Georg Heinrich von Bernstein († 8. Juni 1670 in Magdeburg) war Domdechant zu Magdeburg und Domherr zu Naumburg. Außerdem war er Rittergutsbesitzer in Großhelmsdorf in Sachsen-Weißenfels.

Leben Georg Heinrich von Bernstein stammt aus dem obersächsisch-meißnischen Adelsgeschlecht Bern- oder Bärenstein. Sein Vater war Siegfried von Bernstein, der beim Tod im Jahre 1632 seinen fünf Söhnen die zwei verschuldeten Rittergüter Großhelmsdorf und Kertschütz hinterlassen hatte, wovon das Rittergut Großhelmsdorf im Amt Weißenfels im Kurfürstentums Sachsen lag.

Nach kurzer Zeit einigte sich Georg Heinrich von Bernstein mit seinen Brüdern, den väterlichen Besitz aufzuteilen. So bekam er einen Anteil am Rittergut Großhelmsdorf, den er bis zu seinem Tod 1670 behielt, obwohl er längst in der Hauptstadt des Herzogtums Magdeburg lebte, wo er 1638 DomherrPh. Julius Rehtmeyer: Das Von offtmahligen grössern und kleinern Zusammenkünfften Vieler Grosser Herren und deren hohen Abgeordneten berühmte Brausnchweig/.... Johann Friedrich Gleditsch, Braunschweig 1715, S. 64. und 1652 zum Domdechanten gewählt worden war,Ottomar Müller: Die Bauwerke der deutschen Renaissance in Magdeburg. In: Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg. 8. Jahrgang, 4. Heft, Magdeburg 1873, S. 367. nachdem er bereits zuvor Domherr in Naumburg geworden war. Zwischen 1637 und 1647 war er Besitzer der Domherrenkurie Domstraße 3 in Magdeburg.Ottomar Müller: Die Bauwerke der deutschen Renaissance in Magdeburg. In: Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg. 8. Jahrgang, 4. Heft, Magdeburg 1873, S. 367.

1645 war er an der Kirchenvisitation im Saalkreis beteiligt. Er starb am 8. Juni 1670 um Mitternacht.

Georg Heinrich von Bernstein war verheiratet mit Maria Sophia geb. von Bennigsen, die ihn überlebte. Sie war die Tochter von Erasmus von Bennigsen.Leopold Nedopil: Deutsche Adelsproben aus dem Deutschen Ordens-Central-Archive. Band 2, Verlag Wilhelm Braumüller, Wien 1868, S. 319. Aus der Ehe gingen keine gemeinsamen Kinder hervor, so dass sein Anteil am Rittergut Großhelmsdorf zurück an seine ihn überlebenden Bruder fiel.

Wirken Aus seiner dienstlichen Tätigkeit als Domdechant in Magdeburg sind im Landesarchiv Sachsen-Anhalt zahlreiche Urkunden und Akten überliefert.Landesarchiv Sachsen-Anhalt: Beispiel einer von ihm als Domdechanten ausgestellten Lehnsurkunde über Grundbesitz in Sülldorf, 1669. Sein Amt wirkte er in etwa zeitgleich mit Johann Heinrich von Stammer aus, beide wurden häufig miteinander zitiert. In Magdeburg fungierte er zunächst als StellvertreterFriedrich jun. Danneil: Beitrag zur Geschichte des magdeburgischen Bauernaufstandes. Band 2: Geschichte des magdeburgischen Bauernaufstandes in seinen Beziehungen zu den andern Ständen bis zum Ende des Erzstifts im Jahre 1680. Verlag von C. A. Kaemmerer & Co., Halle a. S. 1898, S. 511. des Joachim Johann von Gustedt.

Erinnerungsstätten Im Dom zu Magdeburg befand sich eine Metallplatte mit dem Wappen des Georg Heinrich von Bernstein.C. L. Brandt: Der Dom zu Magdeburg. Historische, architektonische und monumentale Beschreibung der Cathedrale. Wilhelm Baensch, Magdeburg 1863, S. 119.

Literatur Informatio Facti In Sachen Eines HochEhrwürdigen DomCapituls der Primat- und Erz-Bischöflichen Kirchen zu Magdeburg. Magdeburg 1665. Unpagnierte Seiten-gesamt: 4. Ernst Brotuff: Des berühmten alten Historiographi Ernesti Brotuffii aufrichtige Chronica, Beschreibung. Renger, Halle/Magdeburg 1700, S. 92. C. L. Brandt: Der Dom zu Magdeburg. Historische, architektonische und monumentale Beschreibung der Cathedrale. Verlag von Wilhelm Baensch, Magdeburg 1863, S. 119.

Weblinks Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz, u. W.: Inschriftenkatalog: Die Inschriften der Stadt Halle an der Saale

Einzelnachweise

Kategorie:Domdechant Kategorie:Domherr (Naumburg) Kategorie:Person des Christentums (Magdeburg) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 16. oder 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1670 Kategorie:Mann