Haik Thomas Porada (* 1972 in Greifswald) ist ein deutscher Historiker und Hochschullehrer.

Leben Haik Porada ist in der vorpommerschen Kreisstadt Grimmen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Sein frühes Interesse an der Geschichte führte ihn bereits als Schüler in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre als Gasthörer an die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. In diesen Jahren nahm er auch unter Leitung von Peter Herfert an den Ausgrabungen des slawischen Seehandelsplatzes in Ralswiek auf der Insel Rügen teil.Nils Jörn: Laudatio für den Preisträger des Pommerschen Kulturpreises 2018 Haik Thomas Porada. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. 56. Jg., Heft 4/2018, S. 26–30, hier S. 27.

Er gehörte 1989/90 der überparteilichen Bürgerbewegung Aktionsausschuß Vorpommern an, aus der am 28. März 1990 der im Sinne des Parteiengesetzes bei der Volkskammer der DDR registrierte Landesverband Vorpommern (LVP) hervorging.Vorpommern Flyer des Landesverbandes Vorpommern (LVP)., auf zvab.com, abgerufen am 17. Juli 2020. Im LVP war er bis 1991 als Stellvertreter des Präsidenten für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nach den ersten freien Kommunalwahlen in der DDR im Mai 1990 oblag ihm die Protokollführung beim Kreis- und Städtetag Vorpommern, der vom Greifswalder Oberbürgermeister Reinhard Glöckner geleitet wurde.Haik Thomas Porada: Was bleibt von Pommern? Erfahrungen und Perspektiven aus mehr als drei Jahrzehnten. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. 56. Jg., Heft 4/2018, S. 30–35, hier S. 32 f.

Ab 1991 absolvierte er als Stipendiat der Studentenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung ein Magisterstudium der Geschichte, Skandinavistik und Geographie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, der Philipps-Universität Marburg und der Universität Stockholm. Im September 1993 war er außerdem Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts in Rom. 1997 arbeitete er als Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte/Hansegeschichte der Universität Greifswald für ein europäisches Projekt zur Digitalisierung und Erforschung der Karten der Schwedischen Landesaufnahme von Pommern (1692–1709) in dänischen, deutschen und schwedischen Archiven und Bibliotheken. Von 1996 bis 1999 war er gemeinsam mit Horst Wernicke und Dirk Schleinert als Berater der Aufbauleitung des Pommerschen Landesmuseums für die Teilkonzeption „Mittelalter“ der Dauerausstellung tätig und in dieser Zeit auch für die Vorbereitung eines Drittmittelantrages für die Teilkonzeption „Natur- und Landeskunde“ verantwortlich.Jens E. Olesen (Hrsg.): Das Historische Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Forschung und Lehre 1998–2000. Greifswald 2001, S. 18, 101 und 109. Zuletzt abgerufen am 5. April 2020 unter https://www.yumpu.com/de/document/read/5228710/i-vorwort-5-ii-mitarbeiter-7-iii-studium-und-lehre-13-iv- Von 1998 bis 2001 erhielt er ein Stipendium der Graduiertenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung. 2001 wechselte er in Greifswald an den Lehrstuhl für Nordische Geschichte, um im Rahmen eines deutsch-polnischen Kooperationsprojekts ein sachthematisches Archivinventar über die Bestände mit nordischen, baltischen und schwedisch-pommerschen Bezügen im Staatsarchiv Stettin zu erarbeiten.Ergebnis: Pommern, Skandinavien und das Baltikum. Sachthematisches Archivinventar zu den frühneuzeitlichen Beständen an Nordica, Baltica und Sueco-Pomeranica im Staatsarchiv Stettin, Verlagsanzeige.

In dieser Zeit war er im Auftrag der Schwedischen Botschaft in Berlin als Redakteur für die Internetpräsenz „Schwedenstraße“ zuständig, die gemeinsam mit den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie mehreren Kommunen und Institutionen, u. a. dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald, über einige Jahre betrieben wurde.Mitgliederverzeichnis M-R, auf hiko-pommern.de, abgerufen am 20. Juli 2020 Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte organisierte er gemeinsam mit mehreren Kollegen 1998 auf Schloss Griebenow bei Greifswald eine gut besuchte Vortragsreihe mit dem Titel „750 Jahre Griebenow“ und eine Ausstellung zum Thema „Griebenow in Schwedisch-Pommern“. Im gleichen Jahr arbeitete er an der Ausstellung „Die Alten Schweden. Zur Schwedenzeit in Deutschland“ im Stadtgeschichtlichen Museum „Schabbellhaus“ und der Nikolaikirche in Wismar sowie der zugehörigen Begleitpublikation mit.Norbert Buske (Hrsg.): 35 Jahre Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte. (=Beiträge zur pommerschen Landes-, Kirchen- und Kunstgeschichte, Band 9). Schwerin 2008, S. 76–78.

Nachdem Porada bereits 1990 Mitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e. V. geworden war, gehörte er von 2002 bis 2007 ihrem Vorstand als Beisitzer an.Stadtgeschichtliches Museum Wismar (Hrsg.): Schwedenzeit. Rostock, Wismar 1998. Von 1998 bis 2007 war er als Rezensionsschriftleiter der von diesem Verein herausgegebenen „Baltischen Studien. Pommersche Jahrbücher für Landesgeschichte“ tätig, in dieser Funktion seit 2001 auch Mitglied der Schriftleitung. 2000 leitete er die Gründungsversammlung des Pommerschen Greif e. V. (Verein für pommersche Familien- und Ortsgeschichte).Historiker Porada erhält Pommerschen Kulturpreis, auf blog.pommerscher-greif.de, abgerufen am 6. April 2020 Von 2000 bis 2007 zeichnete er als Redaktionsmitglied für „Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte“ verantwortlich.Über die Zeitschrift, auf zsp.pommerscher-greif.de, abgerufen am 12. Mai 2020 1999 war er zum Beisitzer im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte e. V. mit der Funktion eines ehrenamtlichen Kurators für die kirchlichen Archive im Bereich der Pommerschen Evangelischen Kirche berufen worden.Interview von Nicole Kiesewetter für die Pommersche Kirchenzeitung. Evangelisches Wochenblatt für Mecklenburg-Vorpommern, Ausgabe vom 12. November 2000 (3. Jg., Nr. 46), S. 7. Ein Jahr später wurde er zum Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft ernannt, 2003 zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt übte er bis 2013 aus. 2008/09 war er amtierender Vorsitzender des Vereins, den er von 2005 bis 2012 im Arbeitskreis Deutsche Landeskirchengeschichte, dem Leitungsgremium des Dachverbandes der landeskirchengeschichtlichen Arbeitsgemeinschaften im deutschsprachigen Raum, vertrat. Seit 2007 gehört der dem Redaktionsbeirat der „Zeitschrift für mitteldeutsche Familiengeschichte“ an,Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte (ZMFG), auf amf-verein.de, abgerufen am 30. Juni 2020. seit 2017 dem Wissenschaftlichen Beirat der Redaktion der vom Lehrstuhl für Archivwissenschaft am Historisch-Archivalischen Institut der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Thorn herausgegebenen Zeitschrift „Archiwa – Kancelarie – Zbiory“., auf apcz.umk.pl, abgerufen am 24. März 2020 2011 erfolgte seine Wahl in den Beirat der Stiftung Mitteldeutscher Kulturrat, 2012–2015 in deren Stiftungsrat als Ratsmitglied für das Herkunftsgebiet Sachsen und 2015–2018 für das Herkunftsgebiet Mecklenburg-Vorpommern.Tätigkeitsbericht der Stiftung mitteldeutscher Kulturrat 2015, auf stiftung-mkr.de (siehe auch die gedruckten Tätigkeitsberichte der Stiftung für 2011 und 2012), abgerufen am 20. März 2020

In den Jahren 1997 bis 2002 hat er an Lehrveranstaltungen zur interdisziplinären Kulturlandschaftsanalyse und Historischen Geographie mitgewirkt, die auf Initiative von Horst Wernicke und Michael Succow von der Greifswalder Universität fakultätsübergreifend in Zusammenarbeit mit den Universitäten Stockholm und Stettin organisiert worden sind.Gerd Albrecht u. a.: Dämme, Pässe, Brücken, Schanzen und eine Heerstraße. Zur Rekonstruktion mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Infrastruktur in einer norddeutschen Grenzlandschaft. In: Matthias Hardt et al. (Hrsg.): Orte und Landschaften der Mobilität (Siedlungsforschung. Archäologie, Geschichte, Geographie, Band 36). Bonn 2019, S. 99–152, hier S. 102 f. Seit 2002 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig, dem einzigen außeruniversitären Forschungsinstitut für Geographie in der Bundesrepublik Deutschland. Dort leitet er mit der „Landeskundlichen Bestandsaufnahme ausgewählter Kulturlandschaften in Deutschland“ ein Langzeitvorhaben im Bereich der geographischen Forschung und des Wissenstransfers.Projekt-Info Landeskundliche Bestandsaufnahme, auf leibniz-ifl.de, abgerufen am 23. April 2020 Im Rahmen einer Kooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Länderkunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig obliegt ihm die Leitung der Redaktion der Buchreihe „Landschaften in Deutschland“, die 1957 unter dem Titel „Werte der deutschen Heimat“ begründet worden war und zu der seit 2015 ein ergänzender Online-Auftritt mit thematischen Vertiefungen und Exkursionsangeboten gehört.Landschaften in Deutschland, auf saw-leipzig.de, abgerufen am 23. April 2020 2002 erfolgte seine Berufung in die Kommission für Landeskunde der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.Haik Thomas Porada, Prof. Dr., auf saw-leipzig.de, abgerufen am 23. April 2020 Seit 2003 vertritt er das Leibniz-Institut für Länderkunde als Sachverständiger in der Kommission für kommunale Namen beim Innenminister des Freistaates Sachsen. 2007 wurde er von seinem Institut als Mitglied in den Arbeitsausschuss Länderzeichen des Normenausschusses Information und Dokumentation (NID) des Deutschen Instituts für Normung (DIN) zur Beratung der Bundes- und Landesministerien entsandt. 2008 erfolgte seine Berufung als Korrespondierendes Mitglied in die Deutsche Akademie für Landeskunde. 2015 wurde er als Beisitzer in den Vorstand des Arbeitskreises für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (ARKUM e. V.) gewählt.Prof. Dr. Haik Thomas Porada, auf uni-bamberg.de, abgerufen am 15. April 2020, auf kulturlandschaft.org abgerufen am 15. April 2020

Im Jahr 2006 wurde er an der Philosophischen Fakultät der Universität Greifswald mit einer Arbeit zur Fischerei- und Verwaltungsgeschichte Pommerns in der Frühen Neuzeit zum Dr. phil. promoviert.Dissertation: Das pommersche Bergwerk: die Bodden, Haffe und Strandseen Pommerns in der fürstlichen Herrschaftspraxis vom 15. bis zum frühen 17. Jahrhundert., Verlagsanzeige.

Porada arbeitete an der lokalen Begleitpublikation für die Wanderausstellung des Deutschen Historischen Museums „Leben nach Luther – eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“, die vom 5. September bis 4. Oktober 2015 unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Marienkirche zu Grimmen gezeigt wurde, mit.Norbert Buske u. a. (Hrsg.): Die Marienkirche in Grimmen und ihre Gemeinde. Beiträge zur Kirchengeschichte einer pommerschen Stadt. Kiel 2015, S. 458. Gemeinsam mit Thomas Förster kuratierte er im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund die Sonderausstellung „Bragagna & Zeese. Vom Fischen in der Adria und in der Ostsee/Bragagna e Zeese. Della pesca nel Mar Adriatico e nel Mar Baltico“, bei der im zweiten Halbjahr 2016 Aquarelle und Fotografien von Luigi Divari aus Venedig sowie Exponate des Deutschen Meeresmuseums Stralsund im Vergleich gezeigt wurden.Berichte über die Ausstellung in: Deutsches Meeresmuseum, Jahrbuch 2015/2016., S. 28; Bragagna und Zeese – Vom Fischen in der Adria und in der Ostsee. Aquarelle und Fotografien von Luigi Divari aus Venedig sowie Exponate des Deutschen Meeresmuseums Stralsund im Vergleich. In: Stiftung Mitteldeutscher Kulturrat (Hrsg.): Kultur-Report. Heft 3/2016, S. 15–17; Bragagna & Zeese. Sonderausstellung. Deutsches Meeresmuseum Stralsund 14.07.–31. Dezember 2016. Vom Fischen in der oberen Adria und an der südlichen Ostseeküste. Aquarelle von Luigi Divari. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. 54. Jg., Heft 3/2016, S. 49–50.