Bestand.

Garnison Standorte StandortZeitraumSchwerinJuni 1821 bis August 1863LudwigslustAugust 1863 bis Oktober 1867SchwerinOktober 1867 bis April 1890ColmarApril 1890 bis November 1918WismarMärz 1919 bis Auflösung

Quartiershäuser und Kaserne mini|Werder-Kaserne, Quartiershaus Nr. III, dann Mannschaftshaus Nr. III mini|hochkant|Jägerkaserne in Colmar um 1900 Die Soldaten des Bataillons waren in frühen Jahren dezentral untergebracht. Gemeinden und Städte waren per Landesgesetz dazu angehalten den Soldaten gegen Entschädigung Quartiere bereitzustellen. Dies änderte sich erst in den 1860er Jahren, als man sich entschied Quartiershäuser zu errichten. So wurde für die Jäger in der Garnison Ludwigslust 1863 das ehemalige Gebäude des großherzoglichen Lehrerseminars in der Kanalstraße 26 (die heutige Grundschule Fritz Reuter) zum Quartiershaus umgebaut.LHAS Bestand: (5.12-8/1) Nr. 2325, Militärdepartement, Einrichtung einer Infanteriekaserne im Seminargebäude und von Offizierdienstwohnungen in der Kanalstraße in Ludwigslust für das Jäger-Bataillon, Laufzeit: 1858–1867. Das klassizistische Gebäude war im Jahr 1829 unter Leitung von Landbaumeister Georg Groß errichtet worden. Das als Kanalkaserne oder Kaserne III. bezeichnete Gebäude wurde nach dem Weggang der Jäger aus Ludwigslust vom 1. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 17 übernommen.

Wieder nach Schwerin verlegt, bezog das Jägerbataillon 1872 das Quartiershaus III. am Güstrower Tor gegenüber dem Neustädter Friedhof, der heutigen Werderstraße.

1890 musste das Großherzoglich Mecklenburgische Jäger-Bataillon Nr. 14 seine bisherige Garnison in Schwerin verlassen. Von da an garnisonierte das Bataillon in Colmar im Elsass und verblieb dort bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Da die deutschen Truppen das Elsass im November 1918 räumen mussten, wurde dem Bataillon Wismar als neuer Standort zugewiesen. In ihrer neuen Garnison verblieben die Mecklenburger Jäger bis zur Auflösung des Bataillonsverbandes.

Exerzier- und Schießplätze Mitte des 19. Jahrhunderts übten die Jäger auf einem Exerzierplatz nördlich der Schweriner Paulskirche. Dort stand auch ihr Exerzierhaus, welches später nach Ludwigslust verbracht wurde. Ihren Schießplatz, der über zwölf Schießbahnen verfügte, hatten die Jäger im Schweriner Werderholz.

Während ihrer Ludwigsluster Garnisonierung stand den Jägern die sogenannte „Koppel“ als Übungsgelände zur Verfügung. Das Gelände befand sich zwischen dem Patronenhaus, dem alten Forsthaus und dem damaligen Großherzoglichen Küchengarten. Ihre Schwimmausbildung erhielten sie in der am Kanal angelegten Schwimmanstalt, die sich hinter dem erbgroßherzoglichen Marstall befand.

Offizierskasino Wie alle Offiziere der Schweriner Militäreinheiten, nutzten auch die Offiziere des leichten Infanterie-Bataillons bzw. Jäger-Bataillons die 1850 eröffnete Offiziers-Speiseanstalt in der Schloßstraße. Dies blieb so bis zur Verlegung nach Ludwigslust, wo die Jäger-Offiziere ebensolche Räumlichkeiten nutzten. Mit der Rückverlegung nach Schwerin im Jahr 1867, hatten die Offiziere erneut die Möglichkeit in die gemeinsame Offiziersmesse einzukehren. Durch die Vermehrung des Offizierskorps herrschte jedoch zunehmend Platzmangel, so mussten sich die Jäger ab 1868 im Schweriner „Hotel du Nord“ einmieten. Erst 1882 konnte die Schweriner Militärverwaltung für die Jäger ein Haus in Amtsstraße erwerben, in dem folgend das Offizierscasino eingerichtet wurde. Das Casino in der Amtsstraße 7a verblieb bis zur Verlegung der Jäger nach Colmar in der Nutzung des Bataillons.

Einsatzgeschichte Einsatz im Landesinneren 1830/31 Schweriner Münze 1830 Am 18. September 1830 kam es zu teils gewalttätigen Unruhen an der Münze Schwerin. Auf Befehl des Großherzoges Friedrich Franz I. wurde das Leichte Infanterie-Bataillon zur Niederschlagung entsendet,Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 9. welches dann auch mit unverhältnismäßiger Härte unter Einsatz der Schusswaffe vorging. Die Vorgehensweise der Infanteristen führte zu einem Toten und mehreren Verletzten.

Grenzschutz 1831 Um das Einschleppen der Cholera aus Russland zu verhindern, kamen auch Teile des Leichten Infanterie Bataillons an den Grenzen zum Einsatz.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 9 f. Ihr Einsatz sollte von Sommer 1831 bis Januar 1832 andauern, jedoch ohne die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Schleswig-Holsteinische Erhebung 1848

Nach dem Ausmarsch am 14. April 1848 sammelte sich das von Hauptmann Graf von Oeynhausen befehligte kombinierte Detachement des Bataillons – wie auch die anderen mecklenburgischen Truppen – in Rendsburg.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 20 ff. Anschließend nahm das Bataillon im Verband der 3. Infanterie-Brigade (Braunschweig) an den Gefechten und Scharmützeln des Feldzuges teil. Im Juni erhielt das Bataillon nochmals Verstärkungen und wurde ab diesem Zeitpunkt von Oberstleutnant von Nußbaum geführt.Freiherr v. Langermann-Erlenkamp: Geschichte des Großherzoglich Mecklenburgischen Jäger Bataillons Nr. 14. Stillersche Hofbuchhandlung, Schwerin 1881, S. 37. Nach dem Ende der Kampfhandlungen kehrte das Bataillon am 4. September nach Mecklenburg zurück.

Gefechtskalender 24. April – Gefecht bei Billschau Krug 28. und 29. Mai – Gefecht bei Nübel

Einsatz im Landesinneren 1848

Einsätze in Waren u. Torgelow