Johannes Hofinger (geboren 1978 in Grieskirchen, Oberösterreich) ist ein österreichischer Zeithistoriker und Archivar.

Leben und Werk Hofinger absolvierte von 1998 bis 2004 ein Studium der Geschichtswissenschaften und Politologie an der Universität Salzburg. Er war Mitarbeiter der Universität Salzburg und des Personenkomitees Stolpersteine Salzburg. Er gehörte zum Projektteam der Österreichischen Mediathek am Technischen Museum Wien und führte dort ein mehrjähriges Oral-History-Forschungsprojekt durch, das Projekt MenschenLeben, „in dem ausführliche lebensgeschichtliche Interviews mit Menschen unterschiedlicher Jahrgänge, Herkunft und regionaler Zugehörigkeit aufgezeichnet werden“.Österreichische Mediathek: , abgerufen am 10. Februar 2026. Er war Lektor an der Universität Mozarteum, freier Mitarbeiter des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte und Mitglied im Expertengremium des Großprojekts der Stadt Salzburg und der Universität Salzburg Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus.https://www.stadt-salzburg.at/publikationen/schriftenreihe-des-archivs-der-stadt-salzburg/bd-44-nationalsozialismus-in-salzburg-opfer-taeter-gegner Buchvorstellung Nationalsozialismus in Salzburg - Opfer. Täter. Gegner. auf der Homepage der Stadt Salzburg.

Schwerpunkte seiner Forschungsarbeiten sind Jüdische Studien, Opfer der Aktion T4, Filmmusik sowie Geschichte und Audiovision.

Hofinger ist Archivar am Salzburger Stadtarchiv.https://www.stadt-salzburg.at/org-db/?SUBR=TEBSY&ORG=OU43

Auszeichnungen 2004: Erwin-Wenzl-Preis für Max Reinhardt – Schloss Leopoldskron – der Nationalsozialismus. Zwischen „Arisierung“ und Restitution. Diplomarbeit (masch.), Salzburg 2004. 2005: Förderungspreis des Landes Salzburg für wissenschaftliche Arbeiten für: Max Reinhardt – Schloss Leopoldskron – der Nationalsozialismus. Zwischen Arisierung und Restitution. 2016: Förderpreis für Wissenschaft und Forschung des Kulturfonds der Stadt Salzburg

Publikationen Monographien Die Akte Leopoldskron. Max Reinhardt – Das Schloss – Arisierung und Restitution. Anton Pustet, Salzburg 2005, ISBN 978-3-7025-0509-7. (Aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Neuauflage, Anton Pustet, Salzburg 2020, ISBN 978-3-7025-0983-5.) (Mit Walter Reschreiter und Christina Nöbauer:) Lebens(un)wert: NS-Euthanasie im Land Salzburg. Wiedergefundene Lebensgeschichten von Opfern der Rassenhygiene. (Begleitbuch zu einer Ausstellung im Keltenmuseum Hallein, 22. Okt. – 21. Nov. 2006, und im Schloss Goldegg, 22. Feb. – 1. April 2007.) Edition Tandem, Salzburg 2007, ISBN 978-3-9501570-8-6. Nationalsozialismus in Salzburg. Opfer. Täter. Gegner. (= Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern, Band 5). Studien Verlag, Innsbruck/Wien/Bozen, 2016, ISBN 978-3-7065-5211-0. „… wir, die dabei waren“: Erzählungen von Salzburgerinnen und Salzburgern über ihr Leben in der NS-Zeit (= Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg, Band 53; Die Stadt Salzburg im Nationalsozialismus, Ergänzungsband 1). Stadtarchiv und Statistik der Stadt Salzburg, Salzburg 2019, ISBN 978-3-9002134-5-9. Goldegg im Pongau im Nationalsozialismus: ein ganz normaler Ort der „Ostmark“? (= Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs, Band 33). Salzburger Landesarchiv, Salzburg 2022, ISBN 978-3-9519885-2-8. (als Hrsg. zusammen mit Sabine Veits-Falk:) Maria Theresia Ledóchowska: Salzburg und Afrika im Leben der Ordensgründerin. Anton Pustet, Salzburg 2024, ISBN 978-3-7025113-3-3.

Artikel (Auswahl) Der Schlossherr. Max Reinhardt und Schloss Leopoldskron – Projektionsflächen der Polemik der 1920er und 1930er. In: Roland Koberg, Bernd Stegemann, Henrike Thomsen (Hrsg.): Max Reinhardt und das Deutsche Theater. Texte und Bilder aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums seiner Direktion (= Blätter des Deutschen Theaters, Band 2). Henschel, Berlin 2005, S. 60–63. 1938: Jüdinnen und Juden aus österreichischer Filmperspektive. In: Eleonore Lappin: Die „Wahrheit“ der Erinnerung. Jüdische Lebensgeschichten. Studien Verlag, Innsbruck u. a. 2008, ISBN 978-3-7065-4492-4, S. 55–68. Max Reinhardt: Festspielgründer, Schlossherr, Jude. Auf den Spuren einer jüdischen Identität. In: Petra Ernst und Gerald Lamprecht (Hrsg.): Konzeptionen des Jüdischen. Studien Verlag, Innsbruck u. a. 2009, S. 343–356. „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“, Audiovisuelle Dokumente zum Jahr 1938 in Salzburg. In: Hoffnungen und Verzweiflung in der Stadt Salzburg 1938/39 (= Stadt Salzburg im Nationalsozialismus, Band 1). Salzburg 2010, S. 238–281. „Euthanasie“ – Die Ermordung „lebensunwerten Lebens“. Stand der wissenschaftlichen Forschung – Desiderata – Perspektiven. In: Thomas Weidenholzer (Hrsg.): Leben im Terror. Verfolgung und Widerstand. Stadtgemeinde Salzburg, Salzburg 2012, S. 182–223. Mikrogeschichte und Oral History. Das Projekt MenschenLeben – Erzählebenen lebensgeschichtlicher Interviews und Fragen der Auswertung in der Sekundäranalyse. In: Ewald Hiebl und Ernst Langthaler (Hrsg.): Im Kleinen das Große suchen. Studien Verlag, Innsbruck u. a. 2012, S. 266–280. Die Unbeachtete. In: Béla Rásky und Verena Pawlowsky (Hrsg.): Partituren der Erinnerung. Der Holocaust in der Musik / Scores of commemoration. new academic press, Wien 2015, S. 353–366.

Siehe auch Stolpersteine im Bundesland Salzburg Liste der Stolpersteine in der Stadt Salzburg

Weblinks J. Hofinger: Die Unbeachtete. Filmmusik als Medium der Erinnerung, Vortrag am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, hochgeladen am 13. Februar 2012. Biografie auf der Seite des Kulturfonds der Stadt Salzburg Buchvorstellung Nationalsozialismus in Salzburg - Opfer. Täter. Gegner. auf der Homepage der Stadt Salzburg.

Einzelnachweise

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