Das Stettiner Land-Regiment war ein Infanterieregiment der altpreußischen Armee.

Geschichte Das Stettiner Land-Regiment wurde 1729 durch König Friedrich Wilhelm I. als Stettinsches Garnison-Regiment aufgestellt.Eduard Lange: Geschichte der preußischen Landwehr seit der Entstehung derselben bis zum Jahre 1856. Allgemeine Deutsche Verlagsanstalt, Berlin 1857, S. 84. Ursprünglich mit sieben Musketier-Kompanien angesetzt wurde es 1735 auf neun Kompanien reguliert. Friedrich II. übernahm das Land-Regiment weitgehend unverändert. 1758 wurde das Regiment um zwei Grenadier-Kompanien ergänzt, die jedoch umgehend zum Grenadier-Bataillon „Ingersleben“ verlegt wurden. 1788 wurde das Stettiner Land-Regiment aufgelöst.

Garnison 1729–1733 Stettin 1734–1735 Stettin, Anklam, Demmin 1736–1788 Stettin

Organisation, Stärke und Verwendung Die Mannschaftsdienstgrade galten ohne Ausnahme als unbesoldet permanent beurlaubt. Die meiste Zeit des Jahres hielten sie sich in ihren Heimatorten auf, nur einmal jährlich wurden sie für 14 Tage zum Exerzieren in Stettin zusammengezogen. In dieser Zeit erhielten sie Sold, und ebenso, wenn sie zu anderen Anlässen zum Einsatz kamen. Die Offiziere, Unteroffiziere und Tambours taten ganzjährig Dienst, waren jedoch dauerhaft auf Halbsold gesetzt. Die Bestimmung der Truppe war ein zweites Aufgebot, was sich vor allem darin begründete, das es zu großen Teilen aus nicht mehr feldverwendungfähigen, invalidisierten, ausgemusterten oder strafversetzten Soldaten und Offizieren bestand.R. Braeuner: Geschichte der preußischen Landwehr: Historische Darstellung und Beleuchtung ihrer Vorgeschichte, Errichtung und späteren Organisation, Band 1. Mittler, Berlin 1863, S. 28–29. Das Land-Regiment war als letztes unter den pommerschen Truppen gelistet und sollte nur im Ausnahmefall in Kriegszeiten lokal defensiv in Erscheinung treten.Johann Heilmann: Die Kriegskunst der Preußen unter König Friedrich dem Großen, Band 1, Leipzig und Meißen 1853, S. 397.René de L'Homme de Courbière: Geschichte der brandenburgisch-preussischen Heeres-Verfassung Berlin 1852, S. 94–95.

Kampfhandlungen Das Stettiner Landregiment war während des Siebenjährigen Krieges 1757 an Kampfhandlungen mit der Schwedischen Armee beteiligt. So am 13. September an der Anklamer Fährschanze, in Anklam selbst und in Demmin. Ebenfalls am 13. September begannen die Kämpfe an der Peenemünder Schanze, die bis 23. September anhielten. Am 14. September wurden durch das Regiment Kämpfe an der Swinemünder Schanze bestritten.

Uniformierung Die Uniformierung war durch schwarze offene Aufschläge und Kragen sowie dunkelblaue Unterkleider gekennzeichnet.

Regimentschefs 1735–1737: Oberst Johann Arend 1737–1750: Oberst Kaspar Ehrenreich von Thermo 1750–1752: Oberst Baltzer Julius von Kahlbutz 1752–1759: Oberst Johann Gottfried von Stockhausen 1759–1764: Oberst Ernst Heinrich von Langenau 1764–1770: Oberst Wolfgang Albrecht von Hohendorf 1770–1784: Major Karl Heinrich von Poseck 1784–1788: Major Friedrich August von Eyff

Literatur Peter Cremer: Die preussischen Landregimenter und -milizen, die Stettiner Haff-Flottille und das Verpflegungswesen der Armee 1756–1753, Heimbach 1987 Günther Gieraths: Die Kampfhandlungen der brandenburgisch-preussischen Armee, Berlin 1964, S. 325 Eduard Lange: Die Soldaten Friedrich’s des Großen, Leipzig 1853, S. 310 Kurzgefasste Stamm- und Rangliste aller Regimenter der Königlich-Preußischen Armee. Berlin 1786, S. 120 Rangliste der Königlich Preußischen Armee, Berlin 1787, S. 116

Weblinks Land Regiment 4 (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Infanterieverband (Preußen) Kategorie:Regiment der Frühen Neuzeit Kategorie:Gegründet 1729 Kategorie:Historische Organisation (Stettin) Kategorie:Aufgelöst 1788 Kategorie:Militärischer Verband im Siebenjährigen Krieg Kategorie:Pommersche Militärgeschichte