Die Andreasstraße im Berliner Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ist ein 870 Meter langer Verkehrsweg südlich der Karl-Marx-Allee. Den Namen erhielt sie nach der St.-Andreas-Kirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurde.

Vom (1964 einbezogenen) Andreasplatz geht die Kleine Andreasstraße ab. Mit der Nachkriegsbebauung um 1960 wurde sie eine Seitenstraße bis Krautstraße, ohne direkte Anbindung an die Andreasstraße.

Lage im Straßennetz

Verlauf Die Andreasstraße liegt im Straßenzug von An der Schillingbrücke und der Lebuser Straße im Verkehrsstrom von Kreuzberg, der B 96a und der auf gemeinsamer Trasse verlaufenden Bundesstraßen B 1/B 5 sowie zur B 2. Allerdings wurde der Hauptverkehr mit den Umgestaltungen der 1950erSiehe dazu Stalinallee bis 1970er JahreSiehe dazu Leninplatz im Bezirk Friedrichshain durch die besser ausgebaute Lichtenberger Straße zwischen Schillingbrücke und Platz der Vereinten Nationen über Strausberger Platz ermöglicht.

mini|hochkant|Andreaskirche, 1857

Benannt ist die Straße seit dem 23. Januar 1863 nach der Andreaskirche,Ralf Schmiedecke: Archivbilder Berlin-Friedrichshain. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 3-86680-038-X, S. 63. Bild der Kirche um 1925, als der Ökonom Carl Anders Eigentümer war. die am südlichen Ende der Straße am Stralauer Platz stand und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.150 Jahre Evangelische Kirchengemeinde St. Andreas. (PDF) Eigenverlag, Berlin 2005. Die Andreasstraße besitzt Hufeisenzählung von Süd nach Nord zur Karl-Marx-Allee.Die Mündung der Andreasstraße an der Karl-Marx-Allee. Die Grundstücke begannen am Stralauer Platz mit 1,Andreasstraße zu Stralauer Platz und Holzmarktstraße wo sich nunmehr eine Grünfläche befindet. Die Grundstückszählung wechselte an der Großen Frankfurter Straße mit 45 (Ostseite) zu 46 an der Westseite zurück. Sie endete an der Holzmarktstraße mit Nummer 78. Der Straßenzug wird von An der Schillingbrücke fortgesetzt. Seit dem Bau der querstehenden Bauten der Stalinallee endet die Zählung auf der rechten Seite mit 36 an dem 175 Meter langen Wohnblock Andreasstraße 29–36. Eine dahinterliegende Kindertagesstätte trägt die Nummer 37.Die Kindertagesstätte ist ein Typenbau, er steht auf dem vormaligen Innenhof der Häuser 33–36. Auf der linken (westlichen) Seite von Nord nach Süd setzen sich die Hausnummern mit 46 fort. Dieses Haus zwischen Karl-Marx-Allee und Blumenstraße wurde mit dem Block B Süd der Stalinallee errichtet. Es folgen die Altbauten 47–51 und die Blumen-Grundschule 52. An der Ecke Holzmarktstraße steht südlich der Stadtbahnbrücke ein 2010er Hotelneubau als Andreasstraße 77 auf den Grundstücken 76/78.

Die Andreasstraße verläuft ohne Höhenunterschied: an den Kreuzungen von Nord nach Süd mit (Karl-Marx-Allee), (Blumenstraße), (Singer Straße), (Lange Straße), (Am Ostbahnhof), (Holzmarktstraße) ist dies zu erkennen. Die Breite der Straße entspricht mit 22,6 m dem Standard der Zeit vor 1900. Diese Breite verteilt sich auf je eine Richtungsfahrbahn von 3,4 m, an deren Seite Radwege (2,3 m) liegen. Abgesehen von Kreuzungsbereichen liegt die Parkspuren und zur Grundstücksgrenze die Gehwege, meist in vier Meter Breite. Der Neu- und Ausbau von Gebäuden blieb seit den ersten Planungen ohne Einfluss auf die Fluchtlinien der Straße. Um den Unterschied zu den Mietshäusern der Vorkriegszeit zu manifestieren, wurden Wohn-Neubauten seit den 1970er Jahren von der Straße zurückgesetzt hinter Grünstreifen.

Statistische Daten Die Andreasstraße hat im Berliner System die Straßennummer 40182. Sie ist im Straßenentwicklungsplan in ihrer Verkehrsbedeutung in Kategorie IV für „Ergänzungsstraße“ eingetragen. Nach OKSTRA gehört sie zur Klasse „G“, damit ist die Straßenbehörde im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg für diesen Verkehrszug zuständig, der nach den Ausstattungsvorschriften der RBS-Klasse als „STRA“ (Fahrstraße) und „B“ (in beiden Richtungen befahrbar) eingetragen ist.

Für die Bezirksplanung sind die Gebäude der Andreasstraße dem statistischen Gebiet 117 zugeordnet.Alle aktiv erfassten Hausnummern der Andreasstraße Nach dem städteplanerischen Instrument „Lebensweltlich orientierte Räume“ (LOR) gehört sie zum Planungsraum „Andreasviertel“. Dessen Kennziffer „02040701“ steht für Planungsraum „01“ (Andreasviertel), Bezirksregion „07“ (Karl-Marx-Allee Süd), Prognoseraum „04“ (Friedrichshain West) und letztlich wird der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg innerhalb Berlins als „02“ geführt.

Die Andreasstraße gehört mit allen Adressen zum Postleitzahlbereich 10243 (Zustellbereich). Beim Anlegen der Straße war die Angabe des Postbezirks „Berlin O“ noch ausreichend. Nach der Anweisung von 1873 lag in „Alt-Berlin“ das zuständige Postamt in der Wallnertheaterstraße, der Postamtsbezirk hieß „O 27“. Als 1938 die Bezirksgrenzen korrigiert wurden, kam die Andreasstraße ab 14. Februar 1938 zum Postbezirk O 17 (Schlesischer Bahnhof). Mit den vierstelligen DDR-Postleitzahlen wurde seit 1964 aus O 17 der Zustellbereich „1017 Berlin“.Deutsche Post Zentralamt für Werbung 108 Berlin: Straßenverzeichnis mit Zustellpostamt und Postleitzahl, Berlin Hauptstadt der DDR. Postamt: 1017 Berlin 17 Fruchtstraße 8–10 // Andreasstraße, Zustellpostamt 17, Postleitzahl 1077 / darin auch / Andreasplatz, Zustellpostamt 17, Postleitzahl 1077

Historisch gehörte die Andreasstraße zum Stralauer Viertel und lag in dem 1863 als General-Bebauungsplan entworfenen Hobrecht-Plan in Abteilung XV, sie war schon mit (amtlichem) Namen eingetragen. Ende der 1860er Jahre war die Andreasstraße dem Stadtbezirk 100 und dem Polizeirevier 24 zugeordnet. Die Bewohner gehörten zum Kirchenspiel I und wurden im Bedarfsfall von der „Armencommission 55“ betreut. Die Gegend mit Andreaskirche, Andreasplatz und Andreasstraße führte schon früh zum „Andreasviertel“, dem Viertel nordöstlich vom Bahnhof.„Mit seinen billigen Hotels und Kneipen, Rotlichtmilieu und engen Wohnungen, der Industrie und Gewerbe wurde es von wohlhabenden Bürgern gemieden und war ein sozialer Brennpunkt. Eine ‚Arme-Leute-Gegend‘.“ Mit der Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920 kam die Straße zum Verwaltungsbezirk V Friedrichshain, der während der Zeit des Nationalsozialismus in Horst-Wessel-Stadt umbenannt war. 1925 gehörte im VerwaltungsbezirkDiese Gliederung nach Stadtbezirken der innerstädtischen Verwaltungsbezirke wurde unmittelbar von der Gliederung der Stadt aus der Zeit vor 1920 übernommen. Dazu auch: die Andreasstraße 68 zum Stadtbezirk 149, Andreasstraße 45 und 46 zu 153, zum Stadtbezirk 162 gehörten die Häuser 29–44 und 47–59, zu 163 dann 14–28 und 61–67, schließlich lagen die Grundstücke (1–13 und 69–79) südlich der Langen Straße im Stadtbezirk 165. Das Finanzamt VII und das Amtsgericht Mitte sowie das Landgericht I waren zuständig. Die Andreasstraße war (in Groß-Berlin) dem „Finanzamt Andreas“ zugeordnet, das verantwortlich für die benannten Stadtbezirke war, sich allerdings in Berlin SO 36, Pfuelstraße 5–8 befand.Beispielsweise in

Querstraßen mini|Eckhaus Andreas-/ Blumenstraße mini|Am Ostbahnhof westlich der Andreasstraße

Von Süd nach Nord entsprechend der Grundstückszählung der rechten (Ost-)Seite kreuzen oder münden folgende Querstraßen.

Stralauer Platz: Er markiert an der Ostseite den Beginn der Straße. Hier stand die Andreaskirche, die der Straße (und wohl auch dem bahnhofsnahen Viertel) den Namen gab. Holzmarktstraße: Sie markiert an der Westseite (mit dem Ende der Grundstückszählung) den Abschluss der Straße im Süden. Am Ostbahnhof: Seit 25. August 1844 wurde von der Holzmarkt- zur Koppenstraße mit dem Bau der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn die Breslauer Straße neu angelegt. Dieser Straßenzug wurde am 20. März 1964 in die Straße Am Ostbahnhof einbezogen. Mit der Namensänderung des anliegenden Bahnhofs (1987–1998) hieß die Straße zeitweise Am Hauptbahnhof. Der Ursprung des Namens entstammt dem Abschnitt jenseits der Koppenstraße vor dem (damaligen) Bahnhofsgebäude Am Schlesischen Bahnhof.Der Straßenname „Am Ostbahnhof“ war ursprünglich für den Verkehrszug vom Küstriner Platz am Wriezener Bahnsteig, dem alten Ostbahnhof, vergeben. Die Nordflächen der Breslauer Straße wurden 1987 in (erhöht liegenden) Gleisanlagen wegen verlängerter Bahnsteige westlich vom Ostbahnhof überbaut, als dieser zum Hauptbahnhof umgestaltet wurde.Die Straße ‚Am Ostbahnhof‘ grenzt westlich der Andreasstraße direkt an die Bahnanlagenmauer. Als Straße zur Tankstelle sind 70 m und die weitere 270 m zur Holzmarktstraße als Fußweg (OKSTRA-Klasse F) ausgeführt. Am Ostbahnhof 9 adressiert die Empfangshalle des Ostbahnhofs, unter 5 und 7 das Bahnhofs-/ Verwaltungs- und Bürohaus. Bahnunterführung: Eine Eisenbahnbrücke, die in einer Breite von 60 m die Straße überdeckt, entstand bei der Umgestaltung des Bahnhofs.Für die Verlängerung der Bahnsteige des Ost-Berliner Hauptbahnhofs gab es nur nach Westen geeignete Flächen zur Aufteilung zu den zehn Gleisen des Ostbahnhofs Die Länge unter der Bahn war vorher 18 m. Die Andreasstraße hat eine Breite von 21 m Seit dem Bau der Stadtbahn um 1880 liegen Andreasstraße 6 und Andreasstraße 74 unter der Bahnüberführung. Lange Straße: Die Lange Straße lag um 1800 (als Lange Gasse, auch Gruses Gasse) von der Holzmarktstraße (Ecke Rosenstraße seit 1861: Markusstraße, entsprach etwa dem Lauf der Lichtenberger Straße) in das Gartengelände, sie wurde anfangs von anliegenden Gärtnern bebaut. Sie reichte zur Koppenstraße, die weitere Trasse bis zur (Stralauer) Communication war als „Verlängerte Lange Straße“ vorhanden.Die amtliche Benennung der Lange Straße erfolgte am 7. März 1861. Mit zunehmender Besiedlung durch Stadtbürger kam die Wohnbebauung nach Osten. Die Kreuzung mit der (erst 1863 benannten) Andreasstraße lag auf Grundstück 23/24 sowie 37/38. Diese nicht fixierte Kreuzungslage bestand noch bis zum Ende der 1860er Jahre. Die Grundstücknummerierung wurde geändert als die Verlängerte Lange Straße 1867 einbezogen wurde. Damit lag die Andreasstraße zwischen 27 und 28 sowie zwischen 81 und 82/83. und Die städtische Vorkriegs-Bebauung an den vier KreuzungseckenAn der Nordseite mit platzartiger Abschrägung der Eckhäuser: Lange Straße 81 / Andreasstraße 14, Andreasstraße 68 / Lange Straße 82/83; Südseite: Lange Straße 27, Andreasstraße 13 / Langestraße 28. ging durch die Kriegszerstörungen verloren. Im Nordwesten existiert eine grüne Sitzecke, nordöstlich steht das Wohnhochhaus 20, das City Carree II markiert nach Südwesten die Straßenecke, am „Bombardier-Grundstück“ wartet die umzäunte brache Südwestecke auf eine endgültigen Planung. Kleine Andreasstraße: Sie verlief vor dem Krieg am Südrand des Andreasplatz zur Krautstraße. Durch die Neubebauung der umgebenden Abrissfläche wurde das Straßenland um Weniges nach Norden geschoben. Auf der vormaligen Mündung der Kleinen Andreasstraße steht das Haus 60a und ein Teil wird als Parkplatz genutzt. Letzterer die auf dem nach 1955 beräumten ehemaligen Andreasplatz erbaute Kaufhalle (Singerstraße 29).