Lilo Hartmann (* 30. Mai 1910 als Charlotte Anna Marie Legler in Groß Neuendorf; † 11. November 1986 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Wirken Die Tochter des Bäckermeisters Fritz Legler und seiner Frau Margarete, geb. Beeck,Gemeinde Letschin, Geburtsregister Standesamt Groß-Neuendorf, Nr. 17/1910. absolvierte ein Lyzeum und erhielt ihre künstlerische Ausbildung an Max Reinhardts Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. Anschließend blieb sie in der deutschen Hauptstadt und trat u. a. im Admiralspalast, an der Komödie, im Kabarett der Komiker, am Tingel-Tangel-Theater, am Theater in der Kaiserallee und in der Komischen Oper auf.Bundesarchiv, Akten der Reichsfilmkammer, Personalakte Lilo Hartmann, R 9361-V/109954 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). 1944 war sie für eine Wehrmachtstournee in Prag verpflichtet.Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Lilo Hartmann, R 9361-V/52148 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). Im November 1945 gründete sie ihr eigenes Gastspielunternehmen, mit dem sie Kabaretts und Lustspiele zur Aufführung brachte.Bundesarchiv, Akten der Reichskulturkammer, Entnazifizierungsakte Lilo Hartmann, R 9361-V/143038 (vgl. Eintrag im Archivportal-D).

Nachdem Lilo Hartmann von 1929 bis 1931 bereits als Filmkleberin und Cutterin für die AFIFA und die Geyer-Werke gearbeitet hatte, stand sie 1932 für die Komödie Eine Stadt steht Kopf unter der Regie von Gustaf Gründgens erstmals vor der Kamera. Vorerst bis 1938 war sie in Nebenrollen auf der Leinwand zu sehen. Die meisten Filme mit ihr aus dieser Zeit sind heute völlig in Vergessenheit geraten. Erst ab 1956 bekam sie wieder Rollenangebote, zu ihren bekanntesten Filmen aus dieser Zeit zählen Das Sonntagskind und Der Jugendrichter, in denen sie an der Seite von Heinz Rühmann spielte.

In den 1960er und 1970er Jahren trat sie auch in Fernsehserien und Fernsehfilmen auf. Von 1969 bis 1971 spielte sie neben Hans Elwenspoek die weibliche Hauptrolle in der neunteiligen Fernsehserie Familie Bergmann, die das Alltagsleben einer Familie in der DDR schilderte. Doch sie war sich auch nicht zu schade, in Sexklamotten wie Das sündige Bett und Funny Boys und Funny Girls mitzuwirken.

Lilo Hartmann war in erster Ehe mit Walter Haack und von 1976 bis zu ihrem Tod mit Erich Künzel verheiratet. Sie starb 1986 in Berlin-Wilmersdorf.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Wilmersdorf von Berlin, Nr. 2176/1986 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterberegister 1986; PDF; 38 MB).

Filmografie 1932: Eine Stadt steht Kopf 1933: Wege zur guten Ehe 1933: Mädels von heute 1933: Die Goldgrube (Kurzfilm) 1934: Tempo, Carlo, Tempo 1934: In Sachen Timpe 1934: Frau Eva wird mondain! (Kurzfilm) 1934: Krach im Forsthaus 1934: Warum so aufgeregt? 1935: Die selige Exzellenz 1935: Erkennungszeichen: Weiße Nelke 1935: Eine Nacht an der Donau 1936: Engel mit kleinen Fehlern 1936: Arzt aus Leidenschaft 1936: Die Ballmutter (Kurzfilm) 1938: Einmal werd’ ich dir gefallen 1956: Das Sonntagskind 1960: Der Jugendrichter 1962: Jeder stirbt für sich allein (Fernsehfilm) 1964: Aus dem Bücherschrank geholt (Fernsehserie, Folge Theodor Fontane: Frau Jenny Treibel) 1965: Was willst du werden? (Fernsehserie, Folge Bau- und Möbeltischler) – Schnitt 1966: Vater einer Tochter (Fernsehfilm) 1966: Nur für uns (Fernsehserie, Folge Werbung – oder was noch glücklicher macht) 1967: Selbstbedienung (Fernsehfilm) 1969–71: Familie Bergmann (neunteilige Fernsehserie) 1971: Hei-Wi-Tip-Top (Fernsehserie, Folge 3 Sonntagseltern) 1973: Das sündige Bett 1973: Jagd auf Jungfrauen 1973: Zu Gast in unserem Land (Fernsehserie, Folge 4 Siedlung Neufeld) 1977: Endstation Paradies (Fernsehfilm) 1979: Fallstudien (Fernsehfilm) 1983: Funny Boys und Funny Girls

Hörspiele 1972: Oskar Zemme: Strippenzieher (Magda) – Regie: Hans Bernd Müller (Hörspiel – SFB) 1974: Jochen Ziem: Die Klassefrau (Stationsschwester) – Regie: Friedhelm Ortmann (Hörspiel – WDR/SFB/SR)

Literatur Johann Caspar Glenzdorf: Glenzdorfs internationales Film-Lexikon. Biographisches Handbuch für das gesamte Filmwesen. Band 1: A–Heck. Prominent-Filmverlag, Bad Münder 1960, , S. 608.

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