Die Burg Ōzu (, Ōzu-jō) ist eine japanische Burg in der Stadt Ōzu, Präfektur Ehime. In der Edo-Zeit residierten dort zuletzt die Katō als kleinere Tozama-Daimyō.

Burgherren in der Edo-Zeit

Geschichte Die Burg Ōzu liegt auf dem Jizō-ga-dake (), einer Anhöhe von ungefähr 20 m, die sich am linken Ufer des Flusses Hijikawa () erhebt. Im Jahr 1331, also am Ende der Kamakura-Zeit, haben der Überlieferung nach dort die Utsunomiya eine Burg erbaut; das genaue Datum ist jedoch unbekannt. Später hat dann Toyotomi Hideyoshi den damaligen Burgherren Kobayakawa Takakage (; 1533–1597) abgesetzt und die Burg an Kobayakawa Hidekane (; 1567–1601) gegeben. 1587 löste Toda Katsutaka (; 1594) die Kobayakawa ab, 1608 kam sie an Tōdō Takatora, 1609 übernahm Wakizaka Yasuharu (; 1556–1624) die Burg, die er große ausbaute. 1617 kam die Burg an Katō Sadayasu (; 1580–1623) und die Katō blieben dann Burgherren bis zur Meiji-Restauration 1868.

Die Burganlage Die Burg nutzt die Anhöhe am Westufer des Flusses Hijikawa, in die sie etwas hinein ragt und dadurch an der Ostseite durch den breiten Fluss gut geschützt ist. Vom Hijikawa aus wurde das Wasser für den inneren Graben () abgezweigt, der den zentralen Burgbereich, den Hommaru (; 1) und den außeren Ni-no-maru (; 2) umschloss. Außerdem wurde vom Fluss Wasser für den äußern Graben () abgezweigt, der die Ostseite des San-no-maru schützt. Auf der Westseite war der San-no-maru (; 3) durch den im Verlauf angepassten Fluss Kumegawa () geschützt.mini|Plan der Burg: 1: Hommaru, 2: Ni-no-maru,3: San-no-maru, Rot: Tenshu|linksAn der Nordwestecke des mehrstufigen Hommaru befand sich der viergeschossige Tenshu, der Hauptturm (, abgerissen 1888), daneben ein besonderer Yagura, ein Wachturm, der „Küchen-Yagura“ (). Insgesamt besaß die Burg 18 Yagura und fünf Tore (Mon), darunter das Haupttor () im Osten. Im San-no-maru befanden sich die Wohnsitze der engeren Vasallen.

Aus der Edo-Zeit erhalten geblieben sind im Hommaru der „Küchen-Yagura“ und der „Geländer-Yagura“ (), im Ni-no-maru der Owata-yagura () und die „Untere Küche“ () sowie im San-no-maru der „Südeck-Yagura“ ().

Im Jahr 2004 wurde zur Fünfzigjahrfeier der Einstufung als Stadt der Tenshu nach alten Unterlagen in Holzbauweise originalgetreu wieder aufgebaut. Dabei kamen traditionelle Bautechniken zum Einsatz, die von Fachleuten angewandt wurden. Mit einer Höhe von 19,15 m ist er zudem der höchste nach dem Krieg in Holz rekonstruierte Tenshu Japans. Zusammen mit dem Tenshu wurden auch das Innere des Geländer-Yagura und des Küchen-Yagura im selben Jahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der „Geländer-Yagura“, der „Küchen-Yagura“, der Owata-yagura und der „Südeck-Yagura“ wurden 1957 als Wichtiges Kulturgut Japans ausgewiesen.

Bilder

Literatur Ikeda, Koichi: Ōzu-jo in: Miura, Masayuki (Hrsg.): Shiro to jinya. Tokoku-hen. Gakken, 2006, S. 104. ISBN 978-4-05-604378-5. Nishigaya, Yasuhiro (Hrsg.): Ōzu-jo. In: Nihon meijo zukan, Rikogaku-sha, 1993, S. 122–123. ISBN 4-8445-3017-8.

Weblinks Offizielle Webseite der Burg mit wichtigen Kutlurgüter und Karte (englisch)

Einzelnachweise

Ozu Kategorie:Bauwerk in der Präfektur Ehime Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Japan Kategorie:Erbaut in den 1330er Jahren Ozu Kategorie:Ōzu