Weinmannia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Cunoniaceae. Die 170 bis 190 Arten kommen auf einigen im südlichen Indik und Pazifik gelegenen Inseln, sowie in Zentral- und Südamerika und auf einigen karibischen Inseln vor.

Beschreibung mini|links|Illustration von Weinmannia racemosa (auch Kamahi)

Vegetative Merkmale Die Weinmannia-Arten wachsen als Sträucher oder Bäume.

Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach, unpaarig gefiedert oder dreizählig, selten auch zweizählig. Die Blattspindel ist häufig geflügelt und die früh abfallenden Nebenblätter können miteinander verwachsen sein.

Generative Merkmale Die Weinmannia-Arten können zwittrig, diözisch oder polygamomonözisch sein. Die seiten- oder endständigen Blütenstände sind traubig und stehen einzeln oder in Gruppen von meist zwei bis vier an einen kurzen Blütenstandsschaft. Die Blüten stehen meist büschelig angeordnet an der Blütenstandsachse.

Die relativ kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier oder fünf Kelchblätter überlappen sich genauso wie die Kronblätter gegenseitig und sind häufig haltbar. Die vier oder fünf Kronblätter und die Staubfäden sind weiß oder grünlich gefärbt. Der Staubblattkreis unterteilt sich in acht bis zehn Lappen, zwischen denen sich acht bis zehn Staubblätter befinden. Die Staubfäden sind fadenförmig und die kleinen Staubbeutel treten paarweise auf. Fruchtknoten fehlen in männlichen Blüten vollständig oder sind nur unvollständig entwickelt. Im zweikammerigen Fruchtknoten hängen die wenigen bis zahlreichen Samenanlagen vom oberen Teil des Fruchtknotenfaches herunter. Der Griffel ist kurz.

Die meist kleinen, ellipsoiden Kapselfrüchte sind zweikammerig. Die fein behaarten Samen haben an ihren beiden Enden meist lange Haare und sind ungeflügelt oder haben selten einen kleinen, unauffälligen Flügel.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Weinmannia wurde im Jahr 1759 durch Carl von Linné in Systema Naturæ, Band 2, Seiten 997, 1005 und 1367 aufgestellt. Die Typusart ist Weinmannia pinnata Der Gattungsname Weinmannia ehrt den deutschen Apotheker und Botaniker Johann Wilhelm Weinmann (1683–1741). Synonyme für Weinmannia sind: Arnoldia , Leiospermum , Ornithrophus , Pterophylla , Windmannia .

Das Verbreitungsgebiet der Weinmannia-Arten erstreckt sich von Madagaskar und den Maskarenen über Neuseeland, die Austral-Inseln und die Marquesas bis in die südlich von Mexiko gelegenen Teile Mittel- und Südamerikas; sie kommen auch auf den Westindischen Inseln vor. Die Anden stellen den Verbreitungsschwerpunkt der Gattung Weinmannia dar, da dort eine große Artenvielfalt vorherrscht.

mini|Weinmannia marquesana var. angustifolia mini|Weinmannia sylvicola mini|Weinmannia mauritiana

Es gibt je nach Autor 157, 170 bis 190 Weinmannia-Arten (Auswahl): Weinmannia abstrusa : Sie wurde 2018 aus Honduras erstbeschrieben. Weinmannia affinis Weinmannia aggregata : Sie wurde 2004 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia anisophylla Weinmannia aphanoneura Weinmannia apurimacensis Weinmannia arguta : Sie wurde 2001 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia auriculata : Manche Autoren geben Subtaxa an, die bei anderen Autoren eigene Arten sind. Weinmannia auriformis : Sie wurde 2002 aus Ecuador erstbeschrieben. Weinmannia baccariniana Weinmannia baehniana Weinmannia balbisiana Weinmannia bangii : Sie kommt in Bolivien und Peru vor. Weinmannia blumei Weinmannia bojeriana Weinmannia boliviensis Weinmannia brachystachya Weinmannia bradfordiana : Sie wurde 2002 aus Ecuador erstbeschrieben. Weinmannia bradfordii Weinmannia burserifolia Weinmannia celebica Weinmannia chryseis Weinmannia cinerea Weinmannia clemensiae Weinmannia cochensis Weinmannia cogolloi Weinmannia commersonii Weinmannia comorensis Weinmannia condorensis : Sie wurde 2002 aus Ecuador erstbeschrieben. Weinmannia coodei Weinmannia corocoroensis Weinmannia costulata Weinmannia crassifolia Weinmannia croftii Weinmannia cundinamarcensis Weinmannia cymbifolia Weinmannia davidsonii : Sie wurde 2007 aus Bolivien erstbeschrieben. Weinmannia decora Weinmannia denhamii Weinmannia descendens Weinmannia descombesiana Weinmannia devogelii Weinmannia dichotoma Weinmannia discolor Weinmannia dryadifolia Weinmannia dzieduszyckii Weinmannia elliptica Weinmannia eriocarpa Weinmannia exigua Weinmannia eymana Weinmannia fagaroides Weinmannia fraxinea Weinmannia furfuracea Weinmannia geometrica Weinmannia glabra Weinmannia glomerata Weinmannia guyanensis Weinmannia haenkeana Weinmannia henricorum Weinmannia hepaticarum Weinmannia heterophylla Weinmannia hildebrandtii Weinmannia hooglandii Weinmannia horrida : Sie wurde 2010 aus Costa Rica und Panama erstbeschrieben. Weinmannia humbertiana Weinmannia humblotii Weinmannia humilis Weinmannia hutchinsonii Weinmannia ibaguensis Weinmannia icacifolia Weinmannia ilutepuiensis Weinmannia intermedia Weinmannia jahnii Weinmannia jelskii Weinmannia karsteniana Weinmannia kunthiana Weinmannia lansbergiana Weinmannia latifolia Weinmannia laurina Weinmannia laxiramea Weinmannia lechleriana Weinmannia lentiscifolia Weinmannia lopezana Weinmannia louveliana Weinmannia lowryana : Sie wurde 2001 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia loxensis Weinmannia lucens Weinmannia lucida Weinmannia luzoniensis Weinmannia lyrata Weinmannia macgillivrayi Weinmannia macrophylla Weinmannia madagascariensis Weinmannia magnifica : Sie wurde 2004 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia magnifolia Weinmannia mammea Weinmannia mariquitae Weinmannia marojejyensis : Sie wurde 2001 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia marquesana : Dieser Endemit kommt nur auf den Marquesas-Inseln vor. Weinmannia mauritiana Weinmannia microphylla Weinmannia minutiflora Weinmannia multijuga Weinmannia negrosensis Weinmannia organensis Weinmannia ouaiemensis Weinmannia ovata Weinmannia paitensis Weinmannia parviflora : Dieser Endemit kommt nur auf den Gesellschaftsinseln vor. Weinmannia parvifoliolata Weinmannia pauciflora : Sie wurde 2001 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia paulliniifolia Weinmannia pentaphylla Weinmannia pinnata : Sie ist von Mexiko über Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica bis Panama und von Venezuela, Ecuador bis Bolivien, Peru weitverbreitet und kommt auf Inseln in der Karibik vor. Weinmannia piurensis Weinmannia polyphylla Weinmannia portlandiana Weinmannia pubescens Weinmannia pullei Weinmannia purpurea Weinmannia racemosa : Sie kommt auf allen Inseln Neuseelands vor und der häufigste Baum des Landes.Markus Setzepfand: Die epiphytische und lianoide Vegetation auf Weinmannia racemosa in warm-temperaten Regenwäldern in Camp Creek, Zentral-Westland, Südinsel, Neuseeland, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg im Breisgau 2001, PDF-Version, S. 13–14. Weinmannia raiateensis : Sie ist ein Endemit von Raiatea. Weinmannia rakotomalazana : Sie wurde 2001 aus Madagaskar erstbeschrieben. Weinmannia rapensis Weinmannia reticulata Weinmannia rhoifolia Weinmannia richii Weinmannia rollottii Weinmannia rutenbergii Weinmannia samoensis Weinmannia sanguisugarum Weinmannia serrata Weinmannia sorbifolia Weinmannia spiraeoides : Sie ist ausgestorben und war ein Endemit auf der Fidschi-Insel Ovalau. Weinmannia spruceana Weinmannia stenocarpa Weinmannia stenostachya Weinmannia subsessiliflora Weinmannia sylvicola : Sie kommt nur auf der Nordinsel Neuseelands vor. Weinmannia ternata Weinmannia testudineata Weinmannia tinctoria Weinmannia tolimensis Weinmannia tomentosa Weinmannia tremuloides : Dieser Endemit kommt nur auf den Marquesas-Inseln vor. Weinmannia trianae Weinmannia trichosperma Weinmannia ulei Weinmannia urdanetensis Weinmannia vegasana Weinmannia velutina Weinmannia venusta Weinmannia vescoi Weinmannia vitiensis Weinmannia vulcanicola Sie wurde 2005 aus Costa Rica erstbeschrieben. Weinmannia wercklei Weinmannia ysabelensis : Dieser Endemit kommt nur auf den Salomonen vor. Weinmannia yungasensis : Sie wurde 2007 aus Bolivien erstbeschrieben.

mini|Fossiles Laubblatt der ausgestorbenen Art Weinmannia fagaraefolia

Einzelnachweise Datenblatt Weinmannia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.

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