Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit ist ein zweiteiliger US-amerikanisch-kanadischer Fernsehfilm aus dem Jahr 2000, der wie bereits Stanley Kramers Urteil von Nürnberg die Nürnberger Prozesse aufarbeitet, hier aber den ersten Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher behandelt, anders als Kramer, welcher den späteren Prozess gegen führende Juristen des Dritten Reiches thematisiert. Regie führte Yves Simoneau.
Handlung Der Film beginnt damit, dass sich Hermann Göring freiwillig in die Gefangenschaft der Amerikaner begibt. Wesentlicher Teil der Handlung sind die Bestrebungen der Alliierten, einen Prozess auf die Beine zu stellen. Der Film zeigt und rekonstruiert (dank der 1945/46 aufgenommenen Tonband- und Filmaufnahmen) wortwörtlich den Gerichtsverlauf. Dabei wird Göring als jemand gezeigt, der keinerlei Reue zeigt und den Prozess geschickt als Bühne nutzt. Der Film dokumentiert das Entsetzen der Ankläger, als nach und nach die Verbrechen Deutschlands während des Krieges im Prozess erörtert werden. Zum Schluss werden etliche Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Hintergrund Ein großer Teil des alten Justizpalastes wurde detailgetreu errichtet, und die Schauspieler dem Aussehen ihrer historischen „Vorbilder“ nach gecastet. In einigen Punkten erlaubt sich der Film jedoch dramaturgische Freiheiten. So waren es tatsächlich nicht vier Richter, sondern acht (je zwei von vier Siegermächten). Im Film sind am Tag, an dem sich die Angeklagten unschuldig oder schuldig bekennen sollen, alle Angeklagten gleichzeitig anwesend. In Wirklichkeit waren an diesem Tag nicht alle dort, nicht zum Beispiel Ernst Kaltenbrunner. Ebenso bekannten sich die Angeklagten nicht von ihrem Sitzplatz aus zu den Schuldvorwürfen, sondern gingen zu einem Mikrofon in der Mitte der Angeklagtenbank. Den Generalen Keitl und Jodl wurden an den Hosen außerdem in Wirklichkeit die roten Galonstreifen entfernt. Die Admiräle Raeder und Dönitz nahmen nicht in Uniform bzw. Uniformteilen an der Verhandlung teil.
Zudem wirft das Drehbuch den Angeklagten nur den Völkermord an den Juden vor. Weder die Verschwörung noch die Verbrechen an der Ostfront, noch die Schlacht von Stalingrad kommen im Film zur Sprache, obwohl dies auch 1945/46 Themen in Nürnberg waren. Auch die Machtergreifung Adolf Hitlers, an der einige der Angeklagten beteiligt waren, kommt bestenfalls am Rande vor. Auch der Hinrichtungsort, der historisch eine simple Turnhalle in Nürnberg war, ist im Film als große, geheimnisvolle Halle dramatisiert und entspricht somit nicht den Tatsachen.
Die im Film gezeigte Liebesbeziehung zwischen Chefankläger Robert H. Jackson und seiner Sekretärin Elsie Douglas ist fiktiv. Andrus war bei den Hinrichtungen nicht zugegen.
Kritiken „Eine beeindruckende Inszenierung, getragen von einer guten, international renommierten Darstellerriege“, befand der Filmdienst. Cinema bezeichnete den Film als „filmisches Mahnmal der NS-Gräuel“.
Auszeichnungen Unter anderem erhielt Nürnberg – Im Namen der Menschlichkeit 2001 vier Emmy-Nominierungen und erhielt zwei der begehrten Preise.
Ausgezeichnet:
Bester Ton Bester Männlicher Nebendarsteller: Brian Cox
Nominiert für:
Bester Film Bester Tonschnitt
Darsteller
Rolle Darsteller Synchronsprecher Alliierte Robert H. Jackson Alec Baldwin Erich Räuker David Maxwell Fyfe Christopher Plummer Christian Rode Elsie Douglas Jill Hennessy Heidrun BartholomäusFrancis A. Biddle Len Cariou Gerhard PaulSir Geoffrey Lawrence David Francis Friedrich Georg BeckhausGeneral Iona Nikittschenko Len Doncheff Karl Sturm Henri Donnedieu de Vabres Paul Hébert Gerd HoltenauCaptain Gustave M. Gilbert Matt Craven Peter FlechtnerColonel Burton C. Andrus Michael Ironside Engelbert von NordhausenThomas J. Dodd Hrothgar Mathews Helmut GaußColonel John Amen David McIlwraith Jan SpitzerColonel Robert G. Storey Roger Dunn Thomas KästnerLt. Tex Wheelis Scott Gibson Robin Kahnmeyer Carl Spaatz Mark Walker Eberhard PrüterSamuel Rosenmann Max von Sydow Jürgen ThormannCapt. Kiley Paul Hopkins Matthias KlagesGeneral Lucius Clay Steve Adams Kaspar EichelMajor Airey Neave Geoffrey Pounsett Michael Iwannek AngeklagteHermann Göring Brian Cox Jürgen KluckertAlbert Speer Herbert Knaup Herbert KnaupJulius Streicher Sam Stone Frank Ciazynski Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel Frank Fontaine Hasso ZornGroßadmiral Karl Dönitz Raymond Cloutier Viktor DeißGeneraloberst Alfred Jodl Bill Corday Wilfried HerbstErnst Kaltenbrunner Christopher Heyerdahl Martin KeßlerFritz Sauckel Ken Kramer Winfried WagnerReichsjugendführer Baldur von Schirach Douglas O’Keeffe Detlef BierstedtReichsaußenminister Joachim von Ribbentrop Benoit Girard Hans NitschkeHjalmar Schacht James Bradford Eckhard BilzWalther Funk Erwin Potitt Horst Lampe Rudolf Heß Roc LaFortune Hans Frank Frank R. Moore Dr. Robert Ley Julien Poulin Wilhelm Frick Frank Burns Hans Fritzsche Tom Rack Franz von Papen Dennis St John Konstantin von Neurath Griffith Brewer Großadmiral Erich Raeder Gabriel Gascon Reichsminister Alfred Rosenberg Alain Fournier Reichsminister Arthur Seyß-Inquart René Gagnon SonstigeRudolf Höß Colm Feore Udo SchenkAnton Pachelogg Robert Joy Gerald SchaaleEmmy Göring Susan Glover Cornelia MeinhardtMarie-Claude Vaillant-Couturier Charlotte Gainsbourg
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2000 Kategorie:Gerichtsfilm Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Kanadischer Film Kategorie:Fernsehfilm (Turner Network Television) Kategorie:Medien (Nürnberg) Kategorie:Kunst (Nürnberg) Kategorie:Holocaust-Film Kategorie:Nürnberger Prozesse Kategorie:Yves Simoneau