Der Mercedes-Benz G 3a ist ein leichter militärischer und geländegängiger Lastkraftwagen mit drei Achsen. Das Fahrzeug wurde mit verschiedenen Aufbauten von 1929 bis 1935 in einer Stückzahl von über 2000 Einheiten gebaut. Bei der Wehrmacht wurde das Fahrzeug als Kfz. 61 - 64 eingeordnet.

Entwicklung

Hintergrund 1926 begannen Überlegungen der Reichswehr zur künftigen Ausrüstung des deutschen Heeres. Die generelle Motorisierung, die auch die Streitkräfte anderer Nationen seit dem Ende des Ersten Weltkrieges anstrebten, galt als wichtiger Aspekt möglicher künftiger Kriege. Geländegängige Lastkraftwagen, die große Gespanne ersetzen konnten, standen in der kaiserlichen Armee noch nicht zur Verfügung, auch wurden solche in Deutschland noch nicht produziert. Vor und im Ersten Weltkrieg hatte man bereits Erfahrungen mit Subventions-Lkw und der Fahrzeugklasse der Regel-3-Tonner gemacht.Oswald: Deutsche Militärfahrzeuge bis 1945 2019 S. 132-133

Die Reichswehr formulierte genauere Anforderungen in verschiedenen Nutzlastklassen. Das Heeresamt spezifizierte ein solches Fahrzeug und gab diese Beschreibung an die deutschen Nutzfahrzeughersteller. Die Spezifikation forderte einen dreiachsigen, hinten zwillingsbereiften Lastkraftwagen mit 1500 kg Nutzlast, hoher Bodenfreiheit, angetriebenen Hinterachsen und guter Zugkraft. Von der Beschreibung in der Reichswehr her hieß die Klasse „leichter geländegängiger Lastkraftwagen (o)“, wobei „o“ für handelsüblich, also einen Industrieentwurf stand.

Mercedes-Benz G 3 Der erste Entwurf war der Mercedes-Benz G 3 von dem zwischen 1928 und 1929 nur eine geringe Anzahl gefertigt wurde.

Mercedes-Benz G 3a Ab 1929 begann die Fertigung eines verbesserten Typs, dem G 3a, der letztlich von Mercedes-Benz bis 1938 gefertigt wurde. Sehr frühe Fahrzeuge wurden noch mit einem festen Fahrerhaus ausgeliefert.

Technik Der G 3a hat einen U-Profil-Leiterrahmen. Die Vorderachse ist eine an Halbblattfedern aufgehängte Starrachse. Die zwei Hinterachsen sind ebenfalls Starrachsen und sind an insgesamt zwei gemeinsamen Halbfedern aufgehängt. Während die Vorderräder einfach bereift sind, können die Hinterräder doppelt bereift sein. Die Reifen sind rundum Geländereifen der Größe 6-20. Verzögert wird das Fahrzeug mit einer hydraulisch betätigten Bremsanlage, die Bremskraft wirkt auf alle sechs Räder. Die Handbremse wirkt hingegen nur auf die Räder an der vorderen Hinterachse. Gelenkt wird mit einer Spindellenkung. Die Antriebskraft wird über eine Einscheibentrockenkupplung auf ein Getriebe mit vier Gängen und Vorgelege übertragen, von dort gelangt die Kraft auf die beiden Hinterachsen mit Sperrdifferenzialen. Der Motor ist ein wassergekühlter Sechszylinder-Ottomotor des Typs Mercedes-Benz M 09 mit stehenden Ventilen und siebenfach gelagerter Kurbelwelle. Die stirnradgetriebene Nockenwelle liegt im Kurbelgehäuse. Das Kraftstoff-Luftgemisch wird von zwei Vergasern bereitet. Die Fahrzeug-Bordspannung beträgt 12 V.

Technische Daten

+ G 3aMotor Motorbezeichnung Daimler-Benz M 09 Motortyp Sechszylinder-Ottomotor Gemischaufbereitung 2 × Vergaser Typ Zenith HKB 36 Ventilsteuerung SV-Ventilsteuerung, untenliegende Nockenwelle Bohrung × Hub 82,5 × 115 mm Hubraum 3689 cm³ Verdichtung 5,45:1 Nennleistung 50 kW (68 PS) bei 2900 min−1 Nenndrehmoment 165 Nm (16,8 kpm) bei 2900 min−1Kraftübertragung Antrieb auf Hinterachsen Kupplung Einscheibentrockenkupplung Differenziale Zwei Sperrdifferenziale Maße, Gewichte, sonstige Angaben Maximal zulässiges Gesamtgewicht 4800 kg

Einsatz Die Verwendung des Fahrzeugs war vielfältig.

offener Pritschenwagen (Standard) Fernsprechbetriebs-Kraftwagen (Kfz. 61) Vermessungsgeräte-Kraftwagen (Kfz. 61) Funkbetriebs-Kraftwagen (Kfz. 62)

Literatur

Frank, Reinhard: Mercedes im Kriege – Personenwagen, Lastkraftwagen, Sonderaufbauten. PODZUN-PALLAS-VERLAG, Dornheim. 1985. ISBN 3-7909-0244-6.

Weblinks Bilder und Beschreibung

Einzelnachweise

Kategorie:Radfahrzeug der Wehrmacht G 3a Kategorie:Lkw-Modell