Der Sommerberg ist ein hoher Berg der Haardt am Ostrand des Pfälzerwaldes in Rheinland-Pfalz.
Geographie Lage Der Sommerberg gehört wie der Zwergberg (589,3 m), die Sommerseite (540,8 m), der Rittersberg (531,8 m), der Sternberg (511,3 m) und der Nollenkopf (490,3 m) zu den Vorbergen des Hohen Loogmassivs (). Er befindet sich in exponierter Lage direkt am Rand der Haardt, so dass er trotz der relativ geringen Höhe von Standorten der Rheinebene aus als markanter Berg wahrgenommen werden kann. Im Norden ist der Berg über einen flachen Sattel mit der Sommerseite verbunden. Der Gipfel ist vollständig bewaldet und über Wanderwege nicht erschlossen. Der Berg gehört zur Gemarkung von Diedesfeld. Die Weinlage Diedesfelder Paradies reicht bis an den Osthang des Berges heran.
Naturräumliche Zuordnung Der Sommerberg gehört zum Naturraum „Pfälzerwald“, der in der Systematik des von Emil Meynen und Josef Schmithüsen herausgegebenen Handbuches der naturräumlichen Gliederung Deutschlands und seinen NachfolgepublikationenBundesanstalt für Landeskunde: Geographische Landesaufnahme. Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten *Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller, 1969; 47 S.). als Großregion 3. Ordnung klassifiziert wird. Betrachtet man die Binnengliederung des Naturraums, so gehört er zum Mittleren Pfälzerwald und hier zum Gebirgszug der Haardt, welche den Pfälzerwald zur oberrheinischen Tiefebene hin abgrenztHelmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz – Benennung und räumliche Abgrenzung. In: Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier, 1989, S. 327–359.
Zusammenfassend folgt die naturräumliche Zuordnung des Wetterkreuzbergs damit folgender Systematik: Großregion 1. Ordnung: Schichtstufenland beiderseits des Oberrheingrabens Großregion 2. Ordnung: Pfälzisch-saarländisches Schichtstufenland Großregion 3. Ordnung: Pfälzerwald Region 4. Ordnung (Haupteinheit): Mittlerer Pfälzerwald Region 5. Ordnung: Haardt
Wetterkreuz Am Südosthang des Berges befindet sich in etwa 380 m Höhe ein Wetterkreuz. Laut Inschrift im Sockel des Kreuzes wurde dieses im Jahre 1864 von der Pfarrgemeinde Diedesfeld errichtet. Vom Standort aus bietet sich eine umfassende Aussicht in die Rheinebene.
Zeter Berghaus Das Zeter Berghaus ist ein Speiselokal mit Aussichtsterrasse und liegt in rund 300 m Höhe am Südosthang des Berges. Errichtet wurde das Berghaus 1929 von dem Diedesfelder Unternehmer Richard Schwarzwälder, der seit 1915 im Zentrum von München das renommierte Weinlokal „Schwarzwälders Naturweinhaus zur Rheinpfalz“ mit zugehöriger Weinkellerei führte.Hans Dollinger: München im 20. Jahrhundert: eine Chronik der Stadt von 1900 bis 2000, Buchendorfer Verlag, 2001, ISBN 3934036422, S. 65; (Ausschnittscan) Über der Eingangstür des Zeter Berghauses befindet sich bis heute die Bauinschrift: „Errichtet A.D. 1929 von Richard Schwarzwälder Diedesfeld-München“. Schwarzwälder betrieb hier am Berghang ein Weingut mit Terrassenweinbergen, von denen heute noch die vielen Sandsteinstützmauern erhalten sind.H. Klingner: Die Pfalz am Rhein und ihre Weine, Selbstverlag des Weinbauvereins für die Rheinpfalz, 1927, S. 187; (Ausschnittscan)
Das Berghaus war ein Schutzgebäude für das Weingutspersonal und die Arbeitsgeräte, gleichzeitig bildete es die Bergstation einer kleinen Feldbahn, mit der die Trauben zu Tal geschafft wurden. Den hier gewonnenen Wein verarbeitete und verkaufte Richard Schwarzwälder in München, damals Landeshauptstadt der zu Bayern gehörenden Rheinpfalz. Sein dortiges Lokal galt als beliebter Treffpunkt von Münchner Weinkennern, Künstlern und Literaten. Eine künstlerisch wertvolle Getränkekarte, die auch eine Zeichnung vom damaligen Berghaus beinhaltet, wurde von dem bekannten Maler Ernst Liebermann gestaltet.Seite 3 der Getränkekarte, mit damaliger Ansicht des Berghauses
Später hat man das Terrassenweingut am Diedesfelder Wetterkreuzberg aufgegeben, die steile Feldbahn verschwand. Die Weinbergsflächen unterhalb des Berghauses sind jetzt ungenutzt und dem Naturbewuchs überlassen. Das Gebäude wurde verkauft und zur Gaststätte umgebaut. In den 1950er Jahren kam es in den Besitz der Diedesfelder Winzerfamilie Zeter, nach der es nun benannt ist.Anke Wanger: Hier grillt der Chef mit Pfälzer Pass, Die Rheinpfalz, Lokalteil Neustadt, 25. August 2017; (Digitalansicht) Wegen seiner Fernsicht in die Rheinebene, besonders auf Diedesfeld und Maikammer, ist das Zeter Berghaus mit seinem Terrassengarten heute ein beliebtes Ausflugslokal und Wanderziel.
Wandern Über den Berg führen einige Wanderwege vom Schlossberg mit dem Hambacher Schloss oder aus dem Klausental zum Hauptgipfel der Hohen Loog. Um den Berg führt der Prädikatswanderweg Pfälzer Weinsteig.
Einzelnachweise Diedesfelder Paradies - Eintrag auf Weinlagen-Info.de, abgerufen am 29. März 2022. Leporello-Wanderkarte Pfälzer Weinsteig, Bockenheim – Schweigen–Rechtenbach 1:25000, 2. Auflage, Publicpress Geseke 2016, ISBN 978-3-89920-677-7.
Weblinks
Kategorie:Berg in Neustadt an der Weinstraße Kategorie:Berg im Pfälzerwald