miniatur|300px|Der Kallenturm von der Westseite (ursprg. Stadtinnenseite) Der Kallenturm in Rheinbach ist einer von den ehemals sieben Türmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung.Klaus Fink, Rheinbach unterm Krumstab: Vom Leben in einer kurkölnischen Kleinstadt, Band 2 der Beiträge zur Geschichte der Stadt Rheinbach, Rheinbacher Stadtarchiv, 2005, S. 36 Er befindet sich heute im Stadtzentrum (Anschrift: Kallenturm 8) an der Ecke Löherstraße und Grabenstraße. Die 1820 niedergelegteHeinz Stoob, Erich Keyser (Hrsg.), Deutsches Städtebuch: Handbuch städtischer Geschichte, Band 3, Teil 3, Kohlhammer, 1939, S. 361 Rheinbacher Stadtmauer verfügte neben dem rechteckigen Kallenturm über zwei runde Volltürme (beide ebenfalls erhalten: Hexenturm und Wasemer Turm) und vier zwischenzeitlich abgerissene halbrunde Türme.

Geschichte Der auf rechteckigem Grundriss ausgeführte Turm wurde vermutlich im ausgehenden 13. Jahrhundert errichtet. Aus der damaligen Stadtmauer herausragend, trägt er seit dem Jahr 1604 den Namen Kallenturm, vorher (jedenfalls seit 1501) wurde er als Pfaffenturm („Paffen thorn“) bezeichnet – vielleicht begründet durch die Lage am Fronhof der Abtei Prüm. Der Turm sicherte den Durchlass des Mühlenbaches durch die Stadtmauer, worauf der spätere Name hinweist: Kalle, ein Ausdruck für eine Gewässerrinne.Heinz Stoob, Erich Keyser (Hrsg.), Deutsches Städtebuch: Handbuch städtischer Geschichte, Band 3, Teil 3, Kohlhammer, 1939, S. 175Ein Rundgang durch Rheinbach, zweiseitiger Folder der Stadt Rheinbach, Stadtarchiv (Hrsg.), Eifel- und Heimatverein und Stadt Rheinbach (Red), Dieter Deindörfer (Grafik), Rheinbach 2011 Neben der Verteidigungsfunktion wurde der Kallenturm auch als Gefängnis und zu Wohnzwecken verwendet. des Georgsrings e.V., Verein zur Förderung der Georgspfadfinderschaft in Rheinbach

Ursprünglich verfügte der aus Bruchstein errichtete Turm über einem Keller mit einem hochliegenden Erdgeschoss, einem gedeckten Obergeschoss und einem ungedeckten und mit einer Brustwehr versehenen, weiteren Geschoss. Im Geschoss des ersten Stocks waren Schießscharten in Form von Schlüsselscharten (Anmutung umgekehrter Schlüssellöcher) eingemauert, der Zugang erfolgte über eine Außentreppe. Etwa zur Wende zum 17. Jahrhundert erfolgte ein Ausbau des obersten Geschosses und das Aufsetzen eines Walmdaches. Dieses Geschoss erhielt schlitzartige Schießscharten. Im Jahr 1852 wurde dann ein viertes (Ziegel-)Stockwerk aufgesetzt, außerdem wurde der Turm um einen ebenfalls aus Ziegeln gemauerten Anbau zu seinem heutigen Grundriss erweitert. Etwa ab der Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Turm als Polizeistation genutzt, wobei auch hier einige Räume des Turmes als Gefängniszellen verwendet wurden. Seit 1969 pachtet der Betreiberverein der Rheinbacher St. Georgspfadfinder (Georgsring e.V.) den Turm als Heimstätte der Organisation. In den Jahren 1970 und 2009/2010 wurden erhebliche Restaurierungsarbeiten an dem Gebäude durchgeführt.Volker Jost, Kallenturm: Fuge für Fuge wird ausgebessert, 13. August 2009, Kölnische Rundschau (online)

Der Kallenturm steht unter Denkmalschutz.Denkmalliste nach § 3 Abs. 6 DSchG

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Rheinbach

Einzelnachweise

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