mini|Eine Illustration des Patupaiarehe von V. Deroles, 1925. mini|Dichte, nebelverhangene Wälder Neuseelands – Heimat der , auch geschrieben, sind in der Mythologie der Māori, der Ureinwohner Neuseelands, feenartige, meist furchteinflößende Geistwesen, die in geheimen, befestigten Dörfern meist in Bergwäldern leben. Verschiedene Maori-Stämmen haben unterschiedliche Namen für diese Wesen und berichten von deren nächtlichem Erscheinen in bestimmten Regionen der Nord- und Südinsel von Neuseeland.
Beschreibung können in der Vorstellung der Maori unterschiedliche Größen haben,In Erzählungen werden sie als klein, von normaler Größe oder auch größer als Menschen beschrieben. sind hellhäutig und haben häufig lange, rote Haare, besitzen aber kein (Stammestätowierung). Da sie sich ausschließlich von rohem Fleisch oder Fisch ernähren, wurden für sie von den Maori, um sie friedlich zu stimmen, Fische oder Fleisch als Gaben in den Wäldern abgelegt.
Sie sollen jede Form von Helligkeit scheuen und die Wälder vorwiegend nachts durchstreifen oder an Tagen mit dichtem Nebel, wenn man gelegentlich ihren lieblichen Gesang und ihr Spiel auf den Flöten und hören kann, für das besonders junge Frauen empfänglich sein sollen. Diese sollen dann dadurch in die geheimen Dörfer gelockt werden und mit den Mischlingskinder haben, die „“ genannt werden. Auch Männer können demnach von -Frauen in die Wälder gelockt werden, aus denen sie nicht mehr zurückkehren und den Rest ihres Lebens in einer Art schlafwandlerischen Zustand verbringen.
Einige werden als freundlich und hilfreich beschrieben, andere dringen in feindseliger Absicht nachts sogar in die Schlafhäuser der Menschen ein und versetzen sie in ein Koma oder töten sie. Erwehren kann man sich ihrer nur durch gekochte Nahrung, Asche und Feuer sowie roten Ocker (). Varianten dieser „Waffen“ tauchen in vielen -Geschichten auf.
Benennungen Die Benennung von Sagengestalten und ihre Beschreibung durch die Maori ist nicht einheitlich, da die Sagen der verschiedenen Stämme traditionell mündlich überliefert wurden. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann George Edward Grey mit der Sammlung von niedergeschriebenen Geschichten, aber es dauerte noch mehr als vierzig Jahre, bis die ersten gedruckten Legendensammlungen erschienen.
Regionale Benennungen oder gleichbedeutend für Victoria University of Wellington (Dictionary of the Maori Language, Buchstabe P): Patupaiarehe, paiarehe, patuparehe, parehe. sind: , , Nanakia, , , (), , , , ,Victoria University of Wellington: Maori Religion and Mythology Part 2: Mythical Denizens of Forests and Mountains oder Kerry R. Bolton: Enigma of the Ngati Hotu, Antrocom Online Journal of Anthropology, 2010, Band 6, Nr. 2. ( ‚Rotschöpfe‘).
Teilweise haben die Erzählungen über Übereinstimmungen mit denen über Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand: Patupaiarehe und Ponaturi (Feen des MeeresFreie Übersetzung der englischen Bezeichnungen sea fairies, stone people und ferocious forrest creatures.), Porotai (Steinmenschen, d. h. halb Mensch, halb Stein) und Maero (wilde Waldkreaturen).
Vorkommen Da die Maori ihre Erzählungen häufig mit sehr genauen geografischen Angaben verbinden, werden in den Sagen über auch bestimmte Gebiete immer wieder erwähnt.
Auf der Nordinsel sind dies hauptsächlich die Plains, im Thames-Coromandel District das Gebiet zwischen Cape Colville und dem Mount , die Hügel um , die Bergwälder des Gebiets des und im District die Wälder der .
In den Sagen der Südinsel geistern sie hauptsächlich in den Hügeln um Lyttelton Harbour und , in den Mountains und in den Hügeln zwischen dem River und dem / .
Herkunft mini|Der von Tama-o-hoi gespaltene Mount Tarawera Über die Herkunft der gibt es verschiedene Geschichten: Einmal sind sie mit dem , einem großen, seegängigen mythologischen Kanu, in Neuseeland eingetroffen. Ein anderes Mal wurden sie von , einer mythologischen Gestalt der Maori aus der Frühzeit der Besiedlung Neuseelands, auf den Berghöhen abgesetzt und eine weitere Version ist, dass sie Abkömmlinge von , einem archaischen Zauberer, seien, der so mächtig war, dass er den Mount spaltete. Eine ethnologische Erklärung ist, dass sie mit real existierenden, kämpferischen Stämmen wie beispielsweise den hellhäutigen oder anderen, sehr frühen Ureinwohnern von Neuseeland gleichgesetzt wurden.Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand: Story: First peoples in Maori tradition – Patupaiarehe, tūrehu and other inhabitants
Sagen Um die Rolle der in Maori-Legenden zu veranschaulichen, folgen Zusammenfassungen von zwei Sagen.
Die Patupaiarehe der Tākitimu Mountains mini|links|Lake mini| Mountains Der Jäger Hautapu, der am Ufer des Lake Manapouri lebte, stellte seine Vogelfallen in den Mountains auf, als er im Unterholz etwas weiß leuchten sah. Er stürzte sich darauf und fing eine wunderschöne, hellhäutige Frau mit roten Haaren, die ihm ihren Namen – – verriet. Hautapu malte sich aus, wie er sie zur Frau nehmen würde, denn sie war schöner als alle anderen Frauen in seinem Dorf, und wie er schöne und starke Kinder mit ihr hätte. Da er aber wusste, dass man sich vor den hüten muss, wollte er sie mit dem -Ritus,Victoria University of Wellington (Fairy Folk Tales of the Maori): Chapter XIV — The Fairy Woman of Takitimu Mountain. einem Feuerzauber, den Mann und Frau gemeinsam ausführen, auf die Probe stellen. Als er sie zwang, mit ihm Feuer zu machen, erschrak sie sich, der Rauch und die Funken verwundeten sie – und floh.
Den ganzen Tag suchte Hautapu nach ihr, konnte sie aber nicht mehr finden. Er verbrachte noch die Nacht in den Bergen und kehrte erst am Morgen in Regen und Nebel müde und geschunden in sein Dorf zurück.
Er sah Kaiheraki nie wieder, aber man sagt, dass ihr Geist immer noch durch die Tākitimu Mountains schweift.A. W. Reed (revised by R. Calman): Favourite Māori Legends. Libro International (2013), S. 37–50.
Kaumariki Von seinen Vorfahren hatte den berühmten Fischhaken geerbt, den Kaumariki und seine Freunde und eines Nachts stahlen. Da sie s Rache fürchteten, flüchteten sie noch in der Nacht mit einem Kanu übers Meer. Nach vier Tagen erreichten sie eine kleine Insel, bei der sie mit dem Fischhaken gute Beute machten. Als es dunkel wurde, hüllten sich und in ihre Umhänge, bedeckten sich mit warmen Sand und schliefen am Strand. entzündete jedoch einen Kreis aus Feuerholz und schlief in dessen Mitte.
In der Nacht weckten die Schreie seiner Freunde und sah mit Schrecken, wie sie von bleichen, rothaarigen, krallenbewehrten getötet und gefressen wurden. Nur durch den Feuerkreis konnte er sich selber vor den Angreifern schützen. Erst im Morgengrauen ließen sie von ihm ab und kehrte in sein Heimatdorf zurück. Dort angekommen, gab er den magischen zurück, bedauerte seinen Diebstahl und beschwor den Stamm, ihm zu helfen, seine toten Freunde zu rächen. Wegen der Umstände vergab man ihm, und dachte sich eine List aus. Mit Ausrüstung und sechs Kanus fuhren die Krieger zur kleinen Insel und bauten dort ein Schlafhaus.
Nachts kamen wie erwartet die und griffen die vermeintlich Schlafenden an. Es waren aber nur verkleidete Holzstämme und als alle im Schlafhaus waren, drehte je ein Krieger in einer der vier Ecken eine große, vorher abgeschirmte Öllampe um. In der Helligkeit verloren die Ponaturi die Orientierung, die vier Krieger verließen das Schlafhaus, verriegelte die Tür man zündete trockenes Gebüsch an den Schlafhauswänden an, wodurch alle verbrannten.
So rächte den Tod seiner Freunde und .
Öffentliche Wahrnehmung mini|Das Reef reicht halb ins Meer hinein. Die Postbehörde von Neuseeland hat im Jahr 2000 einen Briefmarkensatz (sechs Werte: Araiteuru (40 Cents), (80 Cents), & (1,10 NZ$), (1,20 NZ$), (1,50 NZ$), (1,80 NZ$)) zu Sagengestalten der Maori herausgebracht,New Zealand Post: Spirits And Guardians To Watch Over Post. worunter auch die zu finden sind.
Im Coyle Park in Auckland befindet sich ein von Tim Codyre 2009 geschnitzter Bogen,Auckland: Skulptur von Tim Codyre der die Sage der Entstehung der Steinbrücke bildlich nachempfindet: lebten einst im Waldgebiet um . Eines Nachts kämpften dort zwei Gruppen miteinander und die Kämpfer der schwächeren Gruppe versuchten, über das Meer zu entkommen, indem sie eine Steinbrücke bauten. Aber ehe sie fertig wurden, wurden sie von der aufgehenden Sonne überrascht und versteinerten im Licht.Lebendes Erbe: Die Sage von Video der von Tim Codyre geschaffenen Patupaiarehe-Skulptur
Māori Television, ein neuseeländischer Fernsehsender in maorischer Sprache, hat ein Programm namens – Explaining the mystery behind the Maori spiritual world in dem auch die behandelt wurden.New Zealand Film and TV: WAIRUA – Explaining the mystery behind the Māori spiritual world.
Literatur Florence Myrtle Matthews Keene: O Te Raki: Maori Legends of the North. Paul’s Book Arcade (1963) Margaret Orbell: A Concise Encyclopedia of Maori Myth and Legend. Canterbury University Press 1998, ISBN 978-0-908812-56-1. Kerry Raymond Bolton: Legends of the Patupaiarehe: New Zealand’s White Fey Folk. Renaissance Press (2004) A. W. Reed (revised by R. Calman): Favourite Māori Legends. Libro International 2013, ISBN 978-1-877514-56-2.
Weblinks Te Ara – The Encyclopedia of New Zealand: Patupaiarehe Victoria University of Wellington (Legends of the Maori): Chapter XI. The Fairy Foresters. — Tales of the Maero and Patu-Paiarehe (engl.)
Einzelnachweise
Kategorie:Mythologie der Māori Kategorie:Fabelwesen Kategorie:Geistwesen