Kurt Gerlach (* 4. März 1889 in Dresden; † 13. März 1976 ebenda) war ein deutscher völkischer Schriftsteller und Verfasser von Laienspielen.

Leben Gerlach war der Vater der Schriftsteller Tine Schulze-Gerlach und Hubert Gerlach sowie der Großvater des Sängers und Fernsehmoderators Hartmut Schulze-Gerlach. Er unterrichtete in der Schule in Rähnitz-Hellerau bei Dresden und verfasste vor und während der Zeit des Nationalsozialismus eine Reihe von Romanen und Erzählungen national-völkischen Inhaltes. Außerdem verfasste er Märchen- und Laienspiele.

Als Unterstützer des völkisch-nationalsozialistischen Dramas verfasste er Anfang der 1930er Jahre die Schriften Aufleuchten, Deutscher Aufbruch und Drama und Nation. In dem 1929 erschienenen Buch Begabung und Stammesherkunft im deutschen Volke versuchte er, eine Verbindung zwischen der Verteilung kreativer, wissenschaftlicher, politischer und militärischer Begabungen und den Siedlungsgebieten der deutschen Stämme herzustellen. Sei Fazit war, dass die Grenz- und Vermischungsregionen solche Talente in besonders hohem Maße hervorbrächten.Christopher Hutton: Race and the Third Reich: Linguistics, Racial Anthropology and Genetics in the Dialectic of ›Volk‹. Polity, 2005, ISBN 0-7456-3177-0, .

In den 1940er Jahren begann Gerlach über Themen der Geomantik zu publizieren. Ähnlich den von Alfred Watkins in Großbritannien „entdeckten“ Ley-Linien entwickelte Gerlach ein weitgespanntes Netz geometrischer Linien in Deutschland, Mittel- und Nordeuropa, das anders als die britischen Leys nicht vorgeschichtliche Denkmale, sondern Kirchengründungen des 10. und 11. Jahrhunderts verband. Aufsätze zu diesem Thema veröffentlichte er vor allem in der Zeitschrift Germanien.Germanien. Monatshefte für Vorgeschichte zur Erkenntnis deutschen Wesens. Forschungs- und Lehrgemeinschaft ›Das Ahnenerbe‹. Waischfeld 1929–1943, . Aufsätze von Gerlach zum Beispiel: Frühdeutsche Landmessungen 1940; Material zu den frühdeutschen Landvermessungen 1940; „Heilige“ oder zweckmäßige Linien über Böhmen 1942; „Richt“-Linien durch Deutschland 1943. Einige dieser Aufsätze erschienen 1976 in englischer Übersetzung.Josef Heinsch, Kurt Gerlach: Central European geomancy. Hg. von Nigel Pennick, Prudence Jones, Michael Behrend. Institute of Geomantic Research, Cambridge 1976, ISBN 0-905376-02-1; Leys of the German Empire. Institute of Geomantic Research, Cambridge 1976.

Nach 1945 wohnte er weiterhin in Hellerau, wo er Arbeit als Metallschleifer fandKürschners Deutscher Literatur-Kalender 1952, s. v. Gerlach, Kurt. und nur noch einige Laienspiele veröffentlichte.

Werke

Literatur Heidemarie Stegmann-Meißner: Gerlach, Kurt. In: Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2., vollst. überarb. Aufl. de Gruyter, Berlin 2009, Bd. 4, S. 182 f. Justus H. Ulbricht: Hellerau und Hakenkreuz. Völkische Kultur in einer deutschen Gartenstadt. In: Neues Archiv für sächsische Geschichte, Band 89 (2018), S. 109–135. (online)

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Einzelnachweise

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