mini|Gustav Adolf Bredow, fotografiert von Hubert Lill, um 1914 Gustav Adolf Bredow (* 22. August 1875 in Krefeld; † 23. April 1950 in StuttgartTodesdatum und -ort nach: Karlheinz Fuchs (Hrsg.): Silber aus Heilbronn für die Welt. P. Bruckmann & Söhne (1805–1973). (Ausstellungskatalog der Städtischen Museen Heilbronn) Heilbronn 2001, ISBN 3-930811-90-1, S. 219.) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur.
Leben Gustav Adolf Bredow studierte ab 1892 an der Kunstakademie Düsseldorf und arbeitete dort im Atelier von Clemens Buscher sowie in verschiedenen anderen Ateliers und Werkstätten in Norddeutschland. 1897 ließ er sich in Stuttgart nieder. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte war sakrale Plastik. Er wurde mit dem Ehrentitel eines Professors ausgezeichnet.
1914 hielt Bredow sich einige Monate in Buenos Aires auf. Während des Ersten Weltkriegs (möglicherweise auf der Rückreise aus Südamerika) geriet er in britische Kriegsgefangenschaft auf der Isle of Man. Im dortigen Internierungslager richtete Bredow eine Zeichenschule ein, in der der Maler Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg einer seiner Schüler wurde.Gabriele Morgenroth: Der „malende Bauer“. Neue Monografie zum Werk des Malers Franz Sales Gebhardt-Westerbuchberg auf der Seite heimatzeitung.de für Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land, online-Lokalausgabe der Passauer Neuen Presse vom 16. Juli 2011, zuletzt abgerufen am 28. April 2016.
Trotz des allgemeinen Rückgangs des plastischem Bauschmucks in der Architektur der 1920er Jahre war er auch in dieser Zeit weiterhin erfolgreich, so ist z. B. seine Teilnahme an der Deutschen Kunstausstellung 1930 im Münchner Glaspalast belegt.Kunstausstellung im Münchner Glaspalast, 1930 mit Aufzählung der teilnehmenden Künstler, abgerufen am 18. Juni 2017. Von 1939 bis 1944 war er auf allen Großen Deutschen Kunstausstellungen in München mit insgesamt elf Arbeiten vertreten, von denen Goebbels 1944 die Metall-Plastik Brunnenputte für 4000 RM erwarb. Bredow wurde als wichtiger bildender Künstler des NS-Staats in die der Gottbegnadeten-Liste aufgenommen.
Werk (Auswahl) mini|alt=Däumling, auf Schnecke reitend, Bronzeskulptur, 24 cm, um 1930, Privatbesitz|Däumling, auf Schnecke reitend, Bronzeskulptur, 21 cm, um 1930, Privatbesitz1908: Bauplastik an der Neuen Villa Haux in Ebingenerwähnt bei 1909: Bauplastik am Schauspielhaus in Stuttgart 1910: Wettbewerbsentwurf für einen Monumentalbrunnen in Buenos Aires (prämiert mit dem 1. Preis in Höhe von 8.000 Mark); Der Brunnen-Entwurf wurde einige Jahre später ausgeführt, die gesamte Anlage der Plaza Alemania jedoch erst 1964 vollendet.Deutscher Brunnen auf der Plaza Alemania in Buenos Aires auf buenosairescityguide.com zuletzt abgerufen am 1. Dezember 2017 (englisch). vor 1911: Skulptur einer Mutter mit ihrem trauernden Sohn als Grabmal der Familie Schiedmayer auf dem Stuttgarter Pragfriedhof, Abteilung 6 vor 1911: Grabmal der Familie Marschall in Neresheim 1911: Bauplastik am Linden-Museum in Stuttgart um 1910/1913: Relief Mutter mit zwei Kindern (Kupfertreibarbeit) am Eingang zum Großen Festsaal im Neuen Rathaus in Hannover(von dem hannoverschen Bauhistoriker Klaus Dieckmann als Verkörperung der „werktätigen Liebe“ bzw. Allegorie auf die Fürsorge der Landeshauptstadt für ihre Bürger interpretiert)Karin Ehrich: Hannovers Frauen und das Neue Rathaus. In: Cornelia Regin (Hrsg.): Pracht und Macht. Festschrift zum 100. Jahrestag der Einweihung des Neuen Rathauses in Hannover. (= Hannoversche Studien, Band 14.) Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2013, ISBN 978-3-7752-4964-5, S. 381–408, hierzu v. a. S. 404. vor 1914: Bergpredigt-Relief für die Matthäuskirche in StuttgartMax Diez, Julius Baum: Stuttgarter Kunst der Gegenwart. Stuttgart 1913, S. 294. (Wiedergabe des Abschnitts Andere nach Stuttgart gezogene Künstler auf der privaten Homepage von Silvio Hoffmann, zuletzt abgerufen am 1. Dezember 2017) vor 1914: Grabmal der Familie Pflaum auf dem Stuttgarter Pragfriedhof nach 1918: Gefallenen-Ehrenmal auf dem Friedhof in Zuffenhausen bei Stuttgart auf www.stuttgart.de, abgerufen am 18. Juni 2017 1919: Skulptur Duitse dame (Deutsche Frau) als Grabmal für die während des Ersten Weltkriegs in der niederländischen Internierung verstorbenen deutschen Staatsbürger auf dem Allgemeinen Friedhof Crooswijk in Rotterdam 1923: Mercuriusfontein (Merkur-Brunnen) in Leeuwarden um 1925: vier Figuren und ornamentaler Schmuck an der Südfassade der Reichsbank-Hauptstelle StuttgartDeutsche Bundesbank (Hrsg.), Iris Cramer, Sabine Muschler: Architektur und Kunst. Deutsche Bundesbank Hauptverwaltung in Baden-Württemberg. Frankfurt am Main 2013, S. 3. ( PDF) um 1930: Däumling, auf Schnecke reitend, Bronzeskulptur, Privatbesitz 1934: Akt, Porzellanfigur der Firma Rosenthal 1939: Bronzebüste Johannes Kepler im Kepler-Museum Weil der Stadt
Literatur „Practicus“: G. A. Bredow. In: Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins. Jahrgang 1902, S. 14 f. H. Tafel: Gustav Adolf Bredow. In: Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins. Jahrgang 1908/1909, S. 201–204
Martin Heidemann: Medaillenkunst in Deutschland von 1895 bis 1914 ( = Die Kunstmedaille in Deutschland. Band 8, zugleich Dissertation, Universität Münster 1994, unter dem Titel Studien zur sogenannten Wiederbelebung der Medaillenkunst in Deutschland um die Jahrhundertwende) hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst (DGMK) und den Staatlichen Museen zu Berlin, Münzkabinett, Berlin 1998, S. 491.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Stuttgart) Kategorie:Medailleur Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Briten Kategorie:Kunstlehrer Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1875 Kategorie:Gestorben 1950 Kategorie:Mann