Das Ozeaneum in Stralsund ist ein zur Stiftung Deutsches Meeresmuseum gehörendes Naturkundemuseum mit dem Schwerpunkt Meer.
Parallel zu den Ausstellungen und Aquarien des zweiten Stralsunder Standortes – das Meeresmuseum in der ehemaligen Katharinenkirche – werden im Ozeaneum auf der Hafeninsel auf 8.700 m² Ausstellungsfläche mehrere Ausstellungen gezeigt und in den Aquarien verschiedene Wasser- und Lebenswelten aus Ostsee, Nordsee und Nordatlantik präsentiert. Das größte Aquarium fasst 2,6 Millionen Liter Wasser.
Das Museum wurde im Jahr 2010 als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet. Ozeaneum; abgerufen am 18. Oktober 2010. Von der Eröffnung im Juli 2008 bis September 2022 wurden acht Millionen Besucher gezählt.Ozeaneum Stralsund begrüßt achtmillionsten Gast seit Eröffnung. ozeaneum.de, 14. September 2022; abgerufen am 15. September 2022.
Ausstellungen Das Ozeaneum veranschaulicht in den verschiedenen Ausstellungen „Weltmeer – Vielfalt des Lebens“, „Ostsee – Das Meer in unserer Mitte“, „Erforschung und Nutzung der Meere“ und „1:1 Riesen der Meere“ die Besonderheiten der Meere vor unserer Haustüre. Ergänzt werden diese durch die Aquarien sowie einen Bereich für Kinder.
Weltmeer – Vielfalt des Lebens Die Ausstellung „Weltmeer – Vielfalt des Lebens“ ist die erste Station auf dem Rundgang durch das Ozeaneum. Das Deutsche Meeresmuseum widmete diese Ausstellung dem Thema Biodiversität der Meere. ozeaneum.de Wandelemente informieren über die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers verschiedener Meere, über die Gezeiten und über Wind und Wellen. Die geologische Entwicklung der Meere, der globale Wasserkreislauf, die gegenseitige Beeinflussung von Ozeanen und Erdatmosphäre, die Globale Erwärmung oder auch das Phänomen El Niño sind weitere Themengebiete, zu denen Informationen geboten werden.
Ein Tiefseeangler, Tierfossilien, Schnecken- und Muschelschalen, Alkenvögel, barschartige Fische, lebende Fossilien, Teile der biologischen Sammlungen des Deutschen Meeresmuseums von Algen, Korallen, Muscheln, Schnecken, Krebstiere, Fischen, Seevögeln und Meeressäugern sind weitere Bestandteile der Ausstellung.
Ostsee – Das Meer in unserer Mitte Die Ausstellung „Ostsee - Das Meer in unserer Mitte“ ist dem Leben in der Ostsee gewidmet. Sie wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
Ein Ostseerelief stellt die Tiefen des Brackwassermeeres dar. Gefährdungspotentiale wie Umweltverschmutzung, Schiffsverkehr und Pipelinewege werden an einem interaktiven Schautisch mit den bestehenden Schutzgebieten und Nationalparks verglichen. Die Entstehung der Ostsee wird ebenso dargestellt wie die Lebensräume und diversen Lebensformen.
Modelle der drei in der Ostsee heimischen Robbenarten (Seehund, Kegelrobbe, Ringelrobbe) sowie Seeadler, Watvögel, Enten, Gänse, Möwen und Reiher sind in ihrem natürlichen Umfeld dargestellt.
mini|Exponate in der Ausstellung Erforschung und Nutzung der Meere
Erforschung und Nutzung der Meere Die Ausstellung „Erforschung und Nutzung der Meere“ zeigt, wie aufwändig die Meeresforschung ist und wie sich Überfischung, Umweltverschmutzung und Schifffahrt auf die Meere auswirken.
Technische Ausstattung wird gezeigt, so ein Tiefseelander und weitere Geräte; von 2008 bis Januar 2016 auch das erste bemannte deutsche Forschungstauchboot, die GEO. Zu sehen sind auch Modelle einiger derzeit im Einsatz befindlicher deutscher Forschungsschiffe im Maßstab 1:50, wie Maria S. Merian, Sonne, Meteor und Polarstern. Auch historische Tauchhelme, Kranzwasserschöpfer, Planktonnetz, Mesokosmos und Sedimentfalle, Modelle von Satelliten und Forschungstauchbooten gehören zur Ausstellung, deren leicht geneigter Boden im Zusammenspiel mit den mit einer Reling abgegrenzten Ausstellungsflächen an den Wänden den Besuchern den Eindruck geben soll, an Deck eines Forschungsschiffes auf See zu sein.
65 Schaugläser mit Präparaten, dabei ein drei Meter langer, im Jahr 2007 vor der Insel Rügen gestrandeter Schwertfisch sowie ein präparierter Eisbär, zeigen die Vielfalt des Lebens unter und im Wasser.
Ein Fischerei-Simulationsspiel gehört ebenso zu dieser Ausstellung wie ein kleiner Filmvorführungsraum, in dem eine virtuelle zehnminütige Tauchfahrt aus der Sicht im Tauchboot gezeigt wird.
Das Konzept für diese Ausstellung wurde gemeinsam mit anderen im Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM) vertretenen Einrichtungen entwickelt. Der World Wide Fund for Nature (WWF), die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie waren am Aufbau beteiligt. Unterstützung gab es zudem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie von der Offshore-Stiftung, dem Wind Energy Network Rostock e. V. und mehreren Reedereien.
Meer für Kinder mini|Humboldtpinguine im Ozeaneum (2010) Im Bereich „Meer für Kinder“, der sich vor allem an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren richtet, bietet sich die Möglichkeit, das Thema Meer spielerisch zu erkunden. Eine 40 Meter lange Wandbemalung mit Küstenmotiven und die passenden Spielgeräte lassen den Eindruck einer begehbaren Dünenlandschaft entstehen. Auf dem Kletterleuchtturm kann genauso wie auf den naturalistischen Steinfiguren des Rügener Künstlers Mile Prerad nach Herzenslust geklettert, getobt und gerutscht werden. Strandkörbe laden zum Entspannen und Beobachten der spielenden Kinder ein. Eine Hörstation bringt den Kindern das Lautspektrum von verschiedenen Seevögeln der Ostseeregion nahe. Der Außenbereich mit seiner überdimensionalen Seegraswiese ist als Spielplatz gestaltet. Seit Juli 2010 können hier zudem Humboldt-Pinguine beobachtet werden, davon einige Jungtiere, die in den letzten Jahren im Ozeaneum geschlüpft sind.
1:1 Riesen der Meere mini|Walmodelle im Ozeaneum (2010) Die Ausstellung „1:1 Riesen der Meere“ wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation Greenpeace entwickelt und umgesetzt. In einem etwa 20 Meter hohen und 30 Meter langen Raum werden Wale in ihrer originalen Größe gezeigt. Die Modelle wurden aus Kunststoffen modelliert und dann lebensecht koloriert. Zur Ausstellung gehören ein 26 Meter großer Blauwal, ein 16 Meter großes Buckelwalweibchen mit einem fünf Meter großen Jungtier, ein zehn Meter großer Schwertwal, ein 15 Meter großer Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar sowie ein Belugawalweibchen mit Kalb.
Eine Multimedia-Inszenierung stellt die Walarten mit ihren Gesängen und Lauten vor und zeigt die Bedrohungen für diese Tiere. Liegen laden die Besucher dabei ein, diese Vorführung zu erleben.
Auf den zur Ausstellungshalle offenen drei Etagen des Galerieraumes werden Informationen zu den „Riesen der Meere“ gezeigt sowie über Riesenkalmare, Krebstiere und Muscheln.
Diese Ausstellung bildet das Ende des Rundgangs.
Sonderausstellungen Die Sonderausstellungen begleiten thematisch die Dauerausstellungen. Ab Juli 2010 wurden sieben Werke von Anne Langert gezeigt – auf Alu-Dibond gebrachte, nachträglich grafisch bearbeitete Fotografien aus der Bauphase des Ozeaneums. Zudem wurde zeitweise die Foto-Ausstellung „Kyma-Welle“ des Fotografen Peter-Paul Reinmuth gezeigt. Im Jahr 2021 wurde eine Fotoausstellung zur MOSAiC-Expedition eröffnet, die Aufnahmen von Esther Horvath und anderen Fotografen von einer Expedition mit dem Forschungsschiff POLARSTERN in die zentrale Arktis zeigen.
Aquarien mini|Aquarium „Offener Atlantik“ im Ozeaneum, obere Etage mini|hochkant|30 Zentimeter dicke Acrylglasscheibe des Beckens „Offener Atlantik“ Die Aquarien im Ozeaneum führen die Museumsgäste vom Stralsunder Hafenbecken über die Ostsee und Nordsee bis in den offenen Atlantik. Gezeigt werden die marinen Lebensräume vom Bodden bis zum Atlantischen Ozean. Das größte Becken mit einer Grundfläche von 300 m² und einer geschwungenen, 10 m × 5 m großen und 30 cm dicken Panoramascheibe aus Acryl fasst 2,6 Millionen Liter Wasser. Die anderen Aquarien fassen bis zu 200.000 Liter Wasser und sind zwischen zwei und vier Metern tief, die kleineren Becken fassen mehrere hundert Liter Wasser.
Unter den Steinstrukturen in den Aquarien befinden sich Kunststoffgerüste, die die Firma Pangea Rocks lieferte. Die Gerüste wurden mit Netzgeweben überzogen und dann mit Leichtbeton ausgestaltet und mit Silikatfarben angemalt. Viele der Pflanzen in den Becken sind künstlich, so zum Beispiel eine Seegraswiese und bis zu zwei Meter große Algen.
In allen Aquarien werden auch Schaufütterungen vorgenommen. mini|Aquarium „Stralsunder Hafenbecken“
Ostsee-Aquarium Die Aquarien mit dem Thema Ostsee sind der Beginn der Reise durch die marinen Lebenswelten.
Das Aquarium „Stralsunder Hafenbecken“ ist zunächst von oben einsehbar; über die Treppe erreicht man alle weiteren Aquarien dieses Themenbereichs. Flussbarsche und Flussaale schwimmen neben anderen typischen Bewohnern des nur wenige Meter entfernten Hafens der Stadt Stralsund, wie Plötzen und Rotfedern. Das Becken fasst 126.000 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 5 g/l und einer Temperatur von 12 °C. Auf einer Grundfläche von 34,9 m² beträgt der Wasserstand 3,60 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 5,90 m × 2,95 m, ist 17,3 cm dick und wiegt 4,1 t. Es enthält auch ein 1982 im Hafenbecken gefundenes verrostetes Fahrrad und einen rostigen Einkaufswagen.
Das Becken zum Thema „Greifswalder Bodden“ beherbergt Flundern, Hechte, Quappe sowie Zander und Strandkrabben. Das Aquarium enthält 47.500 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 5 g/l und einer Temperatur von 12 °C. Auf einer Grundfläche von 19 m² beträgt der Wasserstand 2,50 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 4,65 m × 2,40 m, ist 11,9 cm dick und wiegt 1,9 t.
In der „Seegraswiese“ schwimmen unterschiedliche Stichlings- und Garnelenarten, Seesterne und Krabben.
Im Aquarium „Kreideküste“ sind Dorsche, Hornhechte und Plattfische zu sehen. Zwei Aquarien mit jeweils 150 Litern Wasser zeigen zudem Ostseegarnelen und Grasnadeln. Das Aquarium enthält 100.000 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 15 g/l und einer Temperatur von 9 °C. Auf einer Grundfläche von 30 m² beträgt der Wasserstand 3,35 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 4,10 m × 2,95 m, ist 13,7 cm dick und wiegt 2,4 t.
Das Schaubecken „Schärenmeer“ zeigt die Bewohner dieses Lebensbereiches, wie Seehasen, Ostseeschnäpel, Aalmuttern und Seeskorpionen. Das Aquarium enthält 17.000 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 5 g/l und einer Temperatur von 12 °C. Auf einer Grundfläche von 68,9 m² beträgt der Wasserstand 2,50 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 4,18 m × 2,35 m, ist 8,4 cm dick und wiegt 1,3 t.
Im Aquarium „Flussmündung“ schwimmen Störe und ein über 40 Jahre alter Waxdick, der zuvor schon im Deutschen Meeresmuseum gezeigt wurde. Zudem sind Flussaale, Flundern, Saiblinge und große Forellen zu sehen. Das Aquarium wird 64.500 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 15 g/l und einer Temperatur von 9 °C enthalten. Auf einer Grundfläche von 25,8 m² beträgt der Wasserstand dann 2,50 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 7,00 m × 2,30 m, ist 6 cm dick und wiegt 1,6 t.
Das große „Kattegataquarium“ bietet eine acht Meter lange Felskulisse. Seesterne, Seedahlien und Kraken werden gezeigt. Das Aquarium enthält 43.000 Liter Wasser mit einem Salzgehalt von 25 g/l und einer Temperatur von 12 °C. Auf einer Grundfläche von 13,6 m² beträgt der Wasserstand 2,40 Meter. Die Scheibe des Beckens misst 5,90 × 2,30 Meter, ist 11,7 Zentimeter dick und wiegt 2,3 Tonnen.
Nordsee-Nordatlantik-Aquarium Die zweite Station der Aquarien-Rundreise ist das Nordsee-Nordatlantik-Aquarium.
Im „Wattenmeer“ sind Petermännchen und Plattfische zu sehen. In einem drei Meter langen Becken sowie zahlreichen kleineren Einzelbecken wird das Wattenmeer nachgestellt. Die Gezeiten werden hier im Aquarium im Abstand von zehn Minuten imitiert, dabei wird das Wasser zwischen zwei Becken hin und her gepumpt und mit weiteren Pumpen eine Strömung ähnlich der Gezeitenströmung erzeugt.
In Kleinbecken werden Drachenköpfe und Seepferdchen gezeigt.