Beselich ist eine Gemeinde im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen (Deutschland).
Geographie Geographische Lage Beselich liegt am nordöstlichen Rand des Limburger Beckens, am Rand des Lahntals, am Südosthang des Westerwaldes, 220 m über NN in Mittelhessen. Schon von weitem sichtbar ist der Beselicher Kopf (296 m). Die Bäche Tiefenbach, Kerkerbach, Brandbach und Schupbach durchfließen das Gemeindegebiet.
Die Gesamtfläche der Gemeinde von 31,53 km² ist folgendermaßen aufgeteilt:Land Hessen: , 1. Januar 2009
Geologie Die Landschaft ist teilweise bewaldet und geprägt durch Marmor-, Ton-, Basalt- und Eisenerzvorkommen. Bis in die heutige Zeit wird in der Gemarkung Obertiefenbach Ton abgebaut. Der schwarze Marmor aus der Gemarkung Schupbach wird weltweit verwendet, unter anderem wurde dieser im Empire State Building in New York City verbaut.
Ortsteile Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Obertiefenbach. Die vier Ortsteile der Gemeinde Beselich nach Einwohnerzahlen:
Nr. Ortsteil Einwohner Gemarkungs-fläche [km²] 1 Obertiefenbach 2.866 12,25 2 Schupbach 1.057 8,10 3 Niedertiefenbach 997 5,45 4 Heckholzhausen 981 5,70
Bis ins Spätmittelalter existierte zudem zwischen Obertiefenbach und Schupbach ein kleiner Ort „Schuy“, dessen Gelände heute ein Bestandteil der Gemarkung des Ortsteils Obertiefenbach ist.
Nachbargemeinden und -städte Die Gemeinde Beselich grenzt im Nordwesten an die Gemeinde Waldbrunn, im Norden an die Gemeinde Merenberg, im Nordosten an die Stadt Weilburg, im Südosten an die Stadt Runkel, im Südwesten an die Kreisstadt Limburg und im Westen an die Stadt Hadamar.
Geschichte Gemeindebildung Die Gemeinde Beselich entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 30. Dezember 1970 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Heckholzhausen, Niedertiefenbach, Obertiefenbach und Schupbach. Die neugewählte Gemeindevertretung beschloss bei ihrer Konstituierung am 26. April 1971 die Einrichtung von Ortsbezirken – mit fünf Ortsbeiräten für jeden Ortsteil – nach der Hessischen Gemeindeordnung. Sie wurden gemäß Beschluss der Gemeindevertretung vom 28. August 1973 als nicht notwendig empfunden.
Der Name rührt von der Flurbezeichnung „Beselicher Kopf“ (296 m) im Zentrum der neuen Gesamtgemeinde, der erstmals im Jahr 1156 Erwähnung fand. Auf dem Beselicher Kopf befand sich das Prämonstratenserinnenkloster Beselich, dessen Gründung von Erzbischof Hillin von Trier im Jahr 1163 bestätigt wurde. Zwischen 1170 und 1230 wurde die dreischiffige Basilika des Klosters errichtet, die heute in restaurierter Form als denkmalgeschützte Ruine erhalten ist. Im Jahr 1588 wurde das Kloster reformiert. Der heute noch landwirtschaftlich genutzte ehemalige Klosterhof ging im Jahr 1656 in Privatbesitz über. In seiner Nähe wurde 1764 bis 1767 die katholische Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ erbaut. Am 1. Juli 1974 wurde Beselich durch die Zusammenfassung des Oberlahnkreises mit dem Kreis Limburg dem neuen Landkreis Limburg-Weilburg zugeordnet.
Ereignisse in der Gemeinde Zwischen Obertiefenbach und Heckholzhausen wurde 1975 die Kreisabfalldeponie eingerichtet, auf der 3. Juli 1989 die Main-Kraftwerke AG ein Deponiegas-Kraftwerk in Betrieb nahm. Der erstmalige Anschluss ans Erdgasnetz war am 8. Oktober 1977. Die neue Grundschule Beselich in Obertiefenbach wurde am 15. September 1983 eingeweiht. Am 19. Dezember 1990 wurde die neu erbaute Sporthalle eingeweiht, die am 12. Dezember 2015 den Namen „Georg-Leber-Halle“ erhielt.
In Obertiefenbach entstand im Mai 2000 das Seniorenzentrum „Maria Hilf“. Am 8. Oktober 2003 wurde die Teilortsumgehung Richtung Schupbach und eine Brücke über die Bundesstraße 49 eingeweiht. Im Jahr 2004 entstand das neue Investzentrum an der Bundesstraße 49 bei Obertiefenbach.
Einwohnerentwicklung (nur Hauptwohnungen) Datum Einwohner 31. Dezember 2000 5727 31. Dezember 2001 5721 31. Dezember 2002 5756 31. Dezember 2003 5712 31. Dezember 2004 5698 31. Dezember 2005 5695 31. Dezember 2006 5693 31. Dezember 2007 5761 31. Dezember 2008 5700 31. Dezember 2009 5605 31. Dezember 2010 5592 31. Dezember 2011 5549 31. Dezember 2012 5507 Datum Einwohner 31. Dezember 2013 5559 31. Dezember 2014 5593 31. Dezember 2015 5658 31. Dezember 2016 5730 31. Dezember 2017 5729 31. Dezember 2018 5619 31. Dezember 2019 5708 31. Dezember 2020 5704 31. Dezember 2021 5715 31. Dezember 2022 5789 31. Dezember 2023 5804 31. Dezember 2024 5901
Religionen In der Gemeinde Beselich gibt es die zwei katholischen Kirchorte St. Ägidius Obertiefenbach und St. Marien Niedertiefenbach sowie zwei evangelische in Schupbach und in Heckholzhausen. Die katholische Wallfahrtskapelle Beselich liegt auf der in der Mitte des Gemeindegebietes befindlichen Anhöhe „Beselicher Kopf“.
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Beselich erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliches Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 im Vergleich zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 – – 35,2 9 41,8 10 35,0 9 44,0 11 47,3 12 – – 25,4 6 32,1 8 25,6 6 43,7 11 40,6 10 BLB Bürgerliste Beselich – – 20,6 5 26,2 7 18,4 5 – – – – WIR Wir für Beselich – – 18,8 5 – – – – – – – – Die Mitte Neue Mitte Beselich – – – – – – 20,9 5 – – – – – – – – – – – – 12,2 3 12,1 3 Gesamt 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 100,0 25 Wahlbeteiligung in % 55,4 54,4 50,6 50,6 48,0 57,1
Bürgermeister mini|Rathaus der Gemeinde Beselich in Obertiefenbach Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Beselich neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören. Bürgermeister ist seit dem 7. April 2026 der parteiunabhängige Kai Speth. Er wurde als Nachfolger von Michael Franz (CDU), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte und gegen den er in der Direktwahl sechs Jahre zuvor noch unterlegen war, am 26. Oktober 2025 im ersten Wahlgang bei 58,6 Prozent Wahlbeteiligung mit 56,5 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 26. Oktober 2025 in Beselich
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Beselich, seit 1995, Bürgermeisterwahlen vor 2009 sind nicht aufbereitet 2026–2032 Kai SpethKai Speth: Über mich - SPD Beselich, 25. Juni 2019: Ein Beselicher für Beselich 2014–2026 Michael Franz (CDU)FNP, 8. April 2014: Michael Franz tritt sein Amt an 2010–2013 Kai MüllerAmtsbeginn am 17. Mai 2010, ausgeschieden aus gesundheitlichen Gründen am 31. Dezember 2013 1998–2010 Martin Rudersdorf 1986–1998 Hans-Peter Wahl 1971–1986 Alfred Roth
Hoheitssymbole
Die Gemeinde Beselich führt ein Dienstsiegel, ein Wappen und eine Flagge.
Gemeindepartnerschaften Die thüringische Gemeinde Kaulsdorf (Saale) ist seit Anfang Mai 1991 Partnergemeinde von Beselich. Die Partnerschaftsurkunden zwischen beiden Gemeinden wurden von den Bürgermeistern Hans-Peter Wahl (Beselich) und Hans-Jürgen Oßwald (Kaulsdorf) unterzeichnet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Klosterruine Beselich mini|Klosterruine Beselich
Auf dem Beselicher Kopf befindet sich die restaurierte Ruine der Basilika eines ehemaligen Prämonstratenserinnen-Klosters, dessen Gründung 1163 vom Trierer Erzbischof Hillin von Fallemanien bestätigt wurde, nachdem zuvor bereits der Priester Gottfried von Beselich dort eine kleine Kirche nebst einem zehntfreien Hof errichtet hatte. Kurz nach der Klostergründung wurde die Kirche errichtet, deren Reste heute noch zu sehen sind. Bei ihr handelte es sich um eine dreischiffige romanische Basilika ohne Querschiff. Alle drei Kirchenschiffe waren von nach Osten ausgerichteten Apsiden abgeschlossen und mit jeweils fünf Säulen voneinander getrennt. Die gesamte Basilika war 37 Meter lang und 18 Meter breit.
Durch den Eintritt zahlreicher adliger Töchter und die damit verbundenen Schenkungen wurde das Kloster schnell wohlhabend. Mit einem spätestens für 1545 verbürgten Jahrmarkt am 15. Juli spielte das Kloster zudem eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Allerdings folgten im Spätmittelalter mehrere Überfälle, nach deren letzten im 15. Jahrhundert das Kloster wirtschaftlich zusammenbrach. Im Verlauf der Reformation am Ende des 16. Jahrhunderts verließen die Nonnen das Kloster. Kurze Zeit diente die Anlage noch als Hospital, bevor sie Anfang des 17. Jahrhunderts dem Verfall preisgegeben wurde. In dieser Zeit entstanden die heutigen Gebäude des benachbarten Hofguts, die teilweise aus Steinen des Klosters erbaut wurden. 1637 gingen die Reste des Klosters in den Besitz der Hadamarer Niederlassung des Jesuitenordens über, die die Gebäude lediglich als Steinbruch nutzten. Um 1660 war die Anlage weitgehend im heutigen Zustand, in dem nur noch die Außenwand des Narthex erhalten ist. Im Jahr 1985 übernahm der „Verein zur Erhaltung der Klosterruine Beselich“ die denkmalgeschützten Baureste und begann im Folgejahr mit Restaurierungsarbeiten. Dieser Verein löste sich im Mai 2019 wieder auf. Freundeskreis will Klosterruine Beselich erhalten. In: Weilburger Tageblatt (WT). 8. Mai 2019 Die Ruine der Basilika ist ein oft benutzter Ausgangspunkt für landschaftlich attraktive Wanderwege.
Katholische Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ mini|hochkant|Kath. Wallfahrtskapelle „Maria Hilf“ zu Beselich
Die Kapelle „Maria Hilf“ liegt auf dem Beselicher Kopf. Diese Wallfahrtskapelle zu Ehren der 14 Nothelfer verdankt ihren Ursprung der Initiative eines Franziskaner-Eremiten, des Ordensbruders Leonhard (bürgerlicher Name: Georg Niederstraßen). Er wurde 1709 geboren und baute nach einem ausgedehnten Wanderleben von 1763 bis 1767 hier an der Stätte des ehemaligen Klosters Beselich mit Hilfe der Bevölkerung die Marienkapelle und eine Eremitage, die am 8. September 1767 eingeweiht wurden. Die Kapelle wurde im Jahr 2002 durch Spenden der Bevölkerung und mit Unterstützung des Bistums Limburg innen renoviert und größtenteils im ursprünglichen Zustand wieder hergestellt. Eine Neueindeckung des Kirchendaches erfolgte im Frühjahr 2013. Heute ist die Marienkapelle täglich das Ziel vieler Pilger und Beter. In den Monaten Mai bis August jeweils am ersten Sonntag des Monats und am letzten Sonntag im September finden eine Eucharistiefeier und eine Marienandacht mit Predigt und Sakramentalem Segen statt. Im Marienmonat Mai finden sonntags Andachten statt. Zum Gebet ist die Kapelle ganzjährig geöffnet. Auf dem Weg von Obertiefenbach bis zur Wallfahrtskapelle stehen sieben Kapellchen zum Gedächtnis der Sieben Schmerzen Mariens.
Mit Wirkung vom 23. Oktober 2012 erkennt das Regierungspräsidium Gießen die rechtsfähige kirchliche Stiftung für die Wallfahrtskapelle Maria Hilf in Beselich an, nachdem das Bischöfliche Ordinariat Limburg die Genehmigung zur Errichtung erteilt hat. Damit soll die Unterhaltung der Kapelle dauerhaft gesichert werden.
Das große Jubiläumsfest zum 250-jährigen Bestehen der Kapelle fand im September 2017 unter Mitwirkung des Limburger Bischofs Georg Bätzing und mehr als tausend Besuchern statt.
Bauwerke in den Ortsteilen Die Bauwerke der Ortsteile sind in den jeweiligen Artikeln beschrieben.
Museen mini|Der Hauptsaal der Heimatstube im Pfarrheims In der denkmalgeschützten Alten Schule in Obertiefenbach wird vom katholischen Männerwerk seit 14. März 1998 die Obertiefenbacher Heimatstube betrieben. Das Museum befasst sich vorwiegend mit der Geschichte, Tradition und Kultur der Gemeinde Beselich, insbesondere des Ortsteils Obertiefenbach.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur mini|Die Bundesstraße 49 bei Obertiefenbach