Der Regius Professor of Moral Philosophy 1860 durch Königin Victoria gestiftete Regius Professur für Moralphilosophie an der University of Aberdeen. Eine Professur für Moralphilosophie existierte aber schon seit der Gründung der Universität, spätestens jedoch seit 1505 am King’s College. Dieses Datum wird als Gründungsdatum der Professur genannt. Neben dieser Professur gab es aber auch am später gegründeten Marischal College eine Professur für Moralphilosophie, die nach der durch den University Act (Scotland) erzwungenen Vereinigung zur University of Aberdeen mit der anderen Professur verschmolzen wurde.
Die Professur ist heute der School of Divinity, History and Philosophy der Universität zugeordnet.
Geschichte der Professur Philosophie wurde natürlich schon seit der Gründung der Universität 1495 gelehrt. 1505 aber ernannte der König eine Professur im damals einzigen College, dem Kings College, zur Regius Professur für Moralphilosophie. Damit folgte man der traditionellen Trennung der Lehre von Moralphilosophie und Logik auf der einen Seite und der Metaphysik auf der anderen.
Professors of Moral Philosophy am King’s College
Name Namenszusatz von bis Anmerkung Der in Dundee geborene Boece war an der University of St Andrews ausgebildet und hatte Philosophie in Paris gelehrt. 1500 verließ er Paris, um nach Aberdeen zu gehen, wo er Bischof William Elphinstone bei der Errichtung der Universität unterstützte, deren erster Leiter Boece wurde. Sein bekanntestes Werk ist Historia Gentis Scotorum (Geschicht des schottischen Volkes). ungeklärte Lücke M.A., F.R.S.E., F.S.A. 1765 (1766 lt. dem Dictionary of National Biographies) übernahm Ogilvie den Lehrstuhl für Humanities, wo er bis zu seinem Rückzug 1817 verblieb. 1819 verstarb Ogilvie. ungeklärte Lücke M.A. Seit 1788 hatte Scott Natural Philosophy, Griechisch und Mathematik im Wechsel mit anderen Professoren unterrichtet. Er hielt den Lehrstuhl bis zu seinem Tod in Edinburgh. ungeklärte Lücke D.D., LL.D. ? ? D.D., F.R.S.E., LL.D. Lee bereitete die Vorlesungen vor, da er aber gleichzeitig auch eine Professur in St. Andrews übernommen hatte, konnte er die Vorlesung gar nicht selbst halten. Für den Rest des Semesters wurde er durch Alexander Simpson vertreten. LL.D.
Professors of Moral Philosophy am Marischal College Auch am 1593 gegründeten Marischal College wurde Moralphilosophie unterrichtet.
Name Namenszusatz von bis Anmerkung M.A. Fordyce wichtigste Arbeit war als Beitrag zu einem 1748 veröffentlichten Buch, das 1754 als eigenständiges Werk „The Elements of Moral Philosophy“ veröffentlicht wurde. Positive Rezensionen führten zu einer Übersetzung des Werks in die deutsche und französische Sprache. vakant D.D. D.D. 1760 verließ Gerard die Professur, um die Professur für Theologie am gleichen College zu übernehmen. M.A., LL.D., D.C.L. ? Der Dichter und Schriftsteller James Beattie wurde Professor of Logic and Moral Philosophy am Marischal College, Aberdeen. Seine bekannteste Arbeit ist Essay on Truth, eine gegen David Hume gerichtete Kritik. Dem Werk war zwar anfänglich große Aufmerksamkeit geschenkt worden und brachte ihm die Ehrendoktorwürde der University of Oxford ein, wird aber weitgehend als irrelevant betrachtet. Obwohl James Hay sehr jung war, erfüllte er die Anforderungen für die Professur. Er folgte seinem Vater, dem er zuvor schon assistiert hatte. Am 30. November 1789 erkrankte er an einem Fieber, verblieb für ein Jahr geschwächt und verstarb am 19. November 1790. Sein Vater veröffentlichte in tiefer Trauer das Buch Remains und ein weiteres, 1799 veröffentlichtes Werk Life. M.A., LL.D., D.C.L. ? Nach dem Tod seines Sohnes übernahm James die Vorlesungen. Der Neffe der Ehefrau Beatties hatte als Assistent von Beattie gewirkt, bevor er 1803 nach dem Tod Beatties die Professur übernahm. ungeklärte Lücke Jack hatte seit 1800 Mathematik gelehrt. mgl. Kings --- M.A., LL.D. Alexander hatte an der University of Glasgow studiert und 1815 mit dem Master of Arts abgeschlossen. Alexander verließ Aberdeen um eine Professur für Griechische Sprache an der University of St. Andrews zu übernehmen. Diese hielt er bis zu seinem Tod 1859.
1860 wurde durch den Universities (Scotland) Act die Vereinigung von King’s und Marischal College erzwungen. Die damals ungeliebte Fusion wurde durch die Ernennung von Professoren durch die Krone untermauert. Erst ab diesem Zeitpunkt kann man von einem Regius Chair of Moral Philosophy sprechen.
Regius Professors of Moral Philosophy an der University of Aberdeen Name Namenszusatz von bis Anmerkung Martin hatte schon am Marischal College Moralphilosophie gelehrt. LL.D. Vor seiner Berufung zur Professur war Fyfe der Bibliothekar der Universität. In Anerkennung seiner Leistungen für beide Aufgaben ehrte ihn die Universität mit der Verleihung des Ehrentitels LL.D. M.A., Litt.D., LL.D. Sorley verließ Aberdeen, um Henry Sidgwick auf dem Knightsbridge Chair of Philosophy für Moralphilosophie an der University of Cambridge abzulösen. M.A., D.Phil. Latta wird nicht als der originellste Denker oder Lehrer Schottlands beschrieben. Seine Übersetzungen wesentlicher Teile des Werks von Gottfried Wilhelm Leibniz galten in Großbritannien lange Zeit als Standardwerk. Esq., B.A., D.Phil. Baillie verblieb in der Professur. Zwei Jahre diente er allerdings in der Admiralität und konnte den Lehrstuhl daher nicht besetzen. Baillie fertigte die erste vollständige Übersetzung Hegels in die Englische Sprache an. Esq., M.A., FBA, LL.D., D.Litt. Esq., M.A. Ungewöhnlich für die englisch-sprachige Welt, hatte MacKinnon sowohl zur Philosophie als auch zur Theologie wesentliche Beiträge geliefert. 1960 wurde MacKinnon zum Norris-Hulse Chair of Divinity der University of Cambridge ernannt und verließ die Professur in Aberdeen. 1986 wurde MacKinnon als bedeutendster Religionsphilosoph Britanniens mit einer durch Kenneth Surin verfassten Festschrift geehrt. Esq., M.A., B.A. Wernham spezialisierte sich auf Spinoza und produzierte die erste umfassende Übersetzung von Spinozas politischem Werk in die Englische Sprache. Er untersuchte die Beziehungen zwischen Thomas Hobbes und Baruch de Spinoza, dessen Ideenwelt er als Reflexion über Hobbes Ideen betrachtete. ungeklärte Lücke M.A., Ph.D. Graham hatte nach einem Studium an der University of St Andrews noch einen Master in Politikwissenschaften und sein PhD. an der University of Durham erlangt. Er lehrte 20 Jahre in St Andrews, bevor er 1995 auf den Lehrstuhl in Aberdeen berufen wurde. Graham verließ die Professur, um einen Lehrstuhl am Princeton Theological Seminary zu übernehmen. vakant M.A., Ph.D.; F.R.S.C. Wilson hatte vor ihrer Ernennung am CUNY Graduate Center Philosophie gelehrt. Sie verließ Aberdeen, um an der University of York eine Jubiläumsprofessur zu übernehmen.
Einzelnachweise Alexander Broadie (2008) A History of Scottish Philosophy. Edinburgh University Press. Stuart Brown Dictionary of Twentieth-Century British Philosophers. 2 Bände; A&C Black 2005. The Aberdeen University Calendar. Teil 1, A. King & CO., Printers to the University, 1898, S. 12.
Parish Life in the North of Scotland; Chapter XVII - Ministry and Contemporaries in Aberdeen. Electric Scotland, abgerufen am 13. Juli 2017.
John Laird auf der Website The Gifford Lectures, giffordlectures.org, abgerufen am 30. April 2016. William Ritchie Sorley auf der Webseite der Gifford Lectures, abgerufen am 2. Mai 2016. John Gorton (1833) A General Biographical Dictionary, Band 2m Whittaker and Company; S. GER. Gordon Graham: inSpire Online, abgerufen am 1. Mai 2016. Lebenslauf von Gordon Graham auf seiner persönlichen Webseite, abgerufen am 30. April 2016. Niccol-Guicciardini: The Development of Newtonian Calculus in Britain, 1700–1800. Cambridge University Press, 2003, ISBN 0-521-52484-9. S. 154. Thinking legend still in search of answers. In: Sunday Herald, 6. November 1989. Sofiane Kennouche, Five Scottish philosophers who helped shape the world; veröffentlicht am 11. April 2016.
Mitteilung zur Ernennung von William Ritchie Sorley zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen in der London Gazette vom 13. November 1894. Mitteilung zur Ernennung von James Black Baillie zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen in der London Gazette vom 29. August 1902. Mitteilung über die Ernennung von Donald Mackenzie MacKinnon zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen in der London Gazette vom 21. Januar 1947. Mitteilung über die Ernennung von Archibald Garden Wernham zum Regius Professor of Moral Philosophy der University of Aberdeen in der London Gazette vom 8. Juli 1960. Mitteilung zur Ernennung von Gordon Graham zum Regius Professor of Moral Philosophy in der London Gazette vom 9. Mai 1995. Mitteilung über die Ernennung von Robert Latta zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen in der London Gazette vom 2. Oktober 1900. Mitteilung über die Ernennung von John Laird zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen in der London Gazette vom 11. November 1924. Mitteilung zur Ernennung von Catherine Wilson zum Regius Professor of Moral Philosophy an der University of Aberdeen. In: The Gazette. (thegazette.co.uk). Wenchao Li: Komma und Kathedrale: Tradition, Bedeutung und Herausforderung der Leibniz-Edition. Walter de Gruyter, 2012, S. 178.
Officers of the Marischal College and University of Aberdeen 1593-1860. University Press; 1897 ().
Great Britain. Commission for Visiting the Universities and Colleges of Scotland (1837) University of Aberdeen, xxi, 342 p; Band 4 von Evidence, Oral and Documentary, Taken and Received by the Commissioners Appointed by His Majesty George IV., July 23d, 1826; and Reappointed by His Majesty William IV., October 12th, 1830; for Visiting the Universities of Scotland. Volume I-IV, Great Britain. Commission for Visiting the Universities and Colleges of Scotland;; W. Clowes and Sons; Seite 40 ff. John William Cousin, Beattie, James. In: A Short Biographical Dictionary of English Literature. S. 29–30 (Volltext [Wikisource]). David Fordyce (1711–1751) auf der Webseite der International Association for Scottish Philosophy, abgerufen am 31. Januar 2017. Alexander Gerard (1728–1795) auf der Webseite der International Association for Scottish Philosophy, abgerufen am 31. Januar 2017. George Glennie (d. 1845); auf der Webseite der International Association of Scottish Philosophy, abgerufen am 9. Juli 2017. Robert Latta (1865–1932) auf Scottish Philosophy (www.scottishphilosophy.org), abgerufen am 30. April 2016. Hercules Scott (d. 1860) auf der Webseite der International Association of Scottish Philosophy, abgerufen am 9. Juli 2017. Scottish Philosophy in the 19th Century; in der Stanford Encyclopedia of Philosophy, abgerufen am 30. April 2016. James Beattie auf scottishphilosophy.org, abgerufen am 1. Mai 2016. Hector Boece auf scottishphilosophy.org, abgerufen am 1. Mai 2016. Gesetzestext des Universities (Scotland) Act 1858 Petition and protest by William Ogilvie in GB 0231 University of Aberdeen, Special Collections, Ref. No. MSK 142. James Beattie, Professor of Moral Philosophy and Logic, poet, essayist and moral philosopher: papers im GB 0231 University of Aberdeen, Special Collections, Ref. No. MS 30. Teaching notes of John Lee, D.D. in GB 0231 University of Aberdeen, Special Collections; Alt Ref. No. MSK 206. Papers of Professor Thomas Gordon, Professor Robert Eden Scott and their associates including discourses and questions of the Aberdeen Philosophical Society, GB 0231 University of Aberdeen, Special Collections, Ref. No. MS 3107. Andrew Alexander auf The University of Glasgow Story, abgerufen am 12. Juli 2017. Daniel Dewar auf The University of Glasgow Story, abgerufen am 13. Juli 2017. Robert Latta auf The University of Glasgow Story, abgerufen am 30. April 2016.