mini|Saal an der Saale von Westen mini|200px|Steinbrücke über die Saale am Findelbergweg

Saal an der Saale (amtlich: Saal a.d.Saale) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld.

Geografie Lage Der Markt liegt im Grabfeld am Zusammenfluss der Milz und der Fränkischen Saale.

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Buchmühle (Einöde) Papiermühle (Einöde) Saal an der Saale (Hauptort) Steinmühle (Einöde) Waltershausen (Pfarrdorf) Weidachsmühle (Einöde)

Die Einöde Obere Mühle zählt zum Gemeindeteil Saal an der Saale.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Saal a.d.Saale und Waltershausen. Die Gemarkung Saal a.d.Saale hat eine Fläche von 15,555 km². Sie ist in 3082 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5047,20 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Steinmühle.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Das Hochstift Würzburg übte von 1368 bis 1803 die Landesherrschaft in Saal aus. Ab 1500 lag es im Fränkischen Reichskreis. Der Ort gehörte zum Großherzogtum Würzburg des Erzherzog Ferdinand von Toskana, bevor es mit den Verträgen von Paris 1814 zu Bayern gelangte. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Schloss Waltershausen Gut und Schloss Waltershausen, vormals im Besitz der Familie von Kalb, gingen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in das Eigentum des Göttinger Gelehrten und Wirtschaftshistorikers Georg Friedrich Sartorius über, der aufgrund des Erwerbs als Freiherr von Walterhausen in den erblichen bayerischen Adelsstand erhoben wurde. Das Gut mit dem Schloss blieb im Wesentlichen bis ins 20. Jahrhundert im Eigentum der Familie Sartorius von Waltershausen. Im Jahr 1944 wurde das Schloss von der Deutschen Reichspost als Erholungsheim für Postbedienstete übernommen. Seit 1986 ist es in Privatbesitz.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Waltershausen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung 1961: 1785 Einwohner 1970: 1789 Einwohner 1987: 1588 Einwohner 1991: 1587 Einwohner 1995: 1570 Einwohner 2000: 1571 Einwohner 2005: 1585 Einwohner 2010: 1514 Einwohner 2011: 1513 Einwohner 2012: 1518 Einwohner 2013: 1488 Einwohner 2014: 1501 Einwohner 2015: 1475 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 1585 auf 1472 um 113 Einwohner bzw. um 7,1 %. 1990 hatte die Gemeinde 1605 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik Bürgermeister 1. Bürgermeisterin ist Cornelia Dahinten (CSU/BG Saal/Waltershausen). Diese wurde im Jahr 2020 Nachfolger von Norbert Bauer (Neue Liste Markt Saal) und damit erste Frau in diesem Amt.Regina Vossenkaul: In: Rhön- und Saalepost., 16. März 2020.

Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat hat in der Wahlperiode ab 2020 (ohne Bürgermeister) 12 Mitglieder: Neue Liste Markt Saal: 6 Sitze CSU BG Saal/Waltershausen: 2 Sitze Unabhängige Wählergemeinschaft Waltershausen: 4 Sitze

Wappen

Kommunale Allianz Der Markt ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler

Findelbergkirche Gut 300 Meter nördlich des Ortes Saal steht die Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung am Osthang des Findelbergs, zu erreichen über eine Fußgängerbrücke über die Fränkische Saale. Sie entstand 1781/86 nach Plänen des Maurermeisters Hans Michael Schauer von Wermerichshausen, der Turm wurde im Jahre 1499 errichtet. Das Deckengemälde der Himmelfahrt Mariens schuf 1795 der Künstler Johann Peter Herrlein, der 1799 in Saal starb und auf dem Findelbergfriedhof bestattet wurde. 1965 wurde die Kirche restauriert.

Kirche St. Georg mini|Waltershausen: Blick auf Kirche und Schloss In Waltershausen steht die Kirche St. Georg. Diese wurde von 1484 bis 1485 vor dem Schloss anstelle einer früheren Kirche erbaut. Im Jahre 1523 wurde Waltershausen evangelisch und es hat seit 1600 eine protestantische Pfarrei. Die Kirche ist Begräbnisstätte der Marschalk von Ostheim. Moritz Marschalk von Ostheim wurde 1523 dort bestattet. Eine Ausnahme bildete Pfarrer Johann Adam Schönwetter, der 1668 ebenfalls in der Kirche seine letzte Ruhestätte fand. Letztmals wurde die Kirche von 1969 bis 1974 restauriert.

Schloss Waltershausen mini|Schloss Waltershausen um 1984 Von 1619 bis 1627 ließ Georg Philipp Marschalk von Ostheim auf den Fundamenten einer alten Wehrburg die jetzige Schlossanlage vorerst einstöckig errichten. Etwa hundert Jahre später erfuhr das Schloss unter dem Einfluss von Balthasar Neumann weitere Veränderungen, der in den gesamten Mittelbau im zweiten Stockwerk einen Rokokosaal integrierte. Balthasar Neumann gab diesem Saal eine genial konstruierte, in den Dachstuhl hinein gewölbte Decke mit reichen Stuckarbeiten die in vielen kunstgeschichtlichen Werken abgebildet sind. Die Strukturierung gehört zu den feinsten Schöpfungen des fränkischen Rokoko und gibt dem Saal einen festlichen Charakter.

Radwander- und Wanderwege Durch die Gemeindeteile führen die überregionalen Radwander- und Wanderwege Fränkische Saale und Fränkischer Marienweg.

Sonstiges Für öffentliche und private Veranstaltungen befindet sich in Saal eine Mehrzweckhalle und in Waltershausen ein Gästehaus. In beiden Gemeindeteilen stehen Dorfbüchereien zur Verfügung.

Verkehr Etwa 1,5 km südöstlich des Zentrums befindet sich das Segelfluggelände Am Kreuzberg.

Persönlichkeiten mini|150px|Charlotte von Kalb Johann Jacob Bindrim (1696–um 1775), deutscher Bildhauer, sogenannter Bildstockmeister, Bindrim schuf sein Hauptwerk in Saal Johann Peter Herrlein (1722–1799), deutscher Maler Charlotte von Kalb (1761–1843), deutsche Schriftstellerin Friedrich Hölderlin (1770–1843), deutscher Lyriker, lebte 14 Monate (Dezember 1793–Januar 1795) im Schloss Waltershausen als Erzieher Johann Aquilin Glückstein (1791–1874), deutscher Architekt, Amateurphotograph und Künstler, wurde in Saal an der Saale geboren Eugen Dieterich (1840–1904), deutscher Chemiker und Pionier der deutschen pharmazeutischen Industrie sowie königlich-sächsischer Geheimer Hofrat Waldemar Werther (1887–1932), Mordopfer im Schloß Waltershausen 1932

Siehe auch Gebrüder Nenninger, Mühlenbauer

Literatur Schaab, Anton, Geschichte und Beschreibung der Pfarrei Saal a. d. Saale, Würzburg 1898. Albert, Reinhold + Glückstein, Roman, 1200 Jahre Saal an der Saale, Saal an der Saale 1990.

Weblinks

Offizielle Website des Marktes Saal an der Saale In: Rhoen.info (Rhönlexikon)

Einzelnachweise

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