Die Liste der Kinos im Bezirk Lichtenberg gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Bezirk Lichtenberg existiert haben oder noch existieren. Sie umfasst die seit der Verwaltungsreform 2001 zum Bezirk gehörenden Ortsteile Alt-Hohenschönhausen, Falkenberg, Fennpfuhl, Friedrichsfelde, Karlshorst, (Alt-)Lichtenberg, Malchow, Neu-Hohenschönhausen, Rummelsburg und Wartenberg. Die Zusammenstellung basiert auf verschiedenen Quellen, darunter Berliner Adress- und Telefonbüchern, Tageszeitungen, Angaben des Kino-Wikis.Website Kino-Wiki abgerufen am 18. April 2016. __TOC__

Einleitung Die nachfolgende Übersicht orientiert sich an den mit der Bezirksreform des Jahres 2001 festgelegten Bezirksgrenzen. Die bis 1979 zum Bezirk Lichtenberg und jetzt zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf gehörenden Ortsteile Marzahn, Hellersdorf, Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf sind in der Liste der Kinos im Bezirk Marzahn-Hellersdorf enthalten. Bis 1938 zu Lichtenberg gehörende Bereiche des Ortsteils Friedrichshain sind aus der Liste der Kinos in Berlin-Friedrichshain ersichtlich. – In den Ortsteilen Falkenberg, Fennpfuhl, Malchow und Wartenberg gab und gibt es keine Kinogebäude.

Im Jahr 2016 riefen zwei Initiatorinnen das Filmfestival Stadtlichter (auch als 1. Internationale Lichtenberger Filmnächte bezeichnet) ins Leben, unterstützt vom Bezirksamt.Berliner Filmfestivals. Fragen an Berit petzsch und Juliane Springsgurt, abgerufen am 22. August 2017. Hierbei finden an sieben verschiedenen Orten des Bezirks Filmvorführungen statt, die die sieben Lichtenberger Partnerstädte zum Inhalt haben. So gab es Ende Mai 2016 im großen Saal des Restaurants Việt Phố im Dong Xuan Center Filme aus Hanois Szenebezirk Hoàn Kiem.Pressemitteilung der BVV Lichtenberg vom 26. Mai 2016: Erstes Berliner Filmfestival zu Städtepartnerschaften: „Stadtlichter“ feiern im Dong Xuan Center Premiere. Anfang Juni gastierte das Filmfestival im Veranstaltungshaus Heikonaut des Sewanviertels mit Filmen aus dem polnischen Partner-Kreis Hajnówka sowie polnischen Zeichentrickfilmen (Lolek und Bolek). Mitte Juni 2016 waren im Museum Kesselhaus des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge Filme über die litauische Partnerstadt Jurbarkas zu sehen (unter anderem Too Young to Drive und Fellow Travellers) mit der Möglichkeit, anschließend mit den Regisseuren zu diskutieren.stadtlichter.berlin abgerufen am 7. Juni 2016.

Lichtenberger Bibliotheken wie die Bodo-Uhse-Bibliothek (Friedrichsfelde), die Anna-Seghers-Bibliothek (Neu-Hohenschönhausen), die Anton-Saefkow-Bibliothek (Fennpfuhl) und die Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek (Lichtenberg) zeigen seit einigen Jahren in ihren Räumlichkeiten an ausgewählten Sonnabenden je einen Film. Der Besuch ist kostenlos.Homepage der Lichtenberger Bibliotheken mit Veranstaltungsvorschau unter „Film ab“, abgerufen am 10. August 2016.

Ein ständig bespieltes Kino gibt es aktuell (Stand: 2017) nur im Ortsteil Neu-Hohenschönhausen.

Übersicht Die Vor-Sortierung der Kinos erfolgt nach der zuletzt gültigen Bezeichnung. Sie sind mit den aktuellen Adressen (Stand: Frühjahr 2016) ausgewiesen.

Name/Lageggf. Eröffnungsjahr Adresse Bestand Beschreibung, ggf. Bild Cinemotion () Neu-Hohenschönhausen, Wartenberger Straße 174 140px|rechts|CineMotion Hohenschönhausen im Jahr 2010 2000 Sitzplätze in neun Kinosälen Elite-Theater (1927) () Lichtenberg, Frankfurter Allee 244–250Elite-Theater auf KinoWiki –1929 140px|rechts Das Kino wurde ab 1921 unter dem Namen Lichtspiele Wintergarten in einem 1907 als Kaufhaus errichteten Gebäude betrieben. Kinovorführungen fanden täglich statt. Die Einrichtung verfügte anfangs über 160 Plätze, bis 1929 wurde sie auf 127 verringert. Außerdem gab es wechselnde Eigentümer; nach 1929 wurde die Bespielung aufgegeben. Die Frankfurter Allee erhielt beim Neubau der Lichtenberger Brücke eine etwas nördlichere Lage. Ein Bypass der Straße mit dem im Zweiten Weltkrieg nicht zerstörten Gebäudetrakt (erste Adresse: Hausnummern 161–165) ist erhalten und erhielt neue Hausnummern (244–250). Das ehemalige Kaufhaus bietet seit den 1980er Jahren im Erdgeschoss Platz für einige kleine Ladengeschäfte und in den oberen Etagen für Büros. Emanuel-Lichtspiele (1928), Emig (1917) und weitere wechselnde Namen () Rummelsburg, Emanuelstraße 5 Ecke Leopoldstraße –1945 Im Jahr 1917 eröffnet, trug die Einrichtung ihren Namen nach dem Betreiber Karl Emig. Den Namen Emanuel-Lichtspiele erhielt das Kino im Jahr 1928. Zuvor hieß es auch Union-Theater, Union-Lichtspiele und nach dem anderen Zugang Leopold-Lichtspiele. Im Jahr 1941 war es kurzzeitig das Engelmann nach seinem (neuen) Betreiber. Doch im Jahr 1943 wird es im Adressbuch wieder als Emanuel-Lichtspiele ausgewiesen.Aufstellung der Berliner Lichtspielhäuser 1943 Die Anzahl der Sitzplätze schwankte im Laufe der Jahre zwischen 140 und 200. Auf der Fläche wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Wohnhaus errichtet. Film-Palast () Rummelsburg, Hauptstraße 2 –1934 In dem bereits früher errichteten Ausflugslokal Café Bellevue am Rande des Rummelsburger Sees gab es für rund drei Jahre ein Kino mit dem Namen Film-Palast Lichtenberg. Das Lokal wurde 1935 abgerissen, eine neue Bebauung an dieser Stelle erfolgte nicht. Gloria-Palast (1930); Königs Festsäle (1910), dann mehrfache Namensänderungen, Offizierskasino der Sowjetarmee (1945), Kreiskulturhaus Lichtenberg (1966), Kulturhaus Karlshorst (1990) () Karlshorst, Treskowallee 112 (vor der Umnummerierung Treskowallee 87) –2010 140px|rechts|Ansicht des Kulturhauses Karlshorst anno 2008 Das Kino wurde im Jahr 1910 als Königs Festsäle eröffnet. In dem dreigeschossigen Gebäude befanden sich Wohnungen und seit 1917 ein von Richard Arnhold betriebenes Lichtspieltheater mit wechselnden Namen wie Karlshorster Lichtspiele, Erstes Karlshorster Lichtbildtheater, Karlshorster Film- und Bühnenschau. Zwischen 1930 und 1945 hieß es Gloria-Palast, Kinobesitzer war Lothar Borchert.

Der Gebäudekomplex wurde 1945–1966 von der Sowjetarmee als Offizierskasino genutzt. Wahrscheinlich war das Bauwerk in den letzten Kriegstagen stark beschädigt worden und wurde ohne die kleine Kuppel und ohne Fassadenschmuck repariert. Nach dem Rückzug der Armee erhielt der Ost-Berliner Magistrat die Einrichtung zurück und nutzte sie als Kreiskulturhaus Lichtenberg. Nach 1990 bis 2010 war es das Kulturhaus Karlshorst. Seit 2011 ist das frühere Gebäude durch einen Neubaukomplex ohne Kino ersetzt worden. Hohenschönhausener Lichtspiele () Alt-Hohenschönhausen, Werneuchener Straße 22 140px|rechts|Eckhaus Werneuchener Str. 22/Goeckestraße

Im Jahr 1943 im Berliner Adressbuch ausgewiesen; weitere Hinweise auf die Existenz eines Kinos an dieser Stelle lassen sich nicht finden. Hohenschönhauser Ton-Lichtspiele () Alt-Hohenschönhausen, Konrad-Wolf-Straße 94 (bis 1985: Berliner Straße) –1943 140px|rechts|Geschäftshaus Konrad-Wolf-Straße 94 anno 2016 Das auf dieser Parzelle vorhandene Gebäude wurde nach 1990 als Geschäfts- und Ärztehaus errichtet (siehe Bild). Das frühere Haus wurde nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg abgeräumt. Jahn-Lichtspiele () Rummelsburg, Marktstraße 2/3 –1964 140px|rechts|Gymnasium Marktstraße 2/3

Im Jahr 1954 wurde das Kino in der Aula des ehemaligen Jahn-Realgymnasiums (Schulname von 1912 bis 1938) eröffnet, woraus sich sein Name ableitete., abgerufen am 22. August 2017. Zur Kinoeröffnung war in einer Tageszeitung zu lesen: Kurzmeldung. In: Neues Deutschland, 14. Mai 1954, S. 6. Die Schließung erfolgte zum 1. Juni 1964, als letzter Film lief vom 29. bis 31. Mai Drei Liebesbriefe aus Tirol.Berliner Zeitung, wöchentliche Spielplanvorschau zum 1. Juni 1964; S. 10. Kammerspiele () Rummelsburg, Weitlingstraße 33 (vor 1938 Wilhelmstraße) bis 1962 140px|rechts Das Kino wurde im März 1962 geschlossen.Was spielt mein Kino?. In: Berliner Zeitung, 30. März 1962, S. 10. Im benachbarten Haus befand sich die Gaststätte Weitling-Eck, die sich danach passend zum Kino in Kinoklause umbenannte. Nach der politischen Wende in der DDR etablierte sich im Haus Weitlingstraße 33 ein Licht-Haus an der Ecke zur Margaretenstraße.Streetview zum Haus Weitlingstraße 33. google.de/maps; abgerufen am 19. Juli 2016. Im November 2009 ist in die ehemaligen Kinoräume ein Fahrradladen eingezogen.Homepage Fahrradladen abgerufen am 20. Juli 2016. Kosmos-Lichtspiele () Rummelsburg, Lückstraße 70 bis nach 1943 bis 1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg war die gesamte Häuserzeile zwischen Weitlingstraße und Lückstraße 73 zerstört und wurde enttrümmert. Noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist das Grundstück eine Brache. Mila-Lichtspiele; Liebig Kinotheater (1917), Emig (1918) später Union-Lichtspiele, Stadthaus-Lichtspiele () Rummelsburg, Stadthaus­straße 5 –1941 Als Liebigs Kinotheater wurde es 1917 eröffnet, durch mehrere Besitzerwechsel erhielt das Haus stets neue Namen. Der Gebäudeflügel mit der Hausnummer 5 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Park-Lichtspiele () Lichtenberg, Parkaue 25 –1948 140px|rechts|linker Flügel: Parkaue 27 Das Kino bot 493 Sitzplätze. Das Schulhaus, in dem sich der Kinosaal befand, wurde 1949 zum Haus der Kinder und 1950 zum Zentralhaus der Jungen Pioniere (1961 bis 1990 Zentralhaus der Jungen Pioniere „German Titow“). Reform-Theater () Alt-Hohenschönhausen, Konrad-Wolf-Straße 76 (bis 1985 Berliner Straße) bis nach 1945 140x140px|rechts|Hier könnte das Kino drin gewesen sein. Das 1921er Adressbuch enthält die Eintragung Kinematographische Vorführungen unter der Adresse Berliner Straße 76 mit dem Namen Reform-Theater und Leuschner, M. Der entsprechende Gebäudekomplex ist ein Eckhaus an der (späteren) Sandinostraße. Es wurde nach Portalen unterschieden, in Portal II wohnte M. Leuschner, Kinobesitzer. Im Jahr 1930 hieß der Kinobesitzer W. Redell. Wie lange das Filmtheater bestand, ist nicht bekannt. Das Gebäude wurde im Krieg nicht beschädigt. Ringbahn-Theater () Lichtenberg, Frankfurter Allee 115/117 (von 1954 bis 1961 Stalinallee 401) –1960 Das auch als Lichtenberger Ringbahntheater bekannte Kino befand sich auf der Nordseite der Frankfurter Allee, unmittelbar auf der Ostseite der Ringbahntrasse, und verfügte über 354 Sitzplätze (anfängliche Nummerierung 269). Die Vorführungen fanden täglich statt.Ringbahn-Theater. KinoWiki. Nachdem das Gebäude um 1960 beseitigt worden war, gab es bis nach 1990 hier nur eine ungepflegte Grünfläche. Erst um 1997 wurde an dieser Stelle das Ring-Center II erbaut, in dem sich aber kein Kino befindet. Rio-Lichtspiele () Lichtenberg, Möllendorffstraße 14 bis nach 1943 Der Gebäudetrakt wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigt und anschließend beseitigt. An seiner Stelle entstand in den 1970er Jahren eine reine Wohnzeile. Schloß-Lichtspiele (1928) () Friedrichsfelde, Einbecker Straße 119 (bis 1950: Wilhelmstraße 17a) –1980 140px|rechts|Das Kinogebäude im Jahr 2008 Das eingeschossige Gebäude mit Pultdach entstand 1928 für die sich ausdehnende Gemeinde Friedrichsfelde. Die südliche Längsseite des Vorführraumes stand entlang der Einbecker Straße. Der Zuschauerraum war schräg abwärts führend und eine mit einem Glitzervorhang versehene Leinwand wurde (in den 1960er Jahren) zu den Kinovorstellungen mit einem melodischen Dreiklang aufgezogen. Im Jahr 1980 ließ die Lichtenberger Verwaltung das Kino wegen Baufälligkeit schließen; das Haus wurde 2009 abgerissen. Schwarzer Adler