Die Bahnstrecke Łódź–Dębica ist eine teilweise zweigleisige, teilweise elektrifizierte und teilweise nur noch im Güterverkehr betriebene Eisenbahnstrecke in den polnischen Woiwodschaften Łódź, Heiligkreuz und Karpatenvorland.

Verlauf Die Strecke beginnt im Bahnhof Łódź Kaliska – Endpunkt der Bahnstrecke Bednary–Łódź und Beginn der Bahnstrecke Łódź–Forst (Lausitz) – und verläuft südlich des Zentrums der Stadt über Łódź Chojny (km 6,926) – Beginn der Bahnstrecke Łódź Chojny–Łódź Widzew – und den Güterbahnhof Łódź Olechów (km 14,905) zum Knotenpunkt südlich Koluszkis – ab Bedoń (km 18,057) parallel zur Bahnstrecke Łódź–Koluszki. Bei Koluszki wird die Bahnstrecke Warszawa–Katowice gekreuzt, der Bahnhof Koluszki selbst liegt hingegen nicht an der Strecke. Eine Verbindungsstrecke von dort trifft im Bahnhof Mikołajów (km 33,967), wo eine kurze, stillgelegte und ehemals elektrifizierte Zweigstrecke zum Militärgelände Regny abzweigt, auf die Bahnstrecke Łódź–Dębica. Der nächste wichtige Bahnhof ist Tomaszów Mazowiecki (km 55,700), Fernverkehrsbahnhof, Beginn der Bahnstrecke Tomaszów Mazowiecki–Radom und der wochenends bedienten Bahnstrecke Tomaszów Mazowiecki–Spała.

Die Strecke verläuft weiter südöstlich über Opoczno (km 81,901) nahe der Kreuzung mit der Bahnstrecke Grodzisk Mazowiecki–Zawiercie, der sogenannten Zentralen Eisenbahnmagistrale, Końskie (km 105,664) und Stąporków (km 119,163) nach Skarżysko-Kamienna (km 143,422), wo die Bahnstrecke Warszawa–Kraków gekreuzt wird. Weiter verläuft die Strecke südöstlich über die Fernverkehrsbahnhöfe Starachowice Wschodnie (km 161,998) – Beginn der Museumsschmalspurbahn Starachowice–Iłża, Ostrowiec Świętokrzyski (km 189,122) und Sandomierz (km 240,957) nach Tarnobrzeg (km 252,905). Im folgenden, südlich gelegenen Bahnhof Ocice zweigt die Bahnstrecke Ocice–Rzeszów ab, im Bahnhof Chmielów koło Tarnobrzega (km 260,209) die nur noch vom Güterverkehr genutzte Bahnstrecke Włoszczowice–Chmielów koło Tarnobrzega und eine kurze Güterstichstrecke nach Machów. Die Bahnstrecke Łódź–Dębica verläuft weiter südlich über den Bahnhof Padew, wo die Strecke vom Bahnhof Wola Baranowska an der Hüttenbreitspurstrecke auftrifft, und Mielec nach Dębica an der Bahnstrecke Kraków–Medyka.

Die Strecke ist von Łódź Kaliska bis Tomaszów Mazowiecki zweigleisig und elektrifiziert, bis Skarżysko-Kamienna eingleisig und nicht elektrifiziert, bis Zalesie Gorzyckie an der Weichselbrücke bei Sandomierz zweigleisig und elektrifiziert, bis Chmielów koło Tarnobrzega eingleisig und elektrifiziert, auf der Reststrecke bis Dębica eingleisig und nicht elektrifiziert.

Geschichte Zwischen Mikołajów und Ostrowiec Świętokrzyski wurde die Strecke 1885 von der Iwangorod-Dombrower Eisenbahn eröffnet, zwischen Sandomierz und Dębica am 30. Oktober 1887 von der Galizischen Carl-Ludwig-Bahn eröffnet. 1903 wurde der Abschnitt Łódź Kaliska–Łódź Chojny(–Łódź Widzew) zur Verbindung der Bahnstrecke Łódź–Koluszki mit der 1902 eröffneten Strecke Bednary/Łowicz–Łódź–Kalisch eröffnet, 1915, im Ersten Weltkrieg, wurde von der Weichselbahn der Lückenschluss Ostrowiec Świętokrzyski–Sandomierz eröffnet. Das fehlende Stück Łódź Chojny–Mikołajów wurde unter deutscher Besatzung 1941 eröffnet.

Zum 21. Januar 1958 wurde der Abschnitt Łódź–Bedoń elektrifiziert, 1973 wurde der elektrifizierte Abschnitt bis Mikołajów ausgedehnt, seit dem 31. Dezember 1974 wird der folgende Abschnitt bis Tomaszów Mazowiecki elektrisch betrieben. Bereits seit dem 26. September 1963 ist der kurze Abschnitt Dębica–Dębica Towarowa elektrifiziert. Zwischen Skarżysko-Kamienna und Wąchock ist die Strecke seit dem 10. September 1982 elektrifiziert, bis zum 16. September 1987 wurde dieser elektrifizierte Abschnitt bis Ostrowiec Świętokrzyski verlängert, bis zum 22. Dezember 1987 bis Sandomierz, bis zum 15. Dezember 1989 bis Chmielów.

1930 wurde die Stichstrecke nach Regny (Streckennummer 44) eröffnet, 1983 elektrifiziert, zum 1. Oktober 1999 wurde der Personenverkehr eingestellt, 2000 die Strecke deelektrifiziert.

Zum 1. Dezember 2006 wurde der Personennahverkehr Ostrowiec Świętokrzyski–Sobów eingestellt, zum 1. August 2009 wurde der Personenverkehr Tomaszów Mazowiecki–Skarżysko-Kamienna eingestellt. Zum 1. September 2009 wurde der Personenverkehr Tarnobrzeg–Dębica eingestellt, am 13. Dezember 2009 wurde er auf dem kurzen Abschnitt Tarnobrzeg–Ocice anlässlich der Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Ocice–Rzeszów reaktiviert.

Am 9. Dezember 2012 wurde der Verkehr auf dem Abschnitt Tomaszów Mazowiecki–Opoczno wiederaufgenommen, am 10. Dezember 2017 zwischen Ostrowiec Świętokrzyski und Sandomierz der tägliche Personennahverkehr wieder aufgenommen, später bis Sobów verlängert. Am 15. Dezember 2019 wurde der Vorortverkehr zwischen Łódź Chojny und Łódź Olechów wieder aufgenommen. Am 1. September 2021 wurde der Personenverkehr zwischen Mielec und Dębica wiederaufgenommen, am 12. Dezember 2021 zwischen Opoczno und Skarżysko-Kamienna. Seit November 2022 verkehren auch zwischen Padew und Mielec wieder Nahverkehrszüge, auf dem fehlenden Abschnitt Ocice–Padew fahren nur einzelne Fernzüge.

Literatur und Weblinks

Ryszard Stankiewicz, Marcin Stiasny: Atlas Linii Kolejowych Polski 2014. Eurosprinter, Rybnik 2014, ISBN 978-83-63652-12-8, S. E7–8, F8–10, G10. Beschreibung auf atlaskolejowy.net (polnisch) Beschreibung und Bilder auf bazakolejowa.pl (polnisch)

Anmerkungen

Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Heiligkreuz Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Karpatenvorland Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Łódź