mini|Luigi Caccia Dominioni (2013) Luigi Caccia Dominioni (* 7. Dezember 1913 in Mailand; † 13. November 2016 ebendaMilano, è morto l’architetto Caccia Dominioni. Aveva 102 anni. Rai News, 13. November 2016, abgerufen am 15. November 2016 (italienisch).) war ein italienischer Architekt, Designer und Stadtplaner.

Leben

Luigi Caccia Dominioni, Sohn des Rechtsanwalts Ambrogio und Maria Paravicini sowie Cousin des Mailänder Schriftstellers und Ingenieurs Paolo Caccia Dominioni (1896–1992), wuchs in einem Haus an der Piazza Sant’Ambrogio in Mailand auf. Während seiner Schulzeit besuchte er das von Jesuiten geführte Gymnasium Istituto Leone XIII in Mailand. Im Herbst 1931 begann er mit dem Studium der Architektur am Polytechnikum in Mailand und schloss dieses 1936 mit dem Diplom ab. Noch im selben Jahr eröffnete er in Venedig ein Büro zusammen mit den Brüdern Livio und Pier Giacomo Castiglioni. Auf der Triennale VII in Mailand präsentierte er 1940 eine Serie von Rundfunkgeräten, die er bereits 1939 gemeinsam mit seinen Büropartnern entworfen hatte. Das futuristisch anmutende, mit 5 Röhren ausgestattete „Phonola 547“ revolutionierte das bis dahin bekannte Design von Radiogeräten. 1941 heiratete er Natalia Tosi. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. Von 1939 bis 1943 leistete Caccia Dominioni seinen Militärdienst, widersetzte sich jedoch dem Militärdienst in der von Benito Mussolini 1943 gegründeten Repubblica Sociale di Salò und floh in die Schweiz, wo er bis 1945 blieb.

Nach Kriegsende kam er zurück nach Mailand und eröffnete dort 1946 auf den Fundamenten seines ehemaligen, von Bombardements im August 1943 stark beschädigten Elternhauses an der Piazza Sant’Ambrogio 16 sein eigenes Büro. Von 1947 bis 1950 arbeitete er am Wiederaufbau dieses Gebäudes, in dem sich bis heute sein Büro befindet. 1947 gründete er zusammen mit Ignazio Gardella, Corrado Corradi Dell’Acqua, Maria Teresa und Franca Tosi das Unternehmen „Azucena“, das als erstes Geschäft Italiens für Produktion und Verkauf von Objekten und Einrichtungsgegenständen gilt.Vercelloni Matteo: Luigi Caccia Dominioni und das Haus als Maßanzug. Stylepark Magazin, 12. April 2010, abgerufen am 15. November 2016.

Der Zeitraum von 1950 bis 1970 war für Caccia Dominioni die intensivste Schaffensphase. Während dieser Zeit baute er zahlreiche herausragende Gebäude im Stadtgebiet von Mailand und prägte damit entscheidend die Entwicklung einer modernen Nachkriegsarchitektur in Italien. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit waren Wohnbauten. Von 1975 bis 1982 lebte Dominioni in Monaco, wo er das Wohnhochhaus Parc Saint Roman, das über rund 390 Apartments verfügt, realisierte.Luigi Caccia Dominioni. In: Werk, Bauen + Wohnen, Themenheft 12, Zürich 2013, abgerufen am 15. November 2016.

Sein bekanntestes Projekt blieb das Wohngebäude an der Piazza Carbonari in Mailand, das er 1961 fertigstellte: Die Patchwork-artig angeordneten Fenster, die in verschiedenen Größen nahezu bündig in die Fassade gesetzt sind, die Verkleidung des Hauses mit glatten, kleinformatigen Keramikfliesen, das blockhafte Volumen, das durch die Flächenbündigkeit betont wird, sind architektonische Themen, die bis in die Gegenwart ihren Einfluss auf zeitgenössisches Bauen ausüben.Hubertus Adam: Metropolitanes Bauen für Mailand. In: Neue Zürcher Zeitung, 22. Februar 2003.

Zitate Zum Thema Design:

Zum Thema Wohnen und Stadt:

Wichtige Designobjekte (Auswahl)

1938 Besteckserie Caccia, ab 1990 für Alessi 1940 Rundfunkempfänger Phonola 547 mit den Brüdern Livio und Pier Giacomo Castiglioni 1953 Stehleuchte Monachella für Azucena 1955 Sessel Ambrosianeum für Azucena 1957 Tisch Fasce Cromate für Azucena 1958 Lehnstuhl Catilina für Azucena 1967 Wand- und Deckenleuchte Boccia sconce für Azucena 1973 Sideboard Mb7 für Azucena 1973 Sofa und Sessel Toro für Azucena 2002 Tischleuchte Porta dipinta für Azucena 2003 Sessel Luis für Azucena

Wichtige Bauten (Auswahl)

1947–1950 Casa Caccia Dominioni an der Piazza Sant’Ambrogio 16 in Mailand 1947–1954 Kloster Istituto Beata Vergine Addolorata in Mailand 1953–1956 Verwaltungs- und Fabrikationsgebäude Lord & Parisini in Mailand 1956–1957 Wohngebäude in der Via Ippolito Nievo 28/A in Mailand 1956–1959 Wohngebäude in der Via Giuseppe Vigoni 13 in Mailand 1958–1960 Büro- und Geschäftsgebäude in der Via Santa Maria alla Porta 11 in Mailand 1960–1961 Wohngebäude an der Piazza Carbonari 2 in Mailand 1959–1964 Wohn- und Geschäftsgebäude in der Via Santa Croce 3 in Mailand 1953–1966 Wohn-, Büro- und Geschäftshaus im Corso Europa in Mailand 1963–1966 Wohn- und Geschäftsgebäude im Corso Monforte 9 in Mailand 1965–1968 Kirche San Biagio in Monza 1962–1970 Teatro dei Filodrammatici in der Via Filodrammatici 1 in Mailand 1967–1975 Wohnkomplex San Felice in Mailand, mit Vico Magistretti 1975–1982 Wohnhochhaus Parc Saint Romain in Monaco 1988–1993 Kirche San Giuseppe in Morbegno

Literatur Maria Antonietta Crippa: Luigi Caccia Dominioni, fiussi, spazi, e architettura. Testo & Immagine, Turin 1996, ISBN 88-86498-04-7. Alberto Gavazzi, Marco Ghilotti (Hrsg.): Luigi Caccia Dominioni architetto in Valtellina e Grigioni. Skira Editore, Mailand 2010, ISBN 978-88-572-0827-5 (italienisch). Martin und Werner Feiersinger (Hrsg.): Italomodern. Architektur in Oberitalien 1946-1976. Springer-Verlag, Wien 2012. Artikel: Luigi Caccia Dominioni. In: Werk, Bauen + Wohnen. Nr. 12, Zürich 2013, . Alberto Gavazzi, Marco Ghilotti: Luigi Caccia Dominioni (= Itinerari di architettura Milanese, Bd. 3). Solferino Edizioni, Mailand 2014, ISBN 978-88-98274-09-3 (italienisch, englisch).

Weblinks

Luigi Caccia Dominioni biografia. Archimagazine (italienisch).

Mailänder Baukunst in Zürich: Wirkungsvolles Wirken. NZZ, 20. Mai 2017 Architettura in Lombardia dal 1945 ad oggi: Opere di Caccia Dominioni, Luigi. Webseite der Region Lombardei (italienisch)

Einzelnachweise

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