Liliane Dietz (auch Lilliane oder Lilian Dietz; * 18. August 1911 als Emilie Heil in Stockstadt am Rhein; † 26. Juli 1985 in Gießen) war eine deutsche Schauspielerin bei Bühne und Film.

Leben und Wirken Die Tochter des Schutzmanns und späteren Kriminalkommissars Georg Dietz und der Dienstmagd Magdalena HeilStadt Riedstadt, Geburtsregister Standesamt Stockstadt, Nr. 35/1911. Ihre Eltern heirateten im Jahr nach der Geburt. wuchs in Worms auf und besuchte dort eine höhere Mädchenschule. Anschließend arbeitete sie zunächst als Bankbeamtin, ehe sie bei Nelly Knappe in Offenbach am Main Tanzunterricht nahm und sich auch in Schauspiel und Gesang ausbilden ließ. Ihre erste Bühnenanstellung erhielt sie im Winter 1930 am Staatstheater Darmstadt unter der Intendanz von Carl Ebert. Kurz darauf gelangte sie in die Reichshauptstadt, als sie von Heinz Saltenburg ans Berliner Nollendorftheater geholt wurde. Meist wurde sie als jugendliche Soubrette oder Salondame besetzt.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Personalakte Liliane Dietz, R 9361-V/109061 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).

1932 bekam Liliane Dietz im Erich-Engels-Film Das Millionentestament ihre erste Filmrolle. Im Jahr darauf wirkte sie in einer Hauptrolle an der Seite von Vittorio De Sica und dem italienischen Startenor Giacomo Lauri-Volpi in der deutsch-italienischen Co-Produktion Das Lied der Sonne mit. Auch in der italienischen Version dieses Films war sie in der Hauptrolle zu sehen. Nebenbei synchronisierte sie auch, so im Paramount-Film Das Frauengefängnis (Ladies of the Big House, 1931). Obwohl die blonde und blauäugige Rheinhessin dem bevorzugten Frauentypus der Nationalsozialisten entsprach, folgten aus gesundheitlichen und familiären Gründen nur noch drei weitere Filme. Als Liliane Dietz ihre unterbrochene Karriere nach einiger Zeit fortsetzen wollte, gelang ihr trotz Intervention durch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels kein Wiedereinstieg in die Filmbranche. Stattdessen arbeitete sie als Kontoristin und wurde schließlich 1943 mangels kammerpflichtiger Tätigkeit aus der Reichsfilmkammer ausgeschlossen.

1934 heiratete Liliane Dietz den IngenieurLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Steglitz, Nr. 458/1923 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). und späteren Journalisten Rudi (genannt: Rudolf Jennoe) Schmeißer,Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin XII a, Nr. 1090/1934 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). mit dem sie eine 1935 geborene Tochter hatte. Nach der 1939 erfolgten Scheidung von Schmeißer, der bereits früher wegen Sittlichkeitsverbrechen zu einer Zuchthausstrafe verurteilt worden war, ehelichte sie 1939 den Friseur Kurt Schläfke.Landesarchiv Berlin, Familienbuch Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 1522/1939 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). Dieser starb am 1. Februar 1945 als Obergefreiter der 7. Kompanie des Panzer-Grenadier-Regiments 108 im motorisierten Feldlazarett 183.Landesarchiv Berlin, Sterbebuch Standesamt Berlin-Neukölln, Nr. 2599/1946 (online bei Ancestry, kostenpflichtig). In dritter Ehe war Liliane Dietz schließlich von 1947 bis zu ihrem Tod mit dem Geschäftsführer Heinz Günter Fritsch verheiratet.Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Familienbuch Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 683/1947. In den 1950er-Jahren übersiedelte sie mit ihrem Mann zunächst nach Wiesbaden, dann nach Niederseelbach. Nach zwischenzeitlichen Aufenthalten in Idstein sowie bei ihrer Tochter in den USA lebte sie zuletzt in Maintal. Die ehemalige Schauspielerin starb 1985 im Universitätsklinikum GießenStadtarchiv Gießen, Sterbebuch Standesamt Gießen, Nr. 1070/1985. und wurde auf dem Neuen Friedhof Maintal-Dörnigheim beigesetzt.

Filmografie 1932: Das Millionentestament 1932: Ein bißchen Liebe für dich 1933: Das Lied der Sonne (und italienische Fassung La canzone del sole) 1933: Wenn du jung bist, gehört dir die Welt 1934: Das verlorene Tal 1936: Donaumelodien

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 293. Piet Hein Honig, Hanns-Georg Rodek: 100001. Die Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts. Showbiz-Data-Verlag, Villingen-Schwenningen 1992, , S. 236.

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Anmerkungen und Einzelnachweise

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