Christa „Kinsi“ Kinshofer, verheiratete Christa Kinshofer-Rembeck (* 24. Januar 1961 in München), ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin und Unternehmerin. In ihrer Karriere gewann sie drei olympische Medaillen, eine Weltmeisterschaftsmedaille und sieben Weltcup-Rennen.
Biografie
Sportliche Karriere Christa Kinshofer wurde als Tochter von Alfred und Maria Kinshofer in München geboren. Sie wuchs mit drei Geschwistern im oberbayerischen Miesbach auf, wo die Eltern ein erfolgreiches Maschinenbau-Unternehmen führten. Als Kind ging sie neben dem Skilaufen auch dem Eiskunstlauf nach. 1966 wurde sie Mitglied des SC Miesbach. Als Eiskunstläuferin wurde Kinshofer im Alter von acht Jahren „Bambino-Meisterin“ in München. Sie konzentrierte sich bereits in jungen Jahren auf alpine Skirennen. Ab 1971 nahm sie an größeren Rennen teil, besuchte das Skigymnasium in Berchtesgaden und wurde mehrfach Deutsche Jugendmeisterin. Die ersten Weltcup-Punkte fuhr sie mit einem zehnten Platz im Slalom in der Saison 1976/77 ein.Kinshofer-Rombeck, Christa. In: Internationales Sportarchiv 25/2010 vom 22. Juni 2010 (abgerufen via Munzinger Online).
Der Durchbruch im Skiweltcup gelang der Technik-Spezialistin in der Saison 1978/79, als sie fünf Weltcup-Riesenslaloms in Folge gewann (die fünf Riesenslalomsiege hintereinander stellen bis dato einen deutschen Rekord dar, dem am nächsten kamen mit je vier Slalomsiegen en suite Christa Zechmeister 1973/74 und Maria Höfl-Riesch 2008/09). 1979 wurde Kinshofer zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt. Ein Jahr später gewann sie mit erst 18 Jahren im Slalom bei den Olympischen Spielen in Lake Placid die Silbermedaille. Dafür wurde sie mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.
Die Allrounderin war an zweiter Position im Gesamtweltcup, doch ein schwerer Skiunfall, ein Trümmerbruch des rechten Knöchels, zwang sie zu einer elf-monatigen Pause. Nachdem sie sich mit dem Deutschen Skiverband wegen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Trainingsmethoden überwarf, musste sie den DSV verlassen. Ab diesem Moment startete sie für das niederländische Skiteam. Wegen Aberkennung all ihrer FIS-Weltranglistenpunkte musste sie mit der letzten Startnummer (Nr. 124) wieder neu beginnen. Kinshofer wäre auch für die Weltmeisterschaften 1987 von den FIS-Punkten her startberechtigt gewesen, doch fehlte ihr der niederländische Pass.«Die "Dame Kinshofer" feierte so ausgelassen wie ein Teenager», Sport Zürich Nr. 24 vom 26. Februar 1988, S. 2.
Christa Kinshofers Comeback begann mit dem Gewinn der Internationalen Deutschen Meisterschaft, obwohl sie noch für die Niederlande startete. Der DSV holte sie mit großer Anerkennung ihrer Leistungen zurück ins deutsche Nationalteam.
Bereits bei ihrem ersten Weltcuprennen für den DSV wurde sie am 26. November 1987 im Slalom von Sestriere Vierte,Volkszeitung Kärnten vom 27. November 1987, Seite 46 dem (nach den Rängen 8 am 28. November am selben Ort und 15 am 12. Dezember in Leukerbad, jeweils im Super-G) schon im vierten Antreten der Sieg im Slalom in Piancavallo am 19. Dezember (mit Start-Nr. 23)«Aus dem „Exil“ zum Slalomsieg»; «Kärntner Tageszeitung» vom 20. Dezember 1987 folgte. Sie konnte sich in vier Disziplinen für die Olympischen Spiele 1988 in Calgary qualifizieren, bei denen sie noch einmal größere Erfolge landete: Sie gewann Silber im Riesenslalom und einen Tag später Bronze im Slalom, jeweils hinter der Schweizer Doppel-Olympiasiegerin Vreni Schneider. Danach beendete Christa Kinshofer ihre Karriere. Beigetragen zu dieser Entscheidung hatte auch eine Bandscheibenverletzung.
Kinshofer galt von Anfang an als „Riesentalent“, das trotz geringerem Trainingsaufwand als ihre Teamkolleginnen gute Ergebnisse erzielte. Ihr Talent, sich vor der Kamera „zu verkaufen und zu artikulieren“,Gereift und geläutert. In: Der Spiegel 5/1988, S. 172–173. brachte ihr mehrere Werbeverträge ein. Im Laufe ihrer Karriere wurde sie von den Medien auch als „Glamourgirl“ und „Hollywood-Christa“ bezeichnet. Kinshofer lachte und nahm es als Kompliment: "Weibliche Athletinnen sind sexy und selbstbewusst."
Weitere Laufbahn Am 3. März 1988 wurde die sechsfache Deutsche Meisterin zur Ehrenbürgerin der Stadt Miesbach ernannt. Nach ihrer Karriere als Sportlerin arbeitete Kinshofer als TV-KommentatorinSport-Bild & Audi präsentieren die Ski-WM ’93 – Alles über die spannenden Rennen vom 3. bis 14. Februar in Morioka (Japan), Sport-Bild vom 3. Februar 1993, S. 31 ff., 36. (Sportchannel in London, Eurosport in Paris und Expertin bei Bild) und eröffnete ein Kindersport-Geschäft in der Münchner Residenzstraße. Bereits während ihrer sportlichen Karriere hatte sie zusammen mit ihrer Schwester ein Modegeschäft gegründet. 2001 trat sie als Buchautorin in Erscheinung (Fit for Success, 2001, Autobiografie Helden werden nicht gewürfelt, 2010). Bis heute arbeitet sie international als Motivationstrainerin und Rednerin für den Bereich Sportmarketing und -sponsoring.Rednerseite von Christa Kinshofer Sie organisiert Golfturniere und Ski-/Snowevents, außerdem setzt sie sich als Botschafterin der Stiftung Laureus Sport for Good für Kinder und Jugendliche ein.Laureus: 2005 eröffnete sie die größte Skihalle der Welt in Dubai (Ski Dubai).
Kinshofer und der Orthopäde und Sportmediziner Erich Rembeck sind seit 2009 verheiratet, beide in zweiter Ehe.Ski-Königin heiratet Leibarzt von Boris. bild-online.de, 19. Juli 2009 Christa Kinshofer brachte aus erster Ehe Zwillingstöchter (* 1992) mit in die Patchworkfamilie, ihr Mann hat drei Kinder.Stern Nr. 1 vom 30. Dezember 2015, S. 130 Was macht eigentlich? Christa Kinshofer PDF-Datei Seit November 2012 betreibt sie mit ihrem Mann die Christa Kinshofer Skiklinik in der ATOS Klinik in München.Und nach dem Sturz?. Beitrag von Regina Albers auf Focus Online, 10. Dezember 2012. Am 29. September 2020 fand die Eröffnung des Christa Kinshofer Skizentrum Tegernseer Tal in Bad Wiessee statt, einem Skileistungszentrum im Münchner Umland, in dem Nachwuchssportler regelmäßige Trainingseinheiten absolvieren. Kinshofer ist dabei sowohl Namensgeberin als auch Unterstützerin des ehrenamtlich tätigen Fördervereins Schneesport Tegernseer Tal e. V.Ex-Skistar mit eigenem Hang. Beitrag von Theo Klein auf Bild.de, 25. September 2020.
Erfolge Olympische Spiele Lake Placid 1980: 2. Slalom, 5. Riesenslalom (zählte zugleich als WM) Calgary 1988: 2. Riesenslalom, 3. Slalom, 10. Super-G
Weltmeisterschaften Schladming 1982: 9. Riesenslalom
Weltcupwertungen Christa Kinshofer gewann einmal die Disziplinenwertung im Riesenslalom.
Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 1976/77 40. 1 – – – – – – 21. 1 – – 1978/79 8. 110 – – – – 1. 125 17. 35 – – 1979/80 11. 79 – – – – 9. 42 13. 37 – – 1980/81 9. 165 21. 21 – – 8. 63 15. 29 3. 52 1981/82 24. 56 – – – – 20. 15 21. 17 6. 24 1982/83 66. 5 – – – – – – 29. 5 – – 1985/86 44. 31 – – 20. 12 – – 30. 8 21. 11 1986/87 48. 16 – – – – 23. 11 31. 5 – – 1987/88 12. 105 – – 12. 16 11. 22 5. 67 – –
Weltcupsiege Kinshofer errang insgesamt 17 Podestplätze, davon 7 Siege:
Datum Ort Land Disziplin 18. Dezember 1978 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom 7. Januar 1979 Les Gets Frankreich Riesenslalom 6. Februar 1979 Berchtesgaden Deutschland Riesenslalom 8. März 1979 Aspen USA Riesenslalom 11. März 1979 Heavenly Valley USA Riesenslalom 21. Januar 1981 Crans-Montana Schweiz Kombination 19. Dezember 1987 Piancavallo Italien Slalom
Weblinks
(für Deutschland startend) (für die Niederlande startend)
Literatur Christa Kinshofer, Peter Landstorfer: Helden werden nicht gewürfelt. Kämpfen, stürzen, aufstehen. mvg-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-86882-157-4.
Einzelnachweise
Kategorie:Sportler des Jahres (Deutschland) Kategorie:Alpiner Skirennläufer (Deutschland) Kategorie:Alpiner Skirennläufer (Niederlande) Kategorie:Deutscher Meister (Ski Alpin) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1980 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 1988 Kategorie:Teilnehmer einer Alpinen Skiweltmeisterschaft Kategorie:Träger des Silbernen Lorbeerblattes Kategorie:Ehrenbürger von Miesbach Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Frau