mini|Moritz Treuenfels (2021)
Moritz Treuenfels (* 19. Dezember 1988 in Eutin) ist ein deutscher Film- und Theaterschauspieler.
Leben Moritz Treuenfels wurde als drittes von fünf Kindern in Eutin geboren und besuchte eine Waldorfschule. Seit seinem siebten Lebensjahr spielt Treuenfels Violoncello und Klavier. Er erhielt einige Preise, u. a. bei Jugend musiziert. Nach dem Abitur machte er seine Schauspielausbildung von 2010 bis 2014 an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München.
Während seiner Schauspielausbildung spielte er bereits in Produktionen an den Münchner Kammerspielen. Sein erstes festes Theaterengagement begann er 2015 am Düsseldorfer Schauspielhaus. Er wurde dort mit dem Publikumspreis „Gustaf“ als bester Schauspieler ausgezeichnet. Am Hans Otto Theater in Potsdam spielte und sang er Rio Reiser in Rio Reiser. König von Deutschland. Für seine Darstellung als Rio Reiser wurde er landesweit gelobt. In der Spielzeit 2019/20 war er Ensemblemitglied im Theater Basel. Dort spielte er Hans Christian Andersen in Andersens Erzählungen unter der Regie von Philipp Stölzl. Die Schauspieloper wurde vom Publikum und von Kritikern gleichermaßen gefeiert. So bezeichnete beispielsweise die NZZ das spartenübergreifende Projekt als „theaterhistorisches Ereignis“. In der jährlichen Kritikerumfrage von Theater Heute wurde Treuenfels 2020 als bester Nachwuchs-Schauspieler und 2024 als bester Schauspieler des Jahres nominiert.
Seit der Spielzeit 2020/21 ist er festes Ensemblemitglied am Residenztheater in München.
In dem Kinofilm „Axiom“ von Jöns Jönsson verkörperte Moritz Treuenfels die Hauptrolle Julius, ein notorischer Lügner, der sich auf der Suche nach der eigenen Identität immer mehr im Netz gesellschaftlicher und sozialer Normen verliert. Der Film feierte auf der Berlinale 2022 Weltpremiere in der Sektion Encounters und wurde international sehr positiv von der Presse aufgenommen.
Moritz Treuenfels galt 2022 als „Entdeckung der Berlinale“ und wurde mit dem Preis der Deutschen Filmkritik als bester Darsteller ausgezeichnet. Außerdem erhielt er für seine Darstellung den Hong Kong Young Cinema Award als „Best Actor“. „Axiom“ wurde in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis aufgenommen und erhielt eine Nominierung. Ab 2023 spielte Moritz Treuenfels die Hauptfigur Fabian Anders in der ZDF-Filmreihe „Familie Anders“.
2024 wurde Moritz Treuenfels für seine „vorbildliche Schauspielerpersönlichkeit und herausragenden schauspielerischen Leistungen“ mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet.
Er ist seit 2025 Mitglied der European Filmacademy.
Filmografie (Auswahl)
Theater (Auswahl) Münchner Kammerspiele 2011: E La Nave Va. Inszenierung: Johan Simons 2011: Holt mich hier raus (ich bin hier vor der Wand), Inszenierung:Schorsch Kamerun 2011: Nachschlag. Inszenierung: Nico Hümpel 2012: Das Mädchen aus dem goldenen Westen, Inszenierung: Christoph Homberger 2013: Das war auf einer Lichtung, da sie zum ersten Mal Geld dafür nahm, Münchner Kammerspiele, Inszenierung: Malte Jelden 2013: Reines Land/Verlust, Münchner Kammerspiele, Inszenierung: Malte Jelden
Kulturwald-Festival Bayerischer Wald 2012: Jedermann. Inszenierung: Georg Blüml
Vorarlberger Landestheater Bregenz 2014: Emilia Galotti, Inszenierung: Sigrid Herzog
Theater Augsburg 2014: Hamlet, Inszenierung: Markus Trabusch
Düsseldorfer Schauspielhaus 2015: La Chemise Lacoste. Inszenierung: Alia Luque 2015: Sturm. Inszenierung: Volker Hesse 2016: Die Kleinbürgerhochzeit. Inszenierung: Hans-Ulrich Becker 2016: Die Nibelungen, Inszenierung: Kurt Josef Schildknecht 2016: Terror, Inszenierung: Kurt Josef Schildknecht
Hans Otto Theater Potsdam 2016: Geächtet. Inszenierung: Elias Perrig 2017: Nathan der Weise. Inszenierung:Tobias Wellemeyer 2017: Dogville. Inszenierung: Christoph Mehler 2017: Prinz Friedrich von Homburg, Inszenierung: Alexander Charim 2017: Rio Reiser. König von Deutschland. Inszenierung: Frank Leo Schröder 2018: Verbrechen und Strafe (als Kommissar). Nach dem Roman von Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Inszenierung: Alexander Nerlich
Theater Basel 2016: Drei Schwestern (als Alexander). Nach Anton Pawlowitsch Tschechow. Inszenierung: Simon Stone 2019: In den Gärten oder Lysistrata Teil 2 (Männliche Rollen). Von Sibylle Berg nach Aristophanes. Inszenierung: Miloš Lolić 2019: Andersens Erzählungen (als Hans Christian Andersen, Dichter). Nach Hans Christian Andersen. Inszenierung: Jherek Bischoff, Jan Dvořák und Philipp Stölzl 2020: Graf Öderland (als Ein Wärter, ein Concierge, der Kommissar, ein Student). Nach Max Frisch. Inszenierung: Stefan Bachmann
Residenztheater München 2019: Drei Schwestern (als Alexander). Nach Anton Pawlowitsch Tschechow. Inszenierung: Simon Stone (Übernahme der Uraufführungsinszenierung vom Theater Basel) 2020: Resi streamt – Marienplatz. Von Beniamin M. Bukowski. Inszenierung: András Dömötör 2021: Graf Öderland (als Ein Wärter, ein Concierge, der Kommissar, ein Student). Nach Max Frisch. Inszenierung: Stefan Bachmann (Übernahme der Inszenierung vom Theater Basel) 2021: Herz aus Glas. Nach Herbert Achternbusch. Inszenierung: Elsa-Sophie Jach 2022: Das Vermächtnis – The Inheritance (als Junger Mann / Toby Darling). Von Matthew Lopez, frei nach dem Roman «Howards End» von E.M. Forster. Inszenierung: Philipp Stölzl 2022: Das Käthchen von Heilbronn (als Friedrich Wetter, Graf vom Strahl / Ernst von Pfuel). Nach Heinrich von Kleist. Inszenierung: Elsa-Sophie Jach 2023: Erfolg (als Erich Bornhaak). Nach Lion Feuchtwanger – bearbeitet von Barbara Sommer und Stefan Bachmann. Inszenierung: Stefan Bachmann 2023: Agamemnon (als Menelaos / Chor). Von Aischylos. Inszenierung: Ulrich Rasche (In Kooperation mit dem Athens Epidaurus Festival) 2023: Andersens Erzählungen (als Hans Christian Andersen, Dichter). Nach Hans Christian Andersen. Inszenierung: Jherek Bischoff, Jan Dvořák und Philipp Stölzl 2024: Maria Stuart (als Robert Dudley, Graf von Leicester). Von Friedrich Schiller. Inszenierung: Nora Schlocker, Alexander Eisenach 2024: Die Ärztin (als Roger Hardiman). Von Robert Icke nach «Professor Bernhardi» von Arthur Schnitzler. Inszenierung: Miloš Lolić 2025: Daddy (als Tommy & Julien). Von Marion Siéfert und Matthieu Bareyre. Inszenierung: Daniela Kranz 2025. Der zerbrochne Krug (als Licht, Schreiber). Von Heinrich von Kleist. Inszenierung: Mateja Koležnik 2026: Tremens (Solostück). Performance nach Motiven aus Timon von Athen von William Shakespeare. Inszenierung: Eric Joris und Isjtar Vandebroeck (CREW) 2026: Abschied (Solostück). Von Matthias Rippert nach dem gleichnamigen Roman von Sebastian Haffner. Inszenierung: Matthias Rippert 2026: Die Dreigroschenoper (als Macheath, genannt Mackie Messer, Chef einer Platte von Straßenbanditen). Von Bertolt Brecht (Text) und Kurt Weill (Musik) unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann. Inszenierung: Philipp Stölzl
Bregenzer Festspiele 2024/2025: Der Freischütz (als Samiel). Oper von Carl Maria von Weber. Inszenierung: Philipp Stölzl
Preise und Auszeichnungen 11. Juni 2016 Publikumspreis „Gustaf“ verliehen am Düsseldorfer Schauspielhaus in Kooperation mit der Rheinischen Post 2020 Nominierung bester Nachwuchs-Schauspieler (Theater Heute) 2021: Einladung zum Berliner Theatertreffen mit Graf Öderland (Theater Basel / Residenztheater München) 2022: Nominierung für den Förderpreis beim Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. 2022 Hong Kong Young Cinema Award as Best Actor for „Axiom“ 2022 Preis der Deutschen Filmkritik als Bester Schauspieler für „Axiom“ 2024 Kurt-Meisel-Preishttps://www.freunde-des-residenztheaters.de/aktuelles/ 2024 Nominierung bester Schauspieler (Theater Heute)
Weblinks
Moritz von Treuenfels bei castupload.com Moritz von Treuenfels auf den Seiten des Düsseldorfer Schauspielhauses https://www.residenztheater.de/ensemble/detail/von-treuenfels-moritz Moritz von Treuenfels Agenturprofil
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Person (Eutin) Kategorie:Ensemblemitglied des Staatstheaters Augsburg Kategorie:Darstellender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Mann