Cussac, Okzitanisch Cuçac, ist eine französische Gemeinde im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin in Frankreich. Sie gehört zur Region Nouvelle-Aquitaine, zum Département Haute-Vienne, zum Arrondissement Rochechouart, zum Kanton Rochechouart und zum Gemeindeverband Ouest Limousin.

Die Bewohner nennen sich Cussacois bzw. Cussacoises.

Etymologie Zur Toponymie Cussacs werden zwei unterschiedliche Wege beschritten. Ein Weg geht von der Wurzel cass aus, der „Eiche“. Cassano bezieht sich auf Eichenwaldungen. Die andere Version geht von einem gallorömischen Eigennamen Cutius, Cuttius, Cussius oder Cūcius aus, dem das Possesiv -acum („Wohnstätte des, Besitz des, Domäne des“) angehängt wurde.

Geographie Die Gemeinde Cussac grenzt im Norden an Oradour-sur-Vayres, im Osten an Champagnac-la-Rivière, im Süden an La Chapelle-Montbrandeix, im Südwesten an Marval, im Westen an Saint-Mathieu und im Nordwesten an Saint-Bazile.

Mit 31,70 Quadratkilometer Fläche handelt es sich um eine Gemeinde durchschnittlicher Größenordnung, deren Ortszentrum aber wie die Nachbargemeinde Saint-Mathieu bereits kleinstädtischen Charakter aufweist. Dennoch stellt Cussac eine Landgemeinde dar, welche sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.

Saint-Mathieu im Westen liegt sieben Kilometer entfernt, Oradour-sur-Vayres im Nordnordosten nur 3 Kilometer. Zur Präfekturstadt Limoges im Nordosten sind es 34 Kilometer. Die Unterpräfektur Nontron im Norden des Départements Dordogne befindet sich 24,5 Kilometer im Südwesten. Die im Westen gelegene Präfekturstadt Angoulême im Département Charente weist bereits eine Entfernung von 54,5 Kilometern auf.

mini|Höchster Punkt (476 Meter) südöstlich von Boubon. Der Blick schweift nach Nordwesten über die Gemeinde Cussac hinweg, im Vordergrund der Weiler Boubon.

Zum Gemeindegebiet von Cussac gehören neben dem Ortskern folgende Weiler, Gehöfte, Schlösser, Mühlen und Geländepunkte: Bois du Milieu, Boubon, Chambinaud, Chardiaud, Château de Cromières, Cromières, Cul de Fer, Gipouloux, Graffeuil, Étang de Boubon, Étang de Bouillarie, Étang de Fargetas, Étang de Graffeuil, Étang de la Monnerie, Fargetas, Fayolas, Forêt de Boubon, Forêt de Cromières, Gaboureau, L'Arbre du Faux, La Bénéchie, La Berthus(s)ie (mit Schloss), La Brégère, La Brolie (auch La Branlie), La Fontanelle, La Forêt, La Genette, La Guionie, La Jalade, La Manigne, La Maridèle, La Mazaurie, La Pélègerie, La Petite Berthuise, La Plaine, La Reille, La Serve, La Termenière, Le Breuil, Le Châtenet (Le Chatenet), Le Haut Puymoroux, Le Mas, Le Maza, Le Moulin de Boubon, Le Moulin de Graffeuil, Le Moulin de la Colle, Le Puy, Les Bernards, Les Besses, Les Bonnes Fontaines, Les Champs, Les Cirejaux, Les Clèdes, Les Fauries, Les Grands Essarts, Les Landes, Les Pineloux, Les Ramades, Les Rebeyrdes, Les Ribières, Les Rivailles, Les Rochilles, Lou Enas, Matribu, Miemont, Moulin de la Brégère, Négrelat, Péchignat, Piégut, Puy Hardy, Puymoroux, Route Forrestière de Boubon, Route Forrestière de Cromières, Route Forrestière des Tarrassauds, Soumagnas, Tour de Gaboureau, Trou des Maquis, Vergnolas und Villajou.

Der topographisch tiefste Punkt mit 264 Meter über N. N. liegt an der Tardoire an der Nordwestecke, der höchste Punkt mit 476 Meter befindet sich an der Südgrenze südlich von Boubon. Die maximale Höhendifferenz beträgt 212 Meter.

Der Höhenrücken südlich von Boubon gehört zum Nordwestausläufer der Monts de Châlus.

mini|Lagekarte von Cussac

Verkehrsanbindung Die Gemeinde Cussac verfügt über zwei Hauptverkehrsachsen. Einmal die von Gorre im Osten kommende D 699, die weiter nach Saint-Mathieu im Westen läuft. Sodann als Nord-Süd-Achse die D 22 von Oradour-sur-Vayres im Norden bis nach La Chapelle-Montbrandeix im Süden. Untergeordnet sind zu erwähnen die D 42, die von der D 22 südlich des Ortskerns linkerhand nach Châlus im Südosten abzweigt. Die D 73 quert vom Ortskern aus nach Milhaguet im Südwesten (ehemals eine selbständige Gemeinde) und weiter über die D 67 nach Marval im Süden. Wichtig ist auch noch die D 213. Sie zweigt im Süden der Gemeinde von der D 42 rechterhand ab und erreicht mit ihrem Südsüdost-Kurs schließlich Dournazac. Ansonst gibt es noch einige weitere Querverbindungen und Kommunalstraßen, die den Anschluss an die zahlreichen Weiler der Gemeinde aufrechterhalten.

Fernwanderweg Die Gemeinde Cussac liegt am Fernwanderweg GR 4 (Royan nach Grasse), der von Dournazac kommend nach Oradour-sur-Vayres und Saint-Laurent-sur-Gorre weiterzieht.

Tourismusstraße Richard Löwenherz Cussac ist ebenfalls Station auf dem 1. Ast der Tourismusstraße Richard Löwenherz – zwischen Saint-Mathieu und Dournazac.

Klima Die Gemeinde Cussac unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) im Übergangsbereich der Klimaregionen Poitou-Charentes und Ouest et nord-ouest du Massif Central (Westen und Nordwesten des Zentralmassivs).

Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,5 °C mit einer Jahresamplitude von 14,5 °C.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode akkumulierte zu 1087 Millimeter – mit 13,6 Niederschlagstagen im Januar und 8,0 Niederschlagstagen im Juli.

Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der 5 Kilometer (Luftlinie) entfernten Wetterstation von Champagnac-la-Rivière eine Jahresmitteltemperatur von ebenfalls 11,5 °C gemessen – gleichzeitig erhöhte sich hier jedoch der Jahresniederschlag geringfügig auf 1189,6 Millimeter.

Hydrographie mini|Hydrographische Karte vn Cussac

Die in westnordwestlicher Richtung abfließende Tardoire bildet den Hauptfluter und gleichzeitig die Nordgrenze der Gemeinde. Sie besitzt mehrere linke Seitenbäche ohne Bezeichnung. Am bedeutendsten unter diesen Seitenbächen ist der letzte. Er entspringt bei Les Rochilles und fließt dann südlich von Cussac nach Westnordwest ab, ehe er zum Étang de Cromières gestaut wird. Auch die Tardoire wird ihrerseits bei La Monnerie (bereits Gemeinde Oradour-sur-Vayres) zum Étang de la Monnerie zur Wasserversorgung des einstigen Chemiewerks aufgestaut. Wichtig für den gesamten Südteil der Gemeinde ist ferner der Ruisseau de la Colle (oft nur Colle genannt). Er entspringt ganz im Süden der Gemeinde westlich von Négrelat, dirigiert sich anfangs nach Norden, dreht nach Nordwesten und verlässt nördlich von Puymoroux die Gemeinde an ihrer Westgrenze. Zahlreiche kleinere Weiher säumen den Lauf, der bedeutendste unter ihnen ist der Étang de Graffeuil mit zugehöriger Mühle. Ein linker Nebenarm der Colle entspringt direkt unterhalb des höchsten Punkts bei Boubon an der Südgrenze. Er bildet eine ganze Reihe hintereinandergeschalteter Weiher, darunter der Étang de Boubon und der Étang de Bouillarie.

Geologie

mini|Tektonische Karte. Die Gemeinde Cussac befindet sich im unteren Drittel, links der Mitte.

Grundgebirge Die Gemeinde Cussac liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich vorwiegend in der Biotit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, die überwiegend aus Plagioklas-reichen Paragneisen, leptynitischen Augengneisen und seltenen leptynitischen Gneisen aufgebaut wird.

An der Westgrenze der Gemeinde wird außerdem gerade noch die Parautochthone Glimmerschiefereinheit berührt, die sich unterhalb der Unteren Gneisdecke eingezwängt befindet. Die Untere Gneisdecke überfährt somit die Glimmerschiefer der Formation ξ1. Die Glimmerschiefer enthalten zahlreiche kleinere Apophysen des Saint-Mathieu-Leukogranits, vor allem bei Puymoroux und bei Boubon. Streichrichtung der Glimmerschiefer ist generell Südost-Nordwest und ihr Einfallswinkel beträgt 30 bis 50° nach Nordost. Strecklineare in Glimmerschiefern und Gneisen fallen generell mit etwa 30° nach Ost, seltener auch mit 10° nach Südost und 30° nach Nordost. Durch die Intrusionen des Leukogranits zeigen die Glimmerschiefer eine Kontaktmetamorphose im Cordierit-Grad.

Die untere Gneisdecke setzt an ihrer Überschiebungsfront mit leptyinitischen Augengneisen ein (Formation ocλ3 mit Biotit und Muskowit). Diese verlieren im Hangenden an Biotit (Formation (oc)λ3m) oder vergneisen (Formation ocζλ3b, zu sehen bei Cromières). Darüber folgen plagioklasreiche Paragneise (Formation ζ1-2), die den Ortskern unterlagern. Die Serie endet in leptynitischen Augengneisen der Formation oζΛ3. Die Foliation der Unteren Gneisdecke folgt ebenfalls mehr oder weniger der Südost-Nordwest-Richtung, kann aber mit bis zu 70° etwas steiler nach Nordost einfallen.

Die metamorphe Abfolge ist insgesamt West-vergent, in sich verfaltet und zerschert. Sie wurde zu einem späteren Zeitpunkt von Bruchtektonik erfasst. Die Brüche sind vorrangig nach Nordost ausgerichtet oder sekundär nach Nordnordost und deuten somit auf eine Streckung nach Südost oder Ostsüdost.

Eingeschaltet in die Untere Gneisdecke finden sich Scherlinsen von mafischen Gesteinen. Einmal ultramafische Serpentinite (Formation σ), die zu den Merlis-Serpentiniten zu rechnen sind. Sie stehen als zwei kleinere Körper unmittelbar nordöstlich des Ortskerns an. Sie finden sich im Hangenden der Paragneise. Ferner treten noch Amphibolite der Formation δ auf. Diese sind meist gangartig ausgebildet, können aber auch größere Scherkörper darstellen, wie beispielsweise bei La Mazaurie. Weitere Vorkommen finden sich nordwestlich und vor allem südöstlich des Ortskerns. Die Trägergesteine sind auch hier die Paragneise – mit einer Ausnahme nördlich von Les Landes in leptynitischen Augengneisen.

Der Metamorphosegrad der Unteren Gneisdecke wächst generell nach Osten an und überschreitet noch vor Erreichen der Paragneise die Biotit-Zone. Die Abfolge endet kurz vor der Disthen-Zone.

Oberflächenalteration Die Gneise und Granite weisen nur eine geringe Oberflächenalteration auf, welche ins Tertiär zurückreicht. In den Verwitterungstonen konnten sich nur unbedeutende Grundwasserleiter herausbilden und in Brunnen und in verschiedenen, teils eingefassten, Quellen austreten. Beispiele finden sich bei Boubon und bei La Mazaurie.

Die holozänen Böden sind mit 20 bis 50 Zentimeter relativ geringmächtig und bestehen hauptsächlich aus reduzierten Gleyen und Pseudogleyen.

Mineralische Rohstoffe Entlang dem Ruisseau de la Colle südlich des Ortskerns ist eine rund 2 Kilometer lange Schwermineralseife reich an Zinn (Cassiterit) bekannt.

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Cussac

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Cussac schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 53,3 % Wiesen – 25,9 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 17,8 % Bebauung – 3,0 %.

Die forstwirtschaftliche Nutzung steht mit 53,3 % im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (53,0 %) leicht zugenommen.

Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Cussac

Naturrisiken manifestieren sich in der Gemeinde Cussac als

Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Bodensetzungen. In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist die Gemeinde Cussac zu 14,9 % ihres Gebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, insbesondere in Flussniederungen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt (dennoch haben sich durchaus auch Beben mit der Stärke 4,2 (1976) und 4,3 (1978) südlich von Oradour-sur-Vayres ereignet).

Cussac ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Ökologie Naturpark