mini|hochkant|St. Mariä Empfängnis während der Austauschphase des Ziffernblatts der Turmuhr (2026) mini|hochkant|St. Mariä Empfängnis (2008) Die Kirche St. Mariä Empfängnis ist ein römisch-katholisches Kirchengebäude im Essener Stadtteil Holsterhausen. Sie wurde von 1895 bis 1897 erbaut.

Geschichte Der starke Anstieg der Bevölkerung durch Einwanderung von Arbeitskräften für den Steinkohlenbergbau und die Stahlindustrie, insbesondere für die Krupp Gussstahlfabrik erforderte den Bau neuer Kirchen im Umfeld der Fabriken. Auch der weite Weg zur bisherigen Pfarrkirche, hier St. Johann im Essener Stadtkern war ausschlaggebend. 1887 wurde ein Kirchbauverein für Holsterhausen gegründet, der sich jedoch in der Folgezeit zerstritt und aufteilte. Aus dem Verein im nördlichen Holsterhausen ging der Bau der St.-Mariä-Geburt-Kirche an der Steinforthstraße (heute Harkortstraße) hervor,Geschichte der Gemeinde St. Mariä Geburt auf der Homepage der Pfarrei St. Antonius, abgerufen am 27. Januar 2025 während im südlichen Ortsgebiet im Frühjahr 1895 der Grundstein für St. Mariä Empfängnis gelegt wurde. Der Architekt war Josef Seché, der die Kirche im Stil der Neugotik entwarf. Am 24. Dezember 1896 wurde der erste Gottesdienst in der nur grob fertiggestellten Kirchen gefeiert. Im Jahre 1897 war dann der Kirchbau mit Turm vollständig fertiggestellt.General-Anzeiger für Essen und Umgebung vom 12. Mai 1903 Die Konsekration fand jedoch erst am 23. Juli 1897 durch den damaligen Weihbischof Anton Fischer statt. Bereits im Mai 1897 war im Rektorat der erste Pastor eingeführt worden. Im Jahr 1903 wurde Mariä Empfängnis zur selbständigen Pfarrei erhoben.Urkunde vom 9. März 1903 über die Errichtung der Pfarrei Maria Empfängnis in Essen (Ruhr), früher Holsterhausen (unterzeichnet Dr. Kreutzwald, Kapitularvikar der Erzdiözese Köln) – Wortlaut abgedruckt in der Essener Volkszeitung vom 4. April 1903

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchengebäude, auch aufgrund der Nähe zu den Fabriken der Firma Krupp, von mehreren Bomben getroffen (zuletzt am 11. März 1945) und bis auf die Außenmauern zerstört. Nach dem Krieg hatte die Gemeinde eine Notkirche hinter dem im Volksmund Holstehauser Dom genannten Kirchengebäude an der Barthel-Bruyn-Straße eingerichtet.Die Zeitzeugin: Fragmente, Mariä Empfängnis Holsterhausen, abgerufen am 28. März 2016

Von 1950 bis 1952 wurde die Kirche durch Architekt Willy Weyres und Schneider wiederaufgebaut. Dieser erfolgte mit einigen Änderungen; unter anderem wurde die Turmspitze gedrungener ausgeführt und das hohe mittlere Fenster im Altarraum durch ein Triptychon aus dem Leben Marias ersetzt.

Zwischen 1988 und 1993 wurde das Gotteshaus aufwändig restauriert. Im Jahr 2012 fanden umfassende Renovierungsarbeiten statt, in deren Zuge auch das 1.500 m² große Dach neu gedeckt und Teile der Fassade restauriert wurden. Im Jahr 2026 wurde das Unternehmen Diegner & Schade, das 1985 bereits das originale Uhrwerk der Kirche gebaut hatte, beauftragt, ein neues Ziffernblatt für die Turmuhr zu erstellen.

Glocken Wie ein altes Abrechnungs- und Kassenbuch der Glockengießerei Otto aus Hemelingen/Bremen zeigt, lieferte sie im Jahr der Fertigstellung des Kirchbaus für St. Mariä Empfängnis vier Bronzeglocken, drei Läuteglocken und eine Dachreiterglocke. Die drei Läuteglocken haben die Glockenvernichtungen der beiden Weltkriege überstanden. Wie eine Begehung im August 2011 zeigte, hängen die drei Läuteglocken auch heute noch in der Glockenkammer des Kirchturms.Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen 2019, 556 Seiten, Diss. Radboud Universiteit Nijmegen, nbn:nl:ui:22-2066/204770, hier insbes. S. 61, 475, 539Gerhard Reinhold: Otto Glocken – Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto, Selbstverlag, Essen 2019, 588 Seiten, ISBN 978-3-00-063109-2, hier insbes. S. 41, 509, 578 Nr. Durchmesser (mm) Masse (kg, ca.) Schlagton (HT-1/16) Gießer Gussjahr1 1.430 1.800 d′ F. Otto, Hemelingen bei Bremen 18972 1.290 1.298 e′ F. Otto, Hemelingen bei Bremen 18973 1.210 1.085 f′ F. Otto, Hemelingen bei Bremen 1897

Priester 1897–1931: Monsignore Johannes Kiggen (Pfarrer, † 1931) 1931–1941: Johannes Kaulard (Pfarrer, † 1941) 1941–1953: Anton Tombeyl (Pfarrer, † 1953) 1953–1973: Franz Laufenberg (Pfarrer, † 1979) 1973–2002: Monsignore Alfons Kruthoff (Pfarrer, † 2011) 2002–2007: Ludger Blasius (Pfarrer) 2007–2011: Gereon Alter (Pastor) 2007–2013: Andreas Geßmann (Kaplan)

Gemeinde Die Gemeinde St. Mariä Empfängnis refusionierte 2006 mit der Gemeinde St. Stephanus, die 1930 aus dieser herausgelöst worden war. Seit 2008 gehört St. Mariä Empfängnis zur Pfarrgemeinde St. Antonius.

Trivia Die Kirche wurde in dem U.S.-amerikanischen Dokumentationsfilm "Germany - A Family of the Industrial Ruhr" der McGraw-Hill Book Company aus dem Jahre 1958 abgelichtet. Der Dokumentationsfilm schildert den Alltag der Familie Müller in Essen. Die Familie lebt im Stadtteil Holsterhausen, vermutlich am Hartmannplatz. Neben Aufnahmen von alltäglichen Besorgungen, wie dem Lebensmitteleinkauf in einem Geschäft von Albrecht auf der Gemarkenstr., der Straßenbahn an der Haltestelle Rubensstr., oder dem Schulbesuch in der Keplerschule, ist auch der sonntägliche Kirchgang der Familie zur Kirche St. Mariä Empfängnis zu sehen. Die Dreharbeiten fanden im November 1957 statt.

Weblinks

Homepage von St. Mariä Empfängnis

Einzelnachweise

Maria Empfangnis Holsterhausen Essen Kategorie:Erbaut 1897 Kategorie:Holsterhausen (Essen) Essen Maria Empfangnis Essen Maria Empfangnis Maria Empfangnis Kategorie:Zerstört in den 1940er Jahren Essen Mariae Empfaengnis Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Essen Kategorie:Zerstört im Zweiten Weltkrieg