Amazon Echo ist ein smarter Lautsprecher und das Frontend zum Sprachassistenten Alexa des US-amerikanischen Konzerns Amazon. Er greift auf diverse herstellereigene Dienste sowie Dienste von Drittanbietern zu. Diese Dienste werden als Skills bezeichnet. Das Gerät wird seit dem 23. Juni 2015 in den Vereinigten Staaten und seit dem 26. Oktober 2016 in Deutschland verkauft. Das Sprachassistenz-Geschäft verursachte fünf Milliarden US-Dollar Verlust im Jahr 2022.

Funktionalität Sprachsteuerung mini|hochkant|Amazon Echo Dot (2. Generation) mit ausgeschalteten Mikrofonen

Die Geräte sind so konzipiert, dass sie im Bereitschaftsmodus die Sprache zunächst geräteintern verarbeiten und auf ein Aktivierungswort warten. Mittels gesprochener Aktivierungswörter wie Alexa, Echo, Amazon oder ComputerAktivierungswort ändern. amazon.de oder durch Drücken der Aktionstaste auf der Oberseite des Geräts wird die eigentliche Sprachsteuerung eingeleitet. Im Folgenden überträgt das Gerät dann die im Raum gesprochenen Worte über das Internet zum Hersteller, wo die Befehle umgesetzt werden. Das Gerät muss dazu über ein WLAN mit dem Internet verbunden sein.

Die einzelnen Phasen zwischen Bereitschaft, Spracherkennung und -verarbeitung zeigt das Gerät über einen farbigen Leuchtring an. Wenn mehrere Geräte in akustischer Reichweite betrieben werden, erfolgt die Spracherkennung an dem Gerät, welches dem Benutzer am nächsten ist. Diese Technik wird als Echo Spatial Perception bezeichnet.

Über einen Knopf kann die Sprachsteuerung auch gänzlich abgeschaltet werden. Dieser wirkt direkt auf die sieben eingebauten Mikrofone, d. h. ohne weitere herstellerseitige Eingriffsmöglichkeit. Eine derart abgeschaltete Sprachübertragung wird über rote Leuchten signalisiert.

Skills - Funktionserweiterungen Ohne Skill-Erweiterungen kann das Gerät Aktionen ausführen wie beispielsweise das Abspielen von Musik, Setzen eines Weckers oder Timers, Begriffe erklären, Kalender verwalten etc. Amazon bietet darüber hinaus einen Store für sogenannte Skills (Leistungsangebote), welche von Drittanbietern erstellt werden können. Skills werden vom Benutzer aktiviert und bieten zusätzliche Funktionen wie das Steuern von Smart-Home-Geräten, Spiele oder das Hören von Nachrichten. In den USA stehen mittlerweile über 50.000 Skills zur Kommunikation mit Webservices zur Verfügung, weltweit sind es mehr als 100.000 Skills.Alexa Skills programmieren für Amazon Echo & Co., mitp-Verlag, Frechen 2020, ISBN 978-3-7475-0114-6, S. 29. Skills lassen sich einzeln über die mit Fire-OS-, Android- und iOS-Geräten kompatible Alexa-App oder per Sprachbefehl aktivieren. Mit dem zur Verfügung gestellten Alexa Skills Kit (ASK) lassen sich mit Alexa Webservices nutzen. Seit Januar 2017 stehen zirka 500 deutschsprachige Skills zur Verfügung, die meisten in der Kategorie Spiele, Quiz & Zubehör, gefolgt von Bildung & Nachschlagewerke und Neuheiten & Humor. Seitdem wurde der Bestand allerdings weiter aufgestockt, sodass mittlerweile gut 11.600 Alexa-Skills auf Deutsch verfügbar sind. Während in den USA immer mehr bezahlpflichtige Skills auf den Markt kommen, können deutsche Nutzer bislang noch kostenlos auf die zusätzlichen Skills zugreifen. Ein paar Beispielsätze, welche Amazon Echo umsetzt bzw. beantwortet, wären etwa „Alexa, setze Milch auf die Einkaufsliste“, „Alexa, welche Termine habe ich heute?“ oder „Alexa, spiele Musik ab“.

Es gibt mehrere Kooperationspartner wie beispielsweise BMW, Spotify, TuneIn Radio, Deutsche Bahn, Tagesschau, Spiegel Online oder TorAlarm, eine Fußball-App. Demnach ist es möglich, Alexa seinen verbundenen BMW abschließen zu lassen oder sich aktuelle Schlagzeilen von Nachrichtenseiten wie Spiegel Online oder die Fußballergebnisse vorlesen zu lassen. Das Gerät kann mit Hilfe der Philips Hue Bridge und kompatiblen Leuchten (per App via WLAN steuerbares System von LED-Leuchten) die Beleuchtung im gesamten Haus oder im Garten steuern, wenn sie entsprechend vernetzt ist. Mit der Harmony-Fernbedienung von Logitech steuerbare Fernseher, AV-Receiver und Streaming-Boxen können auch über Alexa-Sprachbefehle bedient werden, womit indirekt die Nutzung von Netflix oder Amazon Video über Sprachsteuerung möglich ist. In den USA ist es möglich, Alexa den Kontostand abrufen zu lassen und Bestellungen bei Domino’s Pizza abzusetzen.

Amazon-Prime-Kunden können auf Zuruf Musik hören und hunderttausende Prime-berechtigter Artikel bestellen, die von Amazon verkauft und/oder versandt werden. Der Spracheinkauf unterstützt auch die erneute Bestellung Prime-fähiger Produkte über die Amazon-Plattform. Bestellungen können nach der Aufgabe wieder storniert und bereits versandte Bestellungen nachverfolgt werden.

Kritik Herstellungsbedingungen Laut der britischen Zeitung The Guardian werden bei der Fertigung bei Foxconn in Hengyang (China) die ohnehin nicht mit westlichen Bedingungen vergleichbaren Arbeitsrechte systematisch verletzt. Schüler ab 16 Jahren werden über Lehrkräfte als Praktikanten angeheuert, die regelmäßig Überstunden leisten und auch nachts arbeiten müssen. Statt je acht Stunden an fünf Tagen waren je zehn Stunden an sechs Tagen die Regel; wer sich wehrte, wurde unter Druck gesetzt und, bei anhaltendem Beharren auf seinen Rechten, entlassen.

Datenschutz Alle Sprachbotschaften werden dauerhaft in der Amazon-Cloud gespeichert, wenn man sie nicht selbst in seinem Nutzerprofil löscht. Außerdem speichern Drittanbieter Sprachbotschaften unbegrenzt lang.

Im Dezember 2016 wurde erstmals von Seiten der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden auf Cloud-gespeicherte Audiodaten zurückgegriffen, die sich dadurch die Aufklärung eines Mordfalles erhofften.

Die ehemalige Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, gab die in der Regel fehlende Transparenz, wie gespeicherte Informationen genau genutzt werden, zu bedenken. Da das Gerät auf ein Aktivierungswort hört, zeichnen Mikrofone ständig Geräusche auf, was intime Einblicke ins Privatleben gewährt. Dadurch wäre es möglich, die Privatsphäre der eigenen Wohnung zu gefährden. Verschärft wird das Problem, weil die Aufzeichnung auch bei ähnlich klingenden Kommandos beginnt.Zeit.de:

Im Oktober 2017 wurde Amazon Echo der österreichische Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie Weltweiter Datenhunger verliehen.derStandard.at – Innenminister Wolfgang Sobotka erhielt Big Brother Award. derstandard.at, 26. Oktober 2017; abgerufen am 26. Oktober 2017.

Im April 2018 erhielt Amazon Alexa den deutschen Big Brother Award in der Kategorie Verbraucherschutz. In der Laudatio von padeluun hieß es, sie sei „eine Abhörschnittstelle, die sich zum Beispiel als Wecker tarnt, aber ein allwissender Butler in fremden Diensten ist, der sich von mir höchstpersönlich ins Schlafzimmer tragen und an das weltweite Überwachungsnetz anschließen lässt.“

Im Ausland gespeicherte Gesprächsaufzeichnungen werden bei Erkennungsproblemen rund um die Uhr von bei Amazon angestellten Personen ausgewertet und um Anmerkungen ergänzt, um die Spracherkennung zu erweitern.Is anyone listening to you on Alexa? A global team reviews audio. Bloomberg.com, 10. April 2019; abgerufen am 11. April 2019.

Sicherheit Mit einem Minimum an technischem Aufwand und Wissen wurde 2017 ein Hack von Sprachassistenten gezeigt: Unter dem Namen DolphinAttack bekannt, wurden im Nahbereich der Geräte für den menschlichen Hörbereich nicht wahrnehmbare akustische Signale zur Übernahme der Geräte-Kontrolle genutzt – mit Frequenzen oberhalb von 20 Kilohertz. Spracherkennungssysteme können diese für Menschen unhörbaren Befehle erkennen und ausführen. Betroffen von DolphinAttack war neben anderen Sprachassistenten auch Amazon Echo. Eine Abwehr solch verdeckter Befehle ist das Abschalten des permanenten Hineinlauschens in den Raum (always-on-Einstellung). (PDF) endchan.xyz, 31. August 2017; abgerufen am 17. November 2017.

Die deutsche Niederlassung des Konzerns übermittelte einem Kunden auf dessen Datenauskunftsantrag rund 1700 WAV-Dateien sowie eine PDF-Datei mit chronologisch unsortierten Transkripten darüber, was Amazons Sprachassistent Alexa aus Spracheingaben verstand. Der Kunde hatte nie Alexa genutzt, die Daten stammten von anderen Nutzern.

Geschichte In die Entwicklung der Sprachsteuerung investierte Amazon mehrere Millionen US-Dollar und machte die Alexa Voice Services (AVS) Dritten zugänglich. Die Sprachaufnahmen, welche die Grundlage für die Stimme der Software bilden, erfolgten im polnischen Danzig. Dort hatte Amazon 2013 das Start-up Ivona übernommen, das die entsprechende Technik entwickelte. Die deutsche Stimme ist die einer Profisprecherin, die seitdem exklusiv für Amazon arbeitet. Der Konzern hält ihre Identität geheim. Das Aktivierungswort „Alexa“ ist Amazons Hommage an die Bibliothek von Alexandria.

Für Amazon-Prime-Mitglieder in den USA ist Amazon Echo seit dem 6. November 2014 erhältlich. Am 23. Juni 2015 wurde das Gerät allen Kunden angeboten.

Im März 2016 stellte Amazon den Amazon Echo Dot vor, der eine Puck-große Version des Echo ist. Im Gegensatz zum Echo hat er nur einen kleinen Lautsprecher, da man ihn mit vorhandenen Lautsprechern verbinden kann.

Im Februar 2017 wurde bekannt, dass Amazon an der Identifikation menschlicher Stimmen forscht (Sprecherauthentifizierung).

Ende der Testphase in den USA Nach einjähriger Testphase in den USA wurden Amazon Echo und Amazon Echo Dot auch in anderen Ländern angeboten, darunter Großbritannien, wo man seit dem 28. September 2016 eine UK-Version kaufen kann.

Markteinführung in Deutschland Eine auf 10.000 Stück limitierte Version für den deutschen Markt wurde im Oktober 2016 angekündigt. Kunden mussten sich für ein Exemplar bewerben. Anfang November 2016 vertröstete Amazon die Vorbesteller auf unbestimmte Zeit. Im November 2016 teilte der Konzern mit, dass vorerst keine „Einladungen zum Kauf“ verschickt werden und allein deren Bearbeitung mehrere Monate erfordere. In: computerbild.de Im Februar 2017 wurde die Lieferzeit für Vorbesteller zunächst mit „mehrere Wochen“ angegeben, wurde dann mit Aufhebung des Einladungssystems am 11. Februar 2017 aber erheblich nach unten korrigiert.

Die Verbreitung von Alexa in Deutschland wird für 2020 auf über 11 Millionen Nutzer geschätzt.Alexa Skills programmieren für Amazon Echo & Co., mitp-Verlag, Frechen 2020, ISBN 978-3-7475-0114-6, S. 13.

Produktvarianten Der Hersteller bietet verschiedene Produktvarianten in verschiedenen Generationen an (alte nicht mehr im Verkauf), mit ähnlicher Grundfunktion, jedoch anderer technischer Ausstattung.

Echo (1. Generation) Die ursprüngliche Version des Echo

Echo (2. Generation) Eine Weiterentwicklung der ersten Generation mit größeren und verbesserten Lautsprechern, kompakteren Abmessungen und Stoff statt Plastikhülle.

Echo (3. Generation) Wieder etwas kompakter als die vorige Generation, mit abgerundeten Kanten

Echo (4. Generation) Die vierte Generation des Echo erschien 2020. Das Kugeldesign ist die auffälligste Änderung zum Vorgänger. Die Anzeige-LEDs wurden auf die Unterseite verlegt. Im Gerät ist ein ZigBee-Hub enthalten.

Echo Dot (1. Generation) Eine flache Version des Echo mit kleinerem Lautsprecher. Die Lautstärke wird mit einem Rädchen eingestellt.

Echo Dot (2. Generation) Eine überarbeitete Neuauflage des Echo Dot. Die Lautstärke kann mit Drucktastern eingestellt werden. Das Gerät ist etwas kleiner geworden.

Echo Dot (3. Generation) mini|hochkant|Echo Dot (3. Generation)

Variante mit neuer Optik (Netzbespannung an den Seiten). Eine erweiterte Variante ist der Echo Dot mit Uhr. Er ist an der Seite mit einer zusätzlichen Anzeige ausgestattet. Diese zeigt die Uhrzeit oder optional Temperatur oder Timer an.

Echo Dot (4. Generation)