Ein Hämatokolpos (von und ) bedeutet, dass die Vagina mit Blut (meist durch die Menstruation) gefüllt ist. Reicht der Blutrückstau bis in das Lumen der Gebärmutter, spricht man von einer Hämatometra oder einem Hämatometrokolpos.W. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266., aktualisierte Auflage, de Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-033997-0, S. 634.

Ursache Zugrunde liegt ein Verschluss der Scheide durch eine Hymenalatresie oder seltener eine Vaginalmembran, eine Form einer Gynatresie. Eine Assoziation besteht mit dem Robinow-Syndrom, dem Uterus didelphys oder Duplikaturen der Vagina und/oder der Gebärmutter.

Diagnose Diese Aufweitung kann als Tumor im Unterbauch tast- oder gar sichtbar werden. Die Diagnose wird meistens mittels Ultraschalluntersuchung gestellt.

Differentialdiagnose Abzugrenzen sind andere (eingeblutete) Raumforderungen des Unterbauches oder eine Eiteransammlung in der Vagina (Pyokolpos).

Therapie Die Behandlung besteht in operativer Durchtrennung des Hymens oder der verlegenden Membran.

Literatur Marcel Bettex (Hrsg.), Max Grob (Begr.), D. Berger (Bearb.), N. Genton, M. Stockmann: Kinderchirurgie. Diagnostik, Indikation, Therapie, Prognose. 2., neubearbeitete Auflage. Thieme, Stuttgart/New York 1982, ISBN 3-13-338102-4, S. 8.219. A. Sigel, R.-H. Ringert (Hrsg.): Kinderurologie. 2. Auflage. Springer, Berlin 2001, ISBN 3-662-08081-8 (Print), ISBN 978-3-662-08080-1 (E-Book), S. 497.

Einzelnachweise

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