La Chapelle-Montbrandeix, okzitanisch La Chapela e Mont Brandés, ist eine Gemeinde im Regionalen Naturpark Périgord-Limousin in Frankreich. Sie gehört zur Region Nouvelle-Aquitaine, zum Département Haute-Vienne, zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart. Die Gemeinde befindet sich 19 Kilometer nordöstlich von Nontron und 20 Kilometer südlich von Rochechouart.
La Chapelle-Montbrandeix ist eine sehr verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.
Etymologie Das Französische La Chapelle („die Kappelle“), okzitanisch la chapela, leitet sich ab vom Lateinischen capella, seinerseits eine Zusammensetzung aus cappa („Cape, Kappe, Umhang“) und dem Diminutiv -ella. Montbrandeix ist ebenfalls eine Zusammensetzung aus mont („Berg, Hügel“) und brandeix, okzitanisch brandés – eine veraltete Pluralform von la brande mit der Bedeutung „Farn, Heidekraut, dichter Unterbewuchs“. Zusammen ergibt sich somit die „Kapelle am farnbestandenen Hügel“.
Geographie La Chapelle-Montbrandeix grenzt im Norden an Cussac, im Nordosten an Champagnac-la-Rivière (kurze Berührungsstrecke), im Osten an Dournazac, im Südosten an Mialet, im Südwesten an Pensol und im Westen an Marval.
La Chapelle-Montbrandeix ist Grenzgemeinde zum Département Dordogne (Mialet).
La Chapelle-Montbrandeix wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
mini|hochkant=1.6|Lagekarte von La Chapelle-Montbrandeix
Zum 19,83 Qaudratkilometer großen Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Mühlen, Schmieden und Geländepunkte: Arvaux, Beautarias, Bois du Canal, Broussas, Champaubert, Doumailhac (oder Doumaillac), Étang de la Forge, Étang de Masselièvre, Étang de Vieulac, Fayemendy, Fougeras, L'Échanie, La Croix du Bac, La Forge Basse, La Forge Haute, La Marmite, Lartige, Lartimache, Le Bos(t), Le Masgiraud, Le Moulin, Le Moulin du Rat, Le Puy Doumeau, Le Roule, Les Bernards, Les Combes, Les Léonodies, Les Pièces du Temps, Les Queues du Loup, Les Trois Cerisiers, Les Vergnes, Malary, Masselièvre, Montbrandeix, Puy Chauvet, Puy Mezerie, Sal(l)as, S(ain)t-Gilbert, Taillis de Malary und Vimpère.
Topographie Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes mit 319 Metern über dem Meer liegt im Südwesten an einem rechten Nebenfluss des Bandiats, der westlich von Sallas das Gemeindegebiet nach Marval verlässt; der höchste Punkt mit 482 Metern befindet sich an der Nordostecke westlich vom Weiler Le Grand Puyconnieux (Gemeinde Dournazac). Die maximale Höhendifferenz beträgt somit 163 Meter. Der Ortskern weist eine Meerhöhe von 392 Meter auf.
La Chapelle-Montbrandeix bildet wie die Nachbargemeinde Dournazac bereits Teil der Monts de Châlus und somit der Monts du Limousin. Im benachbarten Grand Puyconnieux wird mit 498 Meter nahezu die 500-Meter-Marke erreicht. Zu diesem Hochgebiet in der Nordostecke der Gemeinde zählen noch weitere Erhebungen wie der Puy Chauvet mit 481 Meter ebenfalls im Nordosten oder eine Erhebung mit 466 Meter unmittelbar südlich des Weilers Arvaux an der Nordwestecke.
Verkehrsanbindung Den Ortskern von La Chapelle-Montbrandeix quert als Hauptverkehrsachse in Nord-Süd-Richtung von Cussac kommend die D 22. Diese trifft in Les Trois Cerisiers auf die D 6b (bzw. in der Dordogne D 85) von Châlus nach Nontron. Den Ortskern quert ferner in Ost-West-Richtung die D 64 von Dournazac nach Marval. Eine weitere Verbindung vom Ortskern nach Nordosten ist die D 100 nach Champagnac-la-Rivière. Die D 33 markiert die Nordgrenze der Gemeinde und folgt dem Höhenrücken bis nach Saint-Mathieu. Die einzelnen Weiler lassen sich über Kommunalstraßen erreichen.
Nàchster Bahnanschluss für die Gemeinde (in knapp 15 Kilometer Entfernung) ist das im Ostsüdosten gelegene Bussière-Galant (La Gare) an der Bahnstrecke Limoges-Bénédictins–Périgueux.
Klima Die Gemeinde La Chapelle-Montbrandeix unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) im Übergangsbereich zwischen den Klimaregionen Poitou-Charentes und Westliches und Nordwestliches Zentralmassiv. Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,0 °C mit einer Jahresamplitude von 14,6 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode belief sich auf 1131 Millimeter – mit 13,3 Niederschlagstagen im Januar und 8,1 Niederschlagstagen im Juli. Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der benachbarten Wetterstaion von Champagnac-la-Rivière (9 Kilometer Luftlinie) bereits eine Temperaturerhöhung auf 11,5 °C gemessen – gleichzeitig erhöhte sich der Jahresniederschlag auf 1189,6 Millimeter.
Hydrographie mini|hochkant=1.6|Hydrographische Karte von La Chapelle-Montbrandeix
Das Gemeindegebiet wird vom Bandiat und seinen Nebenflüssen in südsüdwestlicher Richtung entwässert. Der Bandiat nimmt seinen Ursprung unmittelbar südwestlich vom Puy Chauvet auf zirka 450 Meter Meerhöhe. Westlich von Malary verlässt er das Gemeindegebiet wieder nach Marval auf 335 Meter Höhe. Auf seinem letzten Kilometer bildet er die Gemeindegrenze zu Marval. Der Bandiat hat einen bedeutenden rechten und auch linken Nebenfluss. Zusammen entwässern sie das Hochgebiet im Norden und Nordosten der Gemeinde. Charakteristischerweise werden die Flussläufe zu Weihern aufgestaut, worunter der Étang de Masselièvre und der Étang de la Forge Haute am bedeutendsten sind.
Entlang der Gemeindenordgrenze verläuft die Wasserscheide zur Colle und zum Ruisseau de Brie – beides linke Seitenarme der Tardoire. Ganz im Süden bei Les Trois Cerisiers wird ferner die Wasserscheide zur Dronne erreicht.
Geologie mini|hochkant=1.6|Augengneis der basalen, leptynitischen Fazies OCλ3 bei Le Grand Puyconnieux nördlich von Dournazac
Geologisch sind in der Gemeinde La Chapelle-Montbrandeix drei hauptsächliche Gesteinseinheiten vertreten: im Osten Augengneise der Unteren Gneisdecke des Limousins, im Zentralteil die Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschifereinheit und im Westen der Saint-Mathieu-Leukogranit aus dem Oberkarbon. Die Augengneise und die Glimmerschiefer sind hochmetamorph – wobei die Glimmerschiefer die tektonisch tiefstliegende Deckeneinheit darstellen und von der Unteren Gneisdecke in westliche Richtung überfahren wurden. Der Leukogranit hat seinerseits die Glimmerschiefer um 315 Millionen Jahren vor heute intrudiert und ist stellenweise mit ihnen aufs innigste assoziiert.
Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in La Chapelle-Montbrandeix
Die Bodenbedeckung der Gemeinde La Chapelle-Montbrandeix schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 59,5 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 18,4 % Wiesen – 20,3 % baulich beansprucht – 1,8 %.
Die Wälder stehen 2018 im Vordergrund. Sie haben aber gegenüber 1990 (63,5 %) um 4,0 % abgenommen.
Naturrisiken mini|hochkant=1.2|Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für La Chapelle-Montbrandeix
Naturrisiken manifestieren sich in La Chapelle-Montbrandeix als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Bodensetzungen.
In den Jahren 1982 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).
Wie die Risikokarte zeigt, ist La Chapelle-Montbrandeix zu 10,6 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Risikogebiete sind vor allem die Flusstäler.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Auch La Chapelle-Montbrandeix ist einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.
Ökologie mini|hochkant=1.6|Schutzgebiete des Typus 1 mini|hochkant=1.6|Schutzgebiet des Typus 2 mini|hochkant=1.6|Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
Naturpark Die Gemeinde La Chapelle-Montbrandeix bildet seit 1998 einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete Die Gemeinde La Chapelle-Montbrandeix verfügt über vier Schutzgebiete des Typus 1 (ZNIEFF 1). Am bedeutendsten sind der 702,41 Hektar große Bois des Essarts am Nordrand der Gemeinde sowie die Heiden und Wiesen am Puy Doumeau. Beide Gebiete erstrecken sich über das linksseitige Einzugsgebiet des Bandiats. Die Wälder des Bois des Essarts bestehen vorwiegend aus alten Kastanien und Eichen und erstrecken sich weiter auf Areale von Champagnac-la-Rivière, Dournazac, Cussac und Châlus. Weiter zu erwähnen sind die Heiden und Feuchtwiesen von Theillaud und Les Tuileries im Süden sowie der Étang de Vieulac nördlich von La Nadalie (Gemeinde Marval) im Westen. Die Feuchtwiesen von Theillaud begleiten die Talniederung des Bandiats, wohingegen die Heiden der Tuileries entlang der D 15 nach Les Trois Cerisiers zu liegen kommen. Bezeichnend für die Feuchtgebiete sind Drosera intermedia und die Kreuzkröte (Epidalea calamita).
Anzufügen ist ein Schutzgebiet des Typus 2 (ZNIEFF 2) im Norden, das bereits dem Einzugsgebiet der Tardoire angehört.
Fernwanderweg Der Süden des Gemeindegebiets wird auf 4 Kilometer vom GR 4 von Royan nach Grasse durchquert. Von Pensol im Südwesten kommend zieht er nach Le Grand Puyconnieux (Gemeinde Dournazac) im Nordosten. Nach der Süddurchquerung verlässt der Fernwanderweg die Gemeinde nach Dournazac, bestreitet aber den letzten Kilometer wieder auf Gemeindegebiet im Nordosten.
Geschichte
mini|hochkant=1.6|Die gallorömische Fundstätte Les Couvents
Ältestes erhaltenes Bauwerk in La Chapelle-Montbrandeix ist die Ortskirche Saint Laurent aus dem 12. Jahrhundert. Es sind aber auch noch bauliche Reste aus der Römerzeit erhalten. Beispielsweise der Villenkomplex Les Couvents, an dem auch Metall verarbeitet wurde. Bei Lartimache existierte ebenfalls eine Römervilla beträchtlichen Ausmaßes, deren Räume mit weißem Marmor oder Kalkstein gepflastert waren. Gefunden wurden hier außerdem ein 6 × 3 Meter großes Caldarium sowie eine Grabkammer mit zwei Bestattungen.
Demographie Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in La Chapelle-MontbrandeixJahrEinwohner 1962 452 1968 412 1975 352 1982 333 1990 293 1999 262 2006 254 2008 252 2013 251 2015 248 2018 260 2023 263 Die Bevölkerungszahlen von La Chapelle-Montbrandeix sind seit 1962 generell rückläufig (Bevölkerungsverlust von 41,8 %). Die Situation hat sich aber seit 2015 stabilisiert und die Bevölkerung ist sogar wieder sehr langsam am Ansteigen.
Seine höchste Bevölkerungszahl hatte La Chapelle-Montbrandeix im Jahr 1901 mit 763 Einwohnern (aktueller Gesamtverlust 65,5 %).
Bei einer Fläche von 19,83 Quadratkilometer beträgt die Bevölkerungsdichte 13 Einwohner/km² (genauer 13,3 Einwohner/km²).
Bürgermeister Bürgermeister in La Chapelle-Montbrandeix ist seit März 2008 der Grüne Handwerker Pascal Raffier, der im Mai 2020 wiedergewählt wurde.
Weblinks
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine