Jora Wielka () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken) im Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg).

Geographische Lage Jora Wielka liegt am Westufer des Talter Gewässers () in der östlichen Mitte der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Die ehemalige Kreisstadt Giżycko (Lötzen) liegt 26 Kilometer in nordöstlicher Richtung entfernt, bis zur heutigen Kreismetropole Mrągowo (Sensburg) sind es zwölf Kilometer in westlicher Richtung, und die Stadt Mikołajki (Nikolaiken) ist acht Kilometer in südöstlicher Richtung entfernt.

Geschichte Der vor 1540 Jawer genannte OrtDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Groß Jauer wurde 1437 gegründet. 1785 wurde er als ein köllmisches Dorf mit 40 Feuerstellen genannt, 1818 ebenso mit 54 Feuerstellen bei 290 Seelen.Groß Jauer (Landkreis Lötzen) Es handelte sich um ein weit gestreutes Dorf, als es am 29. März 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Groß Jauer wurde. Dieser bestand bis 1945 und gehörte zum Kreis Lötzen im Regierungsbezirk Gumbinnen (1905 bis 1945: Regierungsbezirk Allenstein) in der preußischen Provinz Ostpreußen.

Von 1874 bis 1945 war Groß Jauer auch Sitz eines eigenen Standesamtes. Im Jahre 1910 zählte das Dorf 479 Einwohner, im Jahre 1933 waren es 452 und 1939 noch 409 Einwohner.

In Kriegsfolge kam Groß Jauer 1945 mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Jora Wielka“. Heute ist das Dorf Sitz eines Schulzenamtes () und eine Ortschaft im Verbund der Stadt- und Landgemeinde Mikołajki (Nikolaiken), vom Kreis Lötzen in den Powiat Mrągowski (Kreis Sensburg) „gewechselt“, vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.

Amtsbezirk Groß Jauer (1874–1945) Der Amtsbezirk Groß Jauer, der von 1874 bis 1945 bestand, setzte sich aus acht Dörfern zusammen: Name Polnischer Name Name Polnischer Name Groß Jauer Jora Wielka Mnierczeiewen1928–1945: Mertenau Mierzejewo Groß Notisten Notyst Wielki Königshöhebis 1881: Uszranken Użranken Klein Jauer Jora Mała Salza Zalec Klein Notisten Notyst Mały Zondern Sądry

Die Dörfer sind heute auf die Gmina Mrągowo bzw. auf die Gmina Mikołajki verteilt.

Kirche Groß Jauer war bis 1892 in die Evangelische Pfarrkirche Rhein, danach bis 1945 in die Kirche KönigshöheWalther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 492 innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union und in die katholische Pfarrkirche St. Adalbert in Sensburg () im Bistum Ermland eingepfarrt.

Heute gehört Jora Wielka zur evangelischen Kirchengemeinde Użranki, einer Filialgemeinde der St.-Trinitatis-Kirche in Mrągowo in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. zur katholischen Pfarrkirche in Użranki im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Verkehr Jora Wielka liegt ein wenig abseits, dennoch aber verkehrsgünstig im Dreieck der beiden von und nach Mrągowo (Sensburg) führenden polnischen Landesstraßen DK 16 (frühere Reichsstraße 127) und DK 59 (Reichsstraße 140) und ist von Prawdowo (Prawdowen, 1929 bis 1945 Wahrendorf) bzw. Zalec (Salza) aus zu erreichen.

Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Mikołajki