mini|Die Ausgrabungsstätte La Bastida de Totana in Spanien ist eine archäologische Ausgrabungsstätte in der Nähe von Totana in der Region Murcia in Südostspanien. Sie gilt als eine der wichtigsten Städte und Nekropole der El-Argar-Kultur und wurde 2005 in die Liste der geschützten Kulturgüter als Bien de Interés Cultural aufgenommen.
Lage mini| Panoramablick auf Ausgrabungsort und Umgebung Sie liegt strategisch günstig am oberen Steilhang des Berges Gordo, etwa sechs Kilometer westlich von Totana. Wie Roberto RischHarald Meller trifft Roberto Risch erklärte, ist diese Lage ein Markenzeichen der El-Argar-Kultur. Im Gegensatz zu den eher ärmlichen Siedlungen in landwirtschaftlich genutzten, fruchtbaren Talebenen sind ihre Machtzentren auf Bergen positioniert, die von noch höheren Gebirgszügen umgeben sind.
Beschreibung La Bastida de Totana wird von den Leitern der Ausgrabung, Vicente Lull, Rafael Micó, Cristina Rihuete und Roberto Risch als archäologische Sensation bezeichnet, Lull u. a. S. 307 da dort die Überreste der ersten städtischen Höhensiedlung und geplanten Befestigungsanlage in Spanien in der Übergangszeit von der Kupfer- zur Bronzezeit offengelegt wurden. Anhand der Größe der Gesamtanlage von über fünf Hektar war sie zu ihrer Gründungszeit vermutlich eine der größten Städte Europas.Maju: La Bastida de Totana (Spain) may have been largest city in Bronze Age mainland Europe, September 2007, Manche schreiben auch vom „Troja Europas“.I. L. M: ”Las murrallas de La Bastida solo son comparables con las de Troya”, 25. September 2012,
mini|Die Grundmauer der Wehranlage Die Siedlung ist noch nicht vollständig freigelegt, allerdings können anhand der Funde schon Bezirke innerhalb der ursprünglich bis zu sechs Meter hohen Stadtmauern aus Sandstein ausgemacht werden. Anhand der Befestigungsmauer wird von defensiv-militärischen Überlegungen ausgegangen.Lull u. a. S. 308 Die Siedlung erstreckte sich dank eines Terrassensystems bis zu einer Höhe von 375 m ü. M. und gilt als eine der größten der El-Argar-Kultur. Es wird vermutet, dass es neben privaten Gebäuden auch öffentliche Einrichtungen, wie z. B. eine Anlage zur Sammlung, Speicherung und Verteilung von Trinkwasser gab.
Wichtige Funde mini|Grab Nr. 18 in einem Pithos Typisch für die El-Argar-Kultur sind die Bestattungen der Toten innerhalb der Häuser oder der Umfriedung. Auch in Bastida de Totana wurden Gräber gefunden, die durch die Grabbeigaben Aufschluss geben über die sozialökonomische Stellung des Bestatteten, da es sich im Gegensatz zum vorausgehenden Chalkolithikum um Individualgräber handelt.Bastelheim S. 599 Darüber hinaus könnten Letztere, wie auch der Ort des Grabes, Hinweise liefern über den unterschiedlichen sozialen StatusBastelheim S. 600 der Bewohner der jeweiligen Stadtteile.
Neben den eigentlichen Fundstücken gibt deren Anordnung Grund für die Hypothese, dass konkrete Arbeitsplätze gefunden worden sind. So sind hier anhand von Tiegeln und Gussformen metallurgische Werkstätten nachweisbar.Macht und Metall im 3. und 2. Jt. v. u. Z. im Südosten der Iberischen Halbinsel, Vicente Lull, Rafael Micó, Cristina Rihuete Herrada und Roberto Risch, Tagungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle • BAND 05 • 2010
Konkret fanden sich neben den Gebäuden und Gräbern: Webgewichte Keramik, wie Behälter zur Aufbewahrung, Tassen und Schalen Werkzeuge aus Lehm, Keramik, Metall und Tierknochen Waffen, wie Äxte Dolche und Schwerter, Bronze-Pokale
Geschichte Die Ausgrabungen zeigen drei Bauphasen innerhalb der Siedlung, die in den 600 Jahren ihres Bestehens nie über die seit Gründung bestehende Wehranlage hinaus erweitert wurde6. Montelius-Vortrag, 26. Juni 2014 Frühe Staatsbildung in El Argar (SO Spanien, 2200-1550 cal BCE), Roberto Risch, Jahresbericht des Instituts für Archäologische Wissenschaften für das Akademische Jahr 2013–2014 erweitert wurde. Der Gründung der Stadt im frühen Spätneolithikum ging die Planung der Wehranlage voraus.
Die Bewohnung und Bebauung wird in drei Phasen eingeteilt: Phase 1 (ca. 2200–2000 v. u. Z.) Phase 2 (ca. 2000–1850 v. u. Z.) Phase 3 (ca. 1850–1600/1550 v. u. Z.)
Die Forschungsgrabungen begannen schon Ende des 19. Jahrhunderts. Die beiden Archäologen Francisco Jordá Cerdá und John Davies Evans arbeiteten dort um 1950.Digging in the archives: Re-discovering the excavations of John D. Evans. Todd Whitelaw, 10. Juli 2012,
Literatur Vicente Lull, Rafael Micó, Cristina Rihuete-Herrada und Roberto Risch: La Bastida – Eine bronzezeitliche Stadtbefestigung im westlichen Mittelmeerraum. Begleitband zur Sonderausstellung im Landesgeschichte im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. Verlag, 2016. Martin Bastelheim: Grabausstattung als Statusanzeiger? Überlegungen zur Sozialstruktur der südspanischen El Artar-Kultur. Freiberg, Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie Band 121, 2005, Verlag Dr. Rudolf Habelt GmbH, Bonn.
Weblinks
Website Proyecto La Bastida, besucht am 29. Mai 2016 Virtuelle Rekonstruktion Website der Gesellschaft der Freunde der Ausgrabungsstätte La Bastdia de Sonata (spanisch), abgerufen am 7. April 2016
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in der Autonomen Gemeinschaft Murcia Kategorie:Archäologischer Fundplatz in der Autonomen Gemeinschaft Murcia Kategorie:Geschichte der Metallurgie Kategorie:Bronzezeitlicher Fundplatz in Europa Kategorie:El-Argar-Kultur