mini|Illustration, 1890 Zwergenmützchen ist ein Märchen. Es steht in Ludwig Bechsteins Neues deutsches Märchenbuch an Stelle 18 und stammt aus Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Märchen und Sagen von 1845 (Nr. 13: Der Zwergenberg). Paul Zaunert übernahm es ebenfalls von Wolf im ersten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1912 an Stelle 81.

Inhalt Der Vater mag nur seine Tochter, nicht die drei Söhne. Der Älteste weiß von Zwergen in den grünen Bergen, die spielen da und werfen die Mützchen, wer eins fängt, macht sich damit unsichtbar und hat Macht über sie. Er legt sich dort ins Gras, die Zwerge kommen, ein Mützchen fällt neben ihn. Er will es nehmen, doch die Zwerge sind schneller und sperren ihn ein. Genauso geht es dem zweiten Sohn. Der Jüngste aber wartet, bis ein Mützchen grade auf seine Hand fällt. Die Brüder werden befreit, Schätze herausgegeben, für den Vater ein Trank, der sein Herz erwärmt, und Mitgift für die Tochter.

Herkunft mini|Illustration, 1890 Bechstein nennt die Quelle, Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Märchen und Sagen, wo es aber dürftig sei, die Brüder ohne Not getötet werden und die Schwester gar nicht mehr vorkommt.Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 290. Wolfs Text ist kurz. Er verortet ihn in der „Gegend von Münster“, das Mützchen sei wohl die Tarnkappe.Der Zwergenberg. In: Johannes Wilhelm Wolf: Deutsche Märchen und Sagen. Gesammelt und mit Anmerkungen begleitet. Brockhaus, Leipzig 1845, S. 66–68, 594 (online). Bechstein lässt den Ältesten ausführlich erklären, was es mit den Mützchen der Zwerge auf sich hat. Die schreien „Diebio! Diebio!“ Dem Vater legt er verächtliche Sprichwörter in den Mund, wie er die Söhne gar nicht vermisst: „Hin ist hin. Wem es daheim nicht gefällt, der wandere. Die Welt ist groß und weit. In meinem Hause hat der Zimmermann ein Loch gelassen. Wenn dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis, tanzt und bricht ein Bein“ und vieles mehr. Die Tochter lässt er nicht gehen: „Ich kann nicht mahlen, du kannst nicht heiraten, oder wir halten Bettelmanns Hochzeit.“ Er kriegt dann einen Trank, der sein Herz heilt.

Literatur Hans-Jörg Uther (Hrsg.): Ludwig Bechstein. Neues deutsches Märchenbuch. Nach der Ausgabe von 1856, textkritisch revidiert und durch Register erschlossen. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01372-2, S. 110–118, 290. Der Zwergenberg. In: Johannes Wilhelm Wolf: Deutsche Märchen und Sagen. Gesammelt und mit Anmerkungen begleitet. Brockhaus, Leipzig 1845, S. 66–68, 594 (online). Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Diederichs, Jena 1919, S. 301–302 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 5).

Weblinks

Gutenberg-DE: Bechsteins Zwergenmützchen Der Zwergenberg in Wolfs Deutsche Märchen und Sagen, 1845, S. 66–68. (Internet Archive) Der Zwergenberg in Zaunerts Deutsche Märchen seit Grimm, 1919, S. 201–202. (Internet Archive) Theater Kranewit zu einer Aufführung von Zwergenmützchen (Internet Archive) Zwergenmützchen gelesen (13:35) (LibriVox)

Einzelnachweise

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