Die Liste der Kinos in Berlin-Wedding gibt eine Übersicht aller Kinos, die im heutigen Berliner Ortsteil Wedding existiert haben und noch existieren.

Die Kinos in alphabetischer Folge Name/Lage Adresse Bestand Beschreibung + Bild L’Aiglon (Adlerchen) () Kurt-Schumacher-Damm 121 1954–1993 140px|rechts|L’Aiglon (2012), als Gästehaus genutztDas Kino entstand 1954 auf Grundlage eines von der französischen Besatzungsmacht ausgeschriebenen Wettbewerbs nach Plänen des Architekten Hans Wolff-Grohmann (1903–2000). Er entwarf einen Baukomplex aus Kino und Hotel in Stahlbeton. Bestimmendes architektonisches Merkmal sind eine große leicht konkave Glasfront und ein vorgelagerter geschwungener Eingangsbereich, der Hotel und Kino verbindet. Das Kino war von 1954 bis 1993 in Betrieb. Seit den 2010er Jahren dient es als Gästehaus. Das Kino gehört zum denkmalgeschützten Komplex der Julius-Leber-Kaserne. Alhambra (Apollo) () Seestraße 94 / Müllerstraße 136 seit 1912 140px|rechts|Alhambra 2007Das Kino geht auf einen Vorgängerbau von 1916 zurück und ist das letzte der einst zahlreichen Kinos an der Müllerstraße im Wedding. Das heutige Multiplex-Kino an diesem Standort entstand von 1999 bis 2002. Es hat 1500 Sitzplätze und sieben Leinwände. 1916 baute Familie Wegenstein an der Stelle des Restaurants Sachon unter dem Namen Apollo ein eigenes Kinogebäude. 1921 bauten die Wegensteins das Kino aus und nannten es in Alhambra um. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kino schwer zerstört. 1953 erfolgte ein Abriss der Reste und ein Neubau nach Plänen von Hans Bielenberg und Helmut Ollk. Beide Kinos hatten je einen Saal mit einer Leinwand. Das Kino von 1953 hatte 400 Sitzplätze und ein kleines Konzertpodium. 1999 wurde das Gebäude wiederum abgerissen, um einem modernen Multiplex-Kino mit sieben Leinwänden Platz zu machen, der den Namen Alhambra Cine-Eck trug. Der damalige Eigentümer finanzierte den 14-Millionen-DM-Neubau über einen Kredit, den er langfristig nicht decken konnte.

Bis 1998 befand sich das Kino im Besitz der Familie Wegenstein. Der letzte Wegenstein, dem das Kino gehörte, Leopold Wegenstein, hatte das Alhambra 1981 übernommen. Dieser musste allerdings aufgrund der Spätfolgen des Multiplex-Neubaues 2003 Insolvenz anmelden und das Kino verkaufen.Sabine Flatau: Kino-Eigentümer will Alhambra zurück. In: Berliner Morgenpost, 8. Oktober 2008 2004 kam das Kino unter Zwangsverwaltung, 2008 wurde es schließlich zwangsversteigert.Jan Oberländer: „Alhambra“ unterm Hammer. In: Der Tagesspiegel, 7. Oktober 2010 Betreiber ist seit 2005 die To the movies GmbH aus Berlin-Neukölln, die sich in der Cineplex-Gruppe organisiert hat. Seitdem heißt das Kino Cineplex Alhambra.Cineplex Alhambra bei berlin.de Mittlerweile gehört ihr das Gebäude auch. Angesichts der Bevölkerungsstruktur des Weddings zeigt das Kino auch regelmäßig türkische und arabische Filme in der Originalversion.Gerhild H. M. Komander: Der Wedding: auf dem Weg von Rot nach Bunt. Berlin Story Verlag, 2006, ISBN 3-929829-38-X, S. 117 Alhambra Too () Triftstraße 67 1996–2002 Am 7. November 1996 eröffnete der Besitzer des Alhambra Müllerstraße, Leopold Wegenstein, das „Alhambra Too“ am Sparrplatz in der Triftstraße 67. Das Kino sollte das Alhambra, das zu dieser Zeit nur über einen Saal verfügte, ergänzen. Durch den zwischenzeitlich erfolgten Umbau des Cineplex Alhambra, das im Mai 2002 eröffnete, war der Betrieb nicht mehr erforderlich, weshalb das Kino im März 2002 wieder schloss. Heute befindet sich dort die Brauerei Eschenbräu. Amor-Lichtspiele () Torfstraße 28a 1913–1919 Das Kino in der Torfstraße 28a soll von 1913 bis 1919 existiert haben.Autokino (auf dem Festplatz) () Kurt-Schumacher-Damm 207 seit 2003Nach den vier Berliner Autokinos der 1960er bis 1980er Jahre wurde 2003 wieder ein solches vom Kinoveranstalter Henry Musch aus Sassnitz auf dem „Zentralen Festplatz“ eingerichtet. Anfangs für 130 Autos sind aktuell (Stand: 2016) 250 Pkw angegeben. Die Leinwand hat eine Größe von 11 m × 18 m, mit Stereoton auf das Autoradio und Bildprojektion in Digital 4K erfolgt die Darbietung. Die Spielzeit aktueller Filme dauert von März bis Oktober. Die Platzumgebung beruht auf den Möglichkeiten des Festplatzes am Kurt-Schumacher-Damm, der durch die Deutsch-Französischen Volksfeste bekannt wurde. Der direkte Anschluss zur A 111, niveaugleiche Fahrwege, vier Rolltoranlagen, Stromversorgung und Beleuchtung ermöglichen auch andere Veranstaltungen. Initiator des Autokinos war seit 2009 die SSF Autokino Berlin GmbH (Dennis-Gabor-Straße 2, Potsdam). Als diese nach Schönefeld umzog, übernahm 2015 die „Bärliner Autokino GmbH“ den Spielbetrieb.Kinokompendium.de: Autokino Berlin City Kino Wedding im Centre Français de Berlin () Müllerstraße 74 seit 1996 140px|rechts|Centre Français de BerlinDas Kino im Centre Français de Berlin befindet sich in einem Mehrzwecksaal im 1961 errichteten Centre Culturel Français. Das Gebäude ist ein gelistetes Baudenkmal. Dieser wurde seit seiner Eröffnung für Kulturveranstaltungen, Theateraufführungen und Filmvorführungen benutzt. Regelmäßig fanden hier auch Gratisfilmvorstellungen für ein deutsches Publikum statt. Nach Abzug der französischen Truppen wurde der Saal von 1996 bis 2007 als „City Wedding“ genutzt, danach war das Kino vorerst geschlossen. Kurzzeitig erfolgte 2009 unter dem Namen Eiffelturm-Kino im CFB noch einmal Kinobetrieb.

Am 13. September 2014 eröffnete das „City Kino Wedding“ neu. Zunächst zeigte die Initiative „City Kino“ in einer Art Testphase alle zwei Wochen bis Ende des Jahres regelmäßig ausgewählte Filme zum kleinen Preis.quiez.de:

Das Programmkino zeigt seit Januar 2015 jede Woche Donnerstag bis Sonntag ein liebevoll ausgewähltes Arthouseprogramm.City Kino Wedding bei berlin.de Excelsior-Lichtspiele () Müllerstraße 137 1912–1923 Bereits 1912–1914 gab es kurzzeitig ein Kinematographen-Theater von J. Grund (zuvor 1910–1912: Brüsseler Straße 1) in der Müllerstraße 137 Ecke Seestraße 44. Danach war dort ein Fotograf ansässig. 1919 eröffneten die Excelsior-Lichtspiele, die aber auch nur bis 1923 bestanden. Es dürfte sich um ein Ladenkino gehandelt haben. Das Gebäude ist erhalten und verfügt über Ladengeschäfte im Erdgeschoss. Fortuna-Lichtspiele () Müllerstraße 12c 1912–ca. 1943 Das Kino an der Ecke Lindower Straße bestand angeblich seit 1912, in den Berliner Adressbüchern findet sich jedoch kein Eintrag dazu. Es wurde im Zweiten Weltkrieg ca. 1943 zerstört. Heute befinden sich dort flache Gewerbebauten, die demnächst abgerissen werden. Gong-Lichtspiele (A.B.-Lichtspiele) () Liebenwalder Straße 26 1953–1962 1953 eröffneten die Gong-Lichtspiele in der Liebenwalder Straße 26, die ab 1956 Conny-Lichtspiele und ab 1958 AB-Lichtspiele nach seinem Besitzer Alex Bayer genannt wurden. Kurzzeitig war das Kino 1956 auch „Liebenwalder Lichtspiele“ genannt worden. 1962 endete der Spielbetrieb. Vor Ende des Zweiten Weltkrieges gehörten die Gebäude der Osram GmbH. Kammer-Lichtspiele (Nordstern-Lichtspiele) () Müllerstraße 65 1919–1962 Der Fleischermeister Otto Gerth war schon vor Eröffnung des Kinematographen-Theaters Eigentümer des Hauses Müllerstraße 65 Ecke Schöningstraße 24. Otto Gerth verstarb 1921. 1925 eröffneten die Kammer-Lichtspiele neu statt der Nordstern-Lichtspiele. Das Kino bestand bis 1962. Das Ladenkino am U-Bahnhof Rehberge wird heute als Ladengeschäft genutzt. Kinematographentheater () Seestraße 36 1912–1917 In der Seestraße 36 soll von 1912 bis 1927 ein Kino bestanden haben. In den Kinoadressbüchern finden sich jedoch nach 1917 keine Hinweise mehr. Es ist davon auszugehen, dass das Kino bereits 1917 schloss. Kinematographentheater () Togostraße 76 1911–1913 In der Togostraße 76 soll es kurzzeitig ein Kinematographentheater gegeben haben. Im Berliner Adressbuch finden sich 1912/1913 Hinweise darauf. Man findet dort ein Wohnhaus mit Ladeneinbau im Erdgeschoss. Marga-Lichtspiele () Schulstraße 29 1919–1994 Vor dem Kino befand sich in der Schulstraße 29 das Wedding-Casino von Franz Gleinert. Die Marga-Lichtspiele wurden 1919 eröffnet und bestanden als Kino bis 1976. Architekt für den Einbau des Kinos war 1919 E. Damero, die Erweiterung 1925 fand durch Caspar Werner statt. Nach 1976 wurde daraus eine Tabledance-Bar mit Pornokino, die bis ca. 1995 betrieben wurde. Heute befindet sich dort eine Karaoke-Bar.

„Paul Neumann stieß bereits im Kriegsjahr 1914 zur Filmbranche und eröffnete in Berlin seine Apollo-Lichtspiele in der Belforter Straße. Fünf Jahre später suchte er einen größeren Wirkungskreis und erwarb die Marga-Lichtspiele im Norden Berlins, ein Haus mit 433 Plätzen, das noch heute in seinem Besitz ist. Paul Neumann steht als Filmtheaterbesitzer im 44. Berufsjahr und zählt zu den ‚alten Hasen‘ der Viersektoren- und ehemaligen Reichshauptstadt.“ (Der neue Film 40/1957) Mercedes-Palast (Ufa-Palast) () Utrechter Straße 33 1926–1962 140px|rechts|Mercedes-Palast 1926 140px|rechts|Mercedes-Palast 1926, Saal Der Mercedes-Palast wurde 1926 nach Plänen von Fritz Wilms auf den Grundmauern einer ehemaligen Eisengießerei erbaut, er verfügte über 1990 Parkett-Plätze. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er weiterhin als Kino genutzt. Seit 1965 erfolgte die Nutzung als Supermarkt, 1987 wurde das Gebäude abgerissen. Betreiber war zu Beginn ab 1927 die „Mercedes-Palast-Lichtspieltheater G.m.b.H.“ und ab 1930 die „Ufa-Theater-Betriebs-G.m.b.H.“. Das Gebäude befand sich an der Utrechter Straße 33 (heute: 17–21) Ecke Turiner Straße 29/30 (heute: 25–29). Von 1933 bis 1947 trug die Utrechter Straße den Namen Wagnitzstraße, damit ging auch die Umbenennung des Kinos einher. 1945 wurde der Mercedes-Palast von Sojusintorgkino verwaltet. Das Kino verfügte anscheinend auch über eine Kinoorgel. Metropol-Kino () Schulstraße 37 1911–1919 Das Metropol-Kino-Theater befand sich von 1911 bis 1919 in der Schulstraße 37. Heute befindet sich dort ein Wohnhaus. Pamela-Lichtspiele () Müllerstraße 156 1952–1966 Das Kino wurde vermutlich in einer kriegsbedingten Gebäudelücke errichtet. Die Pamela-Lichtspiele spielten von 1952 bis 1966. Heute befindet sich dort ein Ladengeschäft. Pharus-Lichtspiele () Müllerstraße 142 1912–1943 140px|rechts|Pharus-Säle 1908 Das Gebäude gehörte der Bergschloßbrauerei AG aus der Wißmannstraße 31–42 in Berlin. Die Pharussäle wurden im Juli 1907 im Hof des Grundstücks eröffnet, ab 1912 fanden Filmvorführungen statt. Die Säle trugen auch den Namen „Prachtsäle des Nordens“ und waren auch Ort für politische Kundgebungen. Anfang 1940 wurden die Säle in eine Großkantine umgewandelt, bei einem Luftangriff Ende 1943 beschädigt und im Februar 1945 ganz zerstört. Auf dem Grundstück wurde 1960 ein Anbau der AOK errichtet. Nur das Vorderhaus ist noch erhalten. Polo-Lichtspiele Tageskino (Walhalla-Lichtspiele) () Chausseestraße 79 1912–1961 Die Polo-Lichtspiele bestanden von 1912 bis 1961 und befanden sich mit zuletzt 281 Sitzplätzen in der Chausseestraße 79 in der Nähe der U-Bahn-Grenzstation Reinickendorfer Straße und waren bis 1961 Grenzkino. Das lange schmale Kino im hinteren Seitenflügel befand sich gegenüber dem Hertie-Kaufhaus. Scala-Filmtheater