Rottstock ist ein Ortsteil der Gemeinde Gräben (Amt Ziesar) im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Lage Das Straßendorf liegt westlich des Gemeindezentrums und wird im Norden von der Gemeinde Buckautal, im Süden von Görzke und im Westen von Wutzow, einem Ortsteil von Görzke begrenzt. Die Bundesstraße 107 (Pritzwalk–Chemnitz) verläuft in Nord-Süd-Richtung durch den westlichen Teil Rottstocks. Das wasserreiche Gebiet wird von der Buckau, dem Gesundbrunnenbach und dem Riembach durchflossen.

Geschichte und Etymologie Der Name Rottstock leitet sich vom Wort roter Stock ab und weist damit auf den Wasserreichtum hin, der durch die Flüsse bedingt ist. Experten vermuten, dass zur Zeit der Erwähnung um 1300 an den Ufern der Bäche viele Erlen wuchsen, die auf die Stickstofffixierung als Nahrungsquelle angewiesen sind. Andere Quellen geben als Ableitung Roztok aus der polabischen Sprache an, was so viel wie Auseinanderfluss bedeutet. Theo Engeser / Konstanze Stehr: FU Berlin., Stand 29. März 2016. Mit der Erwähnung einer Mühle im Jahr 1251 ist die Zugehörigkeit der Gemeinde zu einem Graf Baderich von Belzig möglich. 1349 wurde Rottstock Kirchdorf, d. h. zu dieser Zeit muss bereits eine Kirche existiert haben. Überliefert ist ebenfalls, dass die von Quitzow den Ort im 15. Jahrhundert mehrmals ausgeplündert haben sollen. Mit der Vereinigung des Amtes Rabenstein und des Amtes Belzig gelangte Rottstock 1550 zum neuen Amt Belzig-Rabenstein. Nach 1815 kam die Gemeinde RottstockAmtsblatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg. 1899. Stück 22, Ausgegeben, Magdeburg, Juni 1899, S. 290. zusammen mit Gräben und den Gutsbezirken Gräben I und II zum Katasteramtsbezirk Ziesar innerhalb des Kreises Jerichow I.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es im Ort zwei Leineweber, zwei Schneider, zwei Schuhmacher sowie einen Schmied. Zu dieser Zeit lebten rund 260 Einwohner im Ort. Vor 1877 wurde der Gutsbezirk StruvenbergF. W. Heidemann: Topographisch-statistisches Wörterbuch der Preußischen Monarchie. Band 2, Breitkopf und Härtel, Leipzig 1836, S. 436.Handbuch der Provinz Sachsen. 1877. E. Baensch jun., Magdeburg 1877, S. 126. eingekircht nach Rottstock, Gutsvorsteher dort war der Besitzer, Hr. Baeker. 1895 entstand ein Feuerwehrhaus. Aus der Zeit um 1900 ist erneut die Existenz einer Mühle überliefert, die zunächst zur Herstellung von Papier, später als Getreidemühle diente.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Struvenberg mit der Landgemeinde Rottstock vereinigt. Dieses Rittergut war vor 1930 etwa 276 ha groß und gehörte dem 1900 zu Berlin geadelten Sohn eines Pforzheimer Goldfabrikanten, zuletzt Major der Landwehr-Kavallerie a. D., Max (Maximilian) von Hiller,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1917. Elfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 381 f.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel. 1921. Fünfzehnter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1920, S. 348.; ff. Jahrgang: GGT/B 1931. Jg., Gotha 1930, S. 301. u. a. AufsichtsratmitgliedDeutsches Kolonial-Handbuch. Nach amtlichen Quellen bearbeitet. Elfte Ausgabe-1911, Verlag Hermann Paetel, Berlin 1911, S. 28.Vgl. O. Warburg, F. Wohltmann (Hrsg.): Der Tropfenpflanzer. Zeitschrift für Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, XI. Jahrgang, Nr. 1, Berlin 1907, S. 167 f. der Aktiengesellschaft Kaffeeplanatage Sakarre, Deutsch-Ostafrika, mit Sitz in Berlin. Pächter von Struvenberg war Familie Wunder.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 30–31.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nahm auch Rottstock zahlreiche Umsiedler auf; die Einwohnerzahl stieg auf bis zu 393 Personen im Jahr 1950. Im Jahr 1960 baute die Gemeinde das Feuerwehrhaus zum Kindergarten um. In der Zeit der DDR existierten im Ort eine LPG mit Tier- und Pflanzenproduktion sowie der Betriebsteil „Gesundbrunnen“ des VEB Binnenfischer Potsdam. Von 1978 bis 1980 erfolgte ein erneuter Umbau, bei dem unter anderem ein Schulungsraum sowie eine Garage für Lkws entstanden. Im 21. Jahrhundert legte die Gemeinde einen Dorfteich sowie einen Sportplatz an. Letzterer wird von einem Fußball- und einem Bogenschützenverein genutzt. Bei der brandenburgischen Gemeindegebietsreform vom 26. Oktober 2003 erfolgte die Eingemeindung in die Gemeinde Gräben.

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Rottstock. Dorfkirche Rottstock: Die evangelische Dorfkirche wurde 1900 als schlichter Backsteinbau mit seitlichem Glockenturm in neugotischen Formen durch den Görzker Maurermeister Gommert errichtet. Sie ersetzte den baufällig gewordenen Vorgängerbau, der in der Ortsmitte gestanden hatte. 2015 wurden in der Kirche fünf Glasfenster von Jacques Verheijen eingebaut.Nach Denkmalstreit geht es bunt zu. In: Märkische Allgemeine, Brandenburg/Havel/Potsdam, 8. Januar 2016. Naturpark Hoher Fläming mit ausgewiesenen Wanderrouten, beispielsweise nach Wernigerode Denkmalgeschützte Gutsanlage Struvenberg, bestehend aus Herrenhaus mit Turm, Saalbau, Garagen- und Remisengebäude sowie Hofmauer.Alle Burgen: Herrenhaus Struvenberg., Stand 23. Oktober 2023.Vgl. Ingrid Reisinger, Walter Reisinger. Bekannte, unbekannte und vergessene Herren- und Gutshäuser im Land Brandenburg. Berlin 2013, ISBN 978-3-87776-082-6. Das ObjektBLHA (Hrsg.): Systematik: Suche nach dieser Systematik B 6.6.5.4. Struvenberg: Aufsatz Verfasser: Ralf-Stephan Rabe. 2023. Stand Potsdam 2025. hatte nach 1945 verschiedene Nutzungen und kam 2017 wieder in private Hand.MAZ-online: Berliner Familie kauft abgelegenes Herrenhaus. Brandenburg-Havel / Potsdam. 2. November 2017. Gesundbrunnen bei Buckautal, die im 21. Jahrhundert mit einem Wasseraustritt von 70 bis 100 Liter Wasser pro Sekunde als die schüttungsreichste Quelle im Land Brandenburg giltMinisterium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (Hrsg.): Zwischen Binnendünen, Findlingen und Baumriesen. naturdenkmale in Brandenburg. Potsdam 2019, S. 42.

Literatur Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4. Rat der Gemeinde Görzke (Mit Unterstützung durch die Gesellschaft für Heimatgeschichte des Kreises Belzig): Nachrichten aus acht Jahrhunderten Görzker Geschichte. In: Märkische Volksstimme, VEB Druck-Babelsberg, Potsdam 1989.

Weblinks

Geschichte von Rottstock, Amt Ziesar

Einzelnachweise

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