Spider-Man: Homecoming ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm von Jon Watts, der von den Marvel Studios produziert wurde. Es ist der 16. Film innerhalb des Marvel Cinematic Universe und darin der erste Film mit Spider-Man als Hauptfigur. Es handelt sich um eine Fortsetzung des Films The First Avenger: Civil War von 2016. Der Film kam am 13. Juli 2017 in die deutschen Kinos.

Handlung Der in New York City lebende, 15-jährige Peter Parker ist wie sein bester Freund Ned ein Außenseiter an der New Yorker Midtown High School. Einer der wenigen Lichtblicke an seiner Schule ist sein heimlicher Schwarm Liz, die Präsidentin des dortigen Teams für den United States Academic Decathlon, dem auch Peter angehört. Peter kann sich nur schwer auf den Unterricht und seine früheren Hobbys konzentrieren, weil er immerzu an die Geschehnisse in Deutschland denkt und sich Szenen des Kampfes auf seinem Laptop anschaut. Nachdem er als Spider-Man an der Seite von Tony Stark als Iron Man am Flughafen Leipzig/Halle gegen Captain Americas aufsässige Avengers vorgegangen war, hinterließ ihm Tony einen neuen Hightech-Spider-Man-Anzug, dessen viele Funktionen aber erst nach und nach freigeschaltet werden sollen. In seiner Freizeit betätigt er sich weiter als Superheld, doch er will mehr tun, als nur hier und da Kleinkriminelle aufzuhalten. Tony will ihn noch nicht zu einem offiziellen Mitglied der Avengers machen, doch Peter fragt fast täglich bei Happy, Tonys Sicherheitschef, nach, ob er für irgendeine Mission gebraucht wird, und hält sich ständig in Bereitschaft für einen möglichen Rückruf, worunter seine Aufmerksamkeit im Unterricht und seine Hobbys leiden. Ned findet schließlich heraus, dass Peter ein Doppelleben als Superheld führt, und wird zu dessen Partner.

Als Peter einen Überfall auf die Geldautomaten einer Bank verhindert, bei dem technologisch hochentwickeltes Equipment zum Einsatz kommt, tritt mit dem skrupellosen Waffenhändler Adrian Toomes ein neuer Bösewicht auf den Plan. Dieser hatte sich acht Jahre zuvor als Besitzer eines privaten Bergungsunternehmens an den Aufräumarbeiten beteiligt, die durch den Angriff der Chitauri auf New York notwendig geworden waren. Als ihm von der US-Regierung weitere Bergungen untersagt wurden, beschloss er wegen der daraus resultierenden finanziellen Verluste, die bereits geborgene Chitauri-Technologie für den Bau eines Fluganzugs und hochtechnisierter Waffen für den Schwarzmarkt zu verwenden. Weil Peter weder Happy noch seinen Mentor Tony von der Gefahr, die von Toomes ausgeht, überzeugen kann, macht er auf eigene Faust Jagd auf ihn, denn er wittert endlich seine Chance, sich als Superheld zu beweisen. Später stört Peter einen Waffendeal zwischen Jackson Brice und Herman Schultz, die zu Toomes’ Leuten gehören, und dem Kleinkriminellen Aaron Davis. Als Toomes ihn hierbei überrumpelt, muss Iron Man zu seiner Rettung einschreiten, und warnt Peter davor, die Sache weiter zu verfolgen. Bei dieser Gelegenheit gelangt jedoch ein Stück der Chitauri-Technologie in Peters Hände, und gemeinsam mit Ned versucht er, hinter das Geheimnis des darin befindlichen Energiekerns zu kommen. Als beide an Peters Anzug herumbasteln, deaktivieren sie die „Kindersicherung“ und schalten eine Reihe zusätzlicher Funktionen frei, darunter eine Künstliche Intelligenz.

Als das Zehnkampfteam zu einem Wettstreit nach Washington fährt und Ned das Chitauri-Modul mit in das Washington Monument nimmt, wird es versehentlich aktiviert und beschädigt das Gebäude mit einer enormen Energieentladung, so dass das Team droht, mit dem hierdurch ebenso beschädigten Fahrstuhl abzustürzen. Peter – der in Folge eines Versuchs, Toomes von seinen Machenschaften abzuhalten, zuvor den Zehnkampf verpasst hatte – kann als Spider-Man im letzten Moment alle retten. Er erfährt von Davis, dass sich Toomes und einige seiner Leute auf der Staten Island Ferry befinden, wo sie Waffen an einen gewissen Mac Gargan verkaufen wollen. Beim Versuch, sie dort gefangen zu nehmen, taucht das FBI auf, und die Fähre wird stark beschädigt und fast versenkt. Iron Man muss abermals einschreiten, um eine Katastrophe zu verhindern, und nimmt Peter zur Strafe für seinen Leichtsinn den Spider-Man-Anzug weg.

Als der große Homecoming-Ball ansteht, bietet Peter Liz an, sie dorthin zu begleiten, und sie willigt ein. Als Peter sie zu Hause abholen will, öffnet ihr Vater – zu Peters Entsetzen Adrian Toomes – die Tür. Auf dem Weg zum Ball erkennt auch Toomes, dass Peter Spider-Man ist, doch weil Peter seiner Tochter in Washington das Leben gerettet hat, verschont er ihn, nicht ohne ihn davor zu warnen, ihm bei seinen Waffengeschäften nochmal in die Quere zu kommen, da er ansonsten Peter und alle, die ihm wichtig sind, töten werde. Peter, noch starr vor Schreck, willigt ein, hängt sich aber dennoch erneut unbemerkt an Toomes’ Fersen und kann verhindern, dass dieser ein Flugzeug, das hochmoderne Waffen von Stark Industries zum neuen Hauptquartier der Avengers bringen soll, in der Luft ausrauben kann. Toomes überlebt den Absturz des Flugzeugs, doch beim Versuch, mit einer Kiste der Ladung zu entkommen, explodiert sein beschädigter Fluganzug. Peter rettet ihn aus dem Feuer und liefert ihn der Polizei aus. Tony lädt Peter aufgrund seiner Leistung ein, den Avengers beizutreten, doch Peter lehnt dies vorerst ab. Zu Hause angekommen, entdeckt Peter den Spider-Man-Anzug, den Tony ihm zuvor weggenommen hatte, in einer Tüte auf seinem Bett. Er zieht ihn sofort an, und als er seine Maske in seinem Zimmer bei offener Tür abnimmt, beobachtet Tante May das Geschehen und ist außer sich.

In der Mid-Credit-Szene trifft Toomes im Gefängnis auf seinen ehemaligen Käufer Mac Gargan, der ein paar Freunde hat, die sich an Spider-Man rächen wollen. Außerdem hat er das Gerücht gehört, dass Toomes die wahre Identität Spider-Mans kennt. Toomes bestreitet dies. Nach dem Abspann taucht Captain America auf und erzählt etwas über Geduld.

Produktion mini|hochkant|Regisseur Jon Watts auf der Comic-Con 2016 Produktionsgeschichte Nach dem Bekanntwerden des offiziellen Titels wurde spekuliert, ob dieser womöglich eine filmische Adaption der The-Amazing-Spider-Man-Ausgabe Nr. 252 aus dem Jahr 1984 werden könnte, die den gleichen Titel trägt und in dem das schwarze Kostüm von Spider-Man eingeführt wurde. Zudem legte das Kostüm die Grundlage für den später eingeführten Alien-Parasiten, der Venom hervorbrachte.Graeme McMillan: ‘Spider-Man: Homecoming’: What Does That Title Mean, Anyway? In: The Hollywood Reporter, 13. April 2016.

Nach Ansicht von Fachleuten geht es Sony und Marvel im Film darum, den neuen Spider-Man als eigenständigen Helden zu etablieren,Julius Vietzen: Nach ‘The First Avenger: Civil War’: Wie geht es jetzt weiter in Marvels Kinouniversum? In: filmstarts.de, 28. April 2016. nachdem er in den Vorgängerfilmen eher als Nebenfigur in das Marvel Cinematic Universe eingeführt wurde. Da die Filmrechte für die Figur Spider-Man bei Sony Pictures liegen, der Film jedoch gemeinsam mit den Marvel Studios produziert wird, weil diese in den vorangegangenen Jahren erfolgreicher bei der Umsetzung von Filmen mit Marvel-Figuren waren, befürchteten Kritiker, Sony könne zu viel Einfluss auf den Film haben. Bei einer Pressekonferenz zum Film Captain America: Civil War im April 2016 sagte Kevin Feige, der Chef der Marvel Studios, zur geplanten Aufgabenverteilung zwischen den beiden beteiligten Studios, die kreativen Entscheidungen würden von Marvel getroffen werden.Spider-Man: Homecoming – Marvel bestimmt die kreative Ausrichtung. In: moviepilot.de, 28. April 2016.Adam Chitwood: ‘Spider-Man’ Reboot: Kevin Feige Says Marvel Are the ‘Creative Producers’ on the Film. In: collider.com, 12. April 2016. Im Juli 2016 teilte Feige mit, dass sich Marvel bei der Neuauflage der Spider-Man-Reihe an Harry Potter orientieren will, weil dessen Lebensweg mit dem von Peter Parker vergleichbar sei.Movie Talk: ‘Spider-Man’ to Follow ‘Harry Potter’ Formula; Kevin Feige Talks Baby Groot’s Memories. In: collider.com, 28. Juli 2016. Homecoming, der Untertitel des Films, spielt auf eine Festtradition an Bildungseinrichtungen in den USA an. Jörg Wunder vom Tagesspiegel erkennt darin zudem einen Subtext: „Obwohl Sony mit seinen Spinnenmännern eine glücklichere Hand hatte als die Konkurrenz von Fox mit den Fantastic Four, wurde vereinbart, die weiter von Sony vertriebenen Filme von Marvel produzieren zu lassen und die Comic-Ikone somit buchstäblich an ihren von Fans eingeforderten Platz im MCU heimkehren zu lassen.“Jörg Wunder: Im Kino: ‘Spider-Man: Homecoming’: Der Anfänger. In: Der Tagesspiegel, 12. Juli 2017.

Bezüge zu den Comics und früheren Filmen mini|hochkant|Stan Lee, der Schöpfer von Spider-Man und Iron Man, bei der San Diego Comic-Con International 2015 Die Figur von Spider-Man war bereits im Film The First Avenger: Civil War in einer von Kritikern vielfach gelobten Szene neu in die Avengers eingeführt worden, in der Peter Parker von Tony Stark in dessen Wohnung in Queens aufgesucht und von ihm dazu angestoßen wird, ein Gefühl dafür zu bekommen, wer er ist und warum er sich eigentlich Abend für Abend durch New York schwingt. Infolge dieses Gesprächs werde aus dem hochintelligenten, in sozialen Angelegenheiten jedoch nur wenig erfahrenen Teenager ein wahrer Superheld mit Idealen, was die Grundidee, die hinter der Figur steckt, sehr gut erkläre.Katie Granger: In: moviepilot.com, 13. Mai 2016.

Anfänglich hat Peter Parker kein großes Interesse daran, ein Held zu sein. In der Neuauflage ist es Stark, der Peter Parker dazu motiviert, den Avengers beizutreten und mit ihm nach Deutschland zu kommen, um dort seine besonderen Fähigkeiten gegen das scheinbar Böse einzusetzen. Dadurch, dass Stark ihn im Film daran erinnerte „Wenn du die Macht hast und böse Dinge geschehen und du nichts tust, um sie aufzuhalten, dann geschehen diese bösen Dinge deinetwegen“, übernahm er die Mentorenfunktion, die in den ComicsAmazing Fantasy #15 Amazing Fantasy (1962) #15. In: marvel.com. Abgerufen am 15. Mai 2016. und Vorgängerfilmen sein Onkel Ben erfüllte, der ihm erklärt hatte: „Aus großer Macht entsteht auch große Verantwortung.“ Somit ist es weiterhin weder Edelmut noch Rache, sondern das schlechte Gewissen, das Spider-Man in der Neuauflage zu seinen Heldentaten bewegt. Am Ende des Films wurde als Hinleitung zur Spider-Man-Neuauflage in einer Post-Credit-Szene gezeigt, wie Spider-Man seiner Tante May wegen der in Leipzig erlittenen Blessuren Rede und Antwort stehen muss, sich gleichzeitig aber auch über die neue Ausrüstung freuen darf, die Stark ihm hinterlassen hat.

Die Einführung von Spider-Man in die Reihe der Avengers, so der Drehbuchautor Stephen McFeely, sei dem Umstand geschuldet gewesen, dass dieser Held durch die bisherigen Spider-Man-Filme nicht nur Fans der Comic-Hefte, sondern darüber hinaus auch den meisten Kinobesuchern bekannt sei, was den Vorteil habe, dass man nicht mehr erklären müsse, wie dieser zu seinen Superkräften kam, und den Drehbuchautoren die Vorstellung des Protagonisten im Film erlaube, ohne zu viel Zeit mit der Hintergrundgeschichte und der Figurenentwicklung verschwenden zu müssen.