Julia Kathrin Marty (* 16. April 1988 in Rothenthurm SZ) ist eine Schweizer Eishockeynationalspielerin, die seit Juni 2025 für die ZSC Lions Frauen in der Schweizer Women’s League spielt. Darüber hinaus hat sie an zehn Weltmeisterschaften und drei Olympischen Winterspielen teilgenommen und dabei je eine Bronzemedaille gewonnen. Ihre Zwillingsschwester Stefanie ist ebenfalls Eishockeyspielerin.

Karriere Julia Marty begann zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Stefanie im Alter von acht Jahren mit dem Eishockeysport beim EHC Wettingen-Baden und spielten dort sowohl für (männliche) Juniorenmannschaften, als auch für die Frauenmannschaft, die Mighty Beavers, in der Leistungsklasse C. 2002 wechselten sie zum DHC Langenthal, für den die beiden in der Leistungsklasse A (LKA) ihr Debüt gaben.

Zwischen 2003 und 2007 spielten die Marty-Zwillinge beim EV Zug, mit dem sie je zweimal Schweizer Meister (2004, 2005) und Vizemeister (2006, 2007) wurden. Dabei entwickelten sie sich zu Führungsspielerinnen ihres Teams und debütierten schon im Alter von 15 Jahren in der Nationalmannschaft. Zusammen mit ihrer Schwester nahm sie an den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin teil.

2007 erhielten die Schwestern Angebote für Sportstipendien mehrerer US-Hochschulen und nahmen letztlich das Angebot der University of New Hampshire, dem mehrfachen Hockey-East-Meister, an. Während ihre Schwester Julia ein Wirtschaftsstudium begann, studierte Julia Behavioral Neuroscience, eine Mischung von Chemie, Biologie und Psychologie. Bei der Weltmeisterschaft 2008 erreichten die Schweizerinnen das Spiel um die Bronzemedaille. Das Spiel ging verloren, doch das Schweizer Team erreichte mit dem vierten Platz die beste Platzierung in seiner Geschichte. Im gleichen Jahr wechselte Julia Marty die Universität und studierte fortan an der Northeastern University, parallel spielte sie weiter Eishockey für das Collegeteam. 2011 beendete sie ihr Studium mit einem Bachelor in Behavioral Neuroscience.

miniatur|links|Julia Marty (hinten) bei der Weltmeisterschaft 2011 2010 nahm sie mit ihrer Schwester an den Olympischen Winterspielen in Vancouver teil. Nach ihrer Zeit im amerikanischen College-Eishockey kehrten die Marty-Zwillinge in die Schweiz zurück und spielten zwei Jahre lang für den SC Reinach in der LKA. Bei der Weltmeisterschaft 2012 gewann sie mit dem Nationalteam überraschend die Bronzemedaille. 2013 beendete sie ihren Master in Sportphysiologie an der ETH Zürich. Zusätzlich begann sie die Vorbereitung auf ihr Lehrdiplom für Sport.

Zur Saison 2013/14 suchten sie eine neue Herausforderung und wechselten zusammen zum Linköping HC in die höchste schwedische Frauenliga, die Riksserien. Den Aufenthalt in Schweden finanzierten die Zwillinge mittels Crowdfunding. Dieser Wechsel diente zudem als optimale Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, bei dem sie mit dem Nationalteam die Bronzemedaille gewannen. Nach diesem Erfolg kehrte Julia Marty in die Schweiz zurück und spielte wieder für den SC Reinach. Parallel studierte sie weiter an der ETH Zürich.

Nach zehn Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen, je einer WM- und Olympia-Bronzemedaille sowie Meistertiteln in der Schweiz gaben die Marty-Zwillinge im August 2015 ihren Rücktritt von ihrer internationalen Eishockeykarriere bekannt. Während Julia Marty ihre Karriere zunächst beendete, spielte Stefanie zwei weitere Saison in der SWHL A für den HC Université Neuchâtel. 2016 kehrte auch Julia Marty aufs Eis zurück und spielte bis 2017 ebenfalls für Neuchâtel.

Anschließend wechselte sie zurück zum SC Reinach, bei dem ihre Schwester Stefanie 2019 Co-Trainerin wurde. Ab 2020 standen die Schwestern wieder gemeinsam bei SCR auf dem Eis, ehe sie 2021 innerhalb der SWHL A zum EV Bomo Thun wechselten. Im Mai 2023 riss sich Marty beim Lacrosse-Spielen ihr Kreuzband im linken Knie und fiel nach zwei Operationen bis November 2024 aus. Zwischenzeitlich war der EV BOMO in den SC Bern integriert worden und Julia lief für die SC Bern Frauen auf, mit denen sie am Saisonende die Schweizer Meisterschaft gewann. Parallel zum Eishockeysport ist Marty seit Sommer 2022 als Sportlehrerin an der Universität St. Gallen tätig.

Seit Juni 2025 steht Julia Marty bei den ZSC Lions Frauen unter Vertrag, bei denen sie als Spielerin und Konditionstrainerin angestellt ist.

Erfolge und Auszeichnungen miniatur|Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2014

2004 Schweizer Meister mit dem EV Zug 2005 Schweizer Meister mit dem EV Zug 2005 Aufstieg in Top-Division bei der Weltmeisterschaft der Division I 2006 Schweizer Vizemeister mit dem EV Zug 2007 Schweizer Vizemeister mit dem EV Zug 2012 Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft 2014 Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2015 Swiss Ice Hockey Woman of the Year 2022 Aufnahme in die Swiss Hockey Hall of Fame 2025 Schweizer Meister mit den SC Bern Frauen

Karrierestatistik Klub-Wettbewerbe Reguläre Saison Play-offs Saison Team Liga Sp T V Pkt SM +/– Sp T V Pkt SM +/– 2002/03 DHC Langenthal Leistungsklasse A 8 4 12 2003/04 EV Zug/Seewen Leistungsklasse A 8 10 18 2004/05 EV Zug Leistungsklasse A 2005/06 EV Zug EWCC 3 2 1 3 0 +1 2005/06 EV Zug Leistungsklasse A 10 5 15 2006/07 EV Zug Leistungsklasse A 6 4 6 10 2007/08 New Hampshire NCAA 31 3 7 10 6 2008/09 Northeastern NCAA 25 4 13 17 18 2009/10 Northeastern NCAA 20 1 6 7 14 2010/11 Northeastern NCAA 37 5 9 14 20 2011/12 SC Reinach Leistungsklasse A 15 8 10 18 22 5 3 5 8 0 2012/13 SC Reinach Leistungsklasse A 13 12 11 23 18 5 2 2 4 4 2013/14 Linköping HC Riksserien 23 3 14 17 10 +29 3 0 1 1 0 +5 2014/15 SC Reinach SWHL A 9 5 8 13 0 4 0 2 2 4 2015/16 inaktiv 2016/17 Neuchâtel Hockey Academy SWHL A 10 7 7 14 4 5 1 2 3 0 2017/18 SC Reinach SWHL A 14 4 8 12 8 4 2 2 4 2 2018/19 SC Reinach SWHL A 12 9 4 13 6 2019/20 SC Reinach SWHL A 16 6 6 12 10 5 5 2 7 2 2020/21 SC Reinach SWHL A 15 4 6 10 10 2021/22 EV Bomo Thun SWHL A 17 4 11 15 8 3 0 1 1 2 2022/23 EV Bomo Thun SWHL A 19 6 7 13 20 9 4 1 5 6 2023/24 SC Bern Frauen SWHL A ohne Einsatz 2024/25 SC Bern Frauen SWHL A 18 4 5 9 2 6 1 1 2 0 2025/26 ZSC Lions Frauen SWHL A

International

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM +/– 2004 Schweiz WM 4 2 0 2 0 −1 2005 Schweiz WM Div. I 5 2 2 4 4 +8 2006 Schweiz Olympia 5 2 1 3 4 −2 2007 Schweiz WM 4 0 1 1 6 −1 2008 Schweiz WM 5 0 2 2 12 0 2009 Schweiz WM 4 0 0 0 0 −2 2010 Schweiz Olympia 5 0 1 1 2 −4 2011 Schweiz WM 5 1 2 3 6 +5 2012 Schweiz WM 6 5 2 7 6 +5 2013 Schweiz WM 5 1 1 2 6 −6 2014 Schweiz Olympia 6 0 0 0 0 −6 2015 Schweiz WM 4 1 2 3 4 0

Weblinks

Julia Marty bei uscho.com Julia Marty bei gonu.com

Einzelnachweise

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