Die Liste der Kinos in Berlin-Gesundbrunnen gibt eine Übersicht aller Kinos, die im heutigen Berliner Ortsteil Gesundbrunnen existiert haben.

Die Kinos in alphabetischer Folge Name/Lage Adresse Bestand Beschreibung Bild Atlantic () Brunnenstraße 131/132 1954–1971 Das Atlantic in der Brunnenstraße war ein Kino von 1954 bis 1971. Bis 1961 galt es auch als Grenzkino. Nach der Schließung 1971 zog ein Supermarkt ein. Noch heute kann man den ehemaligen Kinoeingang erkennen. „Der Berliner Theaterbesitzer Max Knapp eröffnete zwei neue Häuser. Mit Fritz Seifert hat er sich zur Kinobetriebsgesellschaft Atlantic (Knapp, Seifert & Co.) zusammengeschlossen, die ihr neuerbautes Haus atlantic der Öffentlichkeit übergab. Architekt: Bruno Meltendorf. 556 Plätze. Es können Normal- und CinemaScope-Filme vorgeführt werden. UFA-Handel lieferte die Ernemann-Vorführmaschinen. Bestuhlung: Wegener, Berlin.“(aus: Der neue Film 91/1954) 140px|Kino atlantic 1950er Jahre Baldur-Lichtspiele () Reinickendorfer Straße 38 1912–1921 Das Kino soll von 1912 bis 1921 bestanden haben. Das Originalgebäude ist zerstört, hier befindet sich der Flachbau eines Teppichmarktes. Ballschmieder-Lichtspiele (Rio) () Badstraße 15/16 1915–1950 In der Badstraße 16 befand sich das Etablissement Ballschmieders Kastanienwäldchen von Richard Ballschmieder, das er um 1900 mit Prachtsaal und Konzertgarten erbauen ließ. Ab 1915 wurden hier die ersten Filme gezeigt. Den Zweiten Weltkrieg scheint das Gebäude ohne große Zerstörungen überstanden zu haben, es wurden dort noch bis 1950 im Rio-Tageskino Filme vorgeführt.

Seit 1929 befindet sich zudem an dieser Stelle schon ein Woolworth-Kaufhaus, das vermutlich nach 1950 sein Haus mit dem Abriss des verbliebenen Kinosaales erweiterte. 140px|Ballschmieders Kastanienwäldchen, Prachtsaal 1906 Bella-Lichtspiele (Volks-Theater) () Bellermannstraße 82/83 1910–1945 Das kleine Kinematographentheater wurde 1910 in der Bellermannstraße 82/83 eingerichtet, es verfügte über die Jahre immer um 140–160 Sitzplätze. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kino zerstört. Colosseum am Wedding () Wiesenstraße 41/42 1919–1921 Die Gebrüder Langer waren zur gleichen Zeit auch Betreiber eines Kinos in der Kösliner Straße 8. Die beiden Adressen liegen räumlich sehr nah beieinander. Die Gebäude wurden im Krieg anscheinend zerstört, heute befinden sich dort in den 1950er Jahren errichtete Wohnhäuser. Der Kinobetrieb währte anscheinend nur von 1919 bis 1921. Corso-Theater (Lichtburg) () Behmstraße 7–9 1929–1962 Die Lichtburg war ein Großkino, das 1929 nach einem Entwurf des Architekten Rudolf Fränkel in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bahnhof Gesundbrunnen im Zusammenhang mit der Gartenstadt Atlantic errichtet wurde. Im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört. 1947 erfolgte die Wiedereröffnung unter dem Namen Corso-Theater. Bis zum Mauerbau besuchten vor allem zahlreiche Ostberliner das Grenzkino im französischen Sektor. Die Isolation des Stadtteils Wedding infolge der Teilung Berlins führte 1962 zur Schließung des Kinos. Im Zuge umfassender Sanierungsprogramme erfolgte schließlich 1970 der Abriss des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes. 140px|Kino Lichtburg 1931 140px|Heutiges Gebäude (2010) Eisenstein (Kino in der Fabrik) () Osloer Straße 12 1988–1994 Das Kino Eisenstein befand sich in einer stillgelegten Zündholz-Fabrik in der Osloer Straße 12. 1989 wurde dort das Werktheater Wedding als Mehrspartentheater gegründet, das 1991 scheiterte. 1991 wurde das Projekt „Kunst und Medien“ gegründet, dessen Mitarbeiter im alten Theatersaal auf dem Fabrikgelände das Programmkino Eisenstein ins Leben riefen. Das Filmtheater erhielt für sein Programm 1993 sogar eine Auszeichnung des Bundesministers des Innern. Das Kino konnte langfristig jedoch nicht wirtschaftlich betrieben werden und schloss 1995. Elektra Kino-Palast () Kösliner Straße 8 1927–1938 1927 wurde das Kinogebäude nach Plänen der Architekten Paul Überholz und Wilhelm Kratz errichtet. 1930 kaufte Familie Wimmer aus Potsdam das Großkino. Das Kino bestand von 1927 bis 1938. Aber schon 1935 wird das Kino nicht mehr in den Adressbüchern aufgeführt. Dafür gibt es schon für 1920/1921 Einträge. Im zweiten Hof der Kösliner Straße 8 befand sich der „Nord-Palast“, ein häufiger Treffpunkt der Arbeiterbewegung der 1920er Jahre und Versammlungssaal. Der Festsaal mit Bühne gehörte zum „Kösliner Hof“.

Die Gebrüder Langer betrieben auch das Kino „Colosseum am Wedding“ in der Wiesenstraße 41/42, das auch die Adresse des Kinobetreibers Herkenrath (Elektra-Palast) von 1932 bis 1934 ist. Die beiden Adressen liegen räumlich sehr nah beieinander. Die Gebäude wurden im Krieg zerstört, heute befinden sich dort in den 1950er Jahren errichtete Wohnhäuser. Faun-Lichtspiele () Koloniestraße 112 1952–1962 In der Koloniestraße 112 befand sich auch eine Süßwarenfabrik. Auf diesem Gewerbegrundstück entstanden 1952 die Faun-Lichtspiele in einer ehemaligen Garage. (Einrichtung durch Architekten Carl Weiß & Erich Goetze) 1962 wurde das Kino geschlossen. Aktuell befinden sich dort weiterhin Gewerbebetriebe. Fortuna-Lichtspiele (Putbuser Lichtspiele, Metropol-Lichtspiele) () Putbusser Straße 54 1911–1930 Die Gebäude aus der Zeit des Kinos wurden in den 1970er Jahren abgerissen, aktuell findet man hier nur noch Wohnbebauung. 140px|Putbusser Straße Ecke Lortzingstraße 1918 Gala Lichtbühne () Usedomer Straße 14 1912–ca. 1943 Das Kino bestand von 1912 bis zum Zweiten Weltkrieg, es wurde dabei zerstört. Heute befinden sich dort Wohnhäuser. Globus-Lichtspiele (Lortzing-Lichtspiele) () Swinemünder Straße 44 / Lortzingstraße 14 1905–1931 Das Kino befand sich an der Ecke Lortzingstraße 14 und Swinemünder Straße 44. Es soll von 1905 bis 1931 bestanden haben. Das Gebäude ist zerstört, hier befinden sich aktuell Wohnhäuser. Hifa-Freilichtkino () Gustav-Mayer-Allee 2 1988–1997 1988 eröffnete an der Himmelfahrtkirche in der Gustav-Meyer-Allee 2 das Hifa-Kino als Freiluftkino. Bis 1997 wurden dort im Sommer unter freiem Himmel Filme gezeigt. Humboldt-Lichtspiele () Badstraße 19 1919–1984 1919–1984 bestand das Humboldt-Theater in der Badstraße 19, das in einem vorhandenen Saalbau im Hof des Hauses eingerichtet wurde. Mit 850 Sitzplätzen war dieser auch relativ groß. In der Badstraße 19 befanden sich ursprünglich Joseph Frankes Restaurant und Festsäle. Das auch nach dem Hauseigentümer bezeichnete „Schirm’sche Etablissement“ wurde 1919 zum Kino umgebaut.

Im Vorderhaus befanden sich seit jeher Ladengeschäfte, so auch heute noch. Der Saalbau im Hof ist jedoch bereits 1989 abgerissen worden.Humboldt-Lichtspiele bei allekinos.de Kinematographentheater () Badstraße 64 1907–1910 Von 1907 bis 1910 befand sich in der Badstraße 64 ein kleines Ladenkino. Heute befinden sich im Erdgeschoss des Hauses zwei Ladengeschäfte. Kinematographentheater () Bellermannstraße 4 1917–1919 In der Bellermannstraße 4 soll es von 1917 bis 1919 ein Kinematographentheater gegeben haben. Dabei handelte es sich vermutlich um ein Ladenkino. In den Berliner Adressbüchern finden sich dazu Einträge, im Kinoadressbuch jedoch nicht. Nr. 2/3 ist ein Wohnhaus aus dieser Zeit, Nr. 4 wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und durch ein neues Wohnhaus ersetzt. Kinematographentheater () Bernauer Straße 66/67 1910–1913 Im Berliner Adressbuch finden sich nur wenige Einträge zu einem Kino in der Bernauer Straße 66/67, im Kinoadressbuch gar nicht. Dort soll von 1910 bis 1913 ein Kinematographentheater bestanden haben. Vermutlich handelte es sich dabei um ein kleines Ladenkino. Das Gebäude befand sich Bernauer Straße / Ecke Wolliner Straße, das Grundstück ist heute neu bebaut. Kinematographentheater () Brunnenstraße 57 1910–1915 In den Berliner Adressbüchern finden sich in der Brunnenstraße mehrere Einträge in der Rubrik Kinematografische Vorstellungen. Oft ist dort jedoch auch die Wohnanschrift eines Kinematographenbesitzers angegeben, das Kino selbst könnte auch woanders gelegen haben. Von 1910 bis 1915 befand sich eines in der Brunnenstraße 57 im Wedding. Kinematographentheater () Grünthaler Straße 27/28 1916–1920 Das Kinematographentheater in der Grünthaler Straße soll von 1916 bis 1920 existiert haben. Zeitgleich betrieb Frau Kolakowitz in der Bellermannstraße das Volks-Theater. Kinematographentheater () Prinzenallee 17 1908–1911 In der Prinzenallee 17 soll von 1908 bis 1911 ein Kinematographentheater bestanden haben. Ernst Schulze eröffnete später in der Prinzenallee 72/73 ein weiteres Kino. Kino & Café am Ufer () Uferstraße 12 2007–2013 Das Kino & Café am Ufer war das erste spirituelle Kino Deutschlands. Es wurde am 5. Januar 2007 eröffnet und schloss seine Pforten am 2. Juni 2013. Es war ein Modellprojekt von Nirwana Events, einer Berliner Agentur für spirituelle Veranstaltungen, das von vielen (Film-)Freundinnen und Freunden unterstützt wurde.Kino & Café am Ufer Kolonie-Lichtspiele () Koloniestraße 3/4 1912–ca. 1943 1912 wurden in der Koloniestraße 3/4 die Kolonie-Lichtspiele eröffnet, sie bestanden bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Aktuell zeugt noch eine Baulücke davon. Im hinteren Bereich des Grundstückes befindet sich seit 2000 das „Hotel am Luisenbad“. Komet-Lichtspiele () Schwedenstraße 3b 1911–1921 Das Kino bestand von 1911 bis 1921. Es handelte sich um ein sehr kleines Ladenkino direkt gegenüber den Lichtspielen Schwedenstraße 16. Aktuell findet man dort ein Wohnhaus mit mehreren Ladeneinbauten im Erdgeschoss. Kristall-Palast () Prinzenallee 1–6 1926–1980 1926 wurde an der Badstraße / Ecke Prinzenallee der Kristallpalast unter der Direktion der „Bega-Film und Bühnenschau GmbH“ nach den Plänen von Wilhelm Kratz als Großkino errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt. Bereits 1946 wurde mit den Plänen zur Wiedererrichtung begonnen, die Außenmauern waren stehen geblieben. Erst nach fast zehn Jahren konnte das Kino am 23. Dezember 1955 wieder eröffnet werden. Architekt war Bruno Meltendorf. Aber bereits 1980 endete der Spielbetrieb wieder. Kurz danach musste es dann einem modernen Wohn- und Geschäftshaus weichen. Lichtbild-Theater () Koloniestraße 70 1917–1927 Für 1917 wird in der Koloniestraße 70 im Berliner Adressbuch bereits ein Kinematographentheater angezeigt. In den Kinoadressbüchern ist für 1925–1927 dann nur noch ein Wanderkino unter dieser Adresse vermerkt. Das Gebäude ist heute ein reines Wohnhaus. Lichtspiel-Theater () Jasmunder Straße 22 1910–1921 Das Kinematographentheater in der Jasmunder Straße 22 soll laut Kinoarchitektur in Berlin von 1912 bis 1915 bestanden haben. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Kinobetrieb von 1910 bis 1921. Das Gebäude war das Eckhaus Jasmunder Straße 22/Stralsunder Straße 33, es existiert heute nicht mehr. Lichtspiele () Reinickendorfer Straße 26/27 1909–1920 Das Kino soll von 1909 bis 1915 bestanden haben, doch noch 1920 wird es im Kinoadressbuch erwähnt. Im Eckgebäude zur Weddingstraße befindet sich im Erdgeschoss ein Ladengeschäft.Marienbad-Lichtspiele () Badstraße 35/36 1908–1963 In der Badstraße 35/36 in Gesundbrunnen befand sich im Hof das Marienbad (bzw. Luisenbad) mit Bädern und Saunen. Es verfügte auch über einen Konzert- und Theatersaal, den Fritz Holz 1911 zu einem Kinematographentheater umbaute. Schon zuvor gab E. Luft ab 1908 dort Filmvorführungen. Bemerkenswert ist die Architektur der Fassade des Hauses, das 1903 durch Carl Galuschki als Wohn- und Geschäftshaus errichtet wurde. 1963 endete der Spielbetrieb des Kinos. 1978–1981 wurde das ehemalige Marienbad saniert und dabei auch 1982 das Ballhaus mit dem früheren Kinosaal abgerissen. Das Vestibül des Ballsaales blieb erhalten und wurde nach Sanierung Teil der Bibliothek am Luisenbad. Das Gebäude steht im Ensemble unter Denkmalschutz. 140px|Badstraße 36/36 Monopol-Lichtspiele () Soldiner Straße 14 1908–1920 Das Ladenkino bestand von 1908 bis 1920. In der Soldiner Straße 14 befindet sich ein Wohnhaus mit Ladeneinbau im Erdgeschoss. Neues Alhambra