Brian Morris (* 3. Juli 1939 in Lancashire, Vereinigtes Königreich) ist ein britischer Filmarchitekt.

Leben und Wirken Der aus der Grafschaft Lancashire stammende Morris studierte Theater-Design an der Central School of Art and Crafts in Manchester und ging anschließend als Bühnenbildner zur Shakespeare-Gesellschaft in Stratford-upon-Avon. Danach wirkte er vier Jahre lang als Szenenbildner für Fernsehfilme. 1972 debütierte Morris als Filmarchitekt beim Kinofilm.

Seit Ende der 1970er Jahre entwarf Brian Morris die Bauten für eine Reihe von außergewöhnlichen Inszenierungen ambitionierter Regisseure, darunter John Schlesinger, Alan Parker, Chris Menges, Adrian Lyne, Jean-Jacques Annaud, Sydney Pollack und Louis Malle. Neben mehreren Filmen, in denen die Musik oder das Schaffen von Musikkünstlern im Vordergrund stand (That’ll be the Day, Stardust, Pink Floyd – The Wall, Die Commitments, Evita) zählen zu seinen bemerkenswertesten Arbeiten der dialoglose Steinzeit-Film Am Anfang war das Feuer, die mystische Gut-versus-Böse-Allegorie Angel Heart, die halluzinatorische Achterbahnfahrt Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits und die in „gehobenen Kreisen“ spielende Gesellschaftssatire Willkommen in Wellville. Für seine Filmarchitektur in Evita erhielt er 1997 eine Oscar-Nominierung

"Brian Morris’ Œuvre weist eine ungewöhnlich große Formenvielfalt auf; der Brite konstruierte mit gleicher Fabulierlust postmodern düstere, symbolbefrachtete Alptraumwelten wie historisch präzises und gepflegtes Plüschambiente von gutbürgerlicher Heimeligkeit."Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 559. 2002 holte man Morris für die umfangreichen Bauten zu dem Piratenfilmklassiker Fluch der Karibik mit Johnny Depp; es sollte sein kommerziell größter Erfolg werden. Seitdem hat er seine Arbeitsintensität sukzessive reduziert.

Filmografie 1972: Trau keinem über 18 (That’ll be the Day) 1974: Stardust 1974: Flame 1976: Julias unheimliche Wiederkehr (Full Circle) 1977: Sein letzter Mord (The Disappearance) 1979: Yanks – Gestern waren wir noch Fremde (Yanks) 1981: Am Anfang war das Feuer (La guerre du feu) 1982: Pink Floyd – The Wall 1982: Begierde (The Hunger) 1983: Another Country 1986: Angel Heart 1987: Zwei Welten (A World Apart) 1988: Homeboy 1989: Caddie Woodlawn 1990: Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (Jacob’s Ladder) 1990: Die Commitments (The Commitments) 1991: Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben (The Last Boy Scout) 1992: Stürmische Leidenschaft (Wuthering Heights) 1992: Verhängnis (Damage) 1994: Willkommen in Wellville (The Road to Wellville) 1995: Sabrina 1996: Evita 1997: Der Boxer (Hell’s Kitchen / The Boxer) 1998: The Insider 2000: Random – Nichts ist wie es scheint (On the Edge) 2001: Untreu (Unfaithful) 2002: Fluch der Karibik (Pirates of the Caribbean) 2004: Wimbledon – Spiel, Satz und … Liebe (Wimbledon) 2005: Firewall 2009: My One and Only – Auf der Suche nach Mr. Right (My One and Only) 2014: Ruth & Alex: Verliebt in New York (5 Flights Up)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 559.

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Einzelnachweise

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