mini|Pierre Edmond Martin:Jewdokija Rostoptschina Gräfin Jewdokija Petrowna Rostoptschina, geborene Suschkowa, auch DodoLermontow, Bd. 1, S. 313, Fußnote 189; siehe auch: ebenda, das Gedicht An Dodo auf S. 220 genannt (, wiss. Transliteration ; * in Moskau; † ebenda), war eine russische Übersetzerin, Dramaturgin, Schriftstellerin und Lyrikerin.
Anno 2012 hat Michail Kasowskiruss. Казовский, Михаил Григорьевич Episoden aus dem Leben der Gräfin in dem historischen Roman Lermontow und seine Frauenruss. Лермонтов и его женщины verwendet.
Leben Jewdokija, die Tochter des höheren Beamtenruss. Действительный статский советник Pjotr Wassiljewitsch Suschkow (1783–1855) und seiner Ehefrau Darja Iwanowna Paschkowa (1790–1817), wuchs – des allzu frühzeitigen Todes der Mutter wegen – bei sehr wohlhabenden Verwandten auf. Jewdokija las viel und lernte Deutsch, Französisch, Italienisch sowie Englisch.
Pjotr Wjasemski brachte 1831 das Gedicht Talisman – Jewdokijas Debüt aus dem Jahr 1830 – in dem literarischen Almanach Sewernyje zwety (Nördliche Blüten) heraus. Die Autorin signierte mit D-a. Im Mai 1833 entfloh Jewdokija der lästigen Bevormundung durch die erzieherisch überaktiven Verwandten und heiratete den jungen, reichen Andrei Fjodorowitsch Rostoptschin (1813–1892), Sohn des Fjodor Wassiljewitsch Rostoptschin. Es folgte Jewdokijas nächste Flucht; diesmal vor dem groben, zynischen Gatten: In ihrem Moskauer Salon an der Lubjanka-Straße pflegte sie den Umgang mit weniger ungehobelten Zeitgenossen. Gelegentlich unternahm sie längere Auslandsreisen.
1836 übersiedelte die Familie nach Sankt Petersburg. Jewdokija unterzeichnete ihre Veröffentlichungen dort zunächst mit R-a und endlich mit ihrem Klarnamen. Sie ging nun bei Lermontow, Puschkin und Schukowski in die Lehre. Ihre Gedichte widmete sie Ogarjow, Lew Mei und Tjuttschew. In ihrem Sankt Petersburger Salon verkehrten unter anderen Gogol, Iwan Mjatlewruss. Мятлев, Иван Петрович, Pjotr Pletnjowruss. Плетнёв, Пётр Александрович und Graf Odojewski.
In den Jahren 1833 bis 1842 verbrachte das Ehepaar Rostoptschin die warme Jahreszeit immer wieder auf seinem Landgut in dem Dorf Anna im Gouvernement Woronesch. Dort wurden in den Jahren 1837 bis 1839 die Töchter Olga und Lidija sowie der Sohn Wiktor geboren. 1840 blieb die Dichterin sogar das ganze Jahr über auf dem Dorfe und bekam Muße für poetische Produktion zum Thema unerfüllte Liebe. Im Gegensatz zu den Gedichten hatten ihre Prosa und Komödien beim Leser und der Kritik weniger Erfolg; blieben teilweise unbeachtet.
Zusammen mit Graf Odojewski gründete Jewdokija Rostoptschina einen Wohltätigkeitsverein. In ihrer Ballade Die Zwangsheiratruss. Насильный брак wandte sie sich 1845 gegen die Haltung Russlands zu Polen. Die Reaktion des Zaren blieb nicht aus. Als Jewdokija Rostoptschina 1847 von einer Auslandsreise heimkehrte, verbot ihr der Herrscher die Einreise in seine Hauptstadt Sankt Petersburg. Notgedrungen kam die aufmüpfig-freiheitsliebende Balladendichterin bei der gestrengen Schwiegermutterruss. Ростопчина, Екатерина Петровна in Moskau unter und musste deren Glaubenseifer ertragen. Zwar erlahmte in solchem Umfeld ihre Kreativität, versiegte aber nicht. Jewdokija Rostoptschina verfasste Theaterstücke, dichtete weiter und übersetzte.
Von ihrem Publikum beinahe vergessen, erlag Jewdokija Rostoptschina in ihrem Geburtsort nach zweijähriger Erkrankung einem Magenkrebsleiden und wurde auf dem Moskauer Friedhof Pjatnizkojeruss. Пятницкое кладбище (Москва) beerdigt.
Werk (Auswahl) Lyrik 1847: Der unbekannte Roman (Неизвестный роман) 19 Gedichte 1849: Die Menschenscheue (Нелюдимка) Drama in Versen; Die Menschenfeindin, gesammelte Dichtungen (eine Auswahl von Gedichten und Anmerkungen), herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort von Alexander Nitzberg, Wien : Klever Literatur, , Deutsch, Russisch, ISBN 978-3-903110-45-8 1856: Tschazkis Rückkehr nach Moskau (Возврат Чацкого в Москву...) Gespräch in Versen 1856: Gedichte (Стихотворения) 48 Gedichte aus den Jahren 1830–1856
Prosa 1838: Der Zweikampf (Поединок) Erzählung 1838: Die Beamten und das Kapital (Чины и деньги) Erzählung 1851: Die glückliche Frau (Счастливая женщина) Roman 1854: Palazzo Forlì (Палаццо Форли) Erzählung
Briefe 1839–1858: an Graf Odojewski (russisch) 1851–1856: an Alexander Ostrowski (russisch)
Literatur zum Werk: 1842: Wissarion Belinski: Die Gedichte der Gräfin J. Rostoptschina (Стихотворения графини Е. Ростопчиной) (russisch) 1856 Alexander Druschininruss. Дружинин, Александр Васильевич: Die Gedichte der Gräfin Rostoptschina (Стихотворения графини Ростопчиной) (russisch) 1857: Nikolai Dobroljubow: Am Landungssteg (У пристани) (russisch) 1908: Wladislaw Chodassewitsch: Die Gräfin J. P. Rostoptschina (Графиня Е. П. Ростопчина) (russisch) Lermontow: Michail Lermontow: Gedichte und Poeme. 319 Seiten. Bd. 1 in Roland Opitz (Hrsg.): Michail Lermontow. Ausgewählte Werke in zwei Bänden. Rütten & Loening, Berlin 1987 (1. Aufl.), ISBN 3-352-00095-6Lermontow Bd. 1 Inhalt 5-Seiten-pdf
Weblinks Wikisource: Евдокия Петровна Ростопчина (russisch) РБС/ВТ/Ростопчина, Евдокия Петровна (russisch) Werk bei Lib.ru/Klassiker (russisch) Biographie bei Lib.ru/Klassiker (russisch) Eintrag bei hrono.ru/biograf (russisch) Eintrag bei dic.academic.ru (russisch) Eintrag bei rostopchina.ru (russisch)
Anmerkung In einem Gedicht erinnert sich Lermontow An die Gräfin Rostoptschina (Lermontow, Bd. 1, S. 189, Übersetzerin: Annemarie Bostroem).
Einzelnachweise
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