Ottmar Angerer, seit 1898 Ritter von Angerer, (* 16. September 1850 in Geisfeld; † 12. Januar 1918 in München) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer. mini|Ottmar von Angerer Leben Herkunft Ottmar Angerer war der Sohn des bayerischen Oberförsters Ludwig Angerer (1812–1882) und dessen Ehefrau Funny, geborene Enders (1816–1892).

Karriere Angerer studierte Medizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1869 wurde er Mitglied des Corps Moenania Würzburg. Er zeichnete sich als Consenior und Senior aus.Kösener Corpslisten 1960, 141/446. Nach dem Studium durchlief er bei Wenzel von LinhartVgl. auch Ottmar von Angerer: Die chirurgische Klinik im Julius-Hospitale zu Würzburg unter Direction des Herrn Prof. Hofrath von Linhart vom Februar 1875 bis Juli 1876. Ein Beitrag zu Wundbehandlungsfrage von Dr. Ottmar Angerer, I. Assistenzarzt der chirurgischen Klinik. Staudinger, Würzburg 1876. und Ernst von Bergmann die Ausbildung zum Chirurgen.Helmut Friess, Ihsan Ekin Demir und G.O. Ceyhan: 100 Jahre Vereinigung der Bayerischen Chirurgen. München 2011, S. 72. 1879 habilitierte er sich. 1890 folgte er dem Ruf der Ludwig-Maximilians-Universität München auf ihren Lehrstuhl für Chirurgie. Prinzregent Luitpold von Bayern und König Ludwig III. (Bayern) machten ihn zum Leibarzt. Die von Johann Nepomuk von Nußbaum initiierte und konzipierte Chirurgische Universitätsklinik an der heutigen Nußbaumstraße in München wurde durch von Angerer am 25. April 1891 vollendet und bis zu seinem Tod im Jahre 1918 geleitet. Er initiierte die Gründung der Vereinigung der Bayerischen Chirurgen und leitete ihre ersten vier Tagungen. 1913 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Wissenschaftlich befasste er sich vor allem mit der Wundinfektion, der Hirn- und der Bauchchirurgie.

Ehrungen Prinzregent Luitpold belieh ihn Ende 1898 mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone.Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern 1899. R. Oldenbourg Verlag, München 1899, S. 23. Damit verbunden war die Erhebung in den persönlichen Adelsstand und er durfte sich nach der Eintragung in die Adelsmatrikel „Ritter von Angerer“ nennen. 1909 wurde er Großkomtur dieses Ordens.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern für das Jahr 1914. München 1914, S. 19. Seit 1905 war Angerer Ritter II. Klasse mit Stern des Verdienstordens vom Heiligen Michael.Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Hof- und Staats-Handbuch des Königreichs Bayern für das Jahr 1914. München 1914, S. 33. Mit dem Rang als Generalmajor war Angerer Generalarzt à la suite der Bayerischen Armee, der er auch als Beratender Chirurg diente. Außerdem führte er den Titel eines Geheimen Rates. Am 1. März 1911 wurde er in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben. Ottmar Angerer starb 1918 in München im Alter von 67 Jahren.

Grabstätte

mini|Grab von Ottmar Angerer auf dem auf dem Münchner Waldfriedhof

Die Grabstätte von Ottmar Angerer befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof (Grabnummer 132-W-15). In dem Grab ist auch seine Ehefrau Anna geborene Fasolt begraben. Auch deren beider Söhne liegen in dem GrabFranz Schiermeier: Waldfriedhof München, Übersichtsplan der Grabmäler, 2021, ISBN  978-3-948974-07-7 Titel auf Verlagsseite:

der Physiker Ernst von Angerer mit seiner Ehefrau Clara Ida geborene von Schrauth und der Arzt, Hygieniker und Bakteriologe Karl von Angerer.

Familie Ottmar Angerer hatte am 15. Dezember 1879 in Würzburg Anna Fasolt (1858–1915) geheiratet. Aus der Ehe gingen die Söhne Ernst von Angerer (1881–1951) und Karl von Angerer (1883–1945) hervor. Der Bruder von Ottmar Angerer war Ernst Angerer (1854–1945) ein in Würzburg ausgebildeter praktischen Arzt in Weilheim.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1919. Dreizehnter Jahrgang, Justus Perthes 1918, S. 10.

Artikel. In: Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin / Wien 1901.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Chirurg Kategorie:Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-Universität München) Kategorie:Sanitätsoffizier (Deutsches Reich) Kategorie:Generalmajor (Bayern) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Großkomtur) Kategorie:Ritter II. Klasse mit Stern des Verdienstordens vom Heiligen Michael Kategorie:Geheimrat Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Nobilitierter (Bayern) Kategorie:Exzellenz (Bayern) Kategorie:Person (Würzburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1918 Kategorie:Mann