Die Schmalspurbahn Froissy–Dompierre (Französisch: Chemin de fer Froissy-Dompierre (CFCD) bzw. P'tit Train de la Haute Somme) ist eine 7 km lange Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 600 mm von Froissy (einem Ortsteil von La Neuville-lès-Bray) nach Dompierre-Becquincourt, durch Cappy im Département Somme in Frankreich.

Geschichte

Die französische Armee baute die Schmalspurbahn 1915 während des Ersten Weltkriegs entlang dem Canal de la Somme. Sie lag an der Frontlinie und wurde von 1916 bis 1918 zum Gütertransport von 1500 t täglich militärisch genutzt. In Froissy traf sie auf die Réseau Albert mit Meterspur, die wiederum an die CFCD angeschlossen war.

In der Nachkriegszeit diente die Bahn unter der Leitung des Ministère des Régions libérées dem Wiederaufbau und Lebensmitteltransport.

Um die in Zuckerfabrik in Dompierre (Sucrerie centrale du Santerre, SCS) an den Hafen von Cappy anzuschließen, wurde 1927 eine Verlängerung der Strecke auf die Kreide-Hochebene von Santerre gebaut. Wegen der starken Steigung musste um den Hafen von Cappy zu erfahren ein Tunnel gebaut werden, an den sich eine Spitzkehre anschloss. So diente die Bahn hauptsächlich dem Zuckerrübentransport, und der Abtransport der fertigen Produkte. Personenverkehr gab es nicht.

Die Bahnstrecke wurde 1931 bis Chaulnes verlängert. Sie hat den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschädigt überstanden, allerdings wurde ein Molasse-Zug von britischen Bombern angegriffen. Die Verlängerungen nach Péronne und Chaulnes wurden 1954 wwegen starken Rückgang der Transportleistungen außer Betrieb genommen, und der Rest der Strecke 1972 stillgelegt, zu einem Zeitpunkt, als die Museumsbahn bereits ihren Betrieb aufgenommen hatte. mini|Östlicher Tunnelmund in Cappy

Museumseisenbahn Die Museumseisenbahn wird heute von der 1970 gegründeten APPEVA (Association Picarde pour la Préservation et l'Entretien des Véhicules Anciens) betrieben und ist als P'tit Train de la Haute Somme bekannt. Sie ist die letzte noch in Betrieb befindliche 600-mm-Schmalspurbahn der Schützengräben des Ersten Weltkriegs.

Der erste APPEVA-Zug fuhr im Juni 1971 zwischen Cappy und Froissy über eine Entfernung von 1 km. Die Strecke wurde 1974 bis zum oberen Ende der Spitzkehre und 1976 bis nach Dompierre verlängert, nachdem der Bahnübergang auf der Hochebene von Santerre fertiggestellt worden war. Die Eröffnung des Museums in Froissy fand 1996 statt.

Die APPEVA übernahm die Fahrzeuge der Zuckerfabrik und erwarb Lokomotiven und Wagen aus ganz Frankreich und dem Ausland. Auf Güterwagengestellen amerikanischer Produktion wurden Personenwagen unterschiedlicher Bauart aufgebaut.

In Froissy entstand ein Ringlokschuppen mit Drehscheibe, eine Wagenhalle, eine Werkstatt und ein Depot. In den Hallen werden die restaurierten Fahrzeuge ausgestellt.

Schienenfahrzeuge des Museums Dampflokomotiven Nr.NameHerstellerAnzahl der RäderLeistungSeriennr.BaujahrHerkunftBemerkungenFoto1Henschel0-4-0 T237351937120px2Neumeyer0-4-0 T191922120px3Decauville0-6-0 T50 PS18251928Port de BordeauxTyp Progrès120px4Krauss0-8-0 T70 PS73731917Deutsche HeeresfeldbahnHFB Brigadelokomotive. Bis Ende 2007 betriebsfähig.120px5Decauville0-6-0 WT50 PS16521916Ex-Réseau Nord-Est (Reims)Type 17. Betriebsfähig.120px7GenevièveBorsig0-8-0 TT50 PS103341918PolenHFB Brigadelokomotive. Betriebsfähig.120px8Vulcan, Stettin0-8-0 T150–180 PS38521925Ehemals Deutsche Reichsbahn Nr. 99 3461, davor Mecklenburg-Pommersche Bahn Nr. 9.Prototyp. Steht unter Denkmalschutz.120px9Alco-Cooke0-4-2 T571481916RL 1257120px10Franco-Belge0-8-0 TT250–300 PS28361945Ehemals Sucreries Ternynck, Coucy-le-Château und Tramway de Pithiviers à Toury No. 4-14.Type KDL (Kriegsdampflokomotive).Betriebsfähig.120px11Orenstein & Koppel0-6-0 Tetwa 100 PS80831915Ehemals Tramway de Pithiviers à Toury No. 3-6.12Orenstein & Koppel0-10-0 Tetwa 195 PS82851917Ehemals Thalbahn Habsheim, später Tramway de Pithiviers à Toury No. 5-3.120px13Orenstein & Koppel0-8-0 T DFB70 PS86271918Ehemals Sucreries Coucy-le-ChâteauHFB Brigadelokomotive. Leihgabe von AMTUIR120px14Orenstein & Koppel0-4-0 T40 PS14861903Preserved Orenstein & Koppel Steam Locomotives bei chm.bris.ac.uk, abgerufen am 2. August 2024120px

Diesellokomotiven Nr.NameHerstellerAchsfolgeLeistungSeriennummerBaujahrHerkunftBemerkungenFotoT23Plymouth70 PS51171946Traktor. Eine der ursprünglichen CFCD-Loks.120pxT24TatraSociété de Construction Ferroviaires et Navales (Coferna)200 PS1221941Diesellok mit einem 212 PS luftgekühlten Tatra-Motor. Eine der ursprünglichen CFCD-Loks. Betriebsbereit.120pxT25IvecoCoferna180 PS1231941Diesellok mit einem 180 PS wassergekühlten Iveco-Motor. Eine der ursprünglichen CFCD-Loks. Betriebsfähig.120pxT31Établissements Billard100 PS233 T75 G1958Diesellok. Betriebsfähig.120pxT32SimplexMotor Rail Ltd40 PS588/1911917TraktorT37SimplexMotor Rail Ltd20 PS74331939Traktor. Betriebsfähig.T33Baldwin0-4-0 D50 PS491921917TraktorT36Baldwin50 PS499661917TraktorT29Socofer40 PS333 SCF 3031968Traktor. Betriebsfähig.120pxSpeederFairbanks-Morse1917DraisineDiesellokPlymouthZiegelei Chimot in Marly 120pxDiesellok (500 mm Spurweite)HeimZiegelei Chimot in Marly

Wagen

Die CFCD hat mehrere offene bzw. geschlossene Güter- und Personenwagen, deren Fahrgestelle noch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges stammen, sowie modernere Güterwagen.

Literatur

Weblinks

APPEVA, offizielle Website Fotos

Einzelnachweise

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