Homburg ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz. Homburg bildete mit Hörstetten und Schloss Klingenberg von 1870 bis 1998 die Einheitsgemeinde Homburg. Seit 1999 gehört es zusammen mit den ehemaligen Ortsgemeinden Gündelhart-Hörhausen und Salen-Reutenen zur politischen Gemeinde Homburg.

Geographie mini|links|hochkant|Luftbild vom 9. Mai 2011 Homburg liegt auf dem Seerücken in der Nähe des Untersees und ist flächenmässig die drittgrösste Gemeinde im Thurgau. Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Homburg, Gündelhart, Hörhausen, Salen und Reutenen.

Ortschaften mini|Hauptstrasse in Homburg mini|Gündelhart (Gemeinde Homburg) Nebst Homburg besteht die Gemeinde aus den folgenden Ortschaften: Gündelhart liegt im Nordwesten der Gemeinde auf einer abgeflachten Anhöhe. Charakteristisch ist das intakte Dorfbild mit der Kirche Sankt Mauritius, dem Pfarrhaus, dem Gebäudekomplex «Beggestübli» und dem Schloss. Das Schloss Gündelhart stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Hörhausen ist das Dorf im Westen der Gemeinde. Die Ortschaft hatte Ende 2023 etwas weniger als 700 Einwohner. Es liegt an der Hauptstrasse Pfyn–Steckborn.

Klingenberg: Siedlung um das gleichnamige Schloss

Salen-Reutenen besteht aus den Weilern Bulgen, Haidenhaus, Reutenen, Salen, Sassenloh, Tägermoos und Uhwilen.

Eugerswil: Weiler am Südhang des «Homburgerberges» 1,2 km nördlich von Homburg.

Klima Für die Normalperiode 1991–2020 beträgt die Jahresmitteltemperatur 8,7 °C, wobei im Januar mit −0,2 °C die kältesten und im Juli mit 17,8 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 81 Frosttage und 34 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel rund 25, während normalerweise zwei bis drei Hitzetage zu verzeichnen sind. Die Messstation von MeteoSchweiz liegt auf einer Höhe von

Geschichte Homburg wurde 899 als Hohenperc und 1243 als de Honburch urkundlich erwähnt. Vom Mittelalter bis 1798 gehörte Homburg zur Herrschaft Klingenberg. 1651 bis 1798 war das Kloster Muri im Besitz der Herrschaft und liess die niedere Gerichtsbarkeit über Homburg von einem Statthalter auf Schloss Klingenberg ausüben.

Die Pfarrei Homburg war eng mit der Herrschaft verbunden. Nach der Reformation von 1528 wurde 1532 der alte Glaube wieder eingeführt. Danach verwendeten beide Konfessionen die Kirche, bis 1555/56 der reformierte Gottesdienst in Homburg eingestellt wurde.

Im 19. Jahrhundert lösten Viehzucht, Milchwirtschaft und Obstbau den Ackerbau ab. 1866–67 wurde die Käsereigenossenschaft errichtet. Am 1. Januar 1999 vereinigten sich die von der Munizipalgemeinde Steckborn abgetrennten Ortsgemeinden Gündelhart-Hörhausen, die bis 1953 Gündelhart hiess, und Salen-Reutenen mit der Einheitsgemeinde Homburg zur politischen Gemeinde Homburg.

Trotz der Ansiedlung von Gewerbebetrieben (Herzog Küchen AG) und des Baus einiger Einfamilienhäuser ist Homburg bis heute ein Bauerndorf geblieben.

→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Gündelhart-Hörhausen → siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Salen-Reutenen

Wappen Einheitsgemeinde Homburg links|60px Blasonierung: Geteilt von Schwarz und Weiss.Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019

Das Wappen entspricht dem der Herren von Klingenberg, deren Stammschloss im Gebiet der früheren Einheitsgemeinde lag.

Politische Gemeinde Homburg links|60px Blasonierung: Geteilt und halb gespalten, 1: geteilt von Schwarz und Weiss, 2: in Gelb schwarz bordierter blauer Reichsapfel, 3: in Rot zwei ausgerissene gelbe Salweiden.

Das neue Gemeindewappen entstand 1998 durch die Kombination der bisherigen Wappen von Homburg, Gündelhart-Hörhausen und Salen-Reutenen. Heraldiker kritisierten, das bei der Gestaltung des Wappens auf den Zuzug von Fachleuten verzichtet wurde. Das Wappen ist überlastet und weist mit Ausnahme von Grün alle in der Heraldik möglichen Farben auf.Gemeindefusion im Kanton Thurgau: Homburg. Auf der Webseite der Stiftung Schweizer Wappen und Fahnen, abgerufen am 20. Dezember 2019

Bevölkerung +Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Homburg + Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden 1850 1900 1950 1980 1990 2000 2010 20182023 Politische Gemeinde 1432 1488 15421567 Einheitsgemeinde 742 581 740 573 647 Von den insgesamt 1567 Einwohnern der Gemeinde Homburg am 31. Dezember 2023 waren 160 bzw. 10,2 % ausländische Staatsbürger. 586 (37,4 %) waren evangelisch-reformiert und 472 (30,1 %) römisch-katholisch. Die Ortschaft Homburg zählte zu diesem Zeitpunkt 885 Bewohner.

Wirtschaft Im Jahr 2016 bot Homburg 588 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 26,0 % in der Land- und Forstwirtschaft, 53,0 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 21,0 % im Dienstleistungssektor tätig.

Verkehr → siehe Abschnitt Verkehr im Artikel Hörhausen

Sehenswürdigkeiten mini|Dorfkirche Homburg mini|Inneres von St. Peter und Paul → siehe auch Liste der Kulturgüter in Homburg TG

Die Kirche St. Peter und Paul: die Vorgängerkirche wurde 1753 abgerissen. Unter dem Baumeister Franz Singer (1701–1757) und dem Bauführer Marti Diettmann wurde der Rohbau der Kirche im Sommer 1754 fertiggestellt. Der Abt von Muri, Fridolin II, Kopp, übernahm den Bau des Chors. Die Einweihung der Kirche war am 10. Oktober 1754. Am 21. Juli 1784 wurde die Kirche beim Dorfbrand schwer beschädigt. Auch das Deckengemälde von Franz Ludwig Hermann (1723–1791) ging verloren. 1788 weihte in der renovierten Kirche Abt Gerold II von Muri die drei neuen Altäre. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche nicht sehr fachmännisch restauriert und zum Teil ihres spätbarocken Charakters beraubt. Dies wurde durch die Renovation von 1977 wieder rückgängig gemacht. Die Kapelle Oberkappel ist dem heiligen Sankt Nikolaus geweihtAlexander Werder, Alfons Raimann, Hans Peter Mathis: Schloss Klingenberg, Kirche Homburg und Kapelle Oberkappel. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 673/674. Serie 68). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2000, ISBN 978-3-85782-673-3.. Das Dorf Gündelhart ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

→ siehe auch Abschnitt Sehenswürdigkeiten im Artikel Gündelhart → siehe auch Abschnitt Sehenswürdigkeiten im Artikel Salen-Reutenen

Persönlichkeiten, Töchter und Söhne Johann Evangelist Traber (1854–1930), katholischer Theologe, Begründer der Schweizer Raiffeisenbewegung Roland Hagenbüchle (1932–2008), Amerikanist und Kulturphilosoph, geboren in Homburg

Literatur Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Thurgau VI. Der Bezirk Steckborn. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2001 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 98). ISBN 3-906131-02-5.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Homburg

Einzelnachweise Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau.

Kategorie:Ort im Kanton Thurgau Kategorie:Schweizer Gemeinde