mini|hochkant=1.25|Titelverteidiger Ayrton Senna beim GP San Marino 1989 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 1989 war die 40. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 16 Rennen in der Zeit vom 26. März 1989 bis zum 5. November 1989 ausgetragen. Alain Prost gewann mit McLaren zum dritten Mal die Fahrerweltmeisterschaft vor seinem Stallrivalen Ayrton Senna. McLaren wurde zum fünften Mal Konstrukteursweltmeister und war auch nach dem Verbot der Turbomotoren unschlagbar. Die Überlegenheit war zwar nicht mehr so deutlich wie im Vorjahr, dennoch errangen die McLaren-Fahrer Prost und Senna erneut 15 von 16 Pole-Positions und gewannen 10 von 16 Rennen.
Änderungen 1989 Reglement Das Jahr 1989 markierte hinsichtlich des technischen Reglements eine einschneidende Änderung: Turbomotoren wurden verboten, zulässig waren nur noch Saugmotoren mit 3.500 cm3 Hubraum. Die erste „Turbo-Ära“ war damit vorbei, und aufgeladene Motoren wurden erst wieder 2014 vorgeschrieben.
Vorgeschrieben wurden außerdem eine neue Mindesthöhe für Streckenbegrenzungen sowie Dopingkontrollen für die Fahrer.
Rennstrecken Die Länder, in denen Große Preise ausgetragen wurden, blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert, allerdings tauschten der Große Preis der USA und der Große Preis von Kanada ihre Positionen innerhalb des Kalenders. Das Rennen in den USA wurde zudem vom Detroit Street Circuit, wo dieses Rennen seit 1982 jährlich stattgefunden hatte, auf den Phoenix Street Circuit in Arizona verlegt.
Teams Obwohl das Verbot von Turbomotoren ursprünglich ins Auge gefasst wurde, um eine Kostenexplosion zu vermeiden und die Formel 1 für neue Teams wieder attraktiver zu machen, debütierte mit Onyx Grand Prix im Jahr 1989 lediglich ein neuer Wettbewerber. Das italienische Formel-3000-Team First Racing, das mit dem First F189 ein eigenes Formel-1-Chassis konstruiert hatte, war ebenfalls gemeldet, zog die Meldung aber kurz vor Saisonbeginn zurück.David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7, S. 102. Hinzu kam die Rückkehr von Brabham, die im Jahr 1988 nicht angetreten waren. Dennoch ging in diesem Jahr ein rekordverdächtiges Feld aus 20 Teams und 39 Fahrern an den Start, was darauf zurückzuführen war, dass bereits seit 1987 zahlreiche neue Teams hinzugekommen waren.
Daneben trat March nun unter dem Namen Leyton House an. Das japanische Unternehmen war zuvor bereits als Hauptsponsor des Teams aufgetreten, und nun hatte dessen Besitzer Akira Akagi auch den Rennstall aufgekauft.
Motoren Die Spitzenteams McLaren und Benetton führten ihre Motorenpartnerschaften mit Honda bzw. Ford auch in der Saugmotor-Ära weiter. Benetton erhielt dadurch den neuen Cosworth-HB-Motor in seiner ersten Generation, der in den Folgejahren weiterentwickelt und erst ab 1991 auch an Kunden vergeben wurde. Bei Williams debütierte ein neuer, exklusiver Zehnzylindermotor von Renault. Ebenfalls eine zunächst exklusive Neuentwicklung trieb die Fahrzeuge von Larrousse an: Ein unter dem Namen Lamborghini gemeldeter Zwölfzylindermotor. Auch das deutsche Zakspeed-Team, das bislang eigene Turbomotoren verwendet hatte, musste sich nach einem neuen Motorenpartner umsehen und erhielt die Unterstützung des japanischen Konzerns Yamaha, der mit einem eigens konstruierten Achtzylindermotor in die Formel 1 einstieg.
Die übrigen Teams griffen jeweils auf frei verfügbare Kundenmotoren von Ford (DFZ und DFR) und Judd zurück, wobei EuroBrun im zweiten Jahr seines Bestehens von Ford- zu Judd-Motoren wechselte. Auch Lotus, im Vorjahr noch mit Honda-Turbos ausgerüstet, musste sich nach dem Verlust der Unterstützung nach Kundenmotoren umsehen und wandte sich ebenfalls an Judd.
Ferrari und Lamborghini setzten als einzige Hersteller auf Zwölfzylindermotoren, Renault und Honda entwickelten auf neuartige Zehnzylindermotoren. In Hondas Fall war dies nur ein Zwischenschritt bis zur Fertigstellung von eigenen Zwölfzylindern, die schließlich zur Saison 1991 zur Verfügung standen. Die übrigen Motorenhersteller – Ford, Judd und Yamaha – setzten auf die bewährten Achtzylinder.
Reifen Mit der Rückkehr von Pirelli, die letztmals 1986 Reifen in die Formel 1 geliefert hatten, trat ein Konkurrent zu Goodyear auf den Plan. Allerdings ließen sich überwiegend kleinere Teams von dem italienischen Unternehmen beliefern, während die etablierten Teams weiterhin auf Goodyear setzten. Von den Pirelli-Teams konnte lediglich Brabham auf eine längere Rennhistorie zurückblicken.
Technische Innovation Die von Renault und Honda eingeführten Zehnzylindermotoren, die zuvor in der Formel 1 gänzlich unüblich waren, entwickelten sich in den Folgejahren zum optimalen Motorenkonzept – lediglich 1991 und 1994 wurde die Fahrer-Weltmeisterschaft mit einem Zwölf- bzw. Achtzylindermotor gewonnen. Ab 1998 schließlich verwendeten alle Formel-1-Teams V10-Motoren, bis 2006 ein neues Reglement V8-Motoren vorschrieb.
Im Ferrari 640 debütierte ein neuartiges halbautomatisches Getriebe, das die Piloten vom bisherigen Schaltvorgang mit Kupplung und Schalthebel befreite und die Gangwahl stattdessen über am Lenkrad befindliche Schaltwippen steuerte. Auch diese Technik, obgleich in dieser Saison noch höchst fehleranfällig, brachte entscheidende Leistungsvorteile und setzte sich mittelfristig durch. Letztmals kam ein manuelles Getriebe 1995 im Forti FG01 zum Einsatz.
Fahrer McLaren behielt seine erfolgreiche Fahrerpaarung aus Alain Prost und dem frischgebackenen Weltmeister Ayrton Senna bei. Bei den übrigen Spitzenteams gab es dagegen Bewegung: Nigel Mansell verließ Williams und wechselte zu Ferrari, deren bisheriger Fahrer Michele Alboreto zu Tyrrell zurückkehrte, für das er bereits 1981–1983 angetreten war. Mansells Platz bei Williams wurde vom vormaligen Benetton-Fahrer Thierry Boutsen eingenommen, an dessen Stelle dort mit Johnny Herbert ein Debütant trat.
Im Mittelfeld behielten Lotus, Arrows und March ihre Fahrerpaarungen bei, ebenso Larrousse. Einen nennenswerten Wechsel gab es beim neuen Onyx-Team, das den erfahrenen Stefan Johansson unter Vertrag nehmen konnte, der von Ligier kam und zuvor unter anderem für McLaren und Ferrari gefahren war. Auch das zweite Cockpit von BMS Scuderia Italia besetzte mit Andrea de Cesaris ein renommierter Fahrer.
Rial, Osella, Coloni, BMS Scuderia Italia und AGS, die zuvor mit jeweils einem Fahrzeug angetreten waren, brachten nunmehr zwei Fahrzeuge an den Start. EuroBrun dagegen reduzierte sein Engagement auf nurmehr nur noch ein einzelnes Fahrzeug.
Im Laufe der Saison ergaben sich einige Umbesetzungen. Alboreto schied bei Tyrrell nach sechs Rennen wegen Meinungsverschiedenheiten mit Teamchef Ken Tyrrell sowie Konflikten zwischen seinem persönlichen Sponsor Marlboro und dem Team-Sponsor Camel aus. Sein Ersatz wurde der Debütant Jean Alesi, dafür fand Alboreto in der zweiten Saisonhälfte einen Platz bei Larrousse, wo zuvor Yannick Dalmas und Éric Bernard gefahren waren. Auch Johnny Herbert wurde bei Benetton nach sechs Rennen entlassen, nachdem er aufgrund von Spätfolgen eines 1988 erlittenen F3000-Unfalls in den Rennen nach Ansicht der Teamleitung nur unbefriedigende Leistungen erbracht hatte. Herbert wurde hier mit Emanuele Pirro ebenfalls durch einen Neuling ersetzt. Von Wechseln geprägt war 1989 auch die Renngeschichte der Hinterbänkler-Teams Rial, AGS, EuroBrun, Onyx und Coloni.
Teams und Fahrer Foto Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 100px|zentriert|McLaren MP4/5 McLaren MP4/5 Honda 3.5 V10 1 1–16 2 1–16 100px|zentriert|Tyrrell 018 Tyrrell 017BTyrrell 018 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 3 1–16 n/a 4 1–6 7–10, 12, 14–16 11, 13 100px|zentriert|Williams FW12C Williams FW12CWilliams FW13 Renault 3.5 V10 5 1–16 6 1–16 100px|zentriert|Brabham BT58 Brabham BT58 Judd EV 3.5 V8 7 1–16 n/a 8 1–16 100px|zentriert|Arrows A11 Arrows A11 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 9 1–6, 8–16 n/a 7 10 1–16 100px|zentriert|Lotus 101 Lotus 101 Judd CV 3.5 V8 11 1–16 12 1–16 100px|zentriert|March CG891 March 881March CG891 Judd EV 3.5 V8 15 1–16 16 1–16 Osella FA1M-89 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 17 1–16 n/a 18 1–16 100px|zentriert|Benetton B188 Benetton B188Benetton B189 Ford Cosworth DFR 3.5 V8Ford HB 3.5 V8 19 1–16 20 1–6 7–16 100px|zentriert|Dallara BMS 189 Dallara BMS 189 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 21 1–16 n/a 22 1–16 100px|zentriert|Minardi M189 Minardi M188BMinardi M189 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 23 1–14, 16 15 24 1–16 100px|zentriert|Ligier JS33 Ligier JS33 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 25 1–16 n/a 26 1–16 100px|zentriert|Ferrari 640 Ferrari 640 Ferrari 3.5 V12 27 1–13, 15–16 28 1, 2, 4–16 100px|zentriert|Lola LC89 Equipe Larrousse Lola LC88BLola LC89 Lamborghini 3.5 V12 29 1–6 n/a 7, 8 9–16 30 1–16 100px|zentriert|Coloni FC188B Coloni FC188BColoni C3 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 31 1–16 n/a 32 1–10 11–16 100px|zentriert|EuroBrun ER189 EuroBrun ER188BEuroBrun ER189 Judd CV 3.5 V8 33 1–11 n/a 12–16 100px|zentriert|Zakspeed 891 Zakspeed 891 Yamaha 3.5 V8 34 1–16 n/a 35 1–16 100px|zentriert|Onyx ORE-1 Onyx ORE-1 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 36 1–16 n/a 37 1–12 13–16 Rial ARC2 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 38 1–13 n/a 14 15, 16 39 1–10 11–16 100px|zentriert|AGS JH23 AGS JH23BAGS JH24 Ford Cosworth DFR 3.5 V8 40 Streiff verletzte sich bei einem Unfall kurz vor dem ersten Rennen so schwer, dass er seitdem querschnittgelähmt war. Für das erste Rennen blieb er jedoch gemeldet. 1 n/a 2–16 41 1–7 8–16
Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 26. März Brasilien(Jacarepaguá) 306,891 (Ferrari) (McLaren-Honda) (March-Judd) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Ferrari) 2 23. April (Imola) 292,320 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Benetton-Ford) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) -Honda 3 7. Mai (Monte Carlo) 256,256 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Brabham-Judd) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 4 28. Mai (Mexiko-Stadt) 305,049 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Tyrrell-Ford) (McLaren-Honda) (Ferrari) 5 4. Juni (Phoenix) 284,850 (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Arrows-Ford) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 6 18. Juni (Montréal) 302,910 (Williams-Renault) (Williams-Renault) (Dallara-Ford) (McLaren-Honda) (Tyrrell-Ford) 7 9. Juli (Le Castellet) 305,040 (McLaren-Honda) (Ferrari) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (March-Judd) 8 16. Juli (Silverstone) 305,792 (McLaren-Honda) (Ferrari) (Benetton-Ford) (McLaren-Honda) (Ferrari) 9 30. Juli (Hockenheim) 305,865 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Ferrari) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 10 13. August (Mogyoród) 305,536 (Ferrari) (McLaren-Honda) (Williams-Renault) (Williams-Renault) (Ferrari) 11 27. August (Spa-Francorchamps) 305,360 (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (Ferrari) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 12 10. September (Monza) 307,400 (McLaren-Honda) (Ferrari) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 13 24. September (Estoril) 308,850 (Ferrari) (McLaren-Honda) (Onyx-Ford) (McLaren-Honda) (Ferrari) 14 1. Oktober (Jerez de la Frontera) 307,914 (McLaren-Honda) (Ferrari) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 15 22. Oktober (Suzuka) 310,527 (Benetton-Ford) (Williams-Renault) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (McLaren-Honda) 16 5. November (Adelaide) 264,600 (Williams-Renault) (Benetton-Ford) (Williams-Renault) (McLaren-Honda) (Lotus-Judd)
Rennberichte Großer Preis von Brasilien
Platz Fahrer Team Zeit 1 1:38:58,744 2 + 7,809 3 + 9,370 PP 1:25,302 SR 1:32,507
Der Große Preis von Brasilien auf dem Autódromo Internacional Nelson Piquet in Jacarepaguá, einem Vorort von Rio de Janeiro in Brasilien fand am 26. März 1989 statt und ging über 61 Runden (306,9 km).
Trainings-Bester wurde Ayrton Senna (McLaren) vor Riccardo Patrese und Gerhard Berger.