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1602 erneuerte Heinrich IV., 1589 als erster Bourbone König von Frankreich geworden, den Vertrag von 1582 mit den Eidgenossen seines Vorgängers, dem letzten Valois Heinrich III., über die Schweizer Truppen in französischen Diensten für die Bourbonen um weitere 50 Jahre.

28 Schweizer Truppen dienten den Bourbonen von 1589 bis 1792, die Hugenottenkriege zu beenden, im Spanischen Erbfolgekrieg dem Haus Habsburg den spanischen Thron zu entreissen, die absolute Monarchie als Zentralstaat einzuführen, eine aggressive Expansionspolitik zu betreiben, im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mitzuwirken und das Territorium Frankreichs bis an den Rhein auszudehnen.

1616 entstand mit dem Schweizer Garde-Regiment die zweite stehende Einheit, und ab 1672 wurden auch alle anderen Schweizer Truppen in französischen Diensten zu ständigen Regimentern. 1793 konnten sie die Hinrichtung von Ludwig XVI., dem letzten Bourbonen des «Ancien Régime», nicht verhindern. 1792, bereits ein Jahr vorher, waren die Schweizer Regimenter und die Leibgarde der «Hundertschweizer» von der Nationalversammlung entlassen und das Schweizer Garde-Regiment in den Revolutionswirren fast vollständig aufgerieben worden.

Das Bündnis wurde durch die Bourbonen immer wieder erneuert, auch nach der Revolutions- und der napoleonischen Epoche in der Restaurationszeit. Es machte Frankreich für Jahrhunderte zum wichtigsten Vertragspartner der Eidgenossen und diente auch als Vorlage für die Verträge, die im Verlaufe der Zeit mit anderen, nichtfranzösischen Vertragspartnern abgeschlossen wurden.

Schweizer Truppen in fremden Diensten hiess der von Behörden der Schweizer Eidgenossenschaft mit Staatsverträgen geregelte Solddienst von geführten, ganzen Truppenkörpern im Ausland.

Diese Verträge enthielten ein Kapitel, das die militärischen Angelegenheiten regelte: die sogenannte Kapitulation (oder Privatkapitulation, wenn einer der Vertragspartner ein privater Militärunternehmer war).

Übersicht der Schweizer Truppen in französischen Diensten während der Herrschaft des Hauses Bourbon des Ancien Régime König Heinrich IV. 1589–1610#fraBezeichnungJahr43Hilfskorps Heinrich 1589–159044Hilfskorps Mayenne 1589–159045Hilfskorps Garde 1598–161646Hilfskorps «Ostereierkrieg» 160647Hilfskorps Niederlande 1610König Ludwig XIII. 1610–1643Maria von Medici / Kardinal Richelieu48Hilfskorps Medici 1614–161649Schweizer Garde-Regiment 1616–17921815–183050Hilfskorps Piemont 162951Hilfskorps Lothringen 163052Hilfskorps Veltlin 1635–163653Hilfskorps Lothringen 163554Hilfskorps Flandern 163555Hilfskorps Picardie 1639–164156Hilfskorps Weimar 1639–164857Hilfskorps Richelieu 1641–16481641–16501641–1653

König Ludwig XIV. 1643–1715Anna von Österreich / Kardinal Mazarin#fraBezeichnungJahr58Regiment von Erlach1671–179259Regiment Stuppa, der Ältere1672–179260Regiment von Salis1672–179261Regiment Pfyffer1672–179262Regiment Greder1673–179263Regiment Stuppa, der Jüngere1677–179264Regiment Salis-Soglio1690–179265Regiment de Courten1690–179266Hilfskorps Spanien1702–1715König Ludwig XV. 1715–1774Philippe II. von Orléans / Kardinal Fleury67Marine-Infanterie-Regiment Karrer1719–176368Regiment von Travers1734–179269Regiment Lochmann1752–179270Regiment von Eptingen1758–17920Schweizergarden der Prinzen<br/ >- Compagnie des Suisses de Monsieur<br/ >- Compagnie des Suisses de Monsieur le comte d’Artois1771/1773–1792 König Ludwig XVI. 1774–1793

Steigbügelhalter des Königs in den Hugenottenkriegen von 1589 bis zum Edikt von Nantes 1598 1589, nach der Ermordung des französischen Königs Heinrich III., des letzten Valois, war der Bourbone Heinrich III. von Navarra der Erste Prinz von Geblüt und somit dessen legitimer Nachfolger.

1572 war er König von Navarra geworden, Hochburg und Rückzugsgebiet der Hugenotten. Im selben Jahr heiratete er Margarethe von Valois, die katholische Schwester des amtierenden französischen Königs Karl IX. Dieser Versöhnungsversuch der französischen Königinmutter, Katharina von Medici, zur Überwindung der Glaubensspaltung eskalierte mit der Ermordung des Protestantenführers Admiral Coligny in der Bartholomäusnacht beinahe zum vollständigen Untergang der Hugenotten. Vor die Wahl gestellt, entweder am Galgen oder in der Bastille zu enden, entschied sich Heinrich für den Übertritt zum Katholizismus und wurde zum Staatsgefangenen. Nach drei Jahren gelang ihm die Flucht. Er legte den katholischen Glauben wieder ab und trat an die Spitze der führerlosen Hugenotten, was ihm 1585 die Exkommunikation durch Papst Sixtus V. eintrug.

Gleich erging es 1588 dem französischen König Heinrich III., der den Anführer der antihugenottischen Heiligen Liga und der katholischen Adelsopposition gegen den König, Heinrich von Guise, von seiner Leibgarde hatte ermorden lassen, was letztlich 1589 zu seinem eigenen gewaltsamen Tod führte.

Sein Nachfolger Heinrich IV. war anfangs umstritten, hatte das Gros der grossen Städte und des katholischen Adels gegen sich und wurde vom Grossteil der königlichen Armee verlassen. Die Schweizer seines Vorgängers bildeten nun mehr als die Hälfte seiner Truppen. Er zog sich vor dem kräftemässig deutlich überlegenen Heer der Heiligen Liga unter dem Herzog von Mayenne vorerst an die Atlantikküste zurück.

Nach längeren Kämpfen mit den von den spanischen Habsburgern unterstützten Katholiken konnte er, mit der Hilfe Englands Elisabeth I., der Niederlande und mehrmals mit seinen Schweizer Truppen in der Schlüsselrolle (Schlachten von Arques und bei Ivry), erst 1594, nachdem er sich im Jahr zuvor wieder zum Katholizismus bekannt hatte«Paris vaut bien une messe» (deutsch: Paris ist eine Messe wert). Die Aussage wurde Heinrich IV. von den Protestanten in den Mund gelegt., als König Heinrich IV. von Frankreich und NavarraTitel in Latein: HENRICUS QUARTUS D(EI) G(RATIA) REX FRANCORUM ET NAVARRAE. in Paris einziehen.

Die eidgenössischen Behörden, mit der eigenen Glaubensspaltung beschäftigt, konnten sich lange nicht auf eine gemeinsame Haltung einigen. Die protestantischen Orte waren auf der Seite der Hugenotten und des offiziellen Königs. Die katholischen Orte jedoch schwankten zwischen Heinrich IV. und der Heiligen Liga. Der Kampf von Schweizer Truppen gegeneinander in feindlichen Lagern konnte nur mit Glück vermieden werden, bis sich Heinrich IV. schliesslich durchgesetzt hatte.

Er versöhnte sich sowohl mit dem Oberhaupt der Heiligen Liga als auch mit dem spanischen Königshaus und vereinigte Frankreich durch die Vertreibung des Herzogs von Savoyen aus der Provence sowie die Unterwerfung der Bretagne. Seinem Finanzminister, dem Herzog von Sully, gelang es dann, den französischen Staatshaushalt zu sanieren und Frankreich zu einem bemerkenswerten Aufschwung zu verhelfen.

1598 erliess Heinrich IV. das Edikt von Nantes, das den Hugenotten weitgehende Rechte gewährte. Dies war seine grösste politische Entscheidung und beendete die Hugenottenkriege. 1600 heiratete er Maria von Medici, die damals reichste Erbin des europäischen Kontinents, nachdem seine Ehe mit Margarethe von Valois wegen Kinderlosigkeit (trotz beiderseits zahlreicher Affären!) vom Papst als ungültig erklärt worden war. Im folgenden Jahr kam der Dauphin Ludwig in Fontainebleau zur Welt.

1602 wurde in Solothurn das Bündnis seines Vorgängers für Schweizer Truppen als gegenseitiger Nichtangriffspakt erneuert (ohne Zürich, das dem Bündnis erst 1513 beitrat) und in Paris feierlich beschworen. Der König versprach, die Eidgenossen vorab über Kriegserklärungen und Friedensschlüsse zu informieren und ihren Feinden keinen Durchpass zu gewähren. Die Vertragsdauer war auch auf die Lebenszeit des Dauphins ausgedehnt.

1610 erlag Heinrich IV. in den Strassen von Paris einem Attentat (dem insgesamt achtzehnten Versuch!).

Bezeichnung, Einsatzdauer(43fra) Hilfskorps HeinrichAbbé François Girard: Histoire Abrégée Des Officiers Suisses Qui Se Sont Distingués Aux Service Étranges Dans Des Grades Supérieurs. Tome II., Louis Piller Imprimeur, Fribourg en Suisse 1781.Louis Vuillemin: Geschichte der Eidgenossen während des 16. und 17. Jahrhunderts. Aus dem Französischen, 2. Teil, Orell, Füssli und Compagnie, Zürich 1844.Paul de Vallière, Henry Guisan, Ulrich Wille: Treue und Ehre, Geschichte der Schweizer in fremden Diensten (übersetzt von Walter Sandoz). Les Editions d’art ancien, Lausanne 1940. 1589–1590/1598 Jahr, Vertragspartner 1589, Heinrich IV., basierend auf der Kapitulation seines Vorgängers Heinrich III. im gleichen Jahr:

Die Kompanien waren mit 300 Mann festgelegt worden, davon mindestens 40 Mann mit Büffelkoller (Weste aus schwerem Leder, Vorgängerin der heutigen Sicherheitsweste), 30 Büchsenschützen, 15 Musketiere und 200 Pikeniere. Bestand, Formation Die Reste der fünf Schweizer Truppen seines Vorgängers, in den folgenden Jahren ergänzt mit neuen eidgenössischen Zuzügen: 1590 Regiment Grissach: 1'500 Mann mit 5 Kompanien von 300 Mann (diejenige des Obersten befehligte Sohn Petermann Grissach, eine zweite Hauptmann Wilhelm Tugginer, die dritte Solothurner Kompanie unterstand den Hauptleuten Rudolf Grimm und dem aus Ulm gebürtigen, zwei Jahre zuvor eingebürgerten Abraham Kreuzer. Dazu kamen eine Bündner Kompanie unter Herkules Regett von Thusis und eine aus Appenzell unter Konrad Bildstein, obwohl der Appenzeller Rat alle seine Hauptleute zurückberufen hatteErich Meyer: Balthasar von Grissach († 1602). Glanz und Ruin eines Diplomaten und Söldnerführers. Jahrbuch für Solothurnische Geschichte, Band 67, Nord-West-Druck, Trimbach 1994.); 1590 Regiment Diesbach: 2'100 Mann mit 7 Kompanien von 300 Mann, 1591 um 3 Kompanien erhöht (und durch Bern finanziert!); 1591 Regiment von Lanthen: 1'500 Mann mit 5 Kompanien von 300 Mann. Herkunft Kader, Truppe Aus protestantischen und katholischen Orten der Eidgenossenschaft. Besitzer, Kommandant, Namensgeber1589: 1. Ludwig von Erlach aus Bern, bis 1590; 2. Ludwig Wichser, Landammann von Glarus, bis 1598; 3. Lorenz Aregger, Pannerherr aus Solothurn, bis 1590; 4. Hartmann von Hartmannis aus Parpan, Landammann der Gerichtsgemeinde Churwalden, bis 1590; 5. Kaspar Gallati aus Glarus, bis 1590. 1590: 6. Balthasar von Grissach von Solothurn, bis 1598; 7. Johann Jakob von Diesbach aus Bern, bis 1598. 1591: 8. Johann von Lanthen-Heid aus Freiburg, bis 1598. Einsatz, Ereignisse mini|Lorenz AreggerZentralbibliothek Solothurn Der König verfügte 1589 vorerst an Schweizer Truppen über die Truppenteile, mit denen Nicolas de Harlay de Sancy seinem Vorgänger Heinrich III. aus Savoyen zu Hilfe geeilt war.

Er schickte davon Marschall Jean VI. von Aumont mit Wichser in die Picardie sowie den Herzog von Longueville, Heinrich I., mit Hartmannis in die Champagne aus, um Royalisten zu sammeln.

Mit 7'000 Mann, mehr als die Hälfte davon die restlichen Schweizer unter Marschall von Biron, zog er sich vor Mayennes 30'000 Mann an die Atlantikküste in die Normandie zurück. Dort begann er sofort auf dem Hügel von Arques bei Dieppe die Befestigungen zu verstärken und sich vorzubereiten, vom Meer her allfällige englische Verstärkungen aufzunehmen. Ein Täuschungsmanöver der protestantischen deutschen Landsknechte Mayennes in der Schlacht von Arques 1589, die vorgaben, desertieren zu wollen und von den gutgläubigen Solothurnern Areggers aufgenommen wurden, führte nicht zum Erfolg, allerdings zu grossen Verlusten von Aregger. Ein vom König persönlich geführter Gegenangriff, nach einer Attacke der spanischen Kräfte der Heiligen Liga auf die von Gallati geschützte königliche Artillerie, brachte die Wende. Als dann am Horizont die Unterstützungstruppe der englischen Königin Elisabeth I. auftauchte und Aumont und Longueville mit Verstärkungen aus der Provinz anrückten, brach Mayenne den Kampf ab und zog sich zurück. König Heinrich IV. hatte den ersten Sieg davongetragen und verfügte nun wieder über mehr als 20'000 Mann, war aber nicht in der Lage, seine Truppen zu bezahlen.