mini|Gebäude des Stern-Verlags an der Düsseldorfer Friedrichstraße (2007)
Der Stern-Verlag war ein von Ferdinand Studt im Jahr 1900 in Düsseldorf gegründetes Buchhandelsunternehmen, es war seitdem ununterbrochen in Familienbesitz. Am 31. März 2016 schloss Klaus Janssen, der Enkel des Gründers, „eine der großen Buchhandlungen in Europa“.Beschreibung auf der Facebook-FirmenseiteBörsenblatt des Deutschen Buchhandels: Ende einer Düsseldorfer Institution, 21. Dezember 2016, abgerufen am 10. April 2016 Ursachen waren wirtschaftliche Erwägungen bei einem allgemein und auch örtlich durch Konversion schwieriger gewordenen Markt sowie Altersgründe des Alleininhabers.
Geschichte Der Stern-Verlag wurde 1900 in Düsseldorf gegründet. 1927 erfolgte der Umzug vom Graf-Adolf-Platz an den endgültigen Standort Friedrichstraße 26. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Geschäftshaus ausgebombt und völlig zerstört. Von 1948 bis 1954 erfolgte der Wiederaufbau des Gebäudes.
Es folgten in den Jahren 1961 bis 2001 Jahrzehnte der Expansion und Erweiterung. Nachdem die Kundenparkplätze auf die gegenüberliegende Seite der zur Friedrichstraße parallelen Talstraße ausgelagert wurden, erstreckte sich das Ladenlokal durch den gesamten Häuserblock, teils über mehrere Etagen, bis zur Talstraße. Über Jahre hinweg betrieb man die größte Buchhandlung Deutschlands, mit einer Gesamtfläche von bis zu 8000 m², davon 7000 m² Verkaufsfläche. 21. Dezember 2015.Frankfurter Neue Presse: Krise der Buchhandlungen. 14. Januar 2016Firmengeschichte auf buchsv.deDie Welt: Das langsame Sterben der deutschen Buchläden, Ausgabe vom 22. März 2016, abgerufen am 10. April 2016Stadtmitte: Verwirrung um Reduzierung beim Stern-Verlag, nrz.de, 15. August 2014 Außerdem gab es an der Universität Düsseldorf eine Filiale, die ebenfalls 2016 geschlossen wurde.Fachbuchhandel: Düsseldorf bekommt wieder eine Campus-Buchhandlung, Buchreport Im Jahr 2001 betrug der geschätzte Umsatz 70 Millionen Euro. 2004 starb Horst Janssen, wonach der Bruder Klaus Janssen das Unternehmen allein weiterführte.Firmengeschichte, buchhaus-sternverlag.de (nicht mehr Abrufbar) Webarchiv vom 19. Mai 2016 Düsseldorf: Verwirrung um den Stern-Verlag, rp-online.de, 15. August 2014
Die Firmenbezeichnung war bis 2005 Stern-Verlag Janssen & Co., ab dem 14. Oktober 2005 Stern-Verlag e. K. Am 15. September 2014 wurde sie erneut geändert, in Buchhaus Stern-Verlag GmbH & Co. KG.Stern - Verlag Janssen & Co., online-handelsregister.de, abgerufen am 21. Dezember 2017Buchhaus Stern-Verlag GmbH &Co. KG, online-handelsregister.de, abgerufen am 21. Dezember 2017
Nach Jahren des Umsatzrückgangs kündigte der damals 80-jährige Klaus Janssen im Dezember 2015 die Schließung der Buchhandlung zum Ende März 2016 an.Bruttoumsatz vom Stern-Verlag in den Jahren 2004 bis 2014 (in Millionen Euro) auf handelsdaten.deDas Aus für den Stern-Verlag entsetzt viele Düsseldorfer, wz.de, 20. Dezember 2015
Am 31. März 2016 wurden alle Geschäftsbereiche – auch die Filiale an der Universität Düsseldorf und das Versandgeschäft – aufgegeben und die verbliebenen 113 Mitarbeiter mit einem umfangreichen Sozialplan für den Verlust ihres Arbeitsplatzes entschädigt.Stern-Verlag schließt Ende März 2016 - RP-Online vom 19. Dezember 2015 Das Gebäude des Stern-Verlages wurde an Motel One verkauft. Am Standort ist ein Hotel der Billighotelkette Motel One geplant. Der Abriss des Gebäudes des Stern-Verlages soll 2022 erfolgen und das Hotel 2025 eröffnet werden.Stand: Februar 2022Düsseldorf: Hotel auf dem Gelände des Stern--Verlags geplant. antenneduesseldorf.de, 10. Februar 2022 Die Schaufenster im Erdgeschoss des Gebäudes wurden bis März 2022 vom Projekt Friedrich 2468 gestaltet und als Werbemöglichkeit für Düsseldorfer Kreative genutzt.Projekt "Friedrich2468": Finale Gestaltung der Fensterflächen des ehemaligen Stern-Verlags: Präsentation von Modedesign, Fotografie, nachhaltigen Lederaccessoires und Architekturvisualisierung aus Düsseldorf/Projektende im März 2022, duesseldorf.de
Die Kunden des Versand- und Bibliotheksgeschäfts des Stern-Verlags wurden 2016 vom Filialisten Mayersche Buchhandlung übernommen, der dafür das Tochterunternehmen Mayersche B2B gründete.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Friedrichstraße zog eine neue Filiale der Mayerschen Buchhandlung mit einer Verkaufsfläche von 400 m² ein, die im Frühjahr 2016 eröffnet und nach der Fusion von Mayersche Buchhandlung und Thalia wieder geschlossen wurde, obwohl 2019 Filialschließungen für Düsseldorf ausgeschlossen worden waren. Thalia betreibt eine Filiale in den Düsseldorf Arcaden, die auch an der Friedrichstraße liegen.Düsseldorf: Mayersche eröffnet an der Friedrichstraße, rp-online.de, 24. Februar 2016Filialen in Düsseldorf, thalia.deUwe-Jens Ruhnau: Mayersche und Thalia: Nach der Fusion: Buchhandlungen in Düsseldorf bleiben, rp-online.de, 10. Januar 2019 In die Räume auf dem Gelände der Universität Düsseldorf zog im Frühjahr 2018 die Fachbuchhandelskette Lehmanns Media um.
alternativtext=Zustand des früheren Stern-Verlag-Gebäudes im Januar 2025. Der vordere Teil ist bis auf die Grundmauern abgerissen.|mini|Während des Abrisses (Januar 2025) Unter der Überschrift „Abriss einer Ikone“ berichtete die Rheinische Post von dem am 10. Dezember 2024 begonnenen Abbaggern des Gebäudes auf der Friedrichstraße. Die Hotelkette Motel One will an dieser Stelle ein neues Hotel errichten, laut Bauantrag mit 261 Zimmern, 522 Betten und einer Tiefgarage für 31 Autos. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2027 geplant.Maximilian Nowroth: Abriss einer Ikone. In: Rheinische Post, 11. Dezember 2024, S. C$.
Weblinks
buchsv.de, Website des Buchhauses Stern-Verlag Firmengeschichte des Buchhauses Stern-Verlag Angelika Unger: Buchhaus Stern-Verlag - Warum ein Kunde einen Liebesbrief an eine Buchhandlung schrieb. 19. Februar 2016 Jürgen Heimann: Sternverlag: Ein Antiquariat wird versteigert, Westdeutsche-Zeitung-Website. 22. April 2016.
Belege
Kategorie:Buchhandlung (Deutschland) Kategorie:Medienunternehmen (Düsseldorf) Kategorie:Friedrichstadt (Düsseldorf) Kategorie:Unternehmensgründung 1900 Kategorie:Aufgelöst 2016